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Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod: Ein Wegweiser durch den Irrgarten der deutschen Sprache. Die Zwiebelfisch-Kolumnen Folge 1-3 in einem Band von Bastian Sick
Preis bei Amazon: EUR 10,00, Angebote ab EUR 8,11 4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3462040537, Erscheinungsdatum: August 2008, Auflage: 1
4 Kundenrezensionen:Das lustigste Deutschbuch für Profis 5 von 5 PunktenOb gewollt oder nicht, über Rechtschreibung und Stil schließen Leser auf den Bildungsgrad des Autors zurück - und stellen womöglich dessen ganze Idee infrage. Eine saubere Sprache ist wie eine schöne Verpackung, und wie jeder aus der Werbung weiß, ist diese oft wirksamer als der Inhalt. Nun ist niemand frei von Fehlern, auch Bastian Sick nimmt sich da nicht aus, doch wenn heute selbst Abiturienten und höhere Manager nach vielen Jahren des Studiums schreiben wie die Hauptschüler, fragt man sich schon, wo denn die Untergrenze des Niveaus sein soll. Wer weiß, wie viele grandiose Ideen es nicht weit geschafft haben, weil sie einfach schlecht formuliert waren. Bastian Sick arbeitet als Sprachpfleger beim "Spiegel" an der Obergrenze der deutschen Sprache, und sein Buch kann in einigen Kapiteln als Haarspalterei anmuten. Ich selbst habe aus Furcht davor das Lesen seiner Bücher lange vor mir hergeschoben, aber nun hat es mich eingeholt. Gleich alle 3 Bände auf einmal brachte mir jemand nach Barcelona mit. Zunächst einmal habe ich viel gelacht, weil Sick einen ungeheuren Sprachwitz hat und die trockene Grammatik in witzige Geschichten packt. Besonders der erste Band ist ein erstklassiges Leseerlebnis. Da machen sich Schneewittchen und die sieben Zwerge über "als" und "wie" Gedanken oder Fräulein Rottenmeier erklärt der Heidi den Unterschied zwischen "herein" und "hinein". Auch Vater und Sohn im Sprachzoo sind süß, wo sie den kleinen traurigen Konjunktiv im Käfig betrachten. Es gilt also zunächst mal: Wer gutes Deutsch lernen muss, zum Beispiel aus beruflichen Gründen, der wird mit Bastian Sick 100 Mal mehr Spaß haben als mit den Standardwerken Duden und Wahrig. Ich habe alle drei Bände gern gelesen, vielleicht deshalb, weil mich als Rezensent ständig mit der Thematik beschäftige (Sick lästert zwar in Band 3 über die Amazon-Rezensenten, aber ich bin da mal großzügig. Die bezahlten Kritiker der Systemmedien ärgern sich halt schwarz über die unabhängige und erfolgreiche Konkurrenz aus dem Netz). Der erste Band ist sicher am lustigsten, der zweite eine Reaktion auf Leserbriefe, und der dritte ähnelt in der Aufmachung wieder Band 1, wobei er in einigen Kapiteln Themen wiederholt. Ich fand alles lesenswert. Es wird nicht jeder jeden von Sicks Vorschlägen übernehmen wollen, und man muss auch nicht. Sick gibt Anhaltspunkte. Im Prinzip hält sich Sick an den Duden oder leitet Vorschläge mit Logik ab, aber er gibt nicht überall Quellen an. Oft beschreibt er auch nur einen Zustand ohne zu werten, zeigt aber die Widersprüche auf. Ich konnte seiner Logik durchweg folgen, auch wenn ich etwa feine Abgrenzungen wie "scheinbar" gegenüber "anscheinend" sicher auch in Zukunft nicht konsequent anwenden werde. Aber die Abgrenzung "bergen" zu "retten" beispielsweise fand ich schon aufschlussreich und auch wichtig, wenn da bei der einen Option das Opfer schon tot ist und bei dem anderen noch lebt. Unsere Sprache ist voller solcher Details. Mit Sicks beiden größten Kritikpunkten stimme ich ebenfalls überein. Der eine ist die inflationäre Verwendung von Anglizismen, die bis zur Unverständlichkeit von Aussagen führt, und der andere ist die Reform der Reform der Rechtsschreibreform, die insbesondere beim Getrenntschreiben das totale Chaos verursacht hat. Das tat den Verantwortlichen erst leid, dann Leid, und jetzt wieder leid, was will man davon halten? Gewünscht hätte ich mir hier in der Gesamtausgabe eine übersichtlichere Struktur der Kapitel nach Zusammengehörigkeit, nicht nach Erscheinungsdatum der Kolumnen. Kapitel etwa zu Anglizismen, dem Wörtchen "wo", oder der richtigen Verwendung von Pronomina sind über die drei Bände verteilt. Wer nach Stichwörtern sucht, wird Schwierigkeiten haben, die passenden Kapitel zu finden. Ich hatte jedenfalls immens viel Spaß beim Lesen und deshalb gibt's von mir auch für die Gesamtausgabe klare 5 Sterne. Der Wegweiser 4 von 5 PunktenNachdem die Bücher von Bastian Sick schon länger in aller Munde waren und man sowohl Gutes als auch Schlechtes von ihm hörte, wollte ich mir selbst ein Bild seiner Schreibkunst machen. Dass es da seine drei Bücher zu "Der Dativ ist dem Genititv sein Tod" in einem Band gab, kam mir genau recht. Der erste Teil hat mir eigentlich sehr gut gefallen. Einige Stellen waren sehr witzig geschrieben, Sicks trockener Stil, die Dinge zu erzählen, gefielen mir und machten Lust auf mehr. Der zweite Teil hob sich vom ersten etwas ab, Sick brachte Leserbriefe mit hinein, in denen er Fragen gestellt bekam und seine Antwort quasi im Buch veröffentrlichte. An Witz verlor er nur wenig. Dem dritten Teil des Wegweisers durch die deutsche Sprache fehlte es allerdings etwas an Würze und Originalität, viele Anekdoten und Themengebite wurde aus dem zweiten Teil aufgegriffen und zum Teil wiederholt. Die Seiten lesen sich gut weg, man kann zwischendurch mal lachen und über die eine oder andere Änderung, die die Sprache im Laufe der Jahre durchgenmacht hat, herrlich schmunzeln. Aber in manchen Situationen musste ich muss zusammenreisen um nicht lauthals zu sagen: "Herr Sick, seien sie mal nicht so kleinkariert!" Vieles wurde einfach zu sehr auf die Goldwaage gelegt und durchgekaut, obwohl es sich schon viel zu sehr in die deutsche Sprache integriert hatte. Welche Sachen das sind? Nun, lesen sie selbst! PS: Ja, Herr Sick, auch Laien können Rezensionen schreiben. Besser vielleicht, als sie denken! die Antwort... 3 von 5 PunktenNur eine kurze Anmerkung: Wer an Sicks Büchern Gefallen gefunden hat, dem sei auf jeden Fall auch die "Gegenantwort" von Meinunger Sick of Sick? Ein Streifzug durch die Sprache als Antwort auf den »Zwiebelfisch« ans Herz gelegt. So werden am Ende einige unflexible Sichtweisen vielleicht doch noch was aufgelockert, was sicher nur sinnvoll ist... Der Zwiebelfisch: Ein Wegweiser im Irrgarten der deutschen Sprache 4 von 5 PunktenZwiebelfisch nennt man im Zeitungs- und Buchdruck, einzelne Buchstaben oder Wortteile, die irrtümlich in einer anderen Schrift oder Formatierung gesetzt wurden. Zwiebelfisch nennt sich aber auch die seit Mai 2003 im Spiegel Online und seit Februar 2005 in der monatlichen Kulturbeilage des gedruckten Spiegel erscheinende Kolumnenserie des Autors Bastian Sick, die aus dessen Tätigkeit als Dokumentar und Korrektor in der Online-Redaktion des Spiegels hervorgegangen ist, als er humorvolle Memos zu häufigen Fehlerquellen an die Redakteure verfasste. Um der wachsenden Leserschaft der Kolumne, welche die Möglichkeit der Mitarbeit durch Einsendung von Fotos, Bildern und Leserbriefen über eigene Erlebnisse angeregt nutzte, entgegenzukommen, wurde versucht die besten Artikel der Kolumne unter dem Titel "Der Dativ ist dem Genetiv sein Tod" jährlich zusammenzufassen. Bis dato sind aus diesen Versuchen drei Bände hervorgegangen und wurden nun endlich in einem preisgünstigen Sammelband zusammengefasst. Doch "Der Dativ ist dem Genetiv sein Tod" ist genauso wie der Name Bastian Sick längst zu einer Marke geworden, die geschickt vermarkt ein eigenes Merchandising aus Büchern, Hörbüchern und Spielen umfasst. Für die einen ist Sick einer der bedeutendsten Sprachkritiker und -pfleger unserer Zeit, für andere hingegen ein normativer Oberlehrer. Fakt ist, die drei nun zusammengefassten Bände sind von unterschiedlicher Qualität, so ist der hervorragende erste Band eine gelungene Edition der Zwiebelfisch-Kolumne, während Bastian Sick im zweiten Band eher auf seine Leserbriefe reagiert und im dritten, bisher letzten Teil der Reihe überwiegen vor allem Anekdoten und irgendwie erfunden wirkende Geschichten. Obwohl die Idee sein Gesamtwerk in einem Band zusammenzufassen interessant klingen mag, wurde Bastian Sicks Happy Aua jedoch ausgelassen. Das schmale Büchlein, welches ausschließlich Fotoeinsendungen zum Thema "Schreib- und Druckfehler im Alltag" enthält hätte etwa Sicks Ausführungen zu Der Dativ ist dem Genetiv sein Tod 3 perfekt ergänzt. In lustigen Anekdoten aus Alltag, Politik und Journalismus deckt Bastian Sick so manche Irrwege der deutschen Sprache auf und schafft ein bisschen mehr Klarheit darüber, dass selbst jene Leute deren Geschäft es ist sich durch Sprache auszudrücken in viele jener Fettnäpfchen hineintreten, die bei der Rechtschreibreform entstanden sind. Falschübersetzungen, Modesprache, mutwillige Fehler, all das beeinflusst unser Sprachgefühl und lässt uns für den ein oder anderen Fehler schlicht blind werden. Besonders geißelt Sick in diesem Zusammenhang die eigentümliche Werbesprache, die mit ihrer mutwilligen Ignorranz von Rechtschreibregeln und Grammatik mehr zum "Verfall" der deutschen Sprache beiträgt, als alles andere. Beim Aufspüren von stillschweigend meist hingenommenen Fehlern ist Sick sehr spitzfindig und pedantisch, wobei er im Grunde für gewöhnlich Recht behält, denn was heute gesprochen wird ist oft weit von "gutem" Deutsch entfernt. Sicks Talent ist seine Fähigkeit Geschichten amüsant und detailreich zu erzählen. Dieses Konzept auf dem die Buchform der Zwiebelfisch-Kolumne beruht, ist lobenswert und war in "Der Dativ ist dem Genetiv sein Tod" noch neu und kreativ, doch bereits im darauffolgenden Band erfolgte ein Schwenk in Richtung Reaktion auf Leserressonanz. Nach dem eher allgemeinen Band 1 befasste sich Sick im zweiten vorzugsweise mit modernen Kommunikationsmitteln und jenen stilistischen Unsitten, die meist in E-Mails auftauchen. Für Teil von "Der Dativ ist dem Genetiv sein Tod" schienen brauchbare Leserbriefe und Artikel der ersten Garnitur bereits verbraucht gewesen zu sein. Nachdem sich Sick mit Reaktionen ind Band 2 gut über Wasser halten konnte und weniger aus Eingeninitiative aufs Tapet brachte, war er mit Band 3 gezwungen wieder selbst Geschichten einzubringen. Jetzt erst recht - ging Sick SMS und E-Mail, sowie den Stilblüten des Web 2.0 an den Kragen. Dazu sagte er auch den Anglizismen versteckt den Kampf an, sowie Dialekten, verkörpert durch Sicks Nachbarin Frau Jackmann. Wenn ein mittlerer Milchkaffee zum "tollen Latte to go" wird darf Sick wie gewohnt gerne erklären wie das möglich ist und was daran so toll bzw. tall ist. Dabei ist das Deutsche nicht die einzige Sprache, die Fremdwörter übernimmt und so gibt es gleichbedeutend einen Kindergarten als solchen auch im Englischen. Fazit: Wer Bastian Sick und seine Buchtrilogie "Der Dativ ist dem Genetiv sein Tod" noch nicht kennt, bekommt mit diesem Sammelband der ersten 3 Bände eine sehr günstige Chance. So günstig, dass es preislich kaum einen Unterschied macht ob man sich jetzt den ersten Band oder gleich alle 3 in dieser Edition kauft und das sollte selbst Zweifler überzeugen, die sich überlegen ob ein 750 Seiten Wälzer nicht doch eine Fehlinvestition sein könnte, wenn man so unterschiedliche Dinge über den Autor hört. Überzeugen Sie sich selbst, greifen Sie zu und bilden Sie sich eine eigene Meinung. Selbst im schlimmsten Fall haben Sie am Ende nur Zeit und wenig Geld verloren. |
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