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Krabat von Otfried Preußler

Broschiert von Thienemann Verlag
Preis bei Amazon: EUR 9,90, Angebote ab EUR 5,60

4,5 von 5 Punkten
4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 352218159X, Erscheinungsdatum: Sept. 2008, Auflage: Broschierte Sonderausgabe zum Kinofilm.
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5 Kundenrezensionen:

Als Kinderbuch noch ok
3 von 5 Punkten 3 von 5 Punkten
Habe mir das Buch gekauft (aufgrund von guten Kritiken in Fernsehen und Zeitung)und war ein wenig enttäuscht.
Was nun daran ein absoluter Bestseller sein soll, kann ich nicht sagen. Ich hatte immer ein wenig den Eindruck, dass es für den Schulunterricht geschrieben wurde, da so manche/r Ausdrucksweise/Ausdruck sehr an einen "Guten Lehrtext" erinnerte, indem man viele nicht mehr allzu gebräuchliche Ausdrücke kennenlernen soll.
Davon abgesehen ist kaum eine richtig düstere Stimmung während des lesens aufgekommen. Preußler beschreibt zwar ausführlich Landschaft und Details, vergisst aber seine Geschichte so auszuschmücken, dass man gefesselt bleibt und sich fragt, was denn weiter passieren wird. Alles ist recht durchschaubar. Auch muss ich leider sagen, der Text hält sich lange mit vielem auf, lässt aber trotzdem einiges offen und endet dann sehr abrupt.
Ob dieses Buch nun der richtige Lesestoff ist um das Lesen schmackhaft und interessant zu machen sei dahin gestellt, da ich sicherlich nicht mehr ganz in das eigentlich gewünschte Lesealter passe.
Aus welchem Grund es nun ein Bestseller ist kann ich aber trotzdem nicht nachvollziehen.
Wie ich zum Krabat "kam" und was ich von dem Buch halte...
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Also. Meine Vorgeschichte ganz kurz zusammengefaßt: Kinoplakate des Krabat-Films gesehen - zuerst gedacht "Ach. Nicht doch. Ein billiger, deutschsprachiger Abklatsch eines Hogwart-Schülers. Nicht noch eine Filmproduktion, die auf der Potter-Welle mitschwimmen möchte."

Dann hatte ich eine Diskussion mit einem älteren Freund über den Film. Er meinte, er schaut ihn sich sicher an, weil das dem Film zu Grunde liegende Buch so toll ist."

Wie bitte?

Zum vermeintlich-oberflächlichen Film gibt es ein Buch? Eins von Ottfried Preußler?
Naja - sicher eine Mischung aus der Räuber Hotzenplotz und das kleine Gespenst.

Denkste sagte mein Freund. Eher eine Sage. Eher was für Erwachsene. Sehr düster, sehr dunkel. Sogar einem mit sehr moralischen Background.

Mhm. Dieser Freund hat es doch glatt geschafft Zweifel an meinem Vorurteil zu wecken. Also ging ich in die nächste Buchhandlung und hab mir diese gebundene Ausgabe gekauft.

Inzwischen sind gut 3 Wochen vergangen und vor knapp 3 Tagen hatte ich das Buch dann um 2 Uhr in der Früh durch. Ich bin ein langsamer Leser, aber wenn mich ein Buch fesselt, dann kann's schon sein, dass ich die Hälfte in einem Rutsch bis frühmorgends durchlese. So auch eben auch hier.

Also - mein Resümee: Krabat ist wirklich, wirklich eine sehr mehrschichtige Erzählung, die es wahrlich schafft einen Erwachsenen wie mich zu fesseln. Der Kosselbruch, Schwarzkolm, die Mühle samt Meister, der Gevater, Krabat und seine elf Mitgesellen. Die schwarze Schule und diese unheilvolle Gefühl beim Lesen, weil man bis zum letzten Drittel des Buches über viele Sachen bewusst nicht aufgeklärt wird (was hat es mit den Bräuchen in der Osternacht auf sich? Wieso passten Krabat die Kleider schon perfekt bei der Ankunft in der Mühle? ...)

Ich bin jedenfalls zutiefst beeindruckt vom Buch und der erzählten Geschichte. Den Film hab ich zwar noch immer nicht gesehen, aber sogar das werde ich jetzt nachholen. Es kann so schön sein, ein zu schnell angedachtes Vorurteil so intensiv zu entkräften.

Darum fünf klare Sterne von mir.

PS.: Für Kinder würde ich das Buch nicht gedankenlos empfehlen. Ich will jetzt nicht knausrig und oberlehrerhaft sein, aber Themen wie Selbstmord, sehr detailliert geschilderte Geschehnisse rund um die schwarze Magie usw. sind halt nicht gerade eine leichte Kost für Kinderohren, die gerade von Preußlers kleinem Gespenst verwöhnt worden sind.
Erfrischend zu lesen und auf keinen Fall überbewertet.
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Einen Riesenspaß hatte ich beim Lesen von Krabat, ganz besonders im Kontrast zum hochgelobten, aber enttäuschenden Tintenherz von Cornelia Funke, das ich kurz zuvor gelesen hatte. Um wenigstens den kleinsten Teil dazu beizutragen, dass mehr Menschen Krabat lesen statt zB Tintenherz, schreibe ich nun diese Rezension.

Zuerst einmal: Wie ungemein erfrischend es doch ist, einen Text mit kleinen regionalen Eigenheiten in der Sprache zu lesen! Statt des ewigen Einheitshochdeutschs findet man in Krabat eine Umgangssprache (regional und eventuell auch historisch eingefärbt?), die perfekt getroffen ist: Hier und da eigene Wörter und abgewandelte Wortbedeutungen, ohne jedoch das Lesen für den Unkundigen zu erschweren. Krabat und die meisten anderen Figuren sprechen Wendisch (Sorbisch), aus dem auf den Buchseiten das oben geschilderte Deutsch wird.

Ein Weiteres, dass mir überaus positiv aufgefallen ist, ist die elegante Einbindung des Geschehens in den historischen Rahmen durch zufällige Begegnungen mit zB Armeerekrutierern für die sächsische Armee im Krieg gegen die Schweden, und den Ausflug des Meisters an den Hof des Kurfürsten, und schließlich seine Erzählung von Krieg gegen die Türken. Durch diese kleinen, den Erzählfluss in keinster Weise behindernden Episoden wird der Welt, in der Krabat lebt, eine Art lebendige Tapete als Hintergrund gegeben, auf der die Haupthandlung stimmig eingebettet ist: als ein Teil einer großen, atmenden Welt. Man vergleiche hierzu die weiße Fläche, auf der Tintenherz spielt - außerhalb der Geschichte gibt es dort gar nichts, was bei mir zu einer sehr sterilen Atmosphäre und Vorstellungswelt geführt hat.

Darüber hinaus für gelungen halte ich die Anspielungen auf die Geheimnisse hinter der Geschichte, die zum Ende teilweise aufgeklärt werden. Aber nicht alles wird enthüllt - was nun jeden Neumond dort im toten Mahlgang gemahlen wird, es wird nicht aufgelöst. Auch nicht, was die Intentionen des Meisters beim Kurfürsten waren. Von diesem sehr guten Umgang mit Wissen, und wieviel davon dem Leser vorenthalten, enthüllt, und angedeutet wird, kann sich so mancher Autor etwas abkucken. Auch mit der Zauberei wird vortrefflich umgegangen. Es gibt keinen simplen Zauber, der Menschen tot umfallen lässt wie bei Harry Potter, und es gibt auch keine Feuerbälle und Explosionen. Die Zauberei in Krabat ist eher subtil, es sei denn, der Meister lässt es krachen.

Krabat ist gut und zielstrebig geschrieben oder gut lektoriert, oder beides. Es finden sich keine Handlungsstränge, die von der Haupthandlung allzuweit und unnötig verzweigen, und jede Episode hat eine fassbare Bedeutung für das Gesamtbild. Bei sehr vielen Anekdoten und kleineren Geschehnissen bemerkt man eine Relevanz für die Haupthandlung. Der Aufbau von Vertrauen und Abneigung zwischen Krabat und den anderen Gesellen, die (wenn auch oft im Dunkel gelassenen) Aktivitäten des Meisters, alles führt mit viel Zug zum Ende der Geschichte - Preußler hat einen starken Zug zum Tor, würde man im Fußball sagen.

Wie wir auch gleich beim Ende wären - ein anderer Rezensent sagte, das Ende käme ihm sehr kkurz und hingeklatscht vor. Als sich mir beim Lesen das Ende näherte, war auch ich erstaunt, dass nur noch so wenige Seiten übrig waren, die große Konfrontation dennoch ausstand. Und dennoch: Das Ende ist vorzüglich geschrieben. Kein großer Kampf, nach dessen Ende beim Ausröcheln der letzten Worte des Bösewichts alles in Flammen aufgeht und die Guten sich gerade noch retten können. Sondern: auf eine unaufdringliche, unpathetische Weise gewinnt das Gute die Überhand über die Tricks des Bösen, und ohne langes Zutun, ohne langes schmalziges Gerede, mit einem einzigen Satz aus dem Mund des Mädchens, das Krabats (und ihr eigenes) Leben rettet, endet die Geschichte, während der Meister seine unausweichliche Strafe auf den ungeschriebenen, ungedruckten Seiten trifft.

Alles in allem: ein angenehm zielstrebiges, gut geschriebenes und unterhaltsames Buch, von dem ich froh bin, es gelesen zu haben.
Mit 21 Jahren...
4 von 5 Punkten 4 von 5 Punkten
Ich habe mir dieses Buch zugelegt, als der Hype um Otfried Preußlers »Krabat« durch die Kinoverfilmung angefacht wurde. Bis dahin war mir Otfried Preußler nur als Autor von Kinderbüchern, wie »Die kleine Hexe«, »Der Räuber Hotzenplotz« und »Das kleine Gespenst« bekannt. Obwohl Ich den »Krabat« im »hohen« Alter von 21 Jahren zur Hand nahm, vermochte mich dieses Buch zu fesseln.

Der Sprachstil von »Krabat« ist zwar zugegebenermaßen sehr einfach gehalten. Trotzdem fesselt, wie Preußler Elemente alter Volkssagen miteinander verwebt. Die düsteren Elemente des »Krabat« schaffen zudem eine wunderbar dunkle Atmosphäre und es kommt reichlich Spannung auf.

Der Anhang dieser »Schulausgabe« des »Krabat« umfasst zudem eine Urfassung der Erzählung, sowie einen kurzen Lebenslauf Preußlers und eine Reflexion des Autors. So wird dieser Jugenderzählung noch mehr Tiefe verliehen.

Schade, dass Ich diese wunderbar düstere Jugenderzählung nicht ein paar Jahre früher für mich entdeckt habe, weil dann die Wirkung wohl noch um einiges stärker gewesen wäre. Trotzdem ein sehr lesenswertes Buch und für jüngere Leser wohl auch 5 Sterne wert. Ansonsten ist mir der Sprachstil und der Verlauf doch ein bisschen zu einfach.
Mut zum Innehalten, zur kraftvollen Ruhe...
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Mich überrascht es, daß "Krabat" heutzutage offensichtlich ein Schul-Literaturbuch ist. Das bezeugen hier ja etliche Schüler-Rezensionen.
Donnerwetter! Denn gefällige Kinder- und Jugendbuchkost ist es nun weniger, sondern bei aller Erzählruhe sehr mystisch, tiefgründig, spirituell.
Der Harry-Potter-Vergleich, den ich hier manchmal las, ist nicht ganz fair, da man in dem Falle Äpfel mit Birnen vergleicht. Bloß, weil Magie im Spiel ist, fallen für mich die beiden Werke nicht in einen Bereich.
Potter ist ein reines Abenteuerbuch, Phantastische Kinder- und Jugendbuchliteratur, wo es viel um Kampf gegen das Böse, Spannung pur, Herzensweisheiten und Freude am Magischen gibt. Und DEN Helden und seine Freunde.

"Krabat" hingegen basiert nicht auf einer bunten Autoren-Phantasie, sondern auf einer Sage. Ich habe mir das Buch spontan gekauft, weil mich (zugegeben) die Film-Besprechungen neugierig gemacht haben. Und ich wollte erst das Buch lesen, was mir in der deutschen Literatur-Fülle bisher nicht auffiel. Genauso, wie Preußler in meinem DDR-Kinderbuchschrank nicht vorkam. Selbst olle Hotzenplotz und die kleine Hexe waren nur Begriffe, mehr nicht.

Also holte ich jetzt den verpaßten Klassiker nach und bin tief beeindruckt. Erst irritierte mich die Ruhe der Erzählweise, der zuweilen fast schon monotone Rhythmus. Da ist man heutzutage eben mehr "Action" und Bewegung gewohnt.

Krabats Herkunft wird schmucklos und wortarm beschrieben: Daß die Eltern an einer schlimmen Krankheit starben und Krabat früh zum Waisen wurde, ist nahezu ein Nebensatz. Danach hätte er beim Pfarrer in geordneten Verhältnissen aufwachsen können, aber das hielt der Rauheits- und Schlichtheits-gewohnte, barfüßige Hirtensohn nicht aus. Er schloß sich Betteljungs an und ersang sich mit denen eben das täglich Brot.

Bis eines Nachts im Traume Raben erscheinen und eine magisch-faszinierende Stimme Krabat in eine bestimmte Mühle befiehlt. Drei Mal träumt Krabat von diesem Ruf, dann folgt er ihm tatsächlich.

Er findet sich mit elf anderen Müllerburschen als Lehrling eines unheimlichen Meisters wieder. Tagsüber wird tatsächlich hart gearbeitet und das Müller-Handwerk gelernt. Einmal wöchentlich aber erhalten die Jungs, in Rabengestalt, Unterricht in schwarzer und sonstiger Magie. Wobei es dem Meister egal zu sein scheint, ob seine Jungs hier etwas lernen. Jeder erhält den Unterricht, wird abgefragt (ohne Konsequenz bei Versagen) - und was jeder nun daraus macht, ist die Sache des Einzelnen.

Manches ist unterschwellig-bedrohlich. So Träume Krabats, in denen er versucht, aus der Mühle zu fliehen - vergeblich. Oder die aufkeimende Beobachtung, daß einer der Jungs wohl als Spitzel für den Meister fungiert, der Ungehorsam hart bestraft. Allerdings unter Ausschluß der Öffentlichkeit. Der Leser erlebt nur einmal direkt eine Bestrafung Krabats mit, der - in ein Pferd verwandelt - vom Meister fast zuschanden geritten wird. - Oder der Bericht des Burschenältesten, Tonda, der sich Krabats annimmt und ihm erklärt, daß "Verlieben" für die Müllersjungs gefährlich ist: Sie brächten Mädchen kein Glück.
Doch es bleibt über weite Strecken eben eine unterschwellige Bedrohung, auf die sich Preußler faszinierenderweise verläßt. Er hat die Ruhe, ausgiebig den Alltag, die Lehrzeit, die drei Jahre Krabats an der Mühle sich entwickeln zu lassen. Ohne "Knalleffekt".

Dafür baut er die drei Lehrjahre an Fixpunkten wie Jahreszeiten, dadurch immer wiederkehrende Pflichten der Jungs und traditionellen Feiertagshandlungen auf, die mir mehr Gefühl für die Zeit, Entwicklungen gaben als viele Autoren-Inhaltserklärungen es hätten schaffen können. Ich entwickelte mich quasi mit Krabat mit, wenn ich, lesend, im zweiten und dritten Jahr die selben Abläufe "routiniert" wieder erlebte, die Krabat (mit mir zusammen) vorher als Neuling erfuhr.

Nun kann Krabat erfahrener auf diese Alltagsmomente reagieren und seinerseits Neulinge so begleiten, wie Tonda einst ihn beglitt.
Denn: Jedes Jahr an Silvester kommt einer der Burschen zu Tode und wird schnellstmöglich beerdigt. Und noch am selben Abend durch einen neuen Jungen ersetzt.

Warum... darüber wird nicht geredet. Es ist eben so, und es ist besser, es nie zu thematisieren. Bei zwölf Kameraden ist die Chance recht groß, daß alljährlich der Kelch an einem vorbeigeht und einen Anderen trifft...

Und da ist auch noch der nächtliche Besucher mit der Feuerfeder, vor dem der Meister Angst zu haben scheint und der in regelmäßigen Abständen nachts die Mühle mit seinem Auftrag beansprucht bis zum Morgengrauen.

Krabat gerät so nach und nach in Bewährungssituationen: Es geht um Kameradschaft. Zusammenhalt. Aber auch Gehorsam. Der Meister ist ja nicht nur widerlich und gefährlich, sondern faszinierend. Und Krabat lernt viel, ist ehrgeizig, und Lob läßt ihn nicht kalt.
Es wird spürbar, daß er durch seine innere Kraft und Neugier für den Meister sowohl zur Bedrohung als auch zur interessanten Figur mit Nachfolge-Qualitäten wird. Denn auch der Meister ist "nur" ein Mensch, der einst seinen Weg wählte und eine dunkle Macht entwickelte. Der eines Tages an einen Schüler übergeben und weiter hinaus will, als eine Mühle es ihm bieten kann. Willensstarke, begabte Schüler sind für ihn also sowohl Chance und auch Gefahr - je nachdem, wie sie sich entscheiden...

Und für mich als Leserin wurde es gut fühlbar, daß es um mehr geht als um eine klassische Gut-Böse-Entscheidung. MACHT ist auch ein Elixier, begehrenswert, faszinierend. Wer verstünde es nicht, daß Wohlstand, Einfluß, Anerkennung verlockend klingen, wenn als Gegenangebot ein Leben im Elend droht? Belanglos, voller Leid, Hunger, Qual und Mühe...

Natürlich verliebt sich Krabat. Natürlich hat er Angst um das Mädchen, dessen Namen er geheimhält und den auch der Leser nie erfährt.
Er erkennt auch so nach und nach, daß es in der Gemeinschaft Kräfte gibt, die er lange ignorierte. Daß man sich bei aller Abhängigkeit vor so einem Meister auch schützen und emanzipieren kann. Nicht immer absolut, aber man muß auch nicht NUR ausgeliefert sein.

Ich liebe auch das häufige Märchen-Erlösungs-Bild, wo ein Liebender den Geliebten aus einer Menge heraus erkennen muß. Chancenlos, eigentlich. In "Jorinde und Joringel" ist die Geliebte als Vogel unter anderen Vögeln zu ermitteln. In einem anderen Märchen sind die Mädchen bis aufs Haar gleich, und der Bewerber schafft es nur mit Hilfe von Tieren (Bienen), die erkennen, daß die Geliebte als Einzige zum Frühstück Honig aß.

Dieses Motiv baut Preußler hier wunderbar ein...

Ein Buch, das man wohl mehrfach lesen muß, von Zeit zu Zeit, ehe man es wirklich erfaßt hat in seiner ganzen Tiefe. Es gibt mir nichts vor, nimmt mir nichts ab. Ich muß innehalten und mich drauf einlassen. Ansonsten rauscht es, angeblich Höhepunktelos, an mir vorbei.

Ich bin nun sehr gespannt auf den Film und weitere Preußler-Bücher! Und darauf, wie das Buch zu Weihnachten meinem Neffen gefällt, wie es also auf Kinder wirkt...
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Produkt-Bild: Krabat: Roman Buch zum Film

Krabat: Roman Buch zum Film von Otfried Preußler

Broschiert von Dtv - großdruck
Preis bei Amazon: EUR 8,95, Angebote ab EUR 5,00

5 von 5 Punkten
5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3423252812, Erscheinungsdatum: April 2008
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5 Kundenrezensionen:

schön... aber...
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Mir hat Krabat sehr gut gefallen!! Trotzdem haben mir die anderen Bücher, wie "Die kleine Hexe" und "Das kleine Gespenst" einen Tick besser gefallen.
Aber die Geschichte ist sehr spannend erzählt und es war schön zu sehen, wie sich Krabat im Laufe der Zeit verändert.
Und es zeigt mir, dass man immer an sich selbst glauben soll!!! :)
Wozu die Aufregung?
3 von 5 Punkten 3 von 5 Punkten
Also gut, da hab ich dieses Buch also auch gelesen, weil es plötzlich so viel "beschrieben" wird. Ich weiß nicht, was das Tamtam darumherum soll.

Das Buch ist als Jugendbuch sicherlich ganz in Ordnung. Der 14-jährige Krabat wird von einer dunklen Macht in eine Mühle gelockt und diese Macht wird ihn 3 Jahre seines Lebens beherrschen. Er lernt währenddesssen die Liebe, den Tod, Freundschaft, Enttäuschungen, Arbeit - kurzum das Leben kennen und muss sich am Ende auch noch entscheiden...

Nette Geschichte, für das Zielpublikum (eben Jugendliche um die 13, 14 Jahre) ganz ordentlich geschrieben. Als Erwachsener war mir das dann aber doch etwas zu wenig. Die Charaktere nur gestreift, das Ende mit Verlaub wie wir in Österreich sagen "sehr gehudelt" und mir persönlich hat die Spannung im Buch gefehlt. Da ist nichts, was mich wirklich gefesselt hätte. Vieles kratzt halt nur an der Oberfläche (auch die eher kreativeren, phantasievolleren Passagen).

Ein wenig überrascht bin ich, dass dieses Buch anscheinend jetzt in den Schulen verwendet wird. Es hat sich einiges geändert, seit ich die Schulbank gedrückt habe. Aber da ziehe ich dann doch einen "Faust" diesem Buch vor - könnte daran liegen, dass Goethe halt was "Handfesteres" ist. Aber zurück zur Schule: man kann bestimmt sehr viele Interpretationen und Analysen bzw. Schlüsse auf das Leben im Allgemeinen machen. So gesehen also doch was für den Deutschunterricht.

Begeistert hat es mich nicht, enttäuscht auch nicht. Ein wenig langatmig vielleicht und gewisse Fragen, die das Ganze vielleicht interessanter gemacht hätten, bleiben total unbeatwortet. Für Jugendliche ist es aber, so könnte ich mir vorstellen, bestimmt ein nettes Buch. Für Erwachsene: na ja.
Mut zum Innehalten, zur kraftvollen Ruhe...
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Mich überrascht es, daß "Krabat" heutzutage offensichtlich ein Schul-Literaturbuch ist. Das bezeugen hier ja etliche Schüler-Rezensionen.
Donnerwetter! Denn gefällige Kinder- und Jugendbuchkost ist es nun weniger, sondern bei aller Erzählruhe sehr mystisch, tiefgründig, spirituell.
Der Harry-Potter-Vergleich, den ich hier manchmal las, ist nicht ganz fair, da man in dem Falle Äpfel mit Birnen vergleicht. Bloß, weil Magie im Spiel ist, fallen für mich die beiden Werke nicht in einen Bereich.
Potter ist ein reines Abenteuerbuch, Phantastische Kinder- und Jugendbuchliteratur, wo es viel um Kampf gegen das Böse, Spannung pur, Herzensweisheiten und Freude am Magischen gibt. Und DEN Helden und seine Freunde.

"Krabat" hingegen basiert nicht auf einer bunten Autoren-Phantasie, sondern auf einer Sage. Ich habe mir das Buch spontan gekauft, weil mich (zugegeben) die Film-Besprechungen neugierig gemacht haben. Und ich wollte erst das Buch lesen, was mir in der deutschen Literatur-Fülle bisher nicht auffiel. Genauso, wie Preußler in meinem DDR-Kinderbuchschrank nicht vorkam. Selbst olle Hotzenplotz und die kleine Hexe waren nur Begriffe, mehr nicht.

Also holte ich jetzt den verpaßten Klassiker nach und bin tief beeindruckt. Erst irritierte mich die Ruhe der Erzählweise, der zuweilen fast schon monotone Rhythmus. Da ist man heutzutage eben mehr "Action" und Bewegung gewohnt.

Krabats Herkunft wird schmucklos und wortarm beschrieben: Daß die Eltern an einer schlimmen Krankheit starben und Krabat früh zum Waisen wurde, ist nahezu ein Nebensatz. Danach hätte er beim Pfarrer in geordneten Verhältnissen aufwachsen können, aber das hielt der Rauheits- und Schlichtheits-gewohnte, barfüßige Hirtensohn nicht aus. Er schloß sich Betteljungs an und ersang sich mit denen eben das täglich Brot.

Bis eines Nachts im Traume Raben erscheinen und eine magisch-faszinierende Stimme Krabat in eine bestimmte Mühle befiehlt. Drei Mal träumt Krabat von diesem Ruf, dann folgt er ihm tatsächlich.

Er findet sich mit elf anderen Müllerburschen als Lehrling eines unheimlichen Meisters wieder. Tagsüber wird tatsächlich hart gearbeitet und das Müller-Handwerk gelernt. Einmal wöchentlich aber erhalten die Jungs, in Rabengestalt, Unterricht in schwarzer und sonstiger Magie. Wobei es dem Meister egal zu sein scheint, ob seine Jungs hier etwas lernen. Jeder erhält den Unterricht, wird abgefragt (ohne Konsequenz bei Versagen) - und was jeder nun daraus macht, ist die Sache des Einzelnen.

Manches ist unterschwellig-bedrohlich. So Träume Krabats, in denen er versucht, aus der Mühle zu fliehen - vergeblich. Oder die aufkeimende Beobachtung, daß einer der Jungs wohl als Spitzel für den Meister fungiert, der Ungehorsam hart bestraft. Allerdings unter Ausschluß der Öffentlichkeit. Der Leser erlebt nur einmal direkt eine Bestrafung Krabats mit, der - in ein Pferd verwandelt - vom Meister fast zuschanden geritten wird. - Oder der Bericht des Burschenältesten, Tonda, der sich Krabats annimmt und ihm erklärt, daß "Verlieben" für die Müllersjungs gefährlich ist: Sie brächten Mädchen kein Glück.
Doch es bleibt über weite Strecken eben eine unterschwellige Bedrohung, auf die sich Preußler faszinierenderweise verläßt. Er hat die Ruhe, ausgiebig den Alltag, die Lehrzeit, die drei Jahre Krabats an der Mühle sich entwickeln zu lassen. Ohne "Knalleffekt".

Dafür baut er die drei Lehrjahre an Fixpunkten wie Jahreszeiten, dadurch immer wiederkehrende Pflichten der Jungs und traditionellen Feiertagshandlungen auf, die mir mehr Gefühl für die Zeit, Entwicklungen gaben als viele Autoren-Inhaltserklärungen es hätten schaffen können. Ich entwickelte mich quasi mit Krabat mit, wenn ich, lesend, im zweiten und dritten Jahr die selben Abläufe "routiniert" wieder erlebte, die Krabat (mit mir zusammen) vorher als Neuling erfuhr.

Nun kann Krabat erfahrener auf diese Alltagsmomente reagieren und seinerseits Neulinge so begleiten, wie Tonda einst ihn beglitt.
Denn: Jedes Jahr an Silvester kommt einer der Burschen zu Tode und wird schnellstmöglich beerdigt. Und noch am selben Abend durch einen neuen Jungen ersetzt.

Warum... darüber wird nicht geredet. Es ist eben so, und es ist besser, es nie zu thematisieren. Bei zwölf Kameraden ist die Chance recht groß, daß alljährlich der Kelch an einem vorbeigeht und einen Anderen trifft...

Und da ist auch noch der nächtliche Besucher mit der Feuerfeder, vor dem der Meister Angst zu haben scheint und der in regelmäßigen Abständen nachts die Mühle mit seinem Auftrag beansprucht bis zum Morgengrauen.

Krabat gerät so nach und nach in Bewährungssituationen: Es geht um Kameradschaft. Zusammenhalt. Aber auch Gehorsam. Der Meister ist ja nicht nur widerlich und gefährlich, sondern faszinierend. Und Krabat lernt viel, ist ehrgeizig, und Lob läßt ihn nicht kalt.
Es wird spürbar, daß er durch seine innere Kraft und Neugier für den Meister sowohl zur Bedrohung als auch zur interessanten Figur mit Nachfolge-Qualitäten wird. Denn auch der Meister ist "nur" ein Mensch, der einst seinen Weg wählte und eine dunkle Macht entwickelte. Der eines Tages an einen Schüler übergeben und weiter hinaus will, als eine Mühle es ihm bieten kann. Willensstarke, begabte Schüler sind für ihn also sowohl Chance und auch Gefahr - je nachdem, wie sie sich entscheiden...

Und für mich als Leserin wurde es gut fühlbar, daß es um mehr geht als um eine klassische Gut-Böse-Entscheidung. MACHT ist auch ein Elixier, begehrenswert, faszinierend. Wer verstünde es nicht, daß Wohlstand, Einfluß, Anerkennung verlockend klingen, wenn als Gegenangebot ein Leben im Elend droht? Belanglos, voller Leid, Hunger, Qual und Mühe...

Natürlich verliebt sich Krabat. Natürlich hat er Angst um das Mädchen, dessen Namen er geheimhält und den auch der Leser nie erfährt.
Er erkennt auch so nach und nach, daß es in der Gemeinschaft Kräfte gibt, die er lange ignorierte. Daß man sich bei aller Abhängigkeit vor so einem Meister auch schützen und emanzipieren kann. Nicht immer absolut, aber man muß auch nicht NUR ausgeliefert sein.

Ich liebe auch das häufige Märchen-Erlösungs-Bild, wo ein Liebender den Geliebten aus einer Menge heraus erkennen muß. Chancenlos, eigentlich. In "Jorinde und Joringel" ist die Geliebte als Vogel unter anderen Vögeln zu ermitteln. In einem anderen Märchen sind die Mädchen bis aufs Haar gleich, und der Bewerber schafft es nur mit Hilfe von Tieren (Bienen), die erkennen, daß die Geliebte als Einzige zum Frühstück Honig aß.

Dieses Motiv baut Preußler hier wunderbar ein...

Ein Buch, das man wohl mehrfach lesen muß, von Zeit zu Zeit, ehe man es wirklich erfaßt hat in seiner ganzen Tiefe. Es gibt mir nichts vor, nimmt mir nichts ab. Ich muß innehalten und mich drauf einlassen. Ansonsten rauscht es, angeblich Höhepunktelos, an mir vorbei.

Ich bin nun sehr gespannt auf den Film und weitere Preußler-Bücher! Und darauf, wie das Buch zu Weihnachten meinem Neffen gefällt, wie es also auf Kinder wirkt...
Unterm Strich durchaus empfehlenswert
4 von 5 Punkten 4 von 5 Punkten
Und das meint die Klasse 7c des Kreisgymnasiums Bad Krozingen, die den Roman kurz vor dem Filmstart 2008 gelesen hat:

In unserer Klasse gab es teilweise übereinstimmende, aber auch sehr unterschiedliche Meinungen zu Otfried Preußlers Roman, positive wie negative. Hier eine Zusammenfassung des Ganzen:
Manche haben das Buch als sehr spannend empfunden, andere als etwas langweilig. Durch die zurückgehaltenen Informationen, die überall in der Geschichte eingebaut sind, wirkt das Geschehen sehr geheimnisvoll. Da der Roman vor allem von schwarzer Magie" handelt, herrscht insgesamt eine relativ dunkle oder düstere Atmosphäre vor. Otfried Preußler hätte vielleicht noch etwas mehr weiße Magie" einfließen lassen können, wie er das ja teilweise tut.
Das Leben Krabats und der anderen Müllerburschen in der Mühle hat der Autor sehr treffend beschrieben, leider wurde aber viel wiederholt, was die Geschichte für einige von uns etwas langatmig und eintönig erscheinen ließ. Auch weil der Ablauf des zweiten Jahres dem Ablauf des ersten Jahres sehr glich.
Der Roman enthält viele fantastische Motive, zum Beispiel eine fliegende Kutsche, ein Zauberbuch -Koraktor" genannt-, dessen Blätter schwarz sind, dessen Schrift aber weiß ist, die elf Raben, die schließlich wieder zwölf sind, das Mädchen Kantorka mit ihrer anderen Art" von Magie und den Herrn Gevatter, der eine Umschreibung dessen ist, was sich manche Menschen vielleicht als den Tod oder den Teufel vorstellen. Nur um mal einige Beispiele zu nennen.
Andererseits ist das Buch aber auch realistisch geschrieben. Mit Dörfern, Städten,Gegenden und Landschaften, die es auch in der Wirklichkeit gibt. Oder den verschiedenen Bräuchen und dem Tagesablauf der Müllerburschen auf der Mühle. So kann man sich ganz gut vorstellen, wie das Leben vor etwa 300 Jahren im Wendland ausgesehen hat.
Schade ist, wie schon erwähnt, die hohe Anzahl an lückenhaften Informationen. Der Schluss war vielen zu ungenau, und es blieben viele Fragen offen:
- Wieso mussten die Müllerburschen Knochen und Zähne mahlen?
- Was passiert am Ende mit den Müllerburschen?
- Welcher Art war die Verbindung zwischen dem Herrn Gevatter und dem Meister? Und wieso hat diese Verbindung überhaupt existiert?
Die Antworten auf diese Fragen fehlen. Vielleicht wollte Otfried Preußler, dass der Leser sich die Antwort selbst ausdenkt. Oder aber er wollte sich nicht festlegen und alles erklären.

Noch mehr wollen wir euch jetzt aber nicht verraten. Falls einige den Eindruck bekommen haben sollten, dass es sich nicht lohnt, diesen Roman zu lesen, müssen wir widersprechen: Alles in allem haben wir dieses Buch gerne gelesen und können es nur weiterempfehlen !!!!!
Krabat, das Buch --- der Film
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
kann mich meinen Vorgängern nur anschließen,
das Buch ist großartig. Habe es als Kind verschlungen, damals vor 100 Jahren in jener Osternacht...
Noch ein Wort an: M. Böhland "kritischer Tester" *Der Herr Gevatter* - ist *Der mit der Hahnenfeder*, welche eine Flamme ist, die den Mühlen-Hof beleuchtet, wer Goethes Faust gelesen hat weiß wer das ist :-)
Jedenfalls ist das Buch 1000* BESSER als der Film.
Dort wurden viele Dinge weggelassen, andere hineingebaut, die im Buch nie so geschehen sind. im Buch spielt die Geschichte nicht während des 30 jährigen Kriegs, sonder zur Zeit August des Starken. Der Zusammenhalt der Gesellen ist im Buch größer, Tonda tut im Film Dinge die er im Buch nie getan hätte, der ganze Satanskult kommt im Buch auch nicht vor etc
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Produkt-Bild: Das kleine Gespenst

Das kleine Gespenst von Otfried Preußler

Gebundene Ausgabe von Thienemann Verlag
Preis bei Amazon: EUR 9,90, Angebote ab EUR 5,50

5 von 5 Punkten
5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3522110803, Erscheinungsdatum: Januar 2005, Auflage: 49., Aufl.
Zoom ± Produkt-Bild: Das kleine Gespenst

Aus der Amazon.de-Redaktion


Der letzte Schlag der Eulenberger Rathausuhr verklingt: Mitternacht. Aber nanu -- huscht da nicht nebenan auf Burg Eulenstein eine schneeweiße Gestalt über die Zinnen? Natürlich -- es ist das kleine Gespenst! Seit uralten Zeiten wohnt es dort, tut niemandem etwas zuleide und ist überhaupt ganz freundlich.
Eigentlich liebt das kleine Gespenst den Mond und die Nacht. Wäre es allerdings nicht schrecklich aufregend, die Welt einmal bei Tag zu sehen? Freund Herr Schuhu (der Uhu) rät ab. Auch ist jeder Versuch vor dem Morgengrauen nicht wieder einzuschlafen umsonst, bis eines Tages das kleine Gespenst pünktlich um zwölf aus seiner Schlaftruhe schwebt und Sonnenlicht erblickt. Kein Wunder: Es ist aus scheinbar unerklärlichen Gründen zwölf Uhr mittags. Die Freude darüber verfliegt jedoch schnell, als Mensch und Gespenst aufeinander treffen. Vom ersten Sonnenstrahl schwarz verfärbt, flüchtet das kleine Gespenst in einen Brunnenschacht. Dieser führt durch labyrinthische Geheimgänge nach Eulenberg, wo das kleine Gespenst mit seinem „Hu-hu-huhhhhh“ als „Schwarzer Unbekannter“ für ordentlichen Wirrwarr sorgt. Ob es wohl jemals wieder zurück zur Burg findet und zu einem echten schneeweißen Nachgespenst werden kann?
Geisterstunde, Gespenster -- das sind nach wie vor heiß begehrte Erzählstoffe. Ein netteres Gespenst als das von Otfried Preußler kann man sich jedoch kaum vorstellen. In 32 Sprachen übersetzt und 1967 sogar in der Auswahlliste zum Deutschen Kinderbuchpreis, zählt es zu den Größten unter den Kinderbuchklassikern! So manche Grundschullehrerin dürfte ihrer ersten und zweiten Klasse den Unterricht mit dem Vorlesen dieser Geschichte versüßt haben -- ganz zu schweigen von den Erwachsenen, die sich beim Vorlesen wahrscheinlich selbst wieder wehmütig ihre Kindheit mit Preußlers Büchern zurückerinnern. Wer Das kleine Gespenst längst kennt und schon zu den größeren unter den Kindern gehört, darf sich trösten: es gibt zum Glück noch Krabat, bei dem man sich so richtig gruselt. --Fenja Wambold
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5 Kundenrezensionen:

Ein kindgerecht umgesetztes Hörspiel
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Für die gemütlichen Stunden am heimischen Ofen oder zur Untermalung längerer Autofahrten sind Hörbücher erste Wahl. Eine Veröffentlichung des Audio Verlages (DAV) ist hier ganz besonders hervorzuheben. Für die Jüngeren uneingeschränkt zu empfehlen ist nämlich die Hörspieladaption von Ottfried Preußlers altbekannter Geschichte "Das kleine Gespenst". Hier wurde ein Kinderbuchklassiker mit so viel Spielfreude und tollen musikalischen Zwischentönen umgesetzt, dass es einfach Spaß und Freude bereitet, zuzuhören.
Das kleine Gespenst
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Auf Burg Eulenstein haust seit uralten Zeiten ein Gespenst. Es war eines jener harmlosen Nachtgespenster, die niemanden etwas zu leiden tun.
Das kleine Gespenst mit Großen dunklen Augen, ist im Grunde ein harmloses Gespenst, dass niemand etwas zu leide tun kann, es lebt mit dem UHU Schuhu im Burgmuseum, wo sie gemeinsam viel Unfug treiben und sich Geschichten erzählen. Allerdings hat das kleine Gespenst einen sehnlichsten Wunsch.
Es möchte einmal die Welt bei Tageslicht sehen.
Doch so sehr es sich auch bemüht über die Geisterstunde wach zu bleiben, pünktlich um 1 Uhr schläft es für die nächsten 23 Stunden ein. Eines Tages jedoch geht sein größter Wunsch in Erfüllung und es wacht um 12 Uhr mittags auf. Anfangs ist die Freude riesig. Voller Neugier mach es sich auf in die Stadt um diese zu erkunden. Sobald das Nachtgespenst aber mit dem Sonnenlicht in Kontakt kommt verwandelt es sich in ein schwarzes Taggespenst.
Als die Stadtbewohner es erblicken sind alle in Angst und Schrecken versetzt.
Da merkt das kleine Gespenst das es gar kein Taggespenst mehr sein möchte.
Traurig wendet es sich an 3 Kinder, die ihm helfen wollen.
Nachdem sie sich Rat bei der weißen Eule holen wissen sie, dass die Rathausuhr 12Std. nach geht. Mit Hilfe des Uhrmachers stellen die Kinder die Rathausuhr um die besagten 12 Std. vor. Seid dem erwacht das kleine Gespenst wieder um Mitternacht und erklärt durch den Mondschein wieder seine weiße Farbe.
Das kleine Gespenst ist dem Gense märchenhaft-phantastische Erzählung zuzuordnen. In einer eigentlich realistischen Welt passiert plötzlich etwas vollkommen unrealistisches. Allerdings ist das kleine Gespenst im Buch als liebenswürdig dargestellt und die Ereignisse mit vielen lustigen und komischen Szenen geschmückt, so dass es den Leser gar nicht in Angst und Schrecken versetzt. Dadurch wird dem Leser die Angst vor Gespenstern genommen. Und die Dunkelheit oder der Keller wirkt auch nicht mehr so bedrohlich. Das kleine Gespenst selbst wirkt wie ein kleines Kind, das einen großen Wissensdurst hat, welches die Welt kennen lernen will. Somit können sich Kinder gut mit dem kleinen Gespenst identifiziere.
Dennoch werden durch mystische Faktoren wie z.B.: die Eule, das Burgmuseum und Gegenstände wie der Schlüssel die Spannung aufrecht erhallten. Dem Leser werden in seiner Phantasie keine Grenzen gesetzt.
Die Geschichte ist in der er-Erzählform geschrieben und leicht zu verstehen. Die Kapitel sind kurz und die Illustrierten harmonieren mit dem jeweiligen Verlauf. Daher eignet sich das Buch auch sehr gut zum vorlesen.
Am Ende des Buches gibt es eine Moral, bleib wer du bist und du wirst glücklich!

Regina W., Stefan T., Janik M.
Ein Kinderbuchklassiker
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Dieses Buch hat mich und meine Kinder von der ersten bis zur letzten Seite be-"geistert". Die Abenteuer des kleinen Gespenstes werden spannend und doch kindgerecht erzählt. Das Buch ist an keiner Stelle langweilig, weder für Eltern noch für Kinder. Man taucht zusammen mit dem kleinen Gespenst in die Welt einer Kleinstadt ein und sieht viele Dinge einmal aus einer ganz anderen Perspektive.

Kein Buch, bei dem man mit dem abendlichen Vorlesen gerne aufhört. Man hört nur im Kinderzimmer damit auf, weil die Kinder schlafen müssen. Anschließend nimmt man sich das Buch, legt sich lang aufs Sofa und verschlingt die Geschichte. Und freut sich schon auf die Kinderaugen am nächsten Tag.

Das beste Kinderbuch, das ich bislang gelesen habe.
Einer der Klassiker der Kinderliteratur und ein echtes Muss für kleine Leseratten
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Die Geschichte des kleinen Gespenstes, das so gerne einmal die Welt bei Tag sehen möchte und nach Erfüllung dieses Wunsches großes Chaos im Städtchen anrichtet, hat mich schon zu meiner eigenen Kinderzeit so erfreut wie nun auch meine Tochter.
Liebeswert geschrieben ist die Geschichte freundlich, amüsant und mit genügend Spannung ausgestattet, um sechs- oder siebenjährige Leser zu fesseln, die dem kleinen Gespenst gerne helfen möchten, aus seinem "Tag-Gefängnis" wieder herauszukommen.
Wirklich sehr nett und für Kinder ab ca. 2. Klasse auch zum Selberlesen geeignet.
Ein sehr schönes Kinderbuch
4 von 5 Punkten 4 von 5 Punkten
Das kleine Gespenst möchte die Welt auch mal am Tage erleben. Deshalb versucht es nach seinem mitternächtlichen Spuk aufzubleiben, was ihm anfangs nicht gelingt.
Als es dann eines Tages tagsüber wach ist, ist es nicht mehr weiß sondern schwarz. Nun stellt es allerlei Unsinn an und muss sich vor den Leuten verstecken, die es für einen Gauner halten.
Irgendwann will das Gespenst aber wieder weiß werden und des Nachts spuken, es weiß aber leider nicht wie es das anstellen soll...
Das Buch heißt zwar das kleine Gespenst und ist auch von Otfried Preußler, dennoch unterscheidet es sich im Stil von der kleinen Hexe. Das kleine Gespenst ist besser für Kindergartenkinder geeignet als die kleine Hexe, denn es ist noch etwas "harmloser".
Allerdings ist es sehr schade, dass die Geschichte des kleinen Gespenstes nicht noch länger ist.
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Krabat

Audio CD von Der Audio Verlag, Dav
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4,5 von 5 Punkten
4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3898136094, Erscheinungsdatum: Februar 2007, Auflage: 1
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5 Kundenrezensionen:

Als Kinderbuch noch ok
3 von 5 Punkten 3 von 5 Punkten
Habe mir das Buch gekauft (aufgrund von guten Kritiken in Fernsehen und Zeitung)und war ein wenig enttäuscht.
Was nun daran ein absoluter Bestseller sein soll, kann ich nicht sagen. Ich hatte immer ein wenig den Eindruck, dass es für den Schulunterricht geschrieben wurde, da so manche/r Ausdrucksweise/Ausdruck sehr an einen "Guten Lehrtext" erinnerte, indem man viele nicht mehr allzu gebräuchliche Ausdrücke kennenlernen soll.
Davon abgesehen ist kaum eine richtig düstere Stimmung während des lesens aufgekommen. Preußler beschreibt zwar ausführlich Landschaft und Details, vergisst aber seine Geschichte so auszuschmücken, dass man gefesselt bleibt und sich fragt, was denn weiter passieren wird. Alles ist recht durchschaubar. Auch muss ich leider sagen, der Text hält sich lange mit vielem auf, lässt aber trotzdem einiges offen und endet dann sehr abrupt.
Ob dieses Buch nun der richtige Lesestoff ist um das Lesen schmackhaft und interessant zu machen sei dahin gestellt, da ich sicherlich nicht mehr ganz in das eigentlich gewünschte Lesealter passe.
Aus welchem Grund es nun ein Bestseller ist kann ich aber trotzdem nicht nachvollziehen.
Wie ich zum Krabat "kam" und was ich von dem Buch halte...
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Also. Meine Vorgeschichte ganz kurz zusammengefaßt: Kinoplakate des Krabat-Films gesehen - zuerst gedacht "Ach. Nicht doch. Ein billiger, deutschsprachiger Abklatsch eines Hogwart-Schülers. Nicht noch eine Filmproduktion, die auf der Potter-Welle mitschwimmen möchte."

Dann hatte ich eine Diskussion mit einem älteren Freund über den Film. Er meinte, er schaut ihn sich sicher an, weil das dem Film zu Grunde liegende Buch so toll ist."

Wie bitte?

Zum vermeintlich-oberflächlichen Film gibt es ein Buch? Eins von Ottfried Preußler?
Naja - sicher eine Mischung aus der Räuber Hotzenplotz und das kleine Gespenst.

Denkste sagte mein Freund. Eher eine Sage. Eher was für Erwachsene. Sehr düster, sehr dunkel. Sogar einem mit sehr moralischen Background.

Mhm. Dieser Freund hat es doch glatt geschafft Zweifel an meinem Vorurteil zu wecken. Also ging ich in die nächste Buchhandlung und hab mir diese gebundene Ausgabe gekauft.

Inzwischen sind gut 3 Wochen vergangen und vor knapp 3 Tagen hatte ich das Buch dann um 2 Uhr in der Früh durch. Ich bin ein langsamer Leser, aber wenn mich ein Buch fesselt, dann kann's schon sein, dass ich die Hälfte in einem Rutsch bis frühmorgends durchlese. So auch eben auch hier.

Also - mein Resümee: Krabat ist wirklich, wirklich eine sehr mehrschichtige Erzählung, die es wahrlich schafft einen Erwachsenen wie mich zu fesseln. Der Kosselbruch, Schwarzkolm, die Mühle samt Meister, der Gevater, Krabat und seine elf Mitgesellen. Die schwarze Schule und diese unheilvolle Gefühl beim Lesen, weil man bis zum letzten Drittel des Buches über viele Sachen bewusst nicht aufgeklärt wird (was hat es mit den Bräuchen in der Osternacht auf sich? Wieso passten Krabat die Kleider schon perfekt bei der Ankunft in der Mühle? ...)

Ich bin jedenfalls zutiefst beeindruckt vom Buch und der erzählten Geschichte. Den Film hab ich zwar noch immer nicht gesehen, aber sogar das werde ich jetzt nachholen. Es kann so schön sein, ein zu schnell angedachtes Vorurteil so intensiv zu entkräften.

Darum fünf klare Sterne von mir.

PS.: Für Kinder würde ich das Buch nicht gedankenlos empfehlen. Ich will jetzt nicht knausrig und oberlehrerhaft sein, aber Themen wie Selbstmord, sehr detailliert geschilderte Geschehnisse rund um die schwarze Magie usw. sind halt nicht gerade eine leichte Kost für Kinderohren, die gerade von Preußlers kleinem Gespenst verwöhnt worden sind.
Erfrischend zu lesen und auf keinen Fall überbewertet.
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Einen Riesenspaß hatte ich beim Lesen von Krabat, ganz besonders im Kontrast zum hochgelobten, aber enttäuschenden Tintenherz von Cornelia Funke, das ich kurz zuvor gelesen hatte. Um wenigstens den kleinsten Teil dazu beizutragen, dass mehr Menschen Krabat lesen statt zB Tintenherz, schreibe ich nun diese Rezension.

Zuerst einmal: Wie ungemein erfrischend es doch ist, einen Text mit kleinen regionalen Eigenheiten in der Sprache zu lesen! Statt des ewigen Einheitshochdeutschs findet man in Krabat eine Umgangssprache (regional und eventuell auch historisch eingefärbt?), die perfekt getroffen ist: Hier und da eigene Wörter und abgewandelte Wortbedeutungen, ohne jedoch das Lesen für den Unkundigen zu erschweren. Krabat und die meisten anderen Figuren sprechen Wendisch (Sorbisch), aus dem auf den Buchseiten das oben geschilderte Deutsch wird.

Ein Weiteres, dass mir überaus positiv aufgefallen ist, ist die elegante Einbindung des Geschehens in den historischen Rahmen durch zufällige Begegnungen mit zB Armeerekrutierern für die sächsische Armee im Krieg gegen die Schweden, und den Ausflug des Meisters an den Hof des Kurfürsten, und schließlich seine Erzählung von Krieg gegen die Türken. Durch diese kleinen, den Erzählfluss in keinster Weise behindernden Episoden wird der Welt, in der Krabat lebt, eine Art lebendige Tapete als Hintergrund gegeben, auf der die Haupthandlung stimmig eingebettet ist: als ein Teil einer großen, atmenden Welt. Man vergleiche hierzu die weiße Fläche, auf der Tintenherz spielt - außerhalb der Geschichte gibt es dort gar nichts, was bei mir zu einer sehr sterilen Atmosphäre und Vorstellungswelt geführt hat.

Darüber hinaus für gelungen halte ich die Anspielungen auf die Geheimnisse hinter der Geschichte, die zum Ende teilweise aufgeklärt werden. Aber nicht alles wird enthüllt - was nun jeden Neumond dort im toten Mahlgang gemahlen wird, es wird nicht aufgelöst. Auch nicht, was die Intentionen des Meisters beim Kurfürsten waren. Von diesem sehr guten Umgang mit Wissen, und wieviel davon dem Leser vorenthalten, enthüllt, und angedeutet wird, kann sich so mancher Autor etwas abkucken. Auch mit der Zauberei wird vortrefflich umgegangen. Es gibt keinen simplen Zauber, der Menschen tot umfallen lässt wie bei Harry Potter, und es gibt auch keine Feuerbälle und Explosionen. Die Zauberei in Krabat ist eher subtil, es sei denn, der Meister lässt es krachen.

Krabat ist gut und zielstrebig geschrieben oder gut lektoriert, oder beides. Es finden sich keine Handlungsstränge, die von der Haupthandlung allzuweit und unnötig verzweigen, und jede Episode hat eine fassbare Bedeutung für das Gesamtbild. Bei sehr vielen Anekdoten und kleineren Geschehnissen bemerkt man eine Relevanz für die Haupthandlung. Der Aufbau von Vertrauen und Abneigung zwischen Krabat und den anderen Gesellen, die (wenn auch oft im Dunkel gelassenen) Aktivitäten des Meisters, alles führt mit viel Zug zum Ende der Geschichte - Preußler hat einen starken Zug zum Tor, würde man im Fußball sagen.

Wie wir auch gleich beim Ende wären - ein anderer Rezensent sagte, das Ende käme ihm sehr kkurz und hingeklatscht vor. Als sich mir beim Lesen das Ende näherte, war auch ich erstaunt, dass nur noch so wenige Seiten übrig waren, die große Konfrontation dennoch ausstand. Und dennoch: Das Ende ist vorzüglich geschrieben. Kein großer Kampf, nach dessen Ende beim Ausröcheln der letzten Worte des Bösewichts alles in Flammen aufgeht und die Guten sich gerade noch retten können. Sondern: auf eine unaufdringliche, unpathetische Weise gewinnt das Gute die Überhand über die Tricks des Bösen, und ohne langes Zutun, ohne langes schmalziges Gerede, mit einem einzigen Satz aus dem Mund des Mädchens, das Krabats (und ihr eigenes) Leben rettet, endet die Geschichte, während der Meister seine unausweichliche Strafe auf den ungeschriebenen, ungedruckten Seiten trifft.

Alles in allem: ein angenehm zielstrebiges, gut geschriebenes und unterhaltsames Buch, von dem ich froh bin, es gelesen zu haben.
Mit 21 Jahren...
4 von 5 Punkten 4 von 5 Punkten
Ich habe mir dieses Buch zugelegt, als der Hype um Otfried Preußlers »Krabat« durch die Kinoverfilmung angefacht wurde. Bis dahin war mir Otfried Preußler nur als Autor von Kinderbüchern, wie »Die kleine Hexe«, »Der Räuber Hotzenplotz« und »Das kleine Gespenst« bekannt. Obwohl Ich den »Krabat« im »hohen« Alter von 21 Jahren zur Hand nahm, vermochte mich dieses Buch zu fesseln.

Der Sprachstil von »Krabat« ist zwar zugegebenermaßen sehr einfach gehalten. Trotzdem fesselt, wie Preußler Elemente alter Volkssagen miteinander verwebt. Die düsteren Elemente des »Krabat« schaffen zudem eine wunderbar dunkle Atmosphäre und es kommt reichlich Spannung auf.

Der Anhang dieser »Schulausgabe« des »Krabat« umfasst zudem eine Urfassung der Erzählung, sowie einen kurzen Lebenslauf Preußlers und eine Reflexion des Autors. So wird dieser Jugenderzählung noch mehr Tiefe verliehen.

Schade, dass Ich diese wunderbar düstere Jugenderzählung nicht ein paar Jahre früher für mich entdeckt habe, weil dann die Wirkung wohl noch um einiges stärker gewesen wäre. Trotzdem ein sehr lesenswertes Buch und für jüngere Leser wohl auch 5 Sterne wert. Ansonsten ist mir der Sprachstil und der Verlauf doch ein bisschen zu einfach.
Mut zum Innehalten, zur kraftvollen Ruhe...
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Mich überrascht es, daß "Krabat" heutzutage offensichtlich ein Schul-Literaturbuch ist. Das bezeugen hier ja etliche Schüler-Rezensionen.
Donnerwetter! Denn gefällige Kinder- und Jugendbuchkost ist es nun weniger, sondern bei aller Erzählruhe sehr mystisch, tiefgründig, spirituell.
Der Harry-Potter-Vergleich, den ich hier manchmal las, ist nicht ganz fair, da man in dem Falle Äpfel mit Birnen vergleicht. Bloß, weil Magie im Spiel ist, fallen für mich die beiden Werke nicht in einen Bereich.
Potter ist ein reines Abenteuerbuch, Phantastische Kinder- und Jugendbuchliteratur, wo es viel um Kampf gegen das Böse, Spannung pur, Herzensweisheiten und Freude am Magischen gibt. Und DEN Helden und seine Freunde.

"Krabat" hingegen basiert nicht auf einer bunten Autoren-Phantasie, sondern auf einer Sage. Ich habe mir das Buch spontan gekauft, weil mich (zugegeben) die Film-Besprechungen neugierig gemacht haben. Und ich wollte erst das Buch lesen, was mir in der deutschen Literatur-Fülle bisher nicht auffiel. Genauso, wie Preußler in meinem DDR-Kinderbuchschrank nicht vorkam. Selbst olle Hotzenplotz und die kleine Hexe waren nur Begriffe, mehr nicht.

Also holte ich jetzt den verpaßten Klassiker nach und bin tief beeindruckt. Erst irritierte mich die Ruhe der Erzählweise, der zuweilen fast schon monotone Rhythmus. Da ist man heutzutage eben mehr "Action" und Bewegung gewohnt.

Krabats Herkunft wird schmucklos und wortarm beschrieben: Daß die Eltern an einer schlimmen Krankheit starben und Krabat früh zum Waisen wurde, ist nahezu ein Nebensatz. Danach hätte er beim Pfarrer in geordneten Verhältnissen aufwachsen können, aber das hielt der Rauheits- und Schlichtheits-gewohnte, barfüßige Hirtensohn nicht aus. Er schloß sich Betteljungs an und ersang sich mit denen eben das täglich Brot.

Bis eines Nachts im Traume Raben erscheinen und eine magisch-faszinierende Stimme Krabat in eine bestimmte Mühle befiehlt. Drei Mal träumt Krabat von diesem Ruf, dann folgt er ihm tatsächlich.

Er findet sich mit elf anderen Müllerburschen als Lehrling eines unheimlichen Meisters wieder. Tagsüber wird tatsächlich hart gearbeitet und das Müller-Handwerk gelernt. Einmal wöchentlich aber erhalten die Jungs, in Rabengestalt, Unterricht in schwarzer und sonstiger Magie. Wobei es dem Meister egal zu sein scheint, ob seine Jungs hier etwas lernen. Jeder erhält den Unterricht, wird abgefragt (ohne Konsequenz bei Versagen) - und was jeder nun daraus macht, ist die Sache des Einzelnen.

Manches ist unterschwellig-bedrohlich. So Träume Krabats, in denen er versucht, aus der Mühle zu fliehen - vergeblich. Oder die aufkeimende Beobachtung, daß einer der Jungs wohl als Spitzel für den Meister fungiert, der Ungehorsam hart bestraft. Allerdings unter Ausschluß der Öffentlichkeit. Der Leser erlebt nur einmal direkt eine Bestrafung Krabats mit, der - in ein Pferd verwandelt - vom Meister fast zuschanden geritten wird. - Oder der Bericht des Burschenältesten, Tonda, der sich Krabats annimmt und ihm erklärt, daß "Verlieben" für die Müllersjungs gefährlich ist: Sie brächten Mädchen kein Glück.
Doch es bleibt über weite Strecken eben eine unterschwellige Bedrohung, auf die sich Preußler faszinierenderweise verläßt. Er hat die Ruhe, ausgiebig den Alltag, die Lehrzeit, die drei Jahre Krabats an der Mühle sich entwickeln zu lassen. Ohne "Knalleffekt".

Dafür baut er die drei Lehrjahre an Fixpunkten wie Jahreszeiten, dadurch immer wiederkehrende Pflichten der Jungs und traditionellen Feiertagshandlungen auf, die mir mehr Gefühl für die Zeit, Entwicklungen gaben als viele Autoren-Inhaltserklärungen es hätten schaffen können. Ich entwickelte mich quasi mit Krabat mit, wenn ich, lesend, im zweiten und dritten Jahr die selben Abläufe "routiniert" wieder erlebte, die Krabat (mit mir zusammen) vorher als Neuling erfuhr.

Nun kann Krabat erfahrener auf diese Alltagsmomente reagieren und seinerseits Neulinge so begleiten, wie Tonda einst ihn beglitt.
Denn: Jedes Jahr an Silvester kommt einer der Burschen zu Tode und wird schnellstmöglich beerdigt. Und noch am selben Abend durch einen neuen Jungen ersetzt.

Warum... darüber wird nicht geredet. Es ist eben so, und es ist besser, es nie zu thematisieren. Bei zwölf Kameraden ist die Chance recht groß, daß alljährlich der Kelch an einem vorbeigeht und einen Anderen trifft...

Und da ist auch noch der nächtliche Besucher mit der Feuerfeder, vor dem der Meister Angst zu haben scheint und der in regelmäßigen Abständen nachts die Mühle mit seinem Auftrag beansprucht bis zum Morgengrauen.

Krabat gerät so nach und nach in Bewährungssituationen: Es geht um Kameradschaft. Zusammenhalt. Aber auch Gehorsam. Der Meister ist ja nicht nur widerlich und gefährlich, sondern faszinierend. Und Krabat lernt viel, ist ehrgeizig, und Lob läßt ihn nicht kalt.
Es wird spürbar, daß er durch seine innere Kraft und Neugier für den Meister sowohl zur Bedrohung als auch zur interessanten Figur mit Nachfolge-Qualitäten wird. Denn auch der Meister ist "nur" ein Mensch, der einst seinen Weg wählte und eine dunkle Macht entwickelte. Der eines Tages an einen Schüler übergeben und weiter hinaus will, als eine Mühle es ihm bieten kann. Willensstarke, begabte Schüler sind für ihn also sowohl Chance und auch Gefahr - je nachdem, wie sie sich entscheiden...

Und für mich als Leserin wurde es gut fühlbar, daß es um mehr geht als um eine klassische Gut-Böse-Entscheidung. MACHT ist auch ein Elixier, begehrenswert, faszinierend. Wer verstünde es nicht, daß Wohlstand, Einfluß, Anerkennung verlockend klingen, wenn als Gegenangebot ein Leben im Elend droht? Belanglos, voller Leid, Hunger, Qual und Mühe...

Natürlich verliebt sich Krabat. Natürlich hat er Angst um das Mädchen, dessen Namen er geheimhält und den auch der Leser nie erfährt.
Er erkennt auch so nach und nach, daß es in der Gemeinschaft Kräfte gibt, die er lange ignorierte. Daß man sich bei aller Abhängigkeit vor so einem Meister auch schützen und emanzipieren kann. Nicht immer absolut, aber man muß auch nicht NUR ausgeliefert sein.

Ich liebe auch das häufige Märchen-Erlösungs-Bild, wo ein Liebender den Geliebten aus einer Menge heraus erkennen muß. Chancenlos, eigentlich. In "Jorinde und Joringel" ist die Geliebte als Vogel unter anderen Vögeln zu ermitteln. In einem anderen Märchen sind die Mädchen bis aufs Haar gleich, und der Bewerber schafft es nur mit Hilfe von Tieren (Bienen), die erkennen, daß die Geliebte als Einzige zum Frühstück Honig aß.

Dieses Motiv baut Preußler hier wunderbar ein...

Ein Buch, das man wohl mehrfach lesen muß, von Zeit zu Zeit, ehe man es wirklich erfaßt hat in seiner ganzen Tiefe. Es gibt mir nichts vor, nimmt mir nichts ab. Ich muß innehalten und mich drauf einlassen. Ansonsten rauscht es, angeblich Höhepunktelos, an mir vorbei.

Ich bin nun sehr gespannt auf den Film und weitere Preußler-Bücher! Und darauf, wie das Buch zu Weihnachten meinem Neffen gefällt, wie es also auf Kinder wirkt...
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Die kleine Hexe von Otfried Preussler

Gebundene Ausgabe von Thienemann Verlag
Preis bei Amazon: EUR 9,90, Angebote ab EUR 4,74

5 von 5 Punkten
5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 352210580X, Erscheinungsdatum: Januar 2005, Auflage: 68., Aufl.
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Aus der Amazon.de-Redaktion


„Es war einmal eine kleine Hexe, die war erst einhundertsiebenundzwanzig Jahre alt, und das ist für eine Hexe ja noch gar kein Alter“. So beginnt ein weltweit berühmter Klassiker, der von Generation zu Generation weitergereicht wird: Die kleine Hexe.
Man kann gar nicht anders, als mitzufiebern und nicht selten erleichtert aufzuseufzen, so sehr fesseln die Abenteuer der gutherzigen kleinen Hexe. Was wäre sie nur ohne ihren Freund und Aufpasser, den sprechenden Raben Abraxas? Aus jeder Patsche -- die nie lange auf sich warten lässt -- hilft er ihr. Die böse Hexe Rumpumpel wartet ja nur darauf, der ärmsten eins auszuwischen, um zu verhindern, dass die kleine Hexe zu den „Großen“ gehört. Dabei ist das doch ihr sehnlichster Wunsch! Wie schön wäre es, einmal die Walpurgisnacht mit den anderen Hexen auf dem Blocksberg zu feiern! Doch bis dahin muss sie sich noch fleißig im Hexen -- und in Geduld -- üben. Wieso also nicht derweil Gutes bewirken und den Hilflosen mit ein klein wenig Hexerei zur Seite stehen, den schlechten Menschen einen Streich spielen? Bald hält die kleine Hexe alten Holzweibern den gemeinen Revierförster vom Leibe, bald hext sie dem vor Kälte schlotternden Maronenverkäufer ein bisschen Wärme herbei. Auch der schüchternen Papierblumenverkäuferin müsste wirklich einer helfen…
Etwa 50 Jahre ist es her, dass diese Geschichte mit den einprägsamen Zeichnungen Winnie Gebhardt-Gaylers zum ersten Mal Kinderherzen eroberte. Und immer noch verzaubert Otfried Preußler mit seinen liebenswerten Charakteren, die er in einer wundervollen Sprache zum Leben erweckt, Groß und Klein ab 6 Jahren. Während heutige Kinderbücher meist austauschbar sind und kommen und gehen (einmal abgesehen von einigen Werken von Cornelia Funke, Paul Maar oder von Harry Potter), kann man mit Fug und Recht behaupten: Otfried Preußlers Die kleine Hexe bleibt! --Fenja Wambold
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5 Kundenrezensionen:

Kinderglück im Lesespass
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Otfried Preßler ist sicherlich einer der der besten Kinderbuchautoren aller Zeiten. Mich welch Detail er die Charaktere seiner Bücher ausstattet ist imposant. Es macht seine Bücher lebhaft und vorstellbar. Trotz exzellenten Beschreibungen bleiben seine Arbeiten dennoch für Kinder leicht verständlich. Die kleine Hexe ist eine gute Hexe, eine Figur, die im Grunde genommen sensibel ist, aber dennoch standhaft. Bei alledem ist sie spielerisch, was für Kinder besonders ansprechend ist. Ein Stückchen Magie spielt selbstverständlich auch eine Rolle, was den Spannungsgehalt des Kinderbuches anregt. Die kleine Hexe sollte in Grundschulen rege von Lehrern eingesetzt werden, sowohl Kinder als auch Lehrer würden sich amüsieren und spielerisch Sprache erleben.
Heia, Walpurgisnacht!
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Das ist mein allerliebstes Kinderbuch! Ich kenne "Die kleine Hexe" seit langem und weiß, dass sie immer noch nicht ganz erwachsen ist. Obwohl sie schon so unheimlich alt ist (einhundertsiebenundzwanzig) zählt sie noch nicht zu den "Großen", aber wie sollte sie auch - wo sie doch nicht richtig hexen kann.

Doch was heißt das - nicht richtig hexen? Dabei tut sie schon alles, was sie kann: "Wer es im Hexen zu etwas bringen will, darf nicht faul sein." Ich denke, es liegt im Grunde an Abraxas, der sie immer wieder entmutigt und rumstänkert, dass sie es nicht hinkriegt. Sind nicht die Raben an allem schuld? "Was willst du es denn noch regnen lassen? Wäscheklammern vielleicht?" Die kleine Hexe hätte besser Motivation verdient, als immer diese herbe Kritik.

Der Rabe Abraxas ist ein Schwarzseher und Pessimist. Immer muss er alles madig machen und im Nachhinein weiß er sowieso alles besser. Im Buch wimmelt es außerdem von jeder Menge fieser Hexen: die Wetterhexe, Sumpfhexe, die Kräuterhexen, die Berghexen, die Nebelhexen, natürlich die Oberhexe und (am allerfiesesten) die hinterhältige Muhme Rumpumpel. Diese wirft ihren Besen ins Feuer, weil die kleine Hexe unerlaubter Weise schon am Walpurgisfest teilgenommen hat und das ist doch nur "richtigen Hexen" erlaubt. Als Kind habe ich mit der kleinen Hexe mitgelitten, denn ihr glückt ja auch so wenig!! Immer liegt sie ein klein wenig daneben - und das macht sie uns so sympathisch. Sie ist liebenswert und selbstlos.

Die kleine Hexe in ihrem Hexenhäuschen mit dem Backofen daneben ... ich stellte mir die Szene so richtig heimlig und gemütlich vor. Es ist ein sehr warmherziges Kinderbuch, das ich auch meinen Kindern sehr gerne vorgelesen habe. Mit einigen Schwarz-Weiß-Illustrationen zum Vorlesen ab drei Jahren und zum Selberlesen ab der Grundschule geeignet.
immer wieder traumhaft
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Das erste Mal habe ich das Buch gelesen da war ich etwa 7-9 Jahre alt. Ich hab mich damals mit dem Lesen lernen schwer getan, aber dieses Buch hat mich gefesselt. Die Geschichte wie die kleine Hexe versucht eine gute Hexe zu werden und ihr Rabe Abraxas sie dabei unterstützt. Einfach herrlich, wie die vielen kleinen Geschichten, die ihr passieren und die Menschen die sie kennenlernt beschrieben werden. Da ist der Maronimann, das Blumenmädchen, die Kinder Thomas und Vroni, der Ochse Korbinian und noch viele weitere.

Noch heute hat das Buch einen Ehrenplatz in meinem Regal. Bis heute habe ich das Buch bestimmt schon fast 100 Mal gelesen und verschlinge es immer wieder gerne. Vor kurzem habe ich es meinem Lebensgefährten vorgelesen und auch er war begeistert.
ich liebe es
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
ich bin zwar erst 19 jahre alt... aber ich muss schon sagen, dass die kleine hexe mein lieblingsbuch war als ich in der grundschule war und es auch fast das erste buch war, was ich allein gelesen habe!!!
es hat mich soooo fasziniert und nachdem ich es an die 7mal gelesen habe, habe ich immer wieder neue sachen entdeckt, auf die ich vorher nicht aufmerksam geworden bin!!
ich bin froh dieses buch zu kennen und ich werde es meinen kindern (irgendwann) auch vorlesen oder zum lesen geben!!
ein buch, was jedes kind gelesen oder auch gehört haben sollte!!!
Die kleine Hexe von Otfried Preussler
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Die Geschichte handelt von einer jungen Hexe, die im Alter von 127 Jahren das Ziel vor Augen hat, sehr bald mit den anderen großen Hexen auf dem Blocksberg die Walpurgisnacht mitfeiern zu dürfen. Dafür braucht sie die Anerkennung der anderen, älteren Hexen. Sie muss von nun an ein Jahr lang eine gute Hexe sein und diese Prüfung bestehen. Ob ihr das gelingt, wird in diesem Buch in 20 schönen, differenzierten Geschichten, erzählt.
Die Handlung hat einen linearen Aufbau.
Preussler verwendet die auktoriale Erzählweise und es gelingt ihm mit seinem humoristischen Erzählstil, über die verschiedenen Geschichten und das Erleben der kleinen Hexe eindrucksvoll zu berichten.
Das Buch besitzt einen hohen Wert an ästhetischer Qualität, denn fast jedes Kapitel beinhaltet moralische Werte, die die Hexe durch ihre Handlungen und Taten zeigt und somit ist auch gleichzeitig die Möglichkeit vorhanden, dass die Kinder mit diesen in Berührung kommen. Zudem wird jedes Kapitel mit phantasievollen Zeichnungen von Winnie Gebhardt-Gayler ergänzt, welche ideal zur Anregung der Phantasie der Kinder dienen können und auch gleichzeitig das Verfolgen der Geschichten vereinfachen.
Das Buch Die kleine Hexe, welches im Jahre 1958 auf der Auswahlliste zum Deutschen Jugendbuchpreis stand, ist gewiss eine große Bereicherung für jedes Kinderzimmer und wird allen Zuhörern, und mit Sicherheit auch den Vorlesern, große Freude bereiten.
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Krabat von Otfried Preußler

Gebundene Ausgabe von Thienemann Verlag
Preis bei Amazon: EUR 13,90, Angebote ab EUR 7,99

4,5 von 5 Punkten
4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3522133501, Erscheinungsdatum: Januar 1981
Zoom ± Produkt-Bild: Krabat

5 Kundenrezensionen:

Als Kinderbuch noch ok
3 von 5 Punkten 3 von 5 Punkten
Habe mir das Buch gekauft (aufgrund von guten Kritiken in Fernsehen und Zeitung)und war ein wenig enttäuscht.
Was nun daran ein absoluter Bestseller sein soll, kann ich nicht sagen. Ich hatte immer ein wenig den Eindruck, dass es für den Schulunterricht geschrieben wurde, da so manche/r Ausdrucksweise/Ausdruck sehr an einen "Guten Lehrtext" erinnerte, indem man viele nicht mehr allzu gebräuchliche Ausdrücke kennenlernen soll.
Davon abgesehen ist kaum eine richtig düstere Stimmung während des lesens aufgekommen. Preußler beschreibt zwar ausführlich Landschaft und Details, vergisst aber seine Geschichte so auszuschmücken, dass man gefesselt bleibt und sich fragt, was denn weiter passieren wird. Alles ist recht durchschaubar. Auch muss ich leider sagen, der Text hält sich lange mit vielem auf, lässt aber trotzdem einiges offen und endet dann sehr abrupt.
Ob dieses Buch nun der richtige Lesestoff ist um das Lesen schmackhaft und interessant zu machen sei dahin gestellt, da ich sicherlich nicht mehr ganz in das eigentlich gewünschte Lesealter passe.
Aus welchem Grund es nun ein Bestseller ist kann ich aber trotzdem nicht nachvollziehen.
Wie ich zum Krabat "kam" und was ich von dem Buch halte...
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Also. Meine Vorgeschichte ganz kurz zusammengefaßt: Kinoplakate des Krabat-Films gesehen - zuerst gedacht "Ach. Nicht doch. Ein billiger, deutschsprachiger Abklatsch eines Hogwart-Schülers. Nicht noch eine Filmproduktion, die auf der Potter-Welle mitschwimmen möchte."

Dann hatte ich eine Diskussion mit einem älteren Freund über den Film. Er meinte, er schaut ihn sich sicher an, weil das dem Film zu Grunde liegende Buch so toll ist."

Wie bitte?

Zum vermeintlich-oberflächlichen Film gibt es ein Buch? Eins von Ottfried Preußler?
Naja - sicher eine Mischung aus der Räuber Hotzenplotz und das kleine Gespenst.

Denkste sagte mein Freund. Eher eine Sage. Eher was für Erwachsene. Sehr düster, sehr dunkel. Sogar einem mit sehr moralischen Background.

Mhm. Dieser Freund hat es doch glatt geschafft Zweifel an meinem Vorurteil zu wecken. Also ging ich in die nächste Buchhandlung und hab mir diese gebundene Ausgabe gekauft.

Inzwischen sind gut 3 Wochen vergangen und vor knapp 3 Tagen hatte ich das Buch dann um 2 Uhr in der Früh durch. Ich bin ein langsamer Leser, aber wenn mich ein Buch fesselt, dann kann's schon sein, dass ich die Hälfte in einem Rutsch bis frühmorgends durchlese. So auch eben auch hier.

Also - mein Resümee: Krabat ist wirklich, wirklich eine sehr mehrschichtige Erzählung, die es wahrlich schafft einen Erwachsenen wie mich zu fesseln. Der Kosselbruch, Schwarzkolm, die Mühle samt Meister, der Gevater, Krabat und seine elf Mitgesellen. Die schwarze Schule und diese unheilvolle Gefühl beim Lesen, weil man bis zum letzten Drittel des Buches über viele Sachen bewusst nicht aufgeklärt wird (was hat es mit den Bräuchen in der Osternacht auf sich? Wieso passten Krabat die Kleider schon perfekt bei der Ankunft in der Mühle? ...)

Ich bin jedenfalls zutiefst beeindruckt vom Buch und der erzählten Geschichte. Den Film hab ich zwar noch immer nicht gesehen, aber sogar das werde ich jetzt nachholen. Es kann so schön sein, ein zu schnell angedachtes Vorurteil so intensiv zu entkräften.

Darum fünf klare Sterne von mir.

PS.: Für Kinder würde ich das Buch nicht gedankenlos empfehlen. Ich will jetzt nicht knausrig und oberlehrerhaft sein, aber Themen wie Selbstmord, sehr detailliert geschilderte Geschehnisse rund um die schwarze Magie usw. sind halt nicht gerade eine leichte Kost für Kinderohren, die gerade von Preußlers kleinem Gespenst verwöhnt worden sind.
Erfrischend zu lesen und auf keinen Fall überbewertet.
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Einen Riesenspaß hatte ich beim Lesen von Krabat, ganz besonders im Kontrast zum hochgelobten, aber enttäuschenden Tintenherz von Cornelia Funke, das ich kurz zuvor gelesen hatte. Um wenigstens den kleinsten Teil dazu beizutragen, dass mehr Menschen Krabat lesen statt zB Tintenherz, schreibe ich nun diese Rezension.

Zuerst einmal: Wie ungemein erfrischend es doch ist, einen Text mit kleinen regionalen Eigenheiten in der Sprache zu lesen! Statt des ewigen Einheitshochdeutschs findet man in Krabat eine Umgangssprache (regional und eventuell auch historisch eingefärbt?), die perfekt getroffen ist: Hier und da eigene Wörter und abgewandelte Wortbedeutungen, ohne jedoch das Lesen für den Unkundigen zu erschweren. Krabat und die meisten anderen Figuren sprechen Wendisch (Sorbisch), aus dem auf den Buchseiten das oben geschilderte Deutsch wird.

Ein Weiteres, dass mir überaus positiv aufgefallen ist, ist die elegante Einbindung des Geschehens in den historischen Rahmen durch zufällige Begegnungen mit zB Armeerekrutierern für die sächsische Armee im Krieg gegen die Schweden, und den Ausflug des Meisters an den Hof des Kurfürsten, und schließlich seine Erzählung von Krieg gegen die Türken. Durch diese kleinen, den Erzählfluss in keinster Weise behindernden Episoden wird der Welt, in der Krabat lebt, eine Art lebendige Tapete als Hintergrund gegeben, auf der die Haupthandlung stimmig eingebettet ist: als ein Teil einer großen, atmenden Welt. Man vergleiche hierzu die weiße Fläche, auf der Tintenherz spielt - außerhalb der Geschichte gibt es dort gar nichts, was bei mir zu einer sehr sterilen Atmosphäre und Vorstellungswelt geführt hat.

Darüber hinaus für gelungen halte ich die Anspielungen auf die Geheimnisse hinter der Geschichte, die zum Ende teilweise aufgeklärt werden. Aber nicht alles wird enthüllt - was nun jeden Neumond dort im toten Mahlgang gemahlen wird, es wird nicht aufgelöst. Auch nicht, was die Intentionen des Meisters beim Kurfürsten waren. Von diesem sehr guten Umgang mit Wissen, und wieviel davon dem Leser vorenthalten, enthüllt, und angedeutet wird, kann sich so mancher Autor etwas abkucken. Auch mit der Zauberei wird vortrefflich umgegangen. Es gibt keinen simplen Zauber, der Menschen tot umfallen lässt wie bei Harry Potter, und es gibt auch keine Feuerbälle und Explosionen. Die Zauberei in Krabat ist eher subtil, es sei denn, der Meister lässt es krachen.

Krabat ist gut und zielstrebig geschrieben oder gut lektoriert, oder beides. Es finden sich keine Handlungsstränge, die von der Haupthandlung allzuweit und unnötig verzweigen, und jede Episode hat eine fassbare Bedeutung für das Gesamtbild. Bei sehr vielen Anekdoten und kleineren Geschehnissen bemerkt man eine Relevanz für die Haupthandlung. Der Aufbau von Vertrauen und Abneigung zwischen Krabat und den anderen Gesellen, die (wenn auch oft im Dunkel gelassenen) Aktivitäten des Meisters, alles führt mit viel Zug zum Ende der Geschichte - Preußler hat einen starken Zug zum Tor, würde man im Fußball sagen.

Wie wir auch gleich beim Ende wären - ein anderer Rezensent sagte, das Ende käme ihm sehr kkurz und hingeklatscht vor. Als sich mir beim Lesen das Ende näherte, war auch ich erstaunt, dass nur noch so wenige Seiten übrig waren, die große Konfrontation dennoch ausstand. Und dennoch: Das Ende ist vorzüglich geschrieben. Kein großer Kampf, nach dessen Ende beim Ausröcheln der letzten Worte des Bösewichts alles in Flammen aufgeht und die Guten sich gerade noch retten können. Sondern: auf eine unaufdringliche, unpathetische Weise gewinnt das Gute die Überhand über die Tricks des Bösen, und ohne langes Zutun, ohne langes schmalziges Gerede, mit einem einzigen Satz aus dem Mund des Mädchens, das Krabats (und ihr eigenes) Leben rettet, endet die Geschichte, während der Meister seine unausweichliche Strafe auf den ungeschriebenen, ungedruckten Seiten trifft.

Alles in allem: ein angenehm zielstrebiges, gut geschriebenes und unterhaltsames Buch, von dem ich froh bin, es gelesen zu haben.
Mit 21 Jahren...
4 von 5 Punkten 4 von 5 Punkten
Ich habe mir dieses Buch zugelegt, als der Hype um Otfried Preußlers »Krabat« durch die Kinoverfilmung angefacht wurde. Bis dahin war mir Otfried Preußler nur als Autor von Kinderbüchern, wie »Die kleine Hexe«, »Der Räuber Hotzenplotz« und »Das kleine Gespenst« bekannt. Obwohl Ich den »Krabat« im »hohen« Alter von 21 Jahren zur Hand nahm, vermochte mich dieses Buch zu fesseln.

Der Sprachstil von »Krabat« ist zwar zugegebenermaßen sehr einfach gehalten. Trotzdem fesselt, wie Preußler Elemente alter Volkssagen miteinander verwebt. Die düsteren Elemente des »Krabat« schaffen zudem eine wunderbar dunkle Atmosphäre und es kommt reichlich Spannung auf.

Der Anhang dieser »Schulausgabe« des »Krabat« umfasst zudem eine Urfassung der Erzählung, sowie einen kurzen Lebenslauf Preußlers und eine Reflexion des Autors. So wird dieser Jugenderzählung noch mehr Tiefe verliehen.

Schade, dass Ich diese wunderbar düstere Jugenderzählung nicht ein paar Jahre früher für mich entdeckt habe, weil dann die Wirkung wohl noch um einiges stärker gewesen wäre. Trotzdem ein sehr lesenswertes Buch und für jüngere Leser wohl auch 5 Sterne wert. Ansonsten ist mir der Sprachstil und der Verlauf doch ein bisschen zu einfach.
Mut zum Innehalten, zur kraftvollen Ruhe...
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Mich überrascht es, daß "Krabat" heutzutage offensichtlich ein Schul-Literaturbuch ist. Das bezeugen hier ja etliche Schüler-Rezensionen.
Donnerwetter! Denn gefällige Kinder- und Jugendbuchkost ist es nun weniger, sondern bei aller Erzählruhe sehr mystisch, tiefgründig, spirituell.
Der Harry-Potter-Vergleich, den ich hier manchmal las, ist nicht ganz fair, da man in dem Falle Äpfel mit Birnen vergleicht. Bloß, weil Magie im Spiel ist, fallen für mich die beiden Werke nicht in einen Bereich.
Potter ist ein reines Abenteuerbuch, Phantastische Kinder- und Jugendbuchliteratur, wo es viel um Kampf gegen das Böse, Spannung pur, Herzensweisheiten und Freude am Magischen gibt. Und DEN Helden und seine Freunde.

"Krabat" hingegen basiert nicht auf einer bunten Autoren-Phantasie, sondern auf einer Sage. Ich habe mir das Buch spontan gekauft, weil mich (zugegeben) die Film-Besprechungen neugierig gemacht haben. Und ich wollte erst das Buch lesen, was mir in der deutschen Literatur-Fülle bisher nicht auffiel. Genauso, wie Preußler in meinem DDR-Kinderbuchschrank nicht vorkam. Selbst olle Hotzenplotz und die kleine Hexe waren nur Begriffe, mehr nicht.

Also holte ich jetzt den verpaßten Klassiker nach und bin tief beeindruckt. Erst irritierte mich die Ruhe der Erzählweise, der zuweilen fast schon monotone Rhythmus. Da ist man heutzutage eben mehr "Action" und Bewegung gewohnt.

Krabats Herkunft wird schmucklos und wortarm beschrieben: Daß die Eltern an einer schlimmen Krankheit starben und Krabat früh zum Waisen wurde, ist nahezu ein Nebensatz. Danach hätte er beim Pfarrer in geordneten Verhältnissen aufwachsen können, aber das hielt der Rauheits- und Schlichtheits-gewohnte, barfüßige Hirtensohn nicht aus. Er schloß sich Betteljungs an und ersang sich mit denen eben das täglich Brot.

Bis eines Nachts im Traume Raben erscheinen und eine magisch-faszinierende Stimme Krabat in eine bestimmte Mühle befiehlt. Drei Mal träumt Krabat von diesem Ruf, dann folgt er ihm tatsächlich.

Er findet sich mit elf anderen Müllerburschen als Lehrling eines unheimlichen Meisters wieder. Tagsüber wird tatsächlich hart gearbeitet und das Müller-Handwerk gelernt. Einmal wöchentlich aber erhalten die Jungs, in Rabengestalt, Unterricht in schwarzer und sonstiger Magie. Wobei es dem Meister egal zu sein scheint, ob seine Jungs hier etwas lernen. Jeder erhält den Unterricht, wird abgefragt (ohne Konsequenz bei Versagen) - und was jeder nun daraus macht, ist die Sache des Einzelnen.

Manches ist unterschwellig-bedrohlich. So Träume Krabats, in denen er versucht, aus der Mühle zu fliehen - vergeblich. Oder die aufkeimende Beobachtung, daß einer der Jungs wohl als Spitzel für den Meister fungiert, der Ungehorsam hart bestraft. Allerdings unter Ausschluß der Öffentlichkeit. Der Leser erlebt nur einmal direkt eine Bestrafung Krabats mit, der - in ein Pferd verwandelt - vom Meister fast zuschanden geritten wird. - Oder der Bericht des Burschenältesten, Tonda, der sich Krabats annimmt und ihm erklärt, daß "Verlieben" für die Müllersjungs gefährlich ist: Sie brächten Mädchen kein Glück.
Doch es bleibt über weite Strecken eben eine unterschwellige Bedrohung, auf die sich Preußler faszinierenderweise verläßt. Er hat die Ruhe, ausgiebig den Alltag, die Lehrzeit, die drei Jahre Krabats an der Mühle sich entwickeln zu lassen. Ohne "Knalleffekt".

Dafür baut er die drei Lehrjahre an Fixpunkten wie Jahreszeiten, dadurch immer wiederkehrende Pflichten der Jungs und traditionellen Feiertagshandlungen auf, die mir mehr Gefühl für die Zeit, Entwicklungen gaben als viele Autoren-Inhaltserklärungen es hätten schaffen können. Ich entwickelte mich quasi mit Krabat mit, wenn ich, lesend, im zweiten und dritten Jahr die selben Abläufe "routiniert" wieder erlebte, die Krabat (mit mir zusammen) vorher als Neuling erfuhr.

Nun kann Krabat erfahrener auf diese Alltagsmomente reagieren und seinerseits Neulinge so begleiten, wie Tonda einst ihn beglitt.
Denn: Jedes Jahr an Silvester kommt einer der Burschen zu Tode und wird schnellstmöglich beerdigt. Und noch am selben Abend durch einen neuen Jungen ersetzt.

Warum... darüber wird nicht geredet. Es ist eben so, und es ist besser, es nie zu thematisieren. Bei zwölf Kameraden ist die Chance recht groß, daß alljährlich der Kelch an einem vorbeigeht und einen Anderen trifft...

Und da ist auch noch der nächtliche Besucher mit der Feuerfeder, vor dem der Meister Angst zu haben scheint und der in regelmäßigen Abständen nachts die Mühle mit seinem Auftrag beansprucht bis zum Morgengrauen.

Krabat gerät so nach und nach in Bewährungssituationen: Es geht um Kameradschaft. Zusammenhalt. Aber auch Gehorsam. Der Meister ist ja nicht nur widerlich und gefährlich, sondern faszinierend. Und Krabat lernt viel, ist ehrgeizig, und Lob läßt ihn nicht kalt.
Es wird spürbar, daß er durch seine innere Kraft und Neugier für den Meister sowohl zur Bedrohung als auch zur interessanten Figur mit Nachfolge-Qualitäten wird. Denn auch der Meister ist "nur" ein Mensch, der einst seinen Weg wählte und eine dunkle Macht entwickelte. Der eines Tages an einen Schüler übergeben und weiter hinaus will, als eine Mühle es ihm bieten kann. Willensstarke, begabte Schüler sind für ihn also sowohl Chance und auch Gefahr - je nachdem, wie sie sich entscheiden...

Und für mich als Leserin wurde es gut fühlbar, daß es um mehr geht als um eine klassische Gut-Böse-Entscheidung. MACHT ist auch ein Elixier, begehrenswert, faszinierend. Wer verstünde es nicht, daß Wohlstand, Einfluß, Anerkennung verlockend klingen, wenn als Gegenangebot ein Leben im Elend droht? Belanglos, voller Leid, Hunger, Qual und Mühe...

Natürlich verliebt sich Krabat. Natürlich hat er Angst um das Mädchen, dessen Namen er geheimhält und den auch der Leser nie erfährt.
Er erkennt auch so nach und nach, daß es in der Gemeinschaft Kräfte gibt, die er lange ignorierte. Daß man sich bei aller Abhängigkeit vor so einem Meister auch schützen und emanzipieren kann. Nicht immer absolut, aber man muß auch nicht NUR ausgeliefert sein.

Ich liebe auch das häufige Märchen-Erlösungs-Bild, wo ein Liebender den Geliebten aus einer Menge heraus erkennen muß. Chancenlos, eigentlich. In "Jorinde und Joringel" ist die Geliebte als Vogel unter anderen Vögeln zu ermitteln. In einem anderen Märchen sind die Mädchen bis aufs Haar gleich, und der Bewerber schafft es nur mit Hilfe von Tieren (Bienen), die erkennen, daß die Geliebte als Einzige zum Frühstück Honig aß.

Dieses Motiv baut Preußler hier wunderbar ein...

Ein Buch, das man wohl mehrfach lesen muß, von Zeit zu Zeit, ehe man es wirklich erfaßt hat in seiner ganzen Tiefe. Es gibt mir nichts vor, nimmt mir nichts ab. Ich muß innehalten und mich drauf einlassen. Ansonsten rauscht es, angeblich Höhepunktelos, an mir vorbei.

Ich bin nun sehr gespannt auf den Film und weitere Preußler-Bücher! Und darauf, wie das Buch zu Weihnachten meinem Neffen gefällt, wie es also auf Kinder wirkt...
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Produkt-Bild: Krabat: Das Original-Hörspiel zum Film

Krabat: Das Original-Hörspiel zum Film von Otfried Preußler

Audio CD von Jumbo Neue Medien
Preis bei Amazon: EUR 13,97, Angebote ab EUR 10,79

4 von 5 Punkten
4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3833722649, Erscheinungsdatum: Oktober 2008
Zoom ± Produkt-Bild: Krabat: Das Original-Hörspiel zum Film

4 Kundenrezensionen:

Mein Lieblingsmärchen! : Krabat, eine Liebesgeschichte!
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Ich darf es noch erleben! Es ist verfilmt!
Mein Lieblingsmärchen - oder besser Erzählung - ist verfilmt worden in einer Weise, an der ich nichts auszusetzen habe.
Das Hörbuch zum Film ist zu empfehlen. Sehr gut gemacht und nachvollziehbar! - Eine gute Hilfe, das Werk kennen zu lernen! Es ist auch zu empfehlen, wenn das Buch nicht bekannt ist und jemand sich auf den Film vorbereiten will, denn der Inhalt ist gewaltig!
Echt Deutsch!
ein eher enttäuschendes "Hörspiel zum Film"
2 von 5 Punkten 2 von 5 Punkten
Vor allem die gute Erzählerstimme von Dietmar Mues und der Soundtrack des Films schaffen eine düstere Klangatmosphäre, die mit gut gefallen hat. Ansonsten bin ich von dem Hörspiel zum Film" eher enttäuscht.
Die Produktion ist geprägt vom Erzähler, der fast alles beschreibt und kommentiert. Die Stimmen und Geräusche aus dem Film werden einfach hinzugefügt, fertig ist das Hörspiel. Das ist leider zu einfach gedacht. Die Einspieler aus dem Film sind schlecht abgemischt, zu oft sind Störgeräusche und Unterschiede in der Lautstärke zu hören, die den Hörgenuss deutlich mindern.

Meine Empfehlung: Die Lesung von Otfried Preußler kaufen!
Ein rundum großartiges Hör-Erlebnis
4 von 5 Punkten 4 von 5 Punkten
Krabat hat schon Generationen von jungen Lesern schaurig-schöne Gruselnächte bereitet. Der arme Junge, der in die Fänge eines mächtigen Zauberers gerät und für den es nur einen Weg gibt, sich aus diesen Klauen wieder zu befreien. Jetzt ist Krabat verfilmt worden und das Original Filmhörbuch beim Verlag Jumbo Neue Medien erschienen. Leider musste aus dramaturgischen Gründen auf einige Passagen des Buches verzichtet werden. Aber mit den Original Stimmen der Schauspieler Daniel Brühl, David Kross, Robert Stadlober und Anna Thalbach, der düsteren Musik und der wunderbar-unheimlichen Geräuschkulisse ist es ein rundum großartiges Hör-Erlebnis.

Gruselig und herzergreifend.
Nur zu empfehlen
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Ich habe diese Hörbuch schon sehr viele Male gehört und finde es einfach nur toll. Natürlich kenne ich auch das Buch und habe es gelesen. Ich finde das das Hörbuch dem Buch sehr gerecht wird. Auch wenn leider einige sehr gute Teile weggelassen wurden. Aber am besten an dem Buch finde ich die Stimme von Otfried Preußler. Auch wenn er kein "professioneller" Sprecher ist. Seine Art zu Sprechen mit diesem leichten Dialekt und passt einfach perfekt zu dem Stoff. Ich kann es wirklich jedem ob jung oder alt nur empfehlen. Dem Film hab ich übrigens bisher noch nicht gesehen. Find ihn bisher etwas kitschig dargestellt. Unabhängig davon rate ich zu der Reihenfolge 1. Lesen 2. Hören 3. Gucken
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Produkt-Bild: Der Räuber Hotzenplotz

Der Räuber Hotzenplotz von Otfried Preußler

Gebundene Ausgabe von Thienemann Verlag
Preis bei Amazon: EUR 9,90, Angebote ab EUR 3,86

5 von 5 Punkten
5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3522105907, Erscheinungsdatum: Januar 2005, Auflage: 58., Aufl.
Zoom ± Produkt-Bild: Der Räuber Hotzenplotz

5 Kundenrezensionen:

wir lieben ihn .....
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
und kennen das Buch inzwischen schon beinahe auswendig.
Unser Sohn ist 4 1/2 und liebt das Buch. Ich bin mir allerdings nicht ganz sicher ob er den Räuber oder den Kasperl mehr mag. Sehr zu empfehlen.
Sehr gut!
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Mein kleiner Bruder LIEBT den Räuber Hotzenplotz, und wir müssen ihm jeden Abend vor dem Schlafengehen ein Kapitel vorlesen. Zum hundersten Mal!!! Sein allerschönstes Buch!
Mama das Buch ist super
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
... Und so schreibe ich im Auftrag meiner Tochter was sie über "Räuber Hotzenplotz" denkt: So spannend und ich werde es nocheinmal lesen. Gibt es den Räuber wirklich? Und warum stiehlt er die Kaffeemühle? Ist die soviel wert?... Wir haben das Buch alle geslesen und damals waren die Räubergeschichten harmlos. Und vielleicht daher auch so gut. "Der Räuber Hotzenplotz" gehört in jede kleine Kinderbibliothek.
Einfach unverzichtbar in jedem Bücherregal!
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Der Räuber Hotzenplotz ist meiner Meinung nach ein Kinderbuch, dass in keinem Kinderzimmer fehlen sollte. Otfried Preussler schafft es einfach immer wieder, seine Buchfiguren liebevoll und charakteristisch beim Lesen zum Leben zu erwecken und so gewinnt auch der böse Räuber Hotzenplotz, der Kasper's Großmutter's heißgeliebte Kaffeemühle klaut, unsere Herzen! Beim Lesen begibt man sich direkt mit auf das spannende Abenteuer, das Kasper und Seppel beim großen Zauberer Petrusilius Zwackelmann und in der Räuberhöhle zu bestehen haben und fiebert mit Kasper, der die schöne Fee Amaryllis befreien möchte.
Es gibt Unmengen an Kinderbüchern, aber nicht viele erreichen, was Otfried Preussler mit seinen Büchern erreicht: spannende und sehr gut strukturierte Unterhaltung. Nicht nur Kinder lieben seine wundersamen Geschichten, auch Erwachsene schätzen und lieben sie. Und so ist es klar, warum ein kleines Gespenst, ein kleiner Wassermann oder sogar ein Räuber Hotzenplotz sich abends beim Vorlesen in unsere Herzen schleicht!
Räuber Hotzenplotz "ein echter Klassiker"
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Räuber Hotzenplotz ist ein echter Klassiker meiner Kindheit.Ich fand das Buch super und habe es mehrere Male gelesen bzw. vorgelesen bekommen.
Besonders toll hat mir immer gefallen, Petrosilius Zwackelmann, natürlich die Kaffeemühle, den Räuber Hotzenplotz fand ich immer etwas beängstigend und ich wahr froh, dass er überführt wurde.
Die Kaffeemühle war wieder da und wie es sich für eine Kindergeschichte gehört hat sich alles zum Guten gewendet zum Schluss...
Das ist für mich das schönste Buch von Otfried Preußler und ich vergebe natürlich 5 Sterne. Mal sehen wie die Neuverfilmung im Kino wird...-Es gibt nämlich wirklich noch Kinder die Räuber Hotzenplotz nicht kennen!
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Produkt-Bild: Krabat. Schulausgabe

Krabat. Schulausgabe von Otfried Preußler

Taschenbuch von Thienemann Verlag
Preis bei Amazon: EUR 9,90, Angebote ab EUR 8,00

4,5 von 5 Punkten
4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3522144104, Erscheinungsdatum: November 2006
Zoom ± Produkt-Bild: Krabat. Schulausgabe

5 Kundenrezensionen:

Als Kinderbuch noch ok
3 von 5 Punkten 3 von 5 Punkten
Habe mir das Buch gekauft (aufgrund von guten Kritiken in Fernsehen und Zeitung)und war ein wenig enttäuscht.
Was nun daran ein absoluter Bestseller sein soll, kann ich nicht sagen. Ich hatte immer ein wenig den Eindruck, dass es für den Schulunterricht geschrieben wurde, da so manche/r Ausdrucksweise/Ausdruck sehr an einen "Guten Lehrtext" erinnerte, indem man viele nicht mehr allzu gebräuchliche Ausdrücke kennenlernen soll.
Davon abgesehen ist kaum eine richtig düstere Stimmung während des lesens aufgekommen. Preußler beschreibt zwar ausführlich Landschaft und Details, vergisst aber seine Geschichte so auszuschmücken, dass man gefesselt bleibt und sich fragt, was denn weiter passieren wird. Alles ist recht durchschaubar. Auch muss ich leider sagen, der Text hält sich lange mit vielem auf, lässt aber trotzdem einiges offen und endet dann sehr abrupt.
Ob dieses Buch nun der richtige Lesestoff ist um das Lesen schmackhaft und interessant zu machen sei dahin gestellt, da ich sicherlich nicht mehr ganz in das eigentlich gewünschte Lesealter passe.
Aus welchem Grund es nun ein Bestseller ist kann ich aber trotzdem nicht nachvollziehen.
Wie ich zum Krabat "kam" und was ich von dem Buch halte...
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Also. Meine Vorgeschichte ganz kurz zusammengefaßt: Kinoplakate des Krabat-Films gesehen - zuerst gedacht "Ach. Nicht doch. Ein billiger, deutschsprachiger Abklatsch eines Hogwart-Schülers. Nicht noch eine Filmproduktion, die auf der Potter-Welle mitschwimmen möchte."

Dann hatte ich eine Diskussion mit einem älteren Freund über den Film. Er meinte, er schaut ihn sich sicher an, weil das dem Film zu Grunde liegende Buch so toll ist."

Wie bitte?

Zum vermeintlich-oberflächlichen Film gibt es ein Buch? Eins von Ottfried Preußler?
Naja - sicher eine Mischung aus der Räuber Hotzenplotz und das kleine Gespenst.

Denkste sagte mein Freund. Eher eine Sage. Eher was für Erwachsene. Sehr düster, sehr dunkel. Sogar einem mit sehr moralischen Background.

Mhm. Dieser Freund hat es doch glatt geschafft Zweifel an meinem Vorurteil zu wecken. Also ging ich in die nächste Buchhandlung und hab mir diese gebundene Ausgabe gekauft.

Inzwischen sind gut 3 Wochen vergangen und vor knapp 3 Tagen hatte ich das Buch dann um 2 Uhr in der Früh durch. Ich bin ein langsamer Leser, aber wenn mich ein Buch fesselt, dann kann's schon sein, dass ich die Hälfte in einem Rutsch bis frühmorgends durchlese. So auch eben auch hier.

Also - mein Resümee: Krabat ist wirklich, wirklich eine sehr mehrschichtige Erzählung, die es wahrlich schafft einen Erwachsenen wie mich zu fesseln. Der Kosselbruch, Schwarzkolm, die Mühle samt Meister, der Gevater, Krabat und seine elf Mitgesellen. Die schwarze Schule und diese unheilvolle Gefühl beim Lesen, weil man bis zum letzten Drittel des Buches über viele Sachen bewusst nicht aufgeklärt wird (was hat es mit den Bräuchen in der Osternacht auf sich? Wieso passten Krabat die Kleider schon perfekt bei der Ankunft in der Mühle? ...)

Ich bin jedenfalls zutiefst beeindruckt vom Buch und der erzählten Geschichte. Den Film hab ich zwar noch immer nicht gesehen, aber sogar das werde ich jetzt nachholen. Es kann so schön sein, ein zu schnell angedachtes Vorurteil so intensiv zu entkräften.

Darum fünf klare Sterne von mir.

PS.: Für Kinder würde ich das Buch nicht gedankenlos empfehlen. Ich will jetzt nicht knausrig und oberlehrerhaft sein, aber Themen wie Selbstmord, sehr detailliert geschilderte Geschehnisse rund um die schwarze Magie usw. sind halt nicht gerade eine leichte Kost für Kinderohren, die gerade von Preußlers kleinem Gespenst verwöhnt worden sind.
Erfrischend zu lesen und auf keinen Fall überbewertet.
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Einen Riesenspaß hatte ich beim Lesen von Krabat, ganz besonders im Kontrast zum hochgelobten, aber enttäuschenden Tintenherz von Cornelia Funke, das ich kurz zuvor gelesen hatte. Um wenigstens den kleinsten Teil dazu beizutragen, dass mehr Menschen Krabat lesen statt zB Tintenherz, schreibe ich nun diese Rezension.

Zuerst einmal: Wie ungemein erfrischend es doch ist, einen Text mit kleinen regionalen Eigenheiten in der Sprache zu lesen! Statt des ewigen Einheitshochdeutschs findet man in Krabat eine Umgangssprache (regional und eventuell auch historisch eingefärbt?), die perfekt getroffen ist: Hier und da eigene Wörter und abgewandelte Wortbedeutungen, ohne jedoch das Lesen für den Unkundigen zu erschweren. Krabat und die meisten anderen Figuren sprechen Wendisch (Sorbisch), aus dem auf den Buchseiten das oben geschilderte Deutsch wird.

Ein Weiteres, dass mir überaus positiv aufgefallen ist, ist die elegante Einbindung des Geschehens in den historischen Rahmen durch zufällige Begegnungen mit zB Armeerekrutierern für die sächsische Armee im Krieg gegen die Schweden, und den Ausflug des Meisters an den Hof des Kurfürsten, und schließlich seine Erzählung von Krieg gegen die Türken. Durch diese kleinen, den Erzählfluss in keinster Weise behindernden Episoden wird der Welt, in der Krabat lebt, eine Art lebendige Tapete als Hintergrund gegeben, auf der die Haupthandlung stimmig eingebettet ist: als ein Teil einer großen, atmenden Welt. Man vergleiche hierzu die weiße Fläche, auf der Tintenherz spielt - außerhalb der Geschichte gibt es dort gar nichts, was bei mir zu einer sehr sterilen Atmosphäre und Vorstellungswelt geführt hat.

Darüber hinaus für gelungen halte ich die Ansp