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Uns gehört die Welt! Macht und Machenschaften der Multis von Klaus Werner Lobo

Zoom Produkt-Bild: Uns gehört die Welt! Macht und Machenschaften der Multis
Gebundene Ausgabe von Hanser Belletristik
Preis bei Amazon: EUR 16,90

4 von 5 Punkten 4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3446231005, Erscheinungsdatum: Sept. 2008, Auflage: 1

4 Kundenrezensionen:

Kinder sind begeistert!
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Dieses Buch erklärt Kindern (und Erwachsenen) in sehr klaren Worten, wie die Welt (leider) funktioniert, und was sie selber (zB als Konsumenten) tun können, um sich nicht (für dumm) verkaufen zu lassen.
Im Anhang Vorschläge und Beispiele für Aktion, und der Start einer Web-Community auf der Kinder austauschen können, was sie für eine bessere Welt getan haben oder tun wollen.
Meine Kinder (11/13) waren begeistert und sind jetzt politisch motiviert: "Wir wollen mitentscheiden wo das Geld hinkommt; statt dass Waffen gekauft werden, sollen Schulen in Afrika gebaut werden!"
Richtiger Vorwurf, falsche Analyse
3 von 5 Punkten 3 von 5 Punkten
"Uns gehört die Welt!" ist ein weiteres Buch, das auf die Machenschaften der globalen Konzerne (den Multis) im Rahmen der Globalisierung aufmerksam macht. Mersch charakterisiert "Globalisierung" in Evolution, Zivilisation und Verschwendung: Über den Ursprung von Allem als den Prozess des Anwachsens von Konzernen zu globaler Größe. Waren Nationalstaaten noch vor wenigen Jahrzehnten in der Lage, ihre meist nationalen Konzerne (die oft nationale Namen wie "Deutsche Bank" oder "Volkswagen" besaßen) zu beherrschen, so haben sich nun die Machtverhältnisse umgekehrt: Nationalstaaten sind quasi erpressbar geworden.

Allerdings ist es - anders als das Buch suggeriert - nicht richtig, dass globale Konzerne an einer globalen Verarmung interessiert sind. Unternehmen wie Microsoft, Intel, Coca Cola oder Nokia würden am liebsten ihre Produkte an jeden Erdenbürger verkaufen. Dafür müssen diese aber auch über ein ausreichendes Einkommen verfügen. Tatsache ist, dass sich Unternehmen oftmals genauso rational verhalten, wie wir das im kleinen Rahmen auch tun: Wir sind nicht daran interessiert, dass es keine Tante-Emma-Läden mehr gibt, aber wir sorgen dennoch für deren Verschwinden, und zwar weil wir beim Einkauf den günstigeren Supermarkt bevorzugen. Und aus genau den gleichen Gründen verlagern dann Unternehmen viele Arbeitsplätze dorthin, wo sie besonders günstig produzieren können oder man ihnen steuerlich besonders entgegen kommt. Wer dafür verantwortlich ist, sind nicht korrupte Unternehmenslenker, sondern der Marktmechanismus, der ein entsprechendes Verhalten ganz automatisch hervorbringt und auch belohnt.

Natürlich kann es sinnvoll sein, Marken bewusst zu meiden, deren Produzenten sich bekanntermaßen besonders "unethisch" verhalten. Massenhaft ausgeübt, könnte ein solches Verhalten manch einen Hersteller in die richtige Richtung lenken. Ich bezweifele allerdings, dass der Erfolg sehr groß sein wird, zumal heute viele Menschen schon rein ökonomisch kaum Entscheidungsspielraum besitzen. Umso wichtiger dürfte es deshalb sein, endlich für die globalen Rahmenbedingungen zu sorgen, die die Multis wieder in ihre Schranken verweisen. Die Menschheit muss in dieser Hinsicht endlich aufwachen und auch kooperieren, denn ohne einschränkende Marktregeln wird sie von den Multis regiert, und nicht umgekehrt.

Unabhängig davon scheint mir die Welt weder den Multis noch der Menschheit zu gehören.
Machenschaften der Multis schonungslos offengelegt
4 von 5 Punkten 4 von 5 Punkten
Der Autor Klaus Werner-Lobo hat mit dem Schwarzbuch Markenfirmenn und dem "Neuen Schwarzbuch Markenfirmen" schon in den vergangenen Jahren für Aufsehen gesorgt, indem er die Machenschaften der Großkonzerne schonungslos offen legte.

Mit dem Buch "Uns gehört die Welt" knüpft er daran an, geht aber viel mehr auf die Hintergründe und die Mechanismen in der Weltwirtschaft ein, die eben erst dazu führen, das die Ungleichverteilung in der Welt so groß ist und die Multis die Gelegenheit haben die Ärmsten noch weiter auszubeuten. Das Werk soll die breite Masse ansprechen, ist vom Schreibstil her leicht zu lesen und bringt die komplexen Zusammenhänge in der Weltwirtschaft sehr anschaulich rüber.

Der Verfasser vermeidet zumeist trockene, theoretische Darstellung und fügt die einzelnen Kapitel zu einem flüssig lesbaren Text zusammen. Er bedient sich zuweilen selbst einer Sprache, die Großkonzerne für ihre Werbung benutzen und formt sie für seine Botschaften um (Geiz ist nicht geil) und schreckt auch nicht vor Provokationen zurück. Durch diesen Schreibstil gelingt es ihm ein breites Publikum zu erreichen. Er beginnt die einzelnen Kapitel mit einem durchaus treffenden Zitat und bringt auch persönliche Erfahrungen und Meinungen in seine Berichte ein und wirkt so sehr authentisch und glaubwürdig. Seine Ausführungen sind mit Graphiken und Tabellen ergänzt und werden am Ende eines jeden Kapitels noch mal stichpunktartig zusammengefasst. Zudem gibt er nach jedem Kapitel weiterführende Informationen im Internet an und gibt so dem interessierten Leser eine Grundlage für weitere Recherche. Des weiteren gibt er dem Leser konkrete Handlungsvorschläge an die Hand, sei es der Boykott bestimmter Produkte, die Unterzeichnung von Petitionen oder der gewaltlose Widerstand.

Für Leser, die einen schnellen Überblick über die Thematik haben wollen, ist das Buch durchweg empfehlenswert. Für bereits fachkundige wird allerdings wenig wirklich neues gesagt. Das Werk besticht durch das Konzept der kurzen Kapitel und der Firmenportraits am Ende. Insgesamt ist Uns gehört die Welt sehr kurzweilig und gibt einen guten Überblick über die Machenschaften der Konzerne in der Welt.
Die Welt gehört uns und es lohnt sich, dass wir uns einsetzen für mehr Gerechtigkeit
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
In Zeiten der Globalisierung ist es für junge, engagierte Menschen, die wissen wollen, was los ist und warum die Welt so eingerichtet und aufgeteilt ist, wie sie ist, extrem schwierig geworden, die Zusammenhänge zu entdecken und zu begreifen. Noch schwieriger ist es, der Versuchung zu widerstehen, schnell, so wie die Autonomen, die sich ja hauptsächlich in dieser Altersklasse rekrutieren, nach der "Propaganda der Tat" zu rufen und Gewalt anzuwenden, sondern ruhig und besonnen, mit klarer Analyse nach anderen Möglichkeiten auch des eigenen Handelns und Lebens zu suchen.

Es gibt dazu die Möglichkeiten, sagt Klaus Werner-Lobo. Es gilt über den Tellerrand des eigenen Lebens und Landes zu schauen und darüber nachzudenken, wie mein eigener Beitrag aussehen kann, dass das Zusammenleben und die Lebensumstände um mich herum ein wenig friedlicher, freundlicher und gerechter werden.

Bevor er allerdings zu diesen eigenen Schritten ermutigt, hat auch Klaus Werner-Lobo auf Information und politisches Bewusstsein gesetzt. Er erläutert in einer auf jugendliche Leser zugeschnittenen Sprache die Machenschaften der Multis und gibt sowohl im laufenden Text als auch in einem ausführlichen Anhang viele Hinweise und weiterführende Informationen. Interessant ist dabei, dass er unter anderem Firmen beschreibt und die Vorwürfe an sie diskutiert und analysiert, deren Marken Jugendliche besonders goutieren, Nokia etwa, Coca-Cola, Hennes & Mauritz, Aldi und McDonalds.

Die Welt gehört uns, so die überzeugende Antwort eines empfehlenswerten Buches auf die rhetorisch am Anfang des Buches gestellte Frage "Wem gehört die Welt?". Die Welt gehört uns und es lohnt sich , sich dafür einzusetzen, dass sie erhalten bleibt und dass es gerechter auf ihr zugeht für mehr Menschen als bisher.
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