... 
Produkt-Bild: Anna Karenina

Anna Karenina von Leo N. Tolstoi

Gebundene Ausgabe von Patmos
Preis bei Amazon: EUR 9,95, Angebote ab EUR 6,29

4,5 von 5 Punkten
4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3491961963, Erscheinungsdatum: Januar 2007, Auflage: 1
Zoom ± Produkt-Bild: Anna Karenina

Aus der Amazon.de-Redaktion


"Gestern abend sagte er mir, daß er einen Typ von Frau im Sinn habe, verheiratet, der obersten Schicht zugehörig, die sich aber selbst verloren hat." Hier ist nicht von einem gebeichteten Seitensprung die Rede, sondern es ist dies die allererste Erwähnung von Tolstois Ehefrau über den geplanten neuen Roman ihres Gatten. Sechs lange Jahre hatte er an Krieg und Frieden gearbeitet. Nun hatte sich Leo Tolstoi, müde und enttäuscht über die hämische Reaktion, auf sein Gut zurückgezogen.
Doch bald schon arbeitete er am zweiten großen Roman seines Lebens, Anna Karenina. Zu vielschichtig und psychologisch feinst verwoben ist dieses riesige, 1878 erschienene Werk, um es hier auch nur ansatzweise zu erfassen. Erzählt wird die Geschichte der adligen Familie Karenin, einer dekadenten, in gesellschaftlichen Normen erstarrten Sippe. Die Kälte ihres Gatten treibt die sensible Anna dem wesentlich jüngeren Grafen Wronskij in die Arme. Diese stark sexuell orientierte Beziehung endet im Fiasko. Schließlich richtet Anna sich selbst, aber auch ihren Mann und den Geliebten zugrunde.
In der anderen großen Figur des Romans, dem Gutsbesitzer Lewin, hatte sich Tolstoi selbst verewigt. Dessen Rückzug aus der Moskauer Gesellschaft und seine Selbstbescheidung auf ein bäuerlich schlichtes Leben verkörperten auch Tolstois Ideale.Das Selbstmordmotiv legte den Vergleich mit Flauberts Madame Bovary nahe. Jedoch erreicht Flaubert bei weitem nicht Tolstois Realismus und dessen tiefe psychologische Aufarbeitung von Schuld, Verstrickung, Haltlosigkeit und Verantwortung im Umgang mit seinen Figuren. --Ravi Unger
© 1998-2009 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften

5 Kundenrezensionen:

WARNUNG vor dieser Ausgabe eines eigentlich großartigen Romans.
1 von 5 Punkten 1 von 5 Punkten
Eins vorweg: Tolstois Roman ist über jeden Zweifel erhaben. Er ist schlichtweg groß und dazu wurde in den anderen Rezensionen hier auch schon genug gesagt. Unberücksichtigt wurde hier völlig unverständlicher Weise aber, dass die vorliegende Ausgabe eine massiv gekürzte Unverschämtheit ist.

Klar, jetzt kann man sagen, dass es jedem Käufer klar sein muss, dass Anna Karenina auf unter 400 Seiten im recht kleinen Kaiser-Format nicht ungekürzt sein kann. Dass im Buch jeder Hinweis auf Kürzung fehlt ist jedoch einfach nur eine Unverschämtheit. Der Kaiser Verlag ist in dieser Hinsicht ohnehin schon mehrfach negativ aufgefallen. Da gibt es auch eine Ausgabe von Krieg und Frieden auf ungefähr 400 Seiten und den Grafen von Monte Christo in knapp 300. Und das alles ohne Hinweise, dass hier gekürzt wurde. Bei sowas wünscht man sich einen stärkeren Verbraucherschutz für Bücher.

Diese Kürzerei bei Klassikern ist sowieso ein echtes Problem. Es ist ja nicht immer so klar zu erkennen wie hier und ich saß schon oft zu hause und habe mich bei meinen Büchern gefragt, ob die jetzt einigermaßen ungekürzt sind. Leider eine der größten Unsitten im Verlagswesen, dass sowas oft gar nicht gekennzeichnet ist.
Meisterwerk der Literatur - Unbedingt lesenswert
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Der Roman Anna Karenina ist auch in der heutigen Zeit noch absolut lesenswert, da Tolstoi es mit meisterhaftem Gespür versteht, psychologisch tiefgründige, einzigartige Charaktere zu zeichnen. Trotz des sehr großen Umfangs des Romans verliert man nie das Interesse am weiteren Schicksal der Figuren.

Die Hauptfigur Anna wird als ein sehr liebebedürftiger, aufrichtiger Mensch dargestellt, deren Leben mit ihrem gefühlskalten Mann immer unerträglicher wird, besonders dann, als sie sich zum ersten Mal in ihrem Leben aus tiefstem Herzen verliebt und diese Liebe in gleicher Weise erwidert wird. Anna erträgt das heuchlerische Leben an der Seite ihres Mannes nicht länger, bricht aus ihrer Ehe aus und versucht ein Leben zusammen mit ihrem Geliebten Wronskij zu führen.

Es stellt sich jedoch sehr schnell heraus, dass dieses neue Leben nur vordergründig glücklich ist, da Anna als Ehebrecherin gesellschaftlich fallen gelassen und verurteilt wird. Sie verliert den Boden unter den Füßen, da selbst ehemals gute Bekannte den Umgang mit ihr meiden.
Das zweite Unglück, das Anna nach ihrer Trennung trifft, ist der Verlust ihres über alles geliebten Sohnes, der beim Vater bleiben und dort aufwachsen soll.

Annas Kummer über diese Trennung von ihrem Sohn ist unermesslich, selbst die Liebe zu Wronskij kann sie nicht immer darüber hinweg trösten.
Außerdem leidet sie ständig unter großer Eifersucht, sie kann nicht glauben, dass Wronskij ihr für immer treu ist. Im Laufe der Zeit vereinsamt Anna mehr und mehr, reibt sich durch ihre Eifersucht auf und wird schließlich so unglücklich, dass nur noch der Tod die einzige Möglichkeit ist, allen diesen seelischen Qualen zu entkommen.

Die psychologische Entwicklung Annas bis zu ihrem Freitod wird sehr gut beschrieben, ihre seelische Zerrissenheit wird glaubwürdig und sensibel dargestellt.

Neben diesem Haupterzählstrang werden auch die Lebenswege mehrerer Familienangehöriger sehr detailliert und tiefgründig beschrieben, Tolstoi wechselt während des Romans immer wieder zwischen den verschieden Hauptfiguren.

Alle Personen kommen dem Leser erzählerisch sehr nahe, da sie unglaublich lebendig und realistisch beschrieben werden.

Obwohl ich einige Wochen gebraucht habe diesen Roman zu lesen, bereue ich keine Minute, die ich für die Lektüre benötigt habe. Meiner Meinung nach läßt sich Tolstoi auch heute noch sehr gut lesen, der Roman überzeugt durch seine Tiefe und Substanz und wird daher für mich unvergesslich bleiben.

Ich kann dieses Meisterwerk nur empfehlen und ihm auch zukünftig noch viele Leser wünschen. Die Lektüre von Anna Karenina wird niemand bereuen!
Großartiges Meisterwerk!
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Es ist ein unglaublich spannendes, tiefgründiges Buch, das einen von der ersten bis zur letzten Seite fesselt. Man meint, jede der vorgestellten Personen persönlich zu kennen und auch die fremde Zeit und das typisch russische kommt einem nicht befremdlich sondern sehr interessant und verständlich vor. Den Weg seines Helden, Levin, beschreibt Tolstoi unglaublich persönlich. GROSSARTIG!
In die Moral verschlagen
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Ein Roman, der sich in seinem ersten Satz spiegelt, der wie eine Essenz vieler Tragödien anmutet: ?Alle glücklichen Familien ähneln einander; jede unglückliche aber ist auf ihre eigene Art unglücklich.? Und doch ist Anna Karenina vor allem die Tragödie einer Frau. Weltliteratur sorgt immer wieder dafür, daß die Geschichten, die zuvor so nie erzählt worden sind, einem vorkommen, als wären sie einem längst bekannt, als habe da jemand es nur auf den Punkt gebracht. Sie sorgt dafür, daß ihre Geschichten sich über die Jahrhunderte so anfühlen, als erlebten wir sie jetzt, als brauchten wir nur die Mode, die Frisuren, die Offiziersjacken auszuwechseln und der modernen Technik Tribut zu zollen, und entdeckten Anna Karenina an der nächsten Ecke. Was für eine große Liebestragödie, bei der die Karenina alles einsetzt und alles verliert, in der gezeigt wird, wie für manche Menschen ein Wert wie Vertrauen nicht unbedingt gleich gewertet wird. Tolstoi besitzt dabei noch ein Raster an Moral, auf dem er die Erschütterung wiegt, unter der wir seinen Roman lesen. Er ist bereit bis ans Ende von dem zu gehen, was man sich als Leser nur denkt: Die Familie verlassen, ein mißratenes Leben gegen ein besseres einzutauschen, sich nicht vorschreiben zu lassen, wie man zu leben, zu lieben hat. Aber sind wir bereit den Preis zu zahlen? Die Karenina ja. Auch wenn sie sich zu Anfang nie hat vorstellen mögen, worin er besteht. Wie viele Menschen gibt es, die so konsequent zu leben verstehen? Wenige. Wie viele Schriftsteller, die einen solchen Roman zu schreiben vermochten? Kaum einen. Einen Roman, den man in sich trägt, der viele andere Geschichten lostritt. Lesen, lesen, lesen, immer wieder lesen.
Ein Jahrtausendwerk
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Ein Roman, der 130 Jahre auf dem Buckel hat. Der in einer längst untergegangenen Gesellschaftsschicht spielt. Und der einem beim Lesen dennoch so aktuell vorkommt, als wäre er erst gestern geschrieben worden. Geht das ?

Es geht ! Denn Leo Tolstoi hat mit "Anna Karenina" ein zeitloses Werk geschaffen. Solange es Menschen gibt, werden sie von den tiefen Einsichten in die Psyche der Hauptpersonen fasziniert sein. Sie werden feststellen, dass Tolstoi zwar die russische Oberschicht des ausgehenden 19. Jahrhunderts beschrieben hat, dass sein analytischer Blick aber Zusammenhänge erfasst, die unabhängig von den jeweiligen gesellschaftlichen Verhältnissen das menschliche Zusammenleben ausmachen.

Wirklich unglaublich, aber ich fand die 975 Seiten kaum jemals langweilig oder anstrengend. Dafür fast immer fesselnd und faszinierend. Für mich eines der wichtigsten Bücher der Weltliteratur.

Zum Schluss noch ein kleiner Kritikpunkt: Humor wird man in diesem Buch nicht finden. Höchstens mal einen feinen satirischen Anklang, der sich dem heutigen Leser nicht ohne weiteres erschliesst. Das lässt sich allerdings verschmerzen, immerhin geht es hier um Leben und Tod :-)
© 1998-2009 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften
Produkt-Bild: Der Prophet

Der Prophet von Khalil Gibran

Gebundene Ausgabe von Patmos
Preis bei Amazon: EUR 12,95, Angebote ab EUR 8,95

5 von 5 Punkten
5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3491961637, Erscheinungsdatum: Januar 2006, Auflage: 1
Zoom ± Produkt-Bild: Der Prophet

4 Kundenrezensionen:

absolut gelungene Komposition zweier Genies
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Khalil Gibran's bekanntestes Werk "Der Prophet" gehört für mich schon seit jeher zu meinen Lieblingsbüchern. So das ich immer eine kleine Ausgabe bei mir trage, um ab & zu darin lesen zu können. Denn es reichen schon ein Kapitel oder nur ein paar Absätze, und wenn ich einen schlechten Tag hatte, muntern mich Gibran's weise und spirituelle Worte immer wieder auf. Der Klang seiner poetischen Sprache ist eine absolute Bereicherung, und wie ich finde ein Muss für jeden Literaturliebhaber.

Für mich ist diese große, gebundene Ausgabe von Gibran's Meisterwerk die Schönste. Denn seine wundervollen Worte sind mit den einmalig schönen Bildern von Marc Chagall unterlegt worden. Dieser Band vereint eine gelungene Komposition an Poesie und Kunst. Außerdem ist dieses besondere Ausgabe wie ich finde, auch ein wundervolles Geschenk.
Hier treffen die Poesie der Worte und der Malerei zweier Meister aufeinander und zerschmelzen zu einem Gesamtkunstwerk !!!
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Das bekannteste Werk Gibrans "Der Prophet" an dem er 25 Jahre gearbeitet hat, ist 1923 veröffentlicht worden. Es wurde nicht nur in mehreren Sprachen übersetzt, sondern auch millionenfach verkauft und hat bis heute nichts von seinem Charme verloren.

Das Werk handelt von dem Prophet Al-Mustafa, der zwölf Jahre in Orphalese, einer orientalischen Stadt, auf sein Schiff gewartet hat um in seine Heimat zurückzukehren. Schweren Herzens lassen ihn die Bewohner der Stadt, als der Abschied naht, ziehen. Jedoch nicht ohne ihn zu bitten ein letztes Mal zu ihnen zu sprechen, um ihnen von seiner Weisheit zu schenken. Und so beantwortet der Prophet, die von den Einwohnern gestellten Fragen, wie von der Liebe, der Ehe, den Kinder, den Tod ........

In 26 Kapiteln, wovon das "Von den Kindern" wohl das Bekannteste ist, gibt er Antworten zu allem was die Menschen bewegt. Mit einem Brückenschlag zwischen Orient und Okzident, schafft er eine zeitlose Lebensweisheit zu vereinigen. In seiner von tiefer Weisheit und Spiritualität geprägten Antworten, hat Gibran immer versucht das Herz seiner Zuhörer zu treffen.
So haben bis heute mehrere Generationen die Schönheit und Tiefe seiner Texte erkannt und für sich entdeckt.

Bereichert wird dieses Werk von Marc Chagall, dessen Bilder eine ebenso poetische Sprache sprechen wie die Texte von Gibran. So ergänzen sich die Poesie der Worte und der Malerei, zweier Meister zu einem Gesamtkunstwerk.
Ich persönlich finde, das dies die schönste Ausgabe von "Der Prophet" ist und außerdem eines meiner Juwelen im Bücherschrank ist.
Leben sollen wir!
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Einfach ein grandioses Buch!

Die ganze Geschichte ist ein Aufruf, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen und sich auf das Wesentliche im Leben zu konzentrieren. Ein Thema, das sich auf eine ganz andere und vielleicht modernere Art auch durch meinen neuen Roman "Der Schweiger" zieht. Es ist ein Aufruf, den man in unserer Welt der Reizüberflutung und Orientierungslosigeit nicht oft genug wiederholen kann.

Auch die Illustrationen von Chagall sind wunderschön, wenn mir auch Ausgaben mit den Originalbildern des Autors selbst (die verblüffend offen und modern wirken) besser gefallen.

Thomas Bucheli, Autor
Wunderschön!
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Wenn es auch das Buch "Der Prophet" in anderen Ausführungen gibt, ist diese hier die Schönste.
Das Buch ist fest gebunden und wurde illustriert mit Bildern von Marc Chagall. Diese sind so tief- und hintergründig wie der Text, sodass ein Gesamtkunstwerk entsteht.
Ein Kunstwerk - nicht nur für den Bücherschrank, sondern auch für das Herz.
© 1998-2009 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften
Produkt-Bild: Die souveräne Leserin

Die souveräne Leserin von Alan Bennett

Audio CD von Patmos
Preis bei Amazon: EUR 19,95, Angebote ab EUR 13,00

5 von 5 Punkten
5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3491912881, Erscheinungsdatum: August 2008, Auflage: Ungekürzte Lesung.
Zoom ± Produkt-Bild: Die souveräne Leserin

2 Kundenrezensionen:

Mein Hörbuch-Highlight 2008
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
London, Garten des Buckingham Palace. Die Queen herself geht mit ihren geliebten Welsh Corgies spazieren, als diese sie laut bellend in eine Ecke des Gartens ziehen, welcher der Queen fast unbekannt ist. Dort sieht sie den Bücherbus stehen, der von ihren Hunden kläffend belagert wird, dieser ist ihr vorher nie aufgefallen. Um sich für ihre Hunde zu entschuldigen, betritt sie den Bus und trifft dort auf den völlig sprachlosen Bibliothekar und die königliche Küchenhilfe Norman, der ein Bücherwurm par excellence ist. Da der Queen Höflichkeit in die Wiege gelegt wurde, nimmt sie ein Buch mit und beginnt zu lesen. Bereits nach kurzer Zeit ist sie völlig fasziniert von der Welt der Geschichten und lässt sich in ihren Bann ziehen. Sehr schnell ist die Queen ohne Buch nicht mehr vorstellbar und lässt für eine gute Lektüre alles stehen und liegen. Aber auch Norman wird immer wichtiger für sie und so lässt sie ihn in ihre eigenen Gemächer befördern. Er ist fortan für die Lektüre der Queen zuständig, darüber, dass dieser eine Vorliebe für schwule Autoren hat, sieht die Queen hinweg. Eine Queen hat sich um viele Dinge zu kümmern und soll immer souverän auftreten und vor allem niemanden bevorzugen, ein Hobby, das die Königin so in seinen Bann zieht, ist also ein Skandal und als die Queen lieber liest als regiert, droht die Staatskrise -kann diese noch abgewendet werden?

Jürgen Thormann (Synchronsprecher von Peter O'Toole und Michael Caine und Hörspielsprecher z.B. Lady Bedfort, Hui Buh) liest diese Geschichte äußerst kurzweilig und lebendig vor und hält den Hörer mit seiner Leichtigkeit von der Stop-Taste fern. Thormann zollt den Figuren der Geschichte seinen Respekt und entführt den Hörer so direkt an den englischen Hof. Und mal ganz subjektiv aus meiner Hörbuchfresserinnentätigkeit gesprochen - dieses Hörbuch ist mein persönliches Highlight 2008 und eine absolute Empfehlung für alle, die gute Hörbücher schätzen, Bücher über Leser und/oder Bücher lieben, das englische Königshaus mögen und natürlich für alle, die Jürgen Thormann schätzen.

"Die souveräne Leserin", souverän von Jürgen Thormann gelesen, sollte sich kein Hörbuchfan entgehen lassen!
die Queen als Leseratte - ein amüsantes Hörvergnügen!
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Diese Hör-CD, deren Hauptfigur "her Majesty the Queen herself " ist, ist ein wahrer Ohrenschmaus!
Der bekannte Schauspieler und Synchronsprecher Jürgen Thormann (er leiht u.a. Michael Caine und Peter O'Toole seine unverwechselbare Stimme) liest diese kleine Novelle gekonnt vor. Seine markante Stimme geht sofort ins Ohr und die gesprochenen 185 Minuten vergehen wie im Flug!
Worum geht es?
Die ungestümen Welsh-Corgies der Queen sind an allem schuld:Sie rennen los, um den allwöchentlich vor dem Küchentrakt des Buckingham Palace parkenden Bücherbus der Bezirksbibliothek anzukläffen.
Ma'am ist not amused darüber, gut erzogen wie sie ist entschuldigt sie sich für ihre Hunde und leiht sich aus purer Höflichkeit ein Buch aus - mit ungeahnten Folgen.
Sie entdeckt nämlich ihre Freude an guten Büchern und löst mit ihrer Leselust eine mittlere Staatskrise aus!
Die Handlung wird bereichert durch einige skurile Typen; wie der Küchenjunge, der in seiner Freizeit gerne schwule Autoren liest und der Queen Büchertipps gibt; oder der ewig grantelnde Prinzgemahl Philip, der die Queen in ihrem Schlafzimmer lachen hört, die Tür öffnet und fragt:"Alles in Ordnung, altes Mädchen?""Ja, sicher", antwortet sie,"ich lese"."Schon wieder", brummelt er kopfschüttelnd...

"Die souveräne Leserin" ist ein Hörvergnügen, das ich nur wärmstens empfehlen kann
© 1998-2009 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften
Produkt-Bild: Don Quijote

Don Quijote von Miguel de Cervantes

Gebundene Ausgabe von Patmos
Preis bei Amazon: EUR 9,95, Angebote ab EUR 4,50

4,5 von 5 Punkten
4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3491960835, Erscheinungsdatum: 2004, Auflage: 5., Aufl.
Zoom ± Produkt-Bild: Don Quijote

5 Kundenrezensionen:

Auch für den Leser manchmal ein Kampf - gegen Windmühlen
4 von 5 Punkten 4 von 5 Punkten
Der kleine Landadliger Don Quijote, dessen wahrer Name selbst dem Erzähler nicht genau bekannt ist, lebt in der Mancha und verschlingt Ritterromane. Er steigert sich so sehr in diese, dass er glaubt, er selbst müsse als fahrender Ritter gegen das Unrecht kämpfen. Er sattelt seinen alten Ackergaul, den er fortan Rosinante nenne, und begibt sich im Auftrag der schönen Dulciena von Toboso auf seinen Kreuzzug. Zwar hat er die schöne Dame nie gesehen, aber es gehört sich für einen Ritter, eine Angebetete zu haben. Alles, was der Don fortan tut, tut er für seine Dulcinea.
Alles, was dem verrückten Quijote begegnet, packt er in seine Ritterfantasie. Dass die Zeit der Ritter längst vorbei ist, stört ihn dabei wenig. Ein einfaches Gasthaus wird für ihn zu einer Burg und die dort beschäftigten, käuflichen Damen zu Burgfräulein. Doch dieser Ausritt wird die erste schmerzliche Niederlage und er wird verprügelt und halbtot nach Hause geschafft. Zu seinem eigenen Schutz veranstaltet der Dorfpfarrer eine Bücherverbrennung, bei der seine gesamte Ansammlung an Ritterromanen verbrannt wird. Aber der verrückte Adlige lässt sich dadurch nicht stoppen. Er rekrutiert seinen treuen Knappen Sancho Panza, der, so heißt es, nicht der Hellste sei. Fortan begleitet der treue Knappe ihn auf seinem Esel (denn er besitzt kein Pferd) zu allen Abenteuern.

Das bekannteste Abenteuer ist der Kampf gegen Windmühlen, in denen Don Quijote trotz der Warnungen seines Knappens, furchtbare Riesen sieht, die er bekämpfen muss. Der Ritter von trauriger Gestalt, wie er bald genannt wird, kämpft gegen Hammelherden und ficht einen blutigen Kampf gegen Rotweinschläuche. Er erobert den Helm des Mambrin, eine Barbierschüssel, die er fortan trägt. Übel zugerichtet kehrt er zum Ende des ersten Buches auf einem Ochsenkarren nach Hause zurück, um im zweiten Buch als Löwenritter wieder loszuziehen.

Miguel de Cervantes (vermutlich 1547 geboren) schuf zu Beginn des 17. Jahrhunderts dieses umfangreiche Werk, das vielleicht zur ersten Plagiatswelle führte. Drei Raubdrucke waren bereits wenige Wochen nach Veröffentlichung des Romans in Umlauf.

Die Geschichte des umherirrenden spanischen Adligen zählt zu den wichtigsten Büchern der Weltliteratur und zum wichtigsten Roman Spaniens. Nicht zuletzt gründete dieses Werk erst den Begriff Roman. Bis heute streiten sich die Gelehrten darum, wen der Autor mit seiner Geschichte ansprechen und was er zum Ausdruck bringen wollte. So wird das Werk häufig als Parodie auf die Ritterromane seiner Zeit angesehen, aber auch als Kritik am spanischen Imperialismus gewertet. Einige Literaturwissenschaftler erkannten in zahlreichen Details der Handlung auch Anspielungen auf die Probleme der konvertierten, getauften Juden in der spanischen Gesellschaft des 16. Jahrhunderts.
Viele Künstler fühlten sich von den Geschichten Don Quijotes inspiriert und erschufen Gemälde und Illustrationen, darunter Salvador Dalí und Pablo Picasso.

Die bekannteste Geschichte, der Kampf gegen die Windmühlen, spielte im Roman eine eher untergeordnete Rolle, wurde aber zum zentralen Stoff der Geschichte. Sie stellt den ausweglosen Kampf gegen den technischen Fortschritt und den damit verbundenen Machtverlust der Aristokratie dar und wurde dadurch zum Symbol für einen aussichtslosen Kampf.

Die letzte verfügbare Übersetzung stammt aus dem Jahre 1956 und liest sich etwas schwierig. Man würde sich wünschen, eine modernere Interpretation der Texte zu lesen, damit dieses Stück Weltliteratur auch zu einem Lesevergnügen wird. So kämpft sich der geneigte Leser wie zuweilen Don Quijote durch 1103 Seiten geballtes Literaturwerk aber man soll ja mitleiden, um den Helden zu verstehen.
mein fall war es nicht ..
3 von 5 Punkten 3 von 5 Punkten
ich habe mir das buch gekauft , weil ich mir ein theaterstück dazu ansehen wollte . ich glaube ich bin nur bis seite 30 oder so gekommen und seither hab ich nie wieder den drang verspürt weiter zu lesen ..
meiner meinung nach ist die geschichte zu überzogen und - verzeiht mir das wort - dämlich ..
es ist sicher ein meisterwerk . aber leider nicht mein geschmack :}
Es fehlt wiedermal ein Nachwort
4 von 5 Punkten 4 von 5 Punkten
Über die Klasse des Buches braucht man kein Wort mehr zu verlieren. Der Stellenwert in der Weltliteratur ist bekannt.
Diese Ausgabe ist auch gelungen, was das Design anbelangft und was die Druckqualität angeht ebenfalls. Es ist stabil gebunden.
Aber es fehlt ein Nachwort. Ein Kommentar. Irgendeine zusätzliche Hintergrundinfo. Man liest an dem Buch ja sehr lange und nachher möchte man oft etwas über den Autor oder die Entstehungs- oder Rezeptionsgeschichte des Buches wissen. Hier wird einem nichts angeboten, das ist doch etwas schade. Daher gibts einen Punkt Abzug.
Meisterwerk aus einer (zu sehr?) vergangenen Zeit
4 von 5 Punkten 4 von 5 Punkten
Don Quijote ist wohl eines der weltweit bekanntesten literarischen Werke und die meisten von uns kennen den bekannten Angriff auf die Windmühlen dieses Helden. Umso erstaunlicher ist es, dass dieser weit verbreitete Auszug nur ein winzig kleines Abenteuer ist, welches sich nicht einmal über ein ganzes Kapitel erstreckt.

Das gesamte Werk des Don Quijote umfasst zwei Bücher und erzählt insgesamt von drei Ausfahrten desselbigen. Don Quijote ist eigentlich ein wohlhabender Junker, welcher aber durch die Lektüre von Ritterbüchern so stark in eine Fantasiewelt abgerutscht ist, dass er sich selbst für einen hält und deshalb in den besagten Ausfahrten als fahrender Ritter durch die Lande zieht.
Die erste Ausfahrt, welche er alleine unternimmt, ist sehr flüssig und amüsant geschrieben, erstreckt sich aber nur über die ersten paar Seiten des ersten Buches. Nach einem misslungenen Heilungsversuch seitens einiger Dorfbewohner bricht Don Quijote, unter Begleitung seines wackeren Schildknappen Sancho Pansas, zu seinem zweiten Abenteuerzyklus auf. Dieser zweite Abschnitt der Geschichte füllt den Großteil des ersten Buches. Dem Herrn und seinem Gehilfen stoßen allerlei Abenteuer zu, die sich vom Schema her teilweise wiederholen. Die Sprache, welche Cervantes verwendet, ist sehr geschwollen und die satirischen Liebeshommagen Don Quijotes an seine (eingebildete) Verehrte sind teilweise stark überzogen und sehr blumig ausgeschmückt. Es ist nicht immer leicht den Bezug zu diesen fein durchdachten Anspielungen zu finden, da sie doch aus einer lang vergangenen Zeit stammen. Dadurch ist der Lesespaß stellenweise etwas gemindert.
Neben den Erlebnissen, welche unserem Helden zustoßen, kommen teilweise auch andere Weggefährten zu Wort und erzählen ihre eigenen Geschichten und Abenteuer. Diese Nebenerzählungen sind im Großen und Ganzen auch sehr spannend zu lesen und erlauben es dem Leser in komplett andere Welten abzutauchen. Das erste Buch endet mit einer (gezwungenen) Heimkehr Don Quijotes und eines abermaligen Heilungsversuches seiner Verrücktheit.

Aller List und Tücke des Dorfpfarrers und des studierten Sanson Carrasco zu Trotz lässt sich Don Quijote nicht vom Irrglauben des Ritterseins abhalten und bricht zu Beginn des zweiten Buches gemeinsam mit Sancho Pansa zur dritten Ausfahrt auf. Diese ist prinzipiell wieder so aufgebaut wie die erste, nur dass diesmal ein längerer Aufenthalt in einem Herzogtum geschildert wird, in welchem diverse Späße mit Don Quijote und seinem Begleiter getrieben werden. Die Sprache ist ebenfalls, wie im ersten Teil, absichtlich stark übertrieben und der subtile Witz über die Ritterkult wird heutzutage vermutlich nicht mehr von jedem als so lustig empfunden werden wie damals. Die Geschichten die unsere Protagonisten erleben sind aber großteils spannend und amüsant. Außerdem wird der Zwiespalt Sancho Pansas zwischen Vernunft und dem Anpassen an die Verrücktheit seines Meisters vorzüglich beschrieben.

Don Quijote ist also ein großes Meisterwerk mit spannenden Geschichten und Abenteuern, welches in einer wohl durchdachten und bis ins letzte ausgefeilten Sprache geschrieben ist. Die Kehrseite ist nur dass durch die große Anzahl an Abenteuern, diese sich teilweise wiederholen und dass der stark satirische Ansatz in der heutigen Zeit nicht mehr so gut ankommt.
Die Realität und der Idealist
4 von 5 Punkten 4 von 5 Punkten
Don Quijote, der spanische Junker, der zu viele Ritterbücher liest und sich schliesslich einbildet, selber ein fahrender Ritter zu sein, sieht die Welt auf seine Weise: eine heruntergekommene Schenke ist ihm eine stolze Burg, Windmühlen sind Riesen, die es zu bekämpfen gilt... Und wenn die Realität einmal allzu stark erscheint, erklärt sie der „Ritter von der traurigen Gestalt" kurzerhand zu einem eigentlichen Zerrbild, so ist etwa die hässliche, stinkende Bäuerin, die Quijote dennoch für seine angebetete Dame Dulcinea halten will, halt von bösen Zauberern verwandelt worden.Sein Schildknappe Sancho Pansa ist ein einfacher Bauer voller Einfalt und doch voller Schläue, der ein angenehmes Leben mit ausreichendem Essen liebt und der eine Fülle von Sprichworten kennt und sie zu meist unpassenden Anlässen aneinander reiht. Er reitet auf seinem Esel neben dem Ritter her, wundert sich über viele Eigenarten seines Herrn und bleibt ihm dennoch treu - nicht nur, weil er sich erhofft, durch seinen Herrn die Statthalterschaft über eine „Insul" erlangen zu können.So ziehen die beiden durch das Spanien des beginnenden 17. Jahrhunderts, wie Gestalten aus einer anderen, einer idealisierten Ritter-Märchenwelt in die sie selber aber auch nicht so ganz herein passen.Cervantes schildert sehr lebendig, so dass man selber so in den Sog des Geschehens zu geraten droht, wie Quijote in denjenigen seiner Ritterwelt. Th. Mann nannte diesen Roman „Meer von Erzählung" und man versteht, was er meint: auf über 1000 Seiten entwirft der Dichter ein Universum von Geschichten, viele Nebenerzählungen, gar eine eingeflochtene eigenständige Novelle bereichern den Roman. Gerade diese Nebengeschichten, diese scheinbaren Abschweifungen, die jedoch ständig auch das Geschehen um Qujiote selbst spiegeln, können ermüdend wirken. Insgesamt aber überwiegt bei mir der Eindruck einer grossartigen Leserfahrung.Allerdings: Wann endlich gibt es eine Neuübersetzung? Die hier vorliegende von Braunfels stammt aus dem 19. Jahrhundert! Auch die Anmerkungen stammen von Braunfels, wissen also noch nichts von neueren Deutungsansätzen des Quijote! Auf den in den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts aufgekommenen Deutungsansatz etwa, der den Roman (auch) als Geschichte eines neu (oder besser: zwangsbekehrten) Juden lesen will und der vielerlei Anspielungen auf die jüdisch-religiöse Literatur im Quijote zu erkennen glaubt, kann in den Anmerkungen von Braunfels natürlich nicht Bezug genommen werden und auch im informativen Nachwort des schon längst verstorbenen Germanisten Martini, der sich auf eine für heutige Leser und Leserinnen (!) doch seltsam anmutende Art über die „stolze Ehre einer männlich starken Seele" des Qujiote ergeht, fehlen natürlich Hinweise auf solch „neuere" Deutungsansätze. Also: Cervantes Text fasziniert noch heute - jetzt her mit einer zeitgemässen Übersetzung, mit zeitgemässen Anmerkungen und einem wirklich auf neuestem Stand stehenden Nachwort!
© 1998-2009 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften
Produkt-Bild: Schuld und Sühne: Roman in sechs Teilen mit einem Epilog

Schuld und Sühne: Roman in sechs Teilen mit einem Epilog von Fjodor M. Dostojewskij

Gebundene Ausgabe von Patmos
Preis bei Amazon: EUR 9,95, Angebote ab EUR 5,50

4 von 5 Punkten
4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3491961726, Erscheinungsdatum: Januar 2006, Auflage: 2., Aufl.
Zoom ± Produkt-Bild: Schuld und Sühne: Roman in sechs Teilen mit einem Epilog

5 Kundenrezensionen:

Erwartung und Enttäuschung
1 von 5 Punkten 1 von 5 Punkten
Zugegeben: die Bewertung eines Buches ist immer auch abhängig von den vorausgegangenen Erwartungen. Somit kann man einen Großteil meines persönlichen Missfallens darauf zurückführen, dass ich einfach eine vollkommen falsche Vorstellung von dem hatte, was mich da erwartet.
Da wäre zu allererst ein etwas kleinerer Kritikpunkt zu nennen, von dem ich allerdings dann gleich auf alles weitere kommen werde: Ein Kriminalroman an sich, ist etwas, was nicht allzu viel Potential für Weltliteratur-Niveau bietet und somit erhoffte ich mir großartige Psychologie und, was noch wichtiger ist, großartige Philosophie. Doch wie unüberwindbar war dann erst die Enttäuschung, als ich feststellen musste, dass das alles nur äußerst oberflächlich abgehandelt wird. Sicherlich werden alle noch so kleinen Gefühlsregungen der Protagonisten kleinlich genau geschildert, aber ich kann dahinter einfach keine großartige Psychoanalyse erkennen (sprich: ein Großteil der Beweggründe der Personen bleibt im Dunkeln).
Besonders leid tut es mir um die Hauptfigur: Der gute Rodion war mir anfangs so unheimlich sympathisch, ich konnte mich wunderbar mit ihm identifizieren und ihn für alles, was er tat, bewundern. Umso schlimmer ist es da, dass Dostojewski am Ende einen so großen Verrat an ihm begeht. Ja, ich werfe D. regelrecht vor, dass er sich selbst nicht die Mühe gemacht hat, sich in seine Hauptfigur hineinzuversetzen, um ihn wirklich und wahrhaftig zu verstehen.
Es hätte mir eigentlich bereits klar werden müssen, als D. sich so kurz und knapp (ja, beinahe beiläufig) zu Rodions Ideologie äußerte. Daran kann man schon erkennen, wie fremd ihm diese Weltanschauung doch ist und dass er (Dostojewski) von Anfang an nicht daran glaubte. Dementsprechend war auch R.s Wandlung für mich nicht nachvollziehbar.
Um fair zu bleiben: Wahrscheinlich liegt mein ganzes Missfallen daran, dass meine eigene Anschauung etwas verdreht ist. Abgesehen davon hätte mir ja bereits beim Titel des Buches klar sein müssen, wie es endet. Dennoch: wenn schon, dann hätte das Buch wahrhaft triftige Gründe für die Sühne aufzeigen sollen und mir erklären müssen, wo genau denn nun der Fehler in R.s Weltanschauung lag.
Kurz gesagt: Das Buch hätte in der Lage sein sollen, auch mich zu bekehren. Doch an diesem Anspruch scheiterte es gänzlich. Es scheiterte dank seiner christlich-trivialen Oberflächlichkeit und verdient somit meinen ganzen Hass.
Fantastisches Schauspiel
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Dostojewskis "Schuld und Sühne" wird im allgemeinen als Kriminalroman gehandelt. Das wäre aber in etwa so treffend als würde man sagen, bei der Titanic hätte es sich nur um ein Boot gehandelt. Sicher geht es um einen Kriminalfall, aber das auch nur am Rande. Denn vielmehr beschreibt Dostojewski eine Charakterstudie, ein Psychogramm oder noch besser gesagt er betreibt hier, auf knapp 800 Seiten in kleinster Schrift, Psychologische Diagnostik. Er seziert seinen Charakter, Rodion Raskolnikow, bis ins kleinste Detail, lässt keine Emotion, kein Gefühl unbeleuchtet, unabgetastet. Er taucht mit einer Präzision und Schärfe in die Psyche seines Protagonisten ein, das der Leser unweigerlich das Gefühl bekommt er schwimme durch dessen Blutbahnen oder befände sich in irgendeinem Teil des Gehirns.

Nebenbei bekommt der geneigte Leser von Dostojewski einen Einblick in eine, nicht weniger detailreiche und farbenfroh gezeichnete Gesellschaft des Petersburger Lebens um die Mitte des 19. Jahrhunderts herum. Er nimmt uns mit auf eine Reise durch die Strassen, geht mit uns in Kneipen und Wohnungen bis man förmlich den Muff alter Möbel riecht, den Gestank in den Gassen, man kann quasi die Staubpartikel in der Luft sehen wenn sich jemand durch den Raum bewegt. Und, ach ja, natürlich leidet man mit Rodion Raskolnikow. Taumelt mit ihm von einem Fieberwahn in den nächsten und versteht ihn mit jedem Schritt ein wenig besser.

Auf keinen Fall erwartet den Leser hier eine genial konstruierte und geplante Tat des Mörders Raskolnikow, die ist eben so simpel wie schnell erzählt. Der Satz, "der größte Kriminalroman aller Zeiten" von Thomas Mann eingebracht, stiftet bei Unkenntnis schon einiges an Verwirrung. Erst wenn man dieses Meisterwerk gelesen hat weiss man jenen Satz zu deuten.

Nebenbei sei erwähnt das diese Ausgabe über einen umfassenden Anhang verfügt, der ein ausgiebiges Personenverzeichnis sowie eine Zeittafel und Anmerkungen bereit hält die einem das Lesen erleichtern, oder gewisse Unklarheiten, die auf die Sprache des 19. Jahrhunderts zurückzuführen sind, ausräumen sollen. Das Personenverzeichnis ist hierbei das hilfreichste Instrument, sich in Rodions Welt zurechtzufinden. Schliesslich wird er selbst in diesem Buch bei sechs verschiedenen Namen genannt die sich in den Feinheiten der russischen Sprache begründen. Als Beispiel hier der volle Name des Hauptprotagonisten: Rodion Romanowitsch Raskolnikow auch als Rodja, Rodjenka, oder Rodka bekannt. Viel Spass.
guter Einstieg für diesen Autor
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Sehr packendes Werk - die Übersetzung "Schuld und Sühne" ziehe ich der häufig gebrauchten Variante "Verbrechen und Strafe" übrigens deutlich vor. Poetischer und treffender zugleich.
Das Buch ist deutlich leichter zu lesen und zu verstehen als zum Beispiel der "Der Idiot" - ein guter Einstieg für das Befassen mit diesem Autoren.
Jahre her...
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
...ist es als ich dieses Buch gelesen habe, aber es ist bis heute und viele viele viele Bücher nachher das bedeutenste Buch welches ich je gelesen habe.
Die Inhaltsangabe würde keine DIN A4 Seite füllen, der Sachverhalt (Krimi) ist auch über 800 Seiten nebensächlich, aber ich habe selten einen Roman gelesen in dem die menschliche Psyche so fein seziert wird und Stückchen für Stückchen freigelegt wird. Dieses Buch findet innen statt.
Diese Buch war "schuld", das ich angefangen russisch zu lernen, da diese sprache mehr adjektive hat und zu meiner "Sühne" wollte ich einmal im Original lesen (leider noch nicht geschafft).
In guter psychischer Verfassung absolut lesenswert!!
Eine kurzgeschichte
3 von 5 Punkten 3 von 5 Punkten
... ist dieses Werk wahrlich nicht. Auf der einen Seite spannend geschrieben und tiefe Einblicke in die menschliche Psyche verschaffend, auf der anderen Seite endlos in die Länge gezogen.
Sicherlich ist es eine Kunst eine an sich kurze Geschichte ( ein Student begeht einen Doppelmord, gerät schnell unter Verdacht, jedoch kann ihm die Polizei nichts nachweisen. Das schlechte Gewissen setzt dem Studenten dermaßen zu, daß er sich selber der Justiz stellt und entsprechend bestraft wird. Fertig!), auf über 700 Seiten auszudehnen und es doch noch spannend zu halten. Jedoch wäre der Roman wesentlich schöner zu lesen gewesen, wenn der Umfang nur die Hälfte betragen hätte.
Fazit: Schuld und Sühne ist ein Klassiker der Literatur und man sollte zumindest den Inhalt kennen... wer also mein Rezension bzw. den in Klammern geschriebenen Text gelesen hat braucht das Buch nicht mehr unbedingt zu lesen ;)
© 1998-2009 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften
Produkt-Bild: Vom Glück sich selbst zu lieben: Wege aus Angst und Depression

Vom Glück sich selbst zu lieben: Wege aus Angst und Depression von Heinz-Peter Röhr

Broschiert von Patmos
Preis bei Amazon: EUR 14,90, Angebote ab EUR 9,00

5 von 5 Punkten
5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3491401240, Erscheinungsdatum: Juli 2008
Zoom ± Produkt-Bild: Vom Glück sich selbst zu lieben: Wege aus Angst und Depression

4 Kundenrezensionen:

Ein unglaublich gutes Buch
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Das Buch begleitet uns mittels des Märchens "Der Teufel mit den drei goldenen Haaren" auf eine Reise zu unseren Verletzungen (aus der Kindheit), Ängsten, Zwangshandlungen bis ins tiefste Dunkel unserer Seele. Dies hilft sehr beim Verstehen unseres Selbst, vom Zusammenspiel des Inneren (Glücks-)Kindes, des Herrscher-Ichs, der "Glücks-Wächter" und des Verdrängten in uns. Vor allem die vielen Beispiele aus der therapeutischen Praxis haben mir geholfen zu verstehen, woher meine Depression kommt. Es erfolgen auch viele Hinweise, auf welchen Wegen man aus der Depression kommt bzw. wie man mit seinen Ängsten umgeht. Ein unglaublich gutes Buch für uns Depressive und Angstgestörte.
sehr hilfreich!!
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Dieses Buch ist ein MUSS bei Ängsten und Depressionen! Man wird mit seinen eigenen Schattenseiten konfrontiert und kann an Ihnen arbeiten. Es lässt sich erkennen, woher die Schattenseiten kommen und dass man Sie auflösen kann! Auch bekommt man Einblicke in die Psychotherapie und es sind 2 interessante Übungen darin beschrieben.- Unbedingt lesen!
Absolut empfehlenswert
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Zunächst war ich durch das Märchen irritiert. Das ein Märchen jedoch das Leben so gut wiederspiegeln kann, hätte ich nicht gedacht.Unzufriedenheit innere Leeren oder Unruhe alles hat seine Gründe und Ursachen dieses Buch hilft einem diese zu finden und daran zu arbeiten. Ich bin wirklich froh das Buch bestellt zu haben und werde mir auch noch das Narzistische Gefängnis bestellen. Lob an den Autor !
hilfreiches Buch
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
zunächst war ich irritiert als ich das Märchen sah und dachte oh das kann nicht gut sein. Aber das Buch ist echt super! Wie die Geschichte doch auf das wahre Leben zutrifft.Das Buch hilft sich selbst zu verstehen. Woher die Leere kommt die man immer wieder fühlt, die Angst und die ständige Unzufriedenheit.Kurz gesagt ich bin begeistert und werde mir auch das Buch Narzißmus bestellen.
© 1998-2009 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften
Produkt-Bild: Sämtliche Märchen

Sämtliche Märchen von Hans Christian Andersen

Gebundene Ausgabe von Patmos
Preis bei Amazon: EUR 12,95

3,5 von 5 Punkten
3,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3491961033, Erscheinungsdatum: Dezember 2002, Auflage: 6., Aufl.
Zoom ± Produkt-Bild: Sämtliche Märchen

2 Kundenrezensionen:

Tolle Märchen
4 von 5 Punkten 4 von 5 Punkten
Sämtliche Märchen von Hans Christian Andersen in einem Band. Leider ist das Format des Buches ein wenig unglücklich, es entspricht dem normalen Taschenbuchformat. Daher ist sehr dick geworden, sodass es für kleine Kinder nur sehr schwer zu halten ist (auch ich als Erwachsene hatte manchmal meine Schwierigkeiten). Alle Märchen sind mit schönen Bildern illustriert.
Zusammenfassend kann man sagen, dass dieses Buch für märchenliebende Erwachsene sehr gut geeignet ist. Kleine Kinder, die noch nicht selbst lesen können, werden mit diesem Buch nicht viel Freunde haben.
leider sehr "klein"
3 von 5 Punkten 3 von 5 Punkten
Leider ist das Buch von seiner Grösse her sehr klein. Dadurch, dass so viele Märchen enthalten sind ist die Schrift auch ziemlich winzig. Die schwarz-weiss Zeichnungen sind ganz hübsch und nicht zu aufdringlich. Für meine Kinder ein eher uninteressantes Buch (sie wollen gerne mitlesen und sich auch mal in ein Bild vertiefen). Die Märchen sind für Erwachsene aber sehr schön zu lesen.
© 1998-2009 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften
Produkt-Bild: Das Kochbuch des Mittelalters: Rezepte aus alter Zeit, eingeleitet, erläutert und ausprobiert

Das Kochbuch des Mittelalters: Rezepte aus alter Zeit, eingeleitet, erläutert und ausprobiert von Trude Ehlert

Gebundene Ausgabe von Patmos
Preis bei Amazon: EUR 12,95, Angebote ab EUR 11,00

4,5 von 5 Punkten
4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3491960037, Erscheinungsdatum: 2000, Auflage: Sonderausgabe.
Zoom ± Produkt-Bild: Das Kochbuch des Mittelalters: Rezepte aus alter Zeit, eingeleitet, erläutert und ausprobiert

3 Kundenrezensionen:

Küchentipps für historisch Interessierte
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Wer schon immer mal wissen wollte, wie unsere Altvorderen sich kulinarisch verwöhnten, ist mit diesem Werk sehr gut beraten. In einfachen Schritten und mit leicht zu beschaffenden Rezeptzutaten wird hier für jedermann verständlich aufgeschlüsselt, welche Gerichte unseren Vorfahren besonders gut schmeckten. Zur normalen Alltagsküche ist dies in manchen Fällen eine interessante und wirklich wohlschmeckende Abwechslung. Nachkochen ist problemlos möglich und für die ganze Familie ein spannendes Erlebnis!
Viele Rezepte ausprobiert - und eins wird jedes Jahr an Weihnachten wieder gekocht!
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Ich finde dieses Buch einfach phantastisch... Es macht schon Spaß diese Buch einfach nur zu lesen und sich vorzustellen, wie das alles duftet. Das Wildragout habe ich mit einer Freundin vor einigen Jahren ausprobiert. Es hat uns so gut geschmeckt und wir kochen es jedes Jahr zusammen an Weihnachten. Nur der Gedanke daran macht mir schon wieder Appetit! Sehr schön geschrieben. Und man bekommt auch alle Zutaten. Einfach herrlich!
Empfehlenswert und Nachvollziehbar
4 von 5 Punkten 4 von 5 Punkten
Das Kochbuch des Mittelalters ist in erster Linie eben genau das: ein Buch voller Rezepte zum nachkochen. Darüber hinaus bietet es aber auch eine interessante Einführung in die Küche und die Nahrungsgewohnheiten des mittelalterlichen Menschen in Mitteleuropa. Auszüge aus historischen Kochbüchern und die Adaption der dort genannten Speisen auf unsere heutige Küche, wegen der heute eher schlechten Verfügbarkeit einiger Zutaten, und vollständige Quellenangaben runden das Werk ab. Einzig das etwas triste Design ist einem modernen Kochbuch abträglich, als Mensch des 21. Jahrhunderts hätte ich mir trotz des mittelalterlichen Themas ein paar Bilder gewünscht. Wen das aber nicht stört, der kann hier bedenkenlos zugreifen, und demnächst vielleicht einmal seine Freunde mit rotem Krebsgericht, gefülltem Hecht und Feigenpfeffer in Staunen versetzen.
© 1998-2009 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften
Produkt-Bild: Die Brüder Karamasow

Die Brüder Karamasow von Fjodor Michailowitsch Dostojewski

Gebundene Ausgabe von Patmos
Preis bei Amazon: EUR 12,95, Angebote ab EUR 11,50

5 von 5 Punkten
5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3491961238, Erscheinungsdatum: Juni 2004, Auflage: 1
Zoom ± Produkt-Bild: Die Brüder Karamasow

5 Kundenrezensionen:

Ein literarischer Schatz
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
"Die Summe seines Schaffens" steht auf dem Klappentext - und das stimmt, trifft man hier doch mehrere "Prototypen" seiner anderen großen Romane wieder, sofern man bei Dostojewskijs u nglaublich facettenreichen Figuren überhaupt von Prototypen sprechen kann. Da haben wir eine völlig integre und gutherzige Figur die an Fürst Myschkin aus "Der Idiot" erinnert, wir finden rationalistische Intellektuelle wieder wie Raskolnikow aus "Verbrechen und Strafe" oder Werchowenski aus "Die Dämonen", hinzu kommen andere Charaktere die man in solcher Ausprägung bei D. noch nicht kennengelernt hat, wie z.b. den alten Karamasow, ein Mensch der ausschliesslich von seinen Trieben geleitet wird, und nicht die Kraft hat der kleinsten Versuchung zu widerstehen.
Besonders fasziniert hat mich die Darstellung des Starez Sosima, ein Weiser, der offenbar in seiner spirituellen Entwicklung soweit vorangeschritten ist, daß man in quasi als einen "Heiligen" bezeichenen kann, ein Mensch der im Einklang mit sich, der Natur und seinen Mitmenschen lebt. Wenn man eine solche literarische Figur entwirft läuft man stets Gefahr, daß sie unrealistisch oder kitschig wirkt. Das ist hier aber nicht der Fall. Vordergründig erweckt Sosima den Eindruck ein wenig naiv zu sein, aber im Gespräch mit den Karamasows wird schnell klar, daß er nicht deshalb so ist, weil er die schlechten Gedanken nicht hat, sondern weil er alles schon durchdacht hat und einfach seinem Wesen entsprechende Schlüsse aus diesen Gedanken gezogen hat.
Zwar sind "Die Brüder Karamasow" nicht so intensiv und athmosphärisch dicht wie "Verbrechen und Strafe" oder "Der Idiot", allerdings konzentrieren sich diese Werke auch vor allem auf eine Person, während es bei den Karamasows 5-7 Protagonisten gibt, je nachdem wen man dazu zählt, die aber alle psychologisch so tiefgründig ausgearbeitet und schillernd sind, wie die meisten anderen Autoren nicht einmal eine Figur hinbekommen.
Im Grunde kann man auf 2 Arten an das Buch herangehen: 1. man liest es oberflächlich in ein paar Tagen weg, dann hält man einen spannenden Kriminalroman und ein interessantes Sittenporträt jener Epoche in Rußland in Händen... man wird dann kaum enttäuscht sein, wenn einem auch die Essenz entgeht. 2. man erforscht das Buch, ließt es mit Zeit, läßt das Gelesene auf sich wirken und greift vielleicht für etwas Hintergrundforschung auch mal zu einer Biografie und dem ein oder anderen Kommentar und man wird einen Schatz in Händen halten...
Einer der besten Romane, die je geschrieben wurden.
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Die Brüder Karamazow ist ein Familiendrama, eine Kriminalgeschichte, eine philosophische Abhandlung und vieles mehr.
Die Handlung kreist um drei Brüder, die zwar äußerlich sehr verschieden, aber alle von tiefer Leidenschaft ergriffen sind. Dmitri, der älteste, ist ein Soldat des Zaren. Iwan, der die Universität besucht hat, verkörpert den atheistischen Intellektuellen, der sehr von den gängigen wissenschaftlichen und beinahe schon mystischen Überzeugungen des aufkeimenden Sozialismus beeinflusst ist. Alexei schließlich, den der Leser die meiste Zeit über begleitet, ist Novize in einem Kloster und somit ein klassischer Antagonist seiner beiden Brüder. Allesamt stehen sie jedoch in unerbittlichem Konflikt mit ihrem moralisch verkommenen Vater Fjodor. Der vierte Bruder ist - so wird es zumindest im Buch angedeutet - Smerdjakow, Bediensteter und unehelicher Sohn von Fjodor Pawlowitsch Karamasow und Lisaweta Smerdjastschaja (wörtliche Übersetzung: Die Stinkende, eine Verrückte aus dem Dorf, die der Vater noch in seiner Jugend vergewaltigt zu haben scheint).
Dmitri geht es um Geld, das ihm der Vater angeblich noch schuldet, zum anderen um eine hinreißende Frau, Gruschenka, die beide heiraten wollen und die ebenfalls mit beiden - Vater und Sohn - zu kokettieren scheint . Dmitri schwört, den Vater töten zu wollen und greift ihn dann auch tatsächlich an. Als der Vater wirklich umgebracht wird, fällt der Verdacht natürlich sofort auf den ältesten Sohn, zumal dieser am Tatort war und scheinbar die 3000 Rubel, die sein Vater aufbewahrt hatte, um sie der Geliebten Gruschenka zu schenken, später ausgegeben hat. Er wird schließlich zur Zwangsarbeit in Sibirien verurteilt, akzeptiert dies zwar anfänglich als gerechte Strafe für seinen Hass und seine Mordgedanken, willigt dann aber doch den Fluchtversuchsplänen seines Bruders Iwan ein. Er wird sich nämlich zusammen mit seinem Bruder Alexej darüber bewusst, dass die Strafe, zumal er unschuldig ist, für ihn zu schwer wäre und er daran zu Grunde gehen würde. Der wirkliche Täter ist Smerdjakow, der sich am Tag vor dem Prozessbeginn erhängt. Unverkennbar ist hier die tief in die Handlung greifende ewig christliche Stellung zum Leben. Nicht umsonst erhängt sich Smerdjakow und folgt somit dem Vorbild seines literarischen Ziehvaters Judas Iscariot, der Christus an die Römer verraten hat. Auch ansonsten ist dieses Werk voll mit Glaubensfragen, die aus dem Standpunkt des gläubigen Sohnes Alexei betrachtet, stets auf die moralischen Grundwerte Dostojewskis und des orthodoxen Glaubens im Allgemeinen schließen lassen.
Mit diesem Hauptstrang der Handlung verweben sich weitere, so z.B. die Geschichte des Starzen Sosima, eines hoch angesehenen Mönchs aus einem Kloster nahe der Stadt, in dem Aljoscha eine Zeit lang gelebt hat; die Geschichte des Hauptmannes Snegirjow, der von Dmitri beleidigt und geschlagen wurde, und seines Sohnes Iljuscha, der diese Beleidigung nicht überwinden kann und schließlich krank wird und stirbt.
Der Roman entfaltet eine Fülle tiefer Gedanken über die christliche Religion und die in ihr aufgehobenen menschlichen Grundfragen nach Schuld und Sühne, Leid und Mitleid, Liebe und Versöhnung. Dabei gibt die Figur des Starzen Sosima Dostojewski die Möglichkeit, seine eigenen religiösen Überzeugungen zu vermitteln. Iwan steht für den intellektuellen, westlich denkenden Zweifler an Gott und allen Werten, der sozusagen an der Aufklärung erkrankt ist (Dostojewski war sichtlich nicht sehr darum bemüht, diese Aspekte zu überzeichnen oder zu karikieren). Seine Zweifel treiben ihn bis an den Wahnsinn, bis er sich von einem sehr mittelmäßigen Teufel verspottet glaubt. Er muss erkennen, dass er Smerdjakow den Anlass zu dem Mord gegeben hat und in Wirklichkeit dessen Gebieter war. Doch vor Gericht will ihm niemand Glauben schenken, da er in einer Art Fieberwahn spricht und weil die anwesenden Ärzte von seinen Visionen wissen. Vielmehr wird diese Aussage als Zeugnis seines Edelmuts von der Anklage gedeutet, da man ihm unterstellt, dass er lügt um den Bruder zu entlasten.
Die Brüder Karamazow (Dmitri der Soldat, Iwan der Intellektuelle, Alexej der Mönch, Smerdjakow der Lakai) kommen in ihrem Rang als literarische Figuren neben Don Quijote, Don Juan oder Faust zu stehen. Der Vater der Psychoanalyse Sigmund Freud soll gesagt haben, dass die Brüder Karamazow der beste Roman sei, der jemals geschrieben wurde. Doch auch Thomas Mann und Hermann Hesse waren völlig hin und her gerissen von der literarischen Größe und der philosophischen Wichtigkeit und Weitsichtigkeit dieses wundervollen Romans.
Empfehlung: Kaufen, egal in welcher Auflage oder von welchem Verlag od. welche Übersetzung. Eines der wichtigsten Bücher der abendländischen Kultur überhaupt. Besonders diese gebundene Ausgabe ist zu empfehlen, da sie sehr preiswert ist.
Genial!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Ich habe zwar lange gebraucht, aber es hat sich gelohnt. Das ist sicher (und hier stimmt es auch) einer der besten Romane der vergangenen und noch kommenden Menschheitsgeschichte. Dostojevsky kreiert einen ganzen Kosmos von interagierenden Figuren und schafft so eine eigenständige Welt, die die Realität letztlich so genau beschreibt wie es nur sehr wenige Romane schaffen. Oft scheitern Romane mit mehreren Figuren für mich daran, dass einige der Figuren im Ensemble langweilig wirken, jeder Mensch interessiert einen schließlich nicht, aber bei diesem Roman ist mir das niemals passiert. Es ensteht einfach ein atemberaubener Sog, alle Menschen scheinen zu verschiedenen Seiten eines eizigen Wesens zu verschwimmen ohne, dass man das Gefühl hat dass auch nur eine Figur zweidimensional wäre. Die Brüder Karamasov selbst stechen nochmal besonders hevor: ein Mönch, ein intellektueller Atheist oder Agnostiker, ein Lebemann und eine seelisch zurückgebliebende Kreatur, die empfänglich ist für absurde Botschaften, es erinnert gar an Selbstmordattentäter. Aber das allertollste oder vielleicht gleizeitig erschreckendste ist, dass die Gedanken in diesem Roman genau die sind, die wir heute denken. Wir haben uns geistig scheinbar nicht über das neunzehnte JAhrhundert hinausentwickelt, oder wir sind nach einigen fehlgeleiteten Versuchen wie dem Nationalsozialismus wieder dort angekommen, ich weiß es nicht. War Dostojevsky seiner Zeit so weit vorraus, oder stagnieren wir geistig. Im neunzehnten Jahrhundert dachte man, jetzt würde man bald alles erforscht haben, eine Formel für die Welt finden, dann machte die Quantenphysik einen Strich durch die Rechnung. Aber scheinbar ist es nur den Naturwissenschaften gelungen neue Ansatzpunkte zu finden, jegliche Form von moderner geisteswissenschaftlicher Erkenntnis ist in diesem Roman, der vor über hundert JAhren gschrieben worde schon enthalten. Unglaublich genial - das Buch für die Insel.
Zum Schluss noch ein Rat an den Leser: Nimm dir Zeit, dieses Buch liest man nicht nebenbei, es ist keine Lektüre vor dem Schlafengehen. Dieses Buch ist Qualitätszeit und verlangt die volle Aufmerksamkeit. Wenn es diese aber erhält, dann wird man es nicht bereuen, denn es ebenso unterhaltsam wie anspruchsvoll. Dafür hat man das Lesen erfunden!!!!
Gott oder nicht Gott
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Dostojewski beschäftigt sich quasi auf jeder Seite des Romans mit Fragen über die Existenz Gottes und die Bedeutung der Sünde sowie dem Umgang von verschiedenen Charakteren mit diesen Fragen. Die Spanne von Lösungen reicht von der Negierung der Existenz Gottes bis zur Annahme einer Gesamtschuld jedes Einzelnen und wird unglaublich mitreißend und einleuchtend dargestellt. Die Empfindungen der verschiedenen Charaktere beleuchten das Thema der Religiösität von verschiedensten Seiten und ermöglichen eine Vielzahl neuer Erkenntnisse. Absolut lesenswert.
A classic story
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
THE BROTHERS KARAMAZOV, which is one of Dostoyevsky's all time best, perhaps the best, adds to make him perhaps the best writer of all times. The author came up with so many great ideas and characters that are so real to life even in their complex emotions and rationales that we relate to the characters as if we are in their heads. In the end, not only do we have a great story, we are also left with a beautifully written work of political, psychological, sociological, ethical and psychological thought that is very true not only to Russia, but to other lands and peoples as well.
The greatest soul writer of all times and great contributor to human psychology successfully created a beautiful and amazing dynamism between the Karamazov brothers that has been the core of many stories after involving siblings. There is the unreliable father, the old Fyodor Karamazov whose life dominates his sons and whose death casts a huge shadow on their future.
Sensual Alyosha who is the youngest of the Karamazov brothers is the main character of the story, and he is noted for his strong faith in god and humanity, deep kindness and sense of sacrifice.
Ivan the atheist has a sharp mind and is the critical analyzer who seeks for meaning in everything. He is skeptical and dwells more on rationale in his dealing with people and issues. In the end, his intellectual mind misleads him and opens the doors to the nightmares in his life.
Dmitry is the sensitive brother who has a strong consideration for anything living, Smerdyakov their half-brother, is the cunning illegitimate son of old Fyodor Karamazov and works as Fyodor's servant.
The characters of the brothers and the events of their lives made for the complex and fascinating story of exceptional proportions, where faith, meekness, atheism, indifference and slavery to negative instincts and impulses are often in conflict. Faith and atheism or disbelief in God is taken to epic proportions in Ivan's encounter with the devil.
Dostoevsky stated that, "when there is no God, all is permitted.". That assertion is reinforced in books like UNION MOUJIK,THE IDIOT and CRIME AND PUNISHMENT. The absence of God or lack of faith in man makes it possible for man to thrive in his worst animal instincts. Even when man starts with good intentions, the absence of faith usually derails him to the point where the good intentions are overshadowed by the negative effects of his actions. My conclusion is that this is a rare masterpiece.
© 1998-2009 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften
Produkt-Bild: Der Untergang des Abendlandes

Der Untergang des Abendlandes von Oswald Spengler

Gebundene Ausgabe von Patmos
Preis bei Amazon: EUR 14,95, Angebote ab EUR 10,16

4 von 5 Punkten
4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3491961904, Erscheinungsdatum: Januar 2007, Auflage: 1
Zoom ± Produkt-Bild: Der Untergang des Abendlandes

5 Kundenrezensionen:

für "starke Denker"!
2 von 5 Punkten 2 von 5 Punkten
Der allseitig interessierte Vielleser wird sich früher oder später Oswald Spengler vorknöpfen - und nach der Lektüre viele verplemperte Stunden zu beklagen haben.
In seinem 1200-S.-Werk mit dem irreführenden Titel DER UNTERGANG DES ABENDLANDES ( GOETHE: Alles,was besteht, ist wert, daß es untergeht) stellt sich der Autor dem Leser als "Geschichtsforscher, Geschichtskenner und Geschichtsphilosoph " vor. Der Geschichtsphilosoph besitzt nach O.S.s Verständnis die angeborene, nicht lernbare Fähigkeit, die Bedeutung der Geschichte zu erkennen. Außer sich selbst benennt O.S. niemanden mit dieser einmaligen (mindestens seltenen) Begabung. Mit Abendland meint er die "gesamte westliche Welt". Der Untergang (der gesamten? westlichen Welt) könne - müsse aber nicht - in soundsoviel Jahren erfolgen. Geschichte ist für O.S. zwar sinnlos, aber bedeutungsvoll. (THEODOR LESSING, Geschichte als Sinngebung des Sinnlosen)
Für ca. 2020 prognostiziert er "starke Denker", die seine Philosophie und die Bedeutung der Geschichte verstehen werden. Wie die vielen Auflagen , Zitierungen, Erwähnungen und pos. Rezensionen seines "Unterganges" vermuten lassen, könnte er sich mit seiner Prognose geirrt haben.
Der "normale Denker" wird indessen große Teile des Werkes (zugestanden: nicht alles ) sterbenslangweilig und/oder unverständlich und/oder nichtssagend und/oder fehlerhaft finden. Oswald Spengler bemängelt an der deutschen Sprache, daß sie ihm nicht die Mittel biete, seinen Gedanken die passende sprachlich Form zu geben. Er konstruiert also: Z.B.: "negerhafter Cäsarenwahn". Was das genau zu bedeuten hat, geht auch aus dem Kontext nicht hervor; denn es gibt nirgendwo einen Kontext. O.S. hantiert mit seinen Ideen , wie wenn ein Mosaik-Künstler ein Bild mit der Schaufel getalten würde.
In dem 90S.-Kapitel mit der Überschrift "Pythagoras, Mohammed, Cromwell" werden Cromwell und Pythagoras folgendermaßen "behandelt" (und dann nicht wieder): "Er (gemeint: Puritanismus) erscheint im Heere Cromwells und seiner eisernen...Independenten, im Kreise der Pythagoräer, die ...Sybaris zerstörten..." Sybaris wurde -nebenbei gesagt- nicht von den Pythagoräern zerstört. Und ausgerechnet (den pädophilen Wegelagerer) Mohammed in die Nähe zu Puritanismus zu bringen , ist mehr als hanebüchen. Man findet allerdings in diesem Kapitel (wie auch in jedem anderen) "geschichtsphilosophische"
Erkenntnisse wie z.B.: "Das Gewordene kommt nach dem Werden" oder "Raum verhält sich zu Zeit wie Auge zu Blut."
Noch eine Leseprobe: "Das Bewegtsein des Leibes wird im Bilde der Außenwelt sinnlich und das von ihm abgezogene Gedankenbild als mechanisch -kausaler Zusammenhang begrifflich zergliedert."
Der Titel ist insofern irreführend, als O.S. eigentlich "Große Kulturen" untersucht ,beschreibt und vergleicht. Für O.S. SIND Große Kulturen Lebewesen
(nicht: sind wie). (GOBINEAU: Kulturen sind wie Lebewesen.) Sie werden geboren, reifen, altern ...und sterben. In entsprechenden Lebensaltern erscheinen analoge Ereignisse und Personen . Z.B. die "Zeitgenossen"
Aristoteles und Kant: Sie seien große Philosophen , aber nicht große Mathematiker gewesen.
Oder: Puritanismus bei Pythagoras und Cromwell.
Ein Leser findet es besonders tiefsinnig, daß O. S. den Bildhauer Polyklet (geb. 480 vor) und den Komponisten J. S. Bach (geb. 1685 nach) zu "Zeitgenossen" erklärt. Na, meinetwegen!
Wenn man nun wüßte, in welchem Jahr(-zehnt) O.S. die Große Griechische Kultur untergehen ließ (1453 wäre ein sympathisches Datum), könnte man ausrechnen, wann wir "dran" sind.
Major though controversial philosophy of universal history
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Spengler's two volumes, originally published in 1918 (with revised edition in 1923, vol.1) and 1922 (vol. 2), rank as a major, though controversial philosophy of universal history. The present edition has a new typesetting and a critical essay by Thomas Zwenger (vol. 2, pp. 677-727). The work still invites comment, and it must be said that its major chapter on religion misleadingly entitled "Problems of Arabian Culture" awaits critical evaluation even more than eighty years alter its original publication. It is based on Spengler's distinction between "Faustfan" and "magical" culture, with Islam, the final Synthesis of all Semitic religions, representing the realm of magic. Hopefully, this new edition will inspire scholars to take another look at what used to be a bestselling title during the author's lifetime (d. 1936). The editor and publisher are to be thanked for making the book available.
und es lässt einen doch wieder los. . .
3 von 5 Punkten 3 von 5 Punkten
Ja, Herr Spengler hat ein Mammutwerk geschrieben, das aus seiner Zeit betrachtet, visionär war und uns neue Erkenntnisse brachte.

Doch bei allem Lob stolpere ich bei ihm immer wieder über Stellen, die dermaßen daneben sind, dass ich das Buch irgendwann zur Seite legte:
Beispiele: Über Mann und Frau (S.961 ff.) "Der Mann ... begreift die Kausalität, die Logik des Gewordenen nach Ursache und Wirkung. Das Weib aber ist Schicksal, ist Zeit... Eben deshalb bleibt ihm (dem Weib) das Kausalprinzip ewig fremd." und weiter unten: "Der Mann führt Schlachten ... Das Weib erringt seinen Sieg im Wochenbett. ... Deshalb verachtet das Weib diese andere Geschichte, die Politik des Mannes, die sie nie versteht, von der sie nur weiß, dass sie ihr die Söhne raubt."

Auch wenn das Zitat aus dem Zusammenhang gerissen ist, zeigt es ein Frauenbild was exemplarisch ist für die dogmatische Argumentation des Herrn Spengler durch das ganze Buch hinweg. Alles ist einfach so, weil er irgendwelche Zusammenhänge sieht und andere ignoriert, so kann er über das Wesen von Millionen Menschen mit einem Satz urteilen, Geschichte nach seinem Gutdünken nochmal völlig re- und weginterpretieren, völlig undifferenziert, ohne kritische Abgrenzung zur Realität. Die Macht der Halbwahrheit ist hier sehr deutlich zu spüren, denn man muss sich im wahrsten Sinne des Wortes "aus seinem Bann lösen", Abstand zu seinen Thesen gewinnen.

Irgendwann auf diesen 1200 Seiten wird man dieser Art der Weltvereinfachung einfach überdrüssig, kann nicht mehr von Dingen lesen, die offensichtlich aus massiv tendenziöser Überinterpretation von Fakten im Lichte einer einzigen, der Spenglerschen, Wahrheit so zurechtgebogen wurden.

Wer also auch die Einseitigkeit dieser Argumentation nicht mag, den kann ich beruhigen: Man muss Herrn Spengler nicht gelesen haben, um sich Gedanken über den Untergang oder Fortbestand des Abendlandes zu machen.
Fels in der Brandung
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
"Das ist der Untergang des Abendlandes" pflegte meine Oma zu sagen, wenn im Fernsehen Berichte über die "Achtundsechziger" - die heutige Politikergeneration - erschienen. Der Titel von Spenglers Buch ist zu einem geflügelten Wort geworden, das den Bekanntheitsgrad seines Werkes bei weitem übertrifft. Schade eigentlich, dass Spengler heute überwiegend negativ beurteilt wird. Er hat den Versuch einer umfassenden vergleichenden Geschichtsbetrachtung unternommen, allein dieser Selbstanspruch macht ihn schon lesenswert. So oder so, historische Analysen sind immer relativ und Ansichtssache. Woran jedoch der Wert eines Historikers gemessen werden kann, ist seine Fähigkeit, auf Grund seiner Betrachtungen der Vergangenheit eine zutreffende Analyse der Gegenwart und eine Prognose für die Zukunft erstellen zu können. Und dies kann Spengler brillant. Generationen von Kritikern und Abschriftstellern haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Schwächen seiner morphologischen Betrachtungsweise herauszustellen. Doch letzten Endes können sie nicht an der Tatsache vorbei, dass Spengler in seiner Vorhersage Recht behalten hat. Die von ihm so genannte "Fellachenkultur" als Zukunftsbild der aufgeklärten Gesellschaft ist tatsächlich eingetroffen - und wir sind Teil von ihr. Vielleicht ist dies der Grund, warum Spengler immer wieder angegriffen wird? Aus der Vielzahl historischer Werke ist "Der Untergang des Abendlandes" wie ein Fels, dem auch der schmutzige Wind politisch verzerrter Urteile nichts anhaben kann. Absolut lesenswert und eine gute Alternative zur Bundeszentrale für politische Bildung.
Ein gigantisches Werk und Zeugnis echter denkerischer Kraft
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Wie sehr Oswald Spengler für mich zu den Hellsichtigen, ja Propheten zählt, messe ich allein an der Tatsache, dass seit dem Erscheinen dieses Werkes kein deutscher Historiker auch nur annähernd ähnlich brilliant auftrat. Weder im Denken noch in der Sprache, kann diesem Giganten einer von ihnen das Wasser reichen. International betrachtet verhält es sich ebenso. Das Werk Samuel Huntingtons -Kampf der Kulturen- zeigt, wie tief und selbstverständlich das Werk Spenglers in der globalen Denkerklasse rezipiert wurde und wird.

Ein in Deutschland vehement verleugneter Autor, von den mediokren Lehrplan-Technokraten für Höhere Schulen totgeschwiegen, vom Mittelmaß in der Wissenschaft beständig geschmäht: dies ist auch eine Bestätigung von Spenglers Aussagen, dass der Westen, die abendländische Kultur (die Faustische, wie er sie nennt) auf abschüssigem Gelände operiert. Wo wahre Größe fehlt, da satteln die Pygmäen ihre Ponys. Immer wieder widmet er sich den Sitzdenkern, wie er sie nennt, den Akademikern, die die Geschichte der Menschheit auf einem Zeitstrahl herauf und herunter fahren sehen - wie die rote Flüssigkeit in einem Thermoterglas.

Spenglers Morphologie der Weltgeschichte führt die Sitzdenker ad absurdum. Das haben sie ihm schon vor rund neunzig Jahren nie verziehen. Oswald Spenglers Werke (lesenwerter Einstieg in sein Denken: Der Mensch und die Technik, ein 80-Seiten-Essay) fehlen in keiner Regierungs-Bibliothek. John F. Kennedy hat die Exemplare geordert, die noch heute in der Bibliothek im Weißen Haus stehen.

Die dümmlichen Versuche, diesen Mann in die Nähe der Nationalsozialisten zu rücken, wollen nicht enden. Doch wen kümmerts denn? Hier haben wir einen Philosophen, verstorben 1936, den diese Gesellschaft (wieder)entdecken muss und wird. Es beruhigt im Grunde, was dort steht. Man ahnt dann wenigstens, wo die Reise hingeht, wo unsere Zivilisation enden wird. Wenn wir uns umblicken, wissen wir zugleich, dass der Prozess bereits im Gange ist. Das hat nichts mit Kulturpessimismus zu tun, das Wort ist viel zu klein für das, wofür uns Spengler die Augen öffnet.

Vieles, was er vor neunzig Jahren verfasst hat, ist genau so eingetreten -ein Grund mehr für seine Neider und Verleumder sich aufzuregen und ihn mit kleinkarierten Kritiken zu überziehen.

Ein Spengler-Zitat: Das Gegenteil von vornehm ist nicht arm, sondern gemein.

Kaufen Sie dieses Werk, es wird Sie nie mehr los lassen!
© 1998-2009 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften