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Der Weg in den neuen Kalten Krieg von Peter Scholl-LatourGebundene Ausgabe von PropyläenPreis bei Amazon: EUR 24,90, Angebote ab EUR 20,00 ![]() 4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3549073577, Erscheinungsdatum: November 2008 |
Aus der Amazon.de-RedaktionDer Mann ist ein echtes Phänomen. Während andere in seinem Alter schon 20 Jahre lang ihren Ruhestand in der Idylle genießen, ist Peter Scholl-Latour nach wie vor unermüdlich als Globetrotter in Sachen Kriege, Krisen, Katastrophen unterwegs. Wie der Altmeister der politischen Publizistik nebenher die Zeit findet, alle Daumen lang in Talkshows aufzutreten, auf Vortragsreisen durch die Republik zu tingeln und alljährlich ein bis zwei Bücher in Bestsellerqualität auf den Markt zu bringen, ist ein absolutes Mirakel. Peter Scholl-Latour ist nicht nur ein aufmerksamer Beobachter. Er verfügt über ein immenses Wissen über ethnisch-religiöse Hintergründe und historische Zusammenhänge, die die jeweiligen Ereignisse und Entwicklungen erst richtig begreiflich machen. Hinzu kommen seine inzwischen schon legendären prophetischen Gaben. Dies wird einmal mehr in Der Weg in den neuen Kalten Krieg deutlich. Auf den Titel sollte man sich nicht allzu sehr kaprizieren. Das Buch entstand während der Georgien-Krise, als die Spannungen zwischen Russland und den USA zu unverhohlener Feindseligkeit eskalierten, die stark an alte Zeiten erinnerten. Eine Episode, der der Autor aber nur ganze zwei Seiten in Form eines Prologs widmet. Ansonsten handelt es sich hier um eine Rückschau auf die wichtigsten Begebenheiten der letzten sieben Jahre im Spiegel von über 100 Beiträgen, Reportagen und Analysen, die er bereits anderweitig publiziert hat. Peter Scholl-Latour ist nämlich auch ein Meister der Mehrfachverwertung. Angereichert ist das Ganze mit einigen eilends ergänzten Statements zu brandaktuellen Themen wie die Finanzkrise und die Wahl Barak Obamas zum US-Präsidenten. Zur Erheiterung tragen launige Interviews bei, in denen sich der passionierte Polemiker und kokettierende Misanthrop („Der Mensch ist das schlimmste Raubtier“) auch einmal über so profane Dinge wie seinen Spitznamen Scholl-Amour oder seinen ärztlich attestierten überdurchschnittlichen Testosteronspiegel auslässt. Aufschlussreich ist diese Chronik allemal. Indem sie tagebuchartig an den 2001 unter dem Eindruck der Terroranschläge des 11. September erschienenen Fluch des 21. Jahrhunderts anknüpft, bilanziert sie zum Ausklang der Ära George W. Bush die unheilvollen Auswirkungen der Politik der Neo-Cons, die Scholl-Latour nachgerade als eine Clique „Halbverrückter“ klassifiziert, „nicht weit vom Faschismus entfernt“. Ein Buch, das wieder einmal reichlich Munition für Auseinandersetzungen über weltpolitische Fragen liefert. Und, da sind wir sicher, Fortsetzung folgt! Arnold Abstreiter 4 Kundenrezensionen:Unbestechliche und skeptische Analyse der Krisenherde dieser Welt vom "greisen König der Unken" 5 von 5 PunktenMit dem vorliegenden Buch dokumentiert der bekannte Journalist und ARD-Korrespondent Peter Scholl -Latour Texte aus Dokumentationen, Presseartikeln und Interviews seit den Terroranschlägen auf das World Trade Center am 11.09.2001 in New York. Er hat sie in strenger chronologischer Folge abgedruckt und, wie er in seinem Prolog betont, ohne nachträgliche Berichtigung gelassen. Als "greisen König der Unken" habe man ihn oft, durchaus wohlwollend, bezeichnet. Wenn er jetzt unveränderte Texte aus acht Jahren vorlege, dann wolle er damit zeigen, dass er, wie weiland Kassandra, mit den meisten seiner Analysen und Vorhersagen recht behalten habe. Dies tue er auch deshalb, weil er damit rechne, mit seiner neuen These von einem "Neuen Kalten Krieg", in den wir schon längst zurückgefallen seien, auf heftigste Kritik zu stoßen. "Die Beschwichtigung von Politikern und Publizisten, die sich daran gewöhnt haben, harte Realitäten zu leugnen oder schön zu reden, bis das Unheil über sie hereinbricht, kann daran nichts ändern ...Gemessen an den Spannungen, die unsere gegenwärtige Situation einer enthemmten strategischen Globalisierung kennzeichnen, mag uns der ,Kalte Krieg von gestern' - nachdem einmal der apokalyptische Punkt der Kubakrise überwunden war - als eine verlässliche Kohabitation von zwei konträren Machtsystemen erscheinen." Die Lektüre der über hundert Texte verschafft dem Leser einen engagierten und klugen, dabei immer analytisch skeptischen Überblick über die Krisenherde und Spannungsgebiete der Welt in den letzten acht Jahren zwischen 9/11 und der Wahl Barack Obamas zum neuen amerikanischen Präsidenten, die er in einem kurz vor der Drucklegung des Buches geschriebenen Epilog würdigt, in dem er auch auf die Ursachen und Folgen der weltweiten Finanzkrise eingeht. In ihr sieht er die Gelegenheit und auch die Hoffnung, dass die Europäer wieder zu einer gemeinsamen Politik finden, die sie in den bevorstehenden Auseinandersetzungen und Konflikten in diesem Neuen Kalten Krieg auch dringend brauchen, wollen sie nicht von den neuen Achsenmächten gegen die Wand gedrückt werden. Wieder einmal zeigt sich Peter Scholl -Latour als der unbestechliche, in kein politisches Schema einzuordnende Realist und Skeptiker, der ohne ideologische Scheuklappen die Konflikte in der Welt analysiert. Auf den neuen US-Präsidenten Obama sieht er schwere Zeiten zukommen, und wie so viele fragt er sich, wie Obama mit der schweren Hypothek der Regierungsjahre von Bush wirklich regieren kann. Man kann sicher sein, schon bald nach den ersten hundert Tagen dieses ersten schwarzen Präsidenten wird Peter Scholl-Latour auf seine unnachahmliche Art eine politische Zwischenbilanz ziehen, sei es im TV als Kommentator oder als Gastautor einer Tages- oder Wochenzeitung. Die Lektüre dieses Buches gleicht einem Schnelldurchgang durch die ersten Jahre des neuen Jahrtausends und ist genauso atemberaubend wie das, was es beschreibt. Der greise König der Unken 5 von 5 PunktenNach dem Ende des Kalten Krieges und dem Zusammenbruch der Sowjetunion trat der Westen als Sieger der Geschichte auf. Nato-Osterweiterung, Balkankriege, Afghanistan-Einmarsch oder Irak-Feldzug - sie alle wurden ohne Rücksicht auf Russland oder andere Mächte in Szene gesetzt. Einer der wenigen, die diese Muskelspiele von Anfang an mit Skepsis beobachtet haben, ist Peter Scholl-Latour. Frühzeitig hat Deutschlands erfahrenster Kommentator des Weltgeschehens vor der Isolation Russlands, der Explosivität des Nahen und Mittleren Ostens, der Herausforderung durch China und der Überdehnung der westlichen Kräfte gewarnt. Auch die aktuellen Konflikte im Kaukasus, in Pakistan, im Iran oder im Osten Afrikas hat er seit langem vorausgesehen. Sie alle sind die Vorzeichen eines neuen Kalten Krieges zwischen Moskau, Peking und Washington, den der Westen nur verlieren kann. Im Buch wird der Zeitraum von 2001- 2008 abgedeckt. Auch die Situation Deutschlands, in der Weltpolitik betrachtet Peter Scholl-Latour äußerst skeptisch. Er zeigt auf wie die Regierung sich willig von den USA missbrauchen lässt (auch die NATO) und die Folgen für Deutschland katastrophal enden könnten. Internationale Analyse von 2001 bis 2008 4 von 5 PunktenPeter Scholl-Latour gibt in seinem neuen Buch einen chronologischen Rückblick der internationalen Ereignisse von 2001 bis 2008. Anstelle des bipolaren Konfliktes des Kalten Krieges miz den beiden Supermächten sind die USA als Gewinner hervorgetreten. Diese Führungsrolle wurde jedoch missbraucht, indem man als Weltpolizist auftreten wollte und sich imaginäre Gegner, welche man als Schurken oder Terroristen bezeichnete, geschaffen hat. Neben dem offiziellen Ziel, anderen Nationen zu Demokratie zu verhelfen, scheinen ökonomische Aspekte den Ausschlag der Interventionen gegeben zu haben. Das bekannte Resultat ist leider erschreckend. Die zwei angezettelten Kriege in Afghansitan und Irak haben sich für die Bevölkerung dieser Länder, sowie ebenfalls für die USA, als Katastrophe entpuppt, und Chaos und Bürgerkrieg hinterlassen. Die Invasoren haben bis heute keine Friedenslösung gefunden. Aus Besatzern wurden hilflose Belagerte. Das Ziel einer Befreiung und Demokratisierung dieser Länder wurde verfehlt. Es entwickelte sic hein asymmetrischer Konflikt wo ein hochgerüsteter Staat kleine Gruppen von Widerstandskämpfern nicht bezwingen kann. Neben diesen Schauplätzen rumort es ebenfalls in Afrika (Kongo, Sudan,...), Libanon, Palästina, Georgien, um nur einige zu nennen. Hinzu kommt der wirtschaftliche Zusammnebruch 2008, ausgelöst durch die Immobilienkrise der USA. Es scheint dass die USA, welche ihre Führungsrolle missbraucht haben, diese in Zukunft mit anderen Staaten teilen muss (ein aufstrebendes China, ein wiedererstarkendes Russland ?, das « alte Europa » falls es der EU gelingt geschlossen aufzutreten). Ebenfalls darf man gespannt sein, was der Präsidentenwechsel der USA bewirkt. Scholl-Latour hat wieder kein Blatt vor den Mund genommen, alle Schauplätze kritisch analysiert, und mit Hilfe seiner jahrzehntelangen Erfahrung die nötigen Schlüsse gezogen. Trotz des Alters des Autors bleibt zu hoffen, dass noch weitere kritische Werke folgen. Analysen und Prognosen 4 von 5 Punkten"Terrorismus ist nicht die Definition für einen Gegner, sondern für eine Form der Kriegsführung." (Prof. Zbigniew Brzezinski) In seinem Prolog gibt der "greise König der Unken" (zu dem er einst von einem wohlgesinnten Kollegen gekrönt wurde) zunächst eine kurze Bestandsaufnahme der Gegenwart. Hierbei stellt er fest, dass der "Kalte Krieg von gestern" nach der überwundenen Kubakrise eine geradezu verlässliche Kohabitation zweier konträrer Machtsysteme gewesen sei. Diese hatten sich in entlegenen Weltgegenden zwar Stellvertreterkriege geliefert, jedoch auch gleichzeitig in mitunter an Komplizenschaft erinnernder, gegenseitiger Konsultation und Mitteilung, geübt. Im strategischen Patt des nuklearen Vernichtungspotentials genossen auch die Westeuropäer einbeachtliches Maß an Sicherheit und Stabilität, in dem sie sich in Ruhe der Häufung ihres Wohlstandes widmen, sich jeder schicksalhaften Verantwortung entziehen konnten. Mit dem Untergang der Sowjetunion fand diese bipolare Weltordnung ein Ende. Auf eine kurze hegemoniale Phase mit der Hoffnung auf eine "pax americana" sollte der multilaterale, asymmetrische "Neue Kalte Krieg" folgen, der sich jedem Kalkül und heimlicher Abstimmung entzieht. Nach einem Rückblick auf Entwicklungen (Süd-Ossetien), die er bereits 1996 in seinem Buch "Das Schlachtfeld der Zukunft" vorausgesehen hatte, bildet ein recht persönliches Interview mit dem Nachrichtenmagazin Focus den Abschluss der Einleitung. Hierin bekennt der 84jährige Journalist und Publizist, der im Besitz der französischen und deutschen Staatsangehörigkeit ist, unter anderem, dass er lediglich noch nicht in Ost-Timor gewesen sei. Mit den Überschriften seiner acht Kapitel, die er nach den chinesischen Sternzeichen als "Jahr der Schlange" (2001), des Pferdes (2002), des Schafs (2003), des Affen (2004), des Hahns (2005), des Hundes (2006), des Schweins (2007) und Ratte (2008) tituliert hat, huldigt der Autor einem Kulturkreis, dem im Zuge der Globalisierung eine eminente Bedeutung zukommt. In 100 Essays und zwei weiteren Interviews gibt Dr. Scholl-Latour einmal mehr Beispiele einer multidimensionalen Betrachtungsweise, die sich auf profunde Geschichtskenntnisse, eigene Erfahrungen vor Ort, differenzierte Analysen und daraus resultierende, vielmals treffende Zukunftsprognosen begründet. Hierzu einige Beispiele: Ein zentrales Thema des "Deutsch-Franzosen" sind die Kernstaaten des Abendlandes, die als "Karolingischer Block" mit mehr als 140 Millionen Menschen über mehr Einwohner und eine stärkere Wirtschaftskraft als die Russische Förderation verfügen (Seite 81). Diese "Karolingischen Keimstaaten" sollten sich anders als, und gegenüber den USA zu einer Regionalmacht ohne globale Hybris entwickeln, die dem Kontinent wieder Eigengewicht und Würde verleiht (S. 169). George W. Bush hat sich in seinem globalen Hegemoniebestreben (S. 79) mit seinem "Feldzug gegen die Schurkenstaaten und die Achse des Bösen" in den Treibsand eines unbegrenzten Phantomkrieges verirrt (S. 123). Bereits 1997 hatte Tariq Aziz gegenüber Scholl-Latour prognostiziert, dass der US-amerikanische Feldzug zu einer heillosen Verzettelung und zum Fehlschlag verurteilt sei (S. 49). Das Scheitern der vorzüglichen Armee Israels bei ihrer Libanon Offensive im Jahre 2006 war ein typisches Beispiel für die Unfähigkeit konventioneller Streitkräfte gegen Gotteskrieger (Hizbullah), die auf Zermürbung und Abnutzung S. (343) setzen, zu obsiegen. Während Donald Rumsfeld Bulgarien und Albanien als Beispiel des "Neuen Europa" (S. 47) lobte, wurden die Deutschen ignoriert und die Franzosen bestraft (S. 162), da sie sich nicht der "Koalition der Willigen" (S. 172) anschließen wollten. In Hinblick auf die "maßlose Ausweitung der EU" auf 27 Mitglieder sollten wenigstens Deutschland und vielleicht der karolingische Kern des Abendlandes einen unabhängigen Standpunkt zu vertreten und eine souveräne Außenpolitik und Strategie für Europa zu definieren (S. 232) Die Mehrzahl der im Westen agierenden Terroristen seien Intellektuelle der dritten Einwandergeneration., die im Trugschluss einer törichten "Multi-Kulti-Ideologie" als integrierte Bürger galten (S. 175). Die von Amerika gewünschten "Freien Wahlen" in den Staaten des Orients kämen unweigerlich den islamisch orientierten Parteien zugute (S. 195). Die Demokratie drohe am Ende an der Heuchelei ihrer Prediger zu ersticken, indem z. B. Weißrussland die Teilnahme an den europäischen Institutionen von Straßburg verweigert wird, während die Despoten des Südkaukasus (Georgien & Aserbaidschan) weiterhin hochwillkommen sind (S. 200). Das Raketenabwehrsystem in Polen und die Radaranlage in Tschechien sind eine Provokation Russlands, die eine Stationierung von Raketen der Kaliningradskaja Oblast nach sich ziehen wird (S. 249). Unter der Überschrift "Großmacht ja, Weltmacht nein" gibt der einstige Jesuitenschüler Peter Scholl-Latour am 30.11.2007 der als Sprachrohr der Neuen Rechten bezeichneten Wochenzeitung "Junge Freiheit" ein Interview (S. 267). Dennoch lässt sich der Verehrer Charles de Gaules und Sympathisant Helmut Schmids nicht in die Rechte Ecke stellen, wenn er feststellt, dass die Partei "Die Linke" von Ihren Gegnern als Nachfolgeorganisation der kommunistischen Funktionäre der DDR diffamiert wird, dies aber schon längst nicht mehr ist (S. 328). Auf Seite 28 bekennt er sogar, dass er mit Oscar Lafontaine befreundet ist und ihn manchmal zusammen mit Peter Gauweiler treffe (S. 28). Außerdem haben sich die Warnrufe des Linksozialisten und seine Verdammung des Turbo-Kapitalismus als weitgehend berechtigt erwiesen. (S. 328). Der Präsident der Deutsch-Arabischen Gesellschaft konstatiert, dass selbst der Rückzug auf die Grüne Linie von 1967 den Israeli nicht gedankt, vielmehr als Zeichen der Schwäche gedeutet würde (S. 314. Mit "Der Schwarze Mann im Weißen Haus" vom 5. November 2008 (S. 333) gibt es einen hochaktuellen Abschluss und einen zukunftorientierten Ausblick von Scholl-Latours Analysen für alle regionalen und globalen Konflikte des "Asymmetrischen Krieges". Da nicht jedem Leser entsprechende Vorkenntnisse unterstellt werden können, wäre ein Glossar. mit Erläuterungen zu Manichäer (S. 13), Rapallo und Taurogen (S. 272), Umma usw., sowie die eine oder andere Landkarte wünschenswert gewesen. 4 Amazonsterne. |
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Der schwarze Schwan. Die Macht höchst unwahrscheinlicher Ereignisse von Nassim Nicholas TalebGebundene Ausgabe von Hanser WirtschaftPreis bei Amazon: EUR 24,90, Angebote ab EUR 21,00 ![]() 3,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3446415688, Erscheinungsdatum: Oktober 2008 |
5 Kundenrezensionen:Ein Buch für die Finanzkrise und alle Krisen die noch kommen werden 5 von 5 PunktenIch musste bei diesem Buch erst einmal nachschauen, wann es geschrieben wurde, denn es liest sich so, als beschreibe es die aktuelle Finanzkrise (Stand Dez. 2008) aus einer geschichtlichen Warte! Das Unwahrscheinlichste ist eingetreten und keiner hat es kommen sehen (auch wenn im Nachhinein jetzt etwas anderes behauptet werden wird). Hätte ich das Buch doch nur ein Jahr früher gelesen ;-) Es hat mir sehr viele Aspekte zum Thema Wahrscheinlichkeiten / Statistik / Vorhersagen eröffnet, die ich in meinem Studium zwar gelernt habe, mich dabei aber meist ein komisches Gefühl begleitet hat. Die Widmung an Benoit B. Mandelbrot (von dem mich das Buch: "Fraktale und Finanzen: Märkte zwischen Risiko, Rendite und Ruin" begeistert hat) war für mich übrigens der Kaufgrund. Und ich wurde nicht enttäuscht! Zusammengefasst: Die Möglichkeit, dass Dinge passieren, die wir (unsere Finanzberater und wer auch immer Dinge über die Zukunft verfasst) überhaupt nicht auf der Naht haben, ist viel eher gegeben als wir denken. In vielen (nicht allen) Bereichen des Lebens gibt es kein gemitteltes Risiko das berechnet werden kann, sondern nur hop oder top. Stellen Sie sich darauf ein. Wir wiegen uns in Sicherheit von mathematischen Modellen, die dem Außergewöhnlichen und dem Extremen viel zu wenig Platz einräumen und wundern uns dann, dass es in die Hose geht. Der Schreibstil ist - gelinde gesagt - aggressiv, aber das macht es nur amüsanter zu lesen. Randnotiz: Einige Kommentatoren empfinden das Buch als zu banal - richtig, naja vielleicht! Aber lieber banal und "im Großen und Ganzen richtig" als "Genau falsch". Ein außerordentlich wichtiges Buch mit mannigfaltigen philosophischen und auch theologischen Implikationen 5 von 5 PunktenMan kann dieses außergewöhnliche Buch lesen als ein Wirtschaftsfachbuch. Jedenfalls kann man es allen Ökonomen und Wirtschaftspolitikern nur dringend zur Lektüre empfehlen. Man kann es aber auch lesen als ein philosophisches Werk, ein Buch, das sich ausführlich befasst mit Phänomen, die unvorhergesehen geschehen, die niemand voraussagen kann und deren nachträgliche Erklärung auch nicht wirklich befriedigt. Nassim Nicholas Taleb war über zwei Jahrzehnte Börsenhändler an der New York Stock Exchange. Aus dieser Tätigkeit hauptsächlich mit Derivaten hat er auch eine Vielzahl seiner in diesem Buch dokumentierten Erkenntnisse gewonnen. Er gilt heute als "Hauptdissident der Wall Street" und will der Öffentlichkeit die Augen öffnen über das, was eigentlich nie passieren dürfte - und was dann doch ständig geschieht. Der Titel des Buches spielt auf die Überzeugung der Europäer an, die bis ins 17. Jahrhundert dachten, es gäbe nur weiße Schwäne, bis nach der Entdeckung Australiens dort schwarze Schwäne entdeckt wurden. Talebs Frage ist folgende: Kann es eine Theorie der Katastrophe geben, mit der sich der Mensch und die Gesellschaft, in der er lebt, vor dem finanziellen, persönlichen und politischen Desaster schützen können ? In seinem schon 2003 in den USA erschienenen Buch, das jetzt auf Deutsch vorliegt, hat er die Finanzkrise, die 2008 aus heiterem Himmel zu kommen schien schon vorhergesagt. Vor allem hat er beschrieben, warum sie kommen wird, - und er hat recht behalten. Von den vielen anderen Katastrophikern aller Couleur unterscheidet Taleb aber sein weiter Ansatz, der sich eben nicht nur auf die Finanzkrise beschränkt, sondern der, so sagt er, auf die Politik, auf Menschheitsfragen und auch auf das persönliche Leben übertragbar ist. Ein Treppenwitz ist es dabei allerdings, dass dieser Mann derzeit als der großer Prophet gefeiert wird, wo er doch in seinem Buch genau beschreibt, dass gerade die Tendenz, Entwicklungen zu berechnen und vorhersagen zu wollen, eine der Ursachen darstellt dafür, dass Wirtschaft und Gesellschaft dann von Katastrophen so hilflos überrascht werden. Taleb sagt, die Menschen sind blind gegenüber dem Zufall und blind gegenüber dem Risiko, gerade da, wo Experten irrtümlich glauben, die Risiken berechnen zu können. Meistens klammern Entscheidungen, die in die Zukunft gerichtet sind, konsequent die Möglichkeit aus, dass es dabei zu einer unerwarteten Katastrophe kommen könnte, zu einem sogenannten "Schwarzen Schwan". Einem Ereignis also, das ein absoluter Ausreißer ist, und außerhalb regulärer Erwartungen liegt. Zweitens hat dieses Ereignis enorme Auswirkungen und es werden im Nachhinein die unmöglichsten Erklärungen dafür konstruiert. Er nennt viele Beispiele für "Schwarze Schwäne", die nicht alle restlos überzeugen: die derzeitige Finanzkrise, die Anschläge des 11. September, ein Tsunami wie der vor einigen Jahren, die Auslösekette für den Ersten Weltkrieg, die militärische Hilfe der USA für die Islamisten in Afghanistan gegen die sowjetische Besatzung... Aber es gibt auch positive Schwarze Schwäne. Er nennt als ein historisches Beispiel dafür die zufällige Verunreinigung einer Laborprobe mit Penizillinschimmel, die zu einer völlig neuen Form der Infektionsbekämpfung führte. Natürlich hat man einen solchen Mann oft gefragt ( er ist in Talkshows und Interviews ein willkommener Gast), wie der Mensch solche Katastrophen verhindern kann. Taleb stellt die Fähigkeit des Menschen dazu grundsätzlich in Frage und empfiehlt stattdessen, nicht zu versuchen, die Wahrscheinlichkeit bestimmter Katastrophen vorherzusagen, sondern sich einfach auf die Tatsache vorzubereiten, dass es eine Katastrophe geben wird. Das heißt schlicht und einfach, Bereiche zu meiden, die im weitesten Sinn katastrophenträchtig sein könnten. Aktien zum Beispiel, das Bauen in einer Erdbebenregion wie Los Angeles u.v.a. Während Taleb immer wieder in seinem lesenswerten Buch in der Tradition anderer großer Denker und Philosophen Zurückhaltung fordert, lernt der Leser viel über die großen Philosophen und über die Geschichte der Ökonomie, ohne es richtig zu merken. Auch wenn es manchmal in der Fülle der Beispiele den Überblick verliert, zieht einen das Buch mit vielen interessanten Überlegungen und Geschichten in seinen bezaubernden Bann. Am Ende dieser Lektüre ist der Leser nicht nur schlauer, sondern auch um Vieles skeptischer, was Prognosen angeht. Wir können uns nicht absichern; wer das behauptet, ist ein Scharlatan. Menschen müssten lernen, so denkt der Rezensent, der immer auch mal wieder über die theologische Bedeutung von Vorgängen nachdenkt, mehr auf sich selbst zu vertrauen und zu lernen, dass alles endlich ist, auch ihr Leben, ihr Wohlstand , ihre Gesundheit, ihr Glück. Jeden Tag neu dankbar das Leben annehmen und leben, anstatt wie der Reiseesel Mallorca bei Janosch immer nur in der Ferne zu leben, weil doch dort angeblich das Glück wohne... (vgl. Janosch, Komm, wir finden einen Schatz!), darauf kommt es an. Die Sucht nach Vorhersagen, die Illusionen, die sich Menschen und Politiker dabei hingeben, das ist das eigentliche Opium, das sie konsumieren und mit dem sie ihr Leben glauben zu bewältigen, und nicht, wie viele Kritiker in letzter Zeit wieder verstärkt meinen, die aufgeklärte Religion. (vgl. hierzu: Alexander Kissler, Der aufgeklärte Gott, Pattloch 2008). Eine Ode an das selbständige Denken 5 von 5 PunktenDer Empiriker befasst sich damit, daß es unmöglich ist aufgrund der Vergangenheit Prognosen für die Zukunft zu treffen und erklärt warum man Experten, Statistikern usw. nicht so einfach glauben sollte, vor allem in wirtschaftlichen Belangen. Macht aber glaubhaft, daß Kaffee trinken weiterhin sicher ist, da die Billionen Elementarteilchen aus denen der Becher besteht nicht mehrmals hintereinander in die gleiche Richtung springen werden damit dieser von selbst umfällt. Er schreibt von der Angewohnheit vieler Menschen nur die Infos zu akzeptieren, die in ihr Weltbild passen, wie sie sich dadurch selbst behindern, daß durch welche Kontrollzwänge psychische Krankheiten entstehen und aus welchen Gründen in der Religion halt gesucht wird. Davon daß viele glauben mehr zu wissen als sie es tatsächlich tun und der umgekehrte Fall eine wahre Rarität ist. Daß wenn wir den Erwartungen von anderen nicht entsprechen es nur wehtut wenn wir diese selbst hegen. Ein wirklich tolles, interressantes, intelligentes und witziges Buch, das motiviert, zum nachdenken anregt und lehrreich ist. Geeignet für alle, die sich dafür interressieren, warum die Welt ist wie sie ist. In diesem Sinne: immer schön neugierig und skeptisch bleiben !! Vorsicht, nichts für fanatischer Statistiker 5 von 5 PunktenTaleb beschreibt auf hervorragende, allerdings sehr eigensinnige und gewöhnungsbedürftige Weise ein Phänomen, das uns alle betrifft, ob wir das nun wollen oder nicht. Interessant auch das Timing seines Buches, das just zu einem Zeitpunkt erscheint, an dem seinem beispielhaften Truthahn, der bis jetzt nur gefüttert wurde, und der deshalb so falsche Schlüsse über das Wesen der Welt gezogen hat, unvermittelt der Hals umgedreht wird. Einer von Talebs Lieblingsfeinden sind dabei quantitative statistische Methoden zur Einschätzung wirtschaftlicher Risiken und dabei insbesondere Normalverteilungen. Dabei grenzt er zwischen Fällen ab, in denen diese statistischen Methoden zulässig sind, dem so genannten "Mediokristan" und denen, in denen sie katastrophal versagen, dem so genannten "Extremistan". Leider rutscht der Autor stellenweise in esoterisches Geschwafel ab, etwa wenn er über fraktale Symmetrien in der Natur fantasiert. Leider versäumt er es auch, und das ist sein größtes Problem, darauf hinzuweisen, dass Normalverteilungen beileibe nicht das einzige statistische Instrument sind, eine Tatsache, an der viele Kritiker, unter anderem in hier veröffentlichten Rezensionen, ansetzen. Diese Kritik erinnert jedoch eher an picklige StarTrek-Fans, die über die Form von Warpkernen diskutieren, anstatt sich darüber klar zu sein, dass es gar keine Warpkerne gibt. Wer jedoch im Gegensatz zu einigen dieser Kritiker zwischen den Zeilen lesen kann, genügend Intelligenz besitzt, die angesponnenen Gedankenfäden fortzusetzen, und begreift, dass das Leben kein Schachspiel ist, wird erkennen, dass sich Talebs Kritik auch auf andere mathematische Methoden erweitern lässt. Es geht in diesem Buch daher letztendlich um die Wahnvorstellung, alles und jedes im Leben ließe sich quantifizieren und statistisch schematisieren. Nehmen wir das Buch als Anregung zu eigenen Gedanken. Heiterer Glaubenskrieger 4 von 5 PunktenDie Wahrscheinlichkeit ist groß, ein interessantes Buch in den Händen zu haben, wenn neben Fünfsternbewertungen auch solche mit nur einem zu finden sind. Denn dies deutet meist darauf hin, dass es sich um Angriffe auf Glaubensmodelle handelt, deren Infragestellung Verhaltensmuster ebenso erschüttern wie Institutionen und Bildungsstätten. Entsprechend harsch reagieren denn auch viele Leser. Ein Meisterwerk, wie der Chefredaktor von Wired, Chris Anderson, das Buch von Nassim Nicholas Taleb bezeichnet, ist es zwar nicht. Aber zur Lektüre kann ich es allemal empfehlen. Selbst wenn mich die Übersetzung wenig überzeugt und der Autor allzu sehr dazu neigt, gesprochene mit geschriebener Sprache zu verwechselt. Mir gefiel dieser essayistische Rundschlag gegen Wahrsager, Kurventechniker und Planungsfritzen. Zumal sie ihre Lehren noch immer ohne großen Widerspruch und meist gut bezahlt weitergeben. Ironie des Schicksal ist es, dass Talebs Buch selber ein schwarzer Schwan ist und Auflagen erreicht, die sich zwar jeder Autor wünscht, aber kaum beeinflussen kann. Der ehemalige Trader mit libanesischen Wurzeln schrieb wie viele andere Autoren nichts Neues, hatte jedoch das Glück, dass seine Version Aufmerksamkeit erregte und sich ausbreitete. Und da sich sein Schreibstil auch von allem unterscheidet, was in Creativ Writing-Seminaren oder Fernkursen für künftige Erfolgsautoren gelehrt wird, weckt ein solcher Erfolg noch mehr Neid. Nassim Nicholas Taleb füllt die Seiten aber bestimmt nicht mit Banalitäten, wie ihm einige Rezensenten unterstellen. Denn wäre dem tatsächlich so, würde die Welt anders aussehen. Obwohl ich kein diplomierten Statistiker oder versierter Mathematiker bin, waren mir die unzähligen Gaußschen Normalverteilungen mit ihren Glockenkurven schon in jungen Jahren suspekt. Und als ich mich dann später für die Funktionsweise des menschlichen Gehirns zu interessieren begann, wurde mir auch klar, woher diese Abneigung stammt. Das Alltagsleben kümmert sich herzlich wenig um Theorien, die mit der Praxis wenig zu tun haben. Komplexe Systeme lassen sich weder mit schönen Kurven, noch mit verdünnter Quantenphysik festhalten oder beschreiben. Der Stil des Autors mag für viele Leser gewöhnungsbedürftig sein. Doch im Zweifelsfall ziehe ich gehobenen Smalltalk einem abgehoben Wissenschaftsreferat vor. Und dass sich ein Autor das Recht nimmt, seine Weltanschauungen mit biografischen Elementen zu garnieren, stört mich offenbar sehr viel weniger als andere Leser. Allerdings fand auch ich, der Autor wiederhole sich allzu oft und habe den roten Faden öfters aus den Augen verloren. Zudem mag ich es nicht besonders, wenn sich ein Autor profiliert, indem er andere mit dem billigen Trick ausgewählter Zitate niedermacht, ohne diese in einen größeren Zusammenhang zu stellen. Aber mehr als einen Stern Abzug sind mir diese Verfehlungen nicht wert. Denn schließlich geht es um die Verbreitung einer Botschaft, die Beachtung verdient. Und die heißt in extremer Verkürzung: Selbst wenn wir für unser Seelenheil nach stimmigen Geschichten dürsten, bleibt die Wirklichkeit unberechenbar und überraschend. Mein Fazit: Die Paradoxien komplexer Systeme, wie das Leben nun einmal eines ist, lassen sich schlecht in den gängigen Formen beschreiben. Nassim Nicholas Taleb, früher selber ein Vertreter der planenden Zunft, konfrontiert seine Leser auf unterhaltsame Weise mit Problemen, die für einige offenbar banal sind, aber für die meisten trotzdem zu alltäglichen Hindernissen werden. Für Leser, die nicht jedes Wort und jede Argumentation auf die Goldwaage legen, ist die Lektüre dieses verbalen Rundschlags sicher ein Gewinn. Trotz holperiger Übersetzung, unnötigen Längen und einem verblassten roten Faden. |
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Chronik 2009: Harenberg Tageskalender. Tag für Tag eine Reise in die Vergangenheit von Bernhard PollmannBroschiert von HARENBERGDer Artikel ist derzeit nicht verfügbar, kann jedoch vorbestellt werden. ![]() 5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3411800143, Erscheinungsdatum: April 2008, Auflage: 5., Aufl. |
5 Kundenrezensionen:Wissenswertes über Personen, Ereignisse und Schauplätze 5 von 5 PunktenTäglich ergeben sich rund um die Welt neben aller Alltäglichkeit herausragende Ereignisse. Mal sind berühmte Persönlichkeiten aus Politik, Geschichte, Sport, Wissenschaft und Zeitgeschehen dabei involviert, ein anderes Mal geht es um ein berühmtes Bauwerk, eine wichtige Entdeckung, einen spannenden Wettbewerb, eine kluge Entdeckung, eine faszinierende Technik oder eine interessante Freizeitmöglichkeit. Dieser Kalender bietet Tag für Tag einen Einblick in derartige Geschehnisse, die mal mehr, mal weniger bedeutend das Leben beeinflussen. Ein großformatiges Farbfoto zeigt, bildet ab, worum es geht. Oft finden sich zugeordnete Sinnsprüche oder texte daneben angegeben und eine kurze Erläuterung beispielsweise über das dargestellte Ereignis oder die abgebildete Person. Auf der Rückseite des Kalenderblattes können gut recherchierte, etwas umfangreichere, weiterführende Informationen und Hintergrunddaten nachgelesen werden. Wer Spaß am Rätseln hat, findet sogar noch eine tägliche Quizfrage auf dem quadratischen Jahresbegleiter. Klein, stark, informativ. © 11/2008, Redaktionsbüro Geißler, Uli Geißler, Freier Journalist, Fürth/Bay. Überraschungen, Gewohntes und viel auffrischende Information 5 von 5 PunktenDen Chronik-Abreiss-Kalender zum Aufhängen oder als Tischkalender gibt es schon seit mehreren Jahren - und dennoch wird er nicht langweilig. Für jeden Tag gibt es auffrischende Informationen, welche unterschiedliche Lebensbereiche zum Thema haben. Ob Politik, Kunst, Gesellschaft, Erfindungen, Todes- oder Geburtstage,...immer wieder wird in einem knappen Satz am passenden Tag daran erinnert. Auf der Rückseite finden sich dann ausführlichere Informationen zu dem betreffenden Thema sowie eine Liste von Persönlichkeiten, die an dem betreffenden Tag geboren wurden; aber auch eine Monatsübersicht, die Uhrzeiten des Sonnen-/Mondauf- und -niedergangs. Auch die Namenstage und Sternzeichenzeiträume sind auf der Rückseite aufgenommen. Die reichlichen Informationen auf der Rückseite stehen im wohldosierten Kontrast zu den Erläuterungen auf der Vorderseite. Dort ist jeweils ein Foto oder Bild abgedruckt mit einem Zitat, das zum Nachdenken einlädt. Jahresübersichten von 2008 und 2009 sowie Ferienübersichten für die Schweiz, Österreich und Deutschland schließen den Chronik-Kalender ab. Ein gründlich recherchiertes Kalender-Highlight, das sowohl in Büros, Arbeits- als auch Klassenzimmern immer ein Blickfang ist für alle, die das Zeitgeschehen nachhaltig bewusst halten wollen. Und so manche Überraschung wird Kultur-, Politik- und Geschichtsbeflissenen beschert. Alles in allem ein kurzweiliges Durchleben der Vergangenheit, das jeden Tag zu einem Erlebnis werden lässt. Immer wieder schön... 5 von 5 PunktenSeit Jahren verschenke ich diesen Kalender und benütze ihn auch selbst. Er wird nie langweilig, ist vielseitig und informativ. Sehr empfehlenswert! Mein Kalender 5 von 5 PunktenEs gibt ja Myriaden von Kalendern für jeden Geschmack. Dies ist der meine! Jeden Tag etwas zum Lernen, Erinnern, Nachdenken. Und täglich eine Freude... 5 von 5 PunktenSeit Jahren darf der Harenberg Chronik Tageskalender in unserem Haushalt nicht fehlen. Des öfteren haben wir ihn auch schon im Freundes- und Bekanntenkreis verschenkt. Er ist sehr informativ. Zu einem historischen Ereignis des jeweiligen Tages gibt es auf der Vorderseite ein Foto mit einem passenden Zitat oder Sprichwort und auf der Rückseite einen kurzen Text hierzu. Interessant ist auch die Liste der berühmten Persönlichkeiten, die an eben diesem Tag Geburtstag haben. Mit Interesse habe ich festgestellt, dass die WDR-Hörfunkreihe "Zeitzeichen", die täglich über geschichtliche Geschehnisse des Tages berichtet, oftmals genau die gleichen Themen behandelt, die im Kalender stehen. Welch ein Zufall!!! |
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Wirtschaftswunder: Germany After the War 1952 -1967 von Josef Heinrich Darchinger, Klaus HonnefGebundene Ausgabe von Taschen VerlagPreis bei Amazon: EUR 29,99 ![]() 5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3836500191, Erscheinungsdatum: Oktober 2008, Auflage: Mul |
2 Kundenrezensionen:Das Bilder-Wunder 5 von 5 PunktenEinfach phänomenal! Wer das optische Umfeld der Wirtschaftswunderzeit nacherleben möchte, kann sich hier auf jeder Seite in jene Jahre zurückversetzen, so plastisch wirken die vielen farbigen Bilder in dem großformatigen Band. Und die Texte dazu sowie die dreisprachig abgedruckte umfassende Einführung (deutsch/englisch/französisch) machen das Werk noch interessanter. Endlich stehen einmal die Lebensumstände der Menschen und nicht die Politiker im Vordergrund. Besser als jeder Film zum Thema und der Preis mehr als angemessen. plastisch 5 von 5 Punktenauf wunderbare Weise wird hier ein Panorama des Nachkriegsdeutschlands gezeigt . Dieses Buch ermöglicht sowohl der älteren Generation sich zu erinnern, als auch den später Geborenen sich ein Bild zu machen. Am besten generationsübergreifend ansehen.!Preis Leistung ist unglaublich gut. |
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Eine kurze Weltgeschichte für junge Leser: Von der Renaissance bis heute. 4 CDs von Ernst H. GombrichAudio CD von Argon Verlag GmbHPreis bei Amazon: EUR 15,97, Angebote ab EUR 14,00 ![]() 4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 386610099X, Erscheinungsdatum: Sept. 2006, Auflage: 9., Aufl. |
ProduktbeschreibungEine kurze Weltgeschichte für junge Leser Von der Renaissance bis heute. 4 CDs 5 Kundenrezensionen:Nicht nur für Kinder 4 von 5 PunktenDiese Weltgeschichte bietet sich an, sie mit den Kindern gemeinsam zu hören und auch als Erwachsener noch das eine oder andere zu lernen. Genial 5 von 5 PunktenDer erste Teil ist für Kinder noch besser zu hören, doch dieser hier hilft auch den Eltern, sich fit für Nachfragen zu machen. Auch werden die Geschichtskenntnisse unabhängiger davon, wie mehr oder weniger interessant der diesjährige Geschichtslehrer war. Beim Wiedererkennen der Stichworte horchen sie schon auf, und das Wesentliche kann im Gedächtnis bleiben, ohne sture Paukerei. Lernen mit viel Spaß 5 von 5 PunktenEin Freund von uns ist Lehrer und hat uns die Hörbuchreihe von Gombrich empfohlen. Er setzt sie selber im Unterricht ein und ist vom Lerneffekt absolut überzeugt. Unser Sohn hat zum Geburtstag die erste CD gekriegt und hört sie tatsächlich richtig gerne und immer wieder. Nun wird er zu Weihnachten sein Wunschbuch "Ein Tor würde dem Spiel gut tun. Das ultimative Buch der Fußball-Wahrheiten" (er ist Fußball verrückt) und die zweite Reihe bekommen. Wird ihm sicher wieder viel Freude machen und er wird was lernen, da sind wir sicher! Hervorragendes Geschenk für Kinder ab 8 Jahren! 5 von 5 PunktenIch habe früher mit Begeisterung das Buch von Gombrich verschlungen. Aber aus meiner Erfahrung heraus als Geschichtslehrer weiß ich mittlerweile, dass man Kinder heutzutage ruhig auch mit anderen Medien für das schöne Themengebiet der Geschichte begeistern kann. Und da ist diese Hörbuchreihe ein wunderbares Beispiel. Und da mein Neffe mittlerweile im richtigen Alter ist, bekommt er die Hörbücher zu Weihnachten - und zusätzlich als pädagogische Unterstützung das Buch "Ein Tor würde dem Spiel gut tun. Das ultimative Buch der Fußball-Wahrheiten". Denn über den Fußball kriegen wir ihn auch zum Lesen... :-) Mord und Totschlag 3 von 5 PunktenDie "Kurze Weltgeschichte" ist prinzipiell eine gute Idee, wir (Kinder und Erwachsene) haben die ersten 4 CD}s im Auto mit großem Interesse gehört. In der 2. Staffel zeigen sich jedoch eindeutige Längen, interessante Personen der Zeitgeschichte kommen teilweise zu kurz, dafür werden Mord und Totschlag unnötigerweise ausgebreitet, so daß einem das Hörvergnügen manchmal vergeht. Deshalb nur 3 Sterne, 3,5 wären wohl eher angebracht, aber die gibt es leider nicht. |
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Die Deutschen im 20. Jahrhundert: Vom Ersten Weltkrieg bis zum Fall der Mauer von Guido KnoppGebundene Ausgabe von C. Bertelsmann VerlagPreis bei Amazon: EUR 24,95, Angebote ab EUR 16,96 ![]() 5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3570009769, Erscheinungsdatum: Oktober 2008 |
Eine Kundenrezension:Tolles Buch zur Serie! Teil 2 5 von 5 PunktenHier nun der zweite Teil "Der Deutschen". In diesem Fall zur noch kommenden ZDF-Serie. Wie auch der erste Teil, stammt das Buch von dem bewährten Autorenteam aus der ZDF-Redaktion Zeitgeschichte um Guido Knopp. Das schön ausgestattete, gebundene Buch, ist durchgehend mit hervorragenden Bildern illustriert. Das Werk knüpft da an, wo der erste Band aufhört, nämlich im 20. Jahrhundert. Auch hier handelt es sich nicht um ein klassisches Geschichtsbuch. Eher könnte man es als "geschichtliches Lesebuch" bezeichnen. Diese erzählerische Komponente macht das Buch sehr interssant; Längen werden geschickt vermieden. Besonderes Augenmerk legen die Autoren auf die Jahre 1914, 1918, 1933, 1945, 1949 und 1989 als Wendepunkte in der deutschen, aber auch europäischen Geschichte. Die Darstellung der Jahre 1914 bis 1945 als ineinander greifendes Ereignis, als "Dreißigjähriger Krieg des 20. Jahrhunderts", beeindruckt ebenso, wie die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Das Buch ist ein idealer Einstieg in die zentralen Themen deutscher Geschichte im 20. Jahrhundert. Durch den eher erzählerischen Ansatz eignet es sich aber auch für bereits entsprechend belesene historisch Interessierte, als schöne, zusammenfassend Reflexion des Themas, mit teils ungewöhnlichen Gedankenansätzen und Sichtweisen. Fazit: Ebenso wie Teil 1 ein tolles Buch und eine klare Kaufempfehlung! |
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Weggefährten: Erinnerungen und Reflexionen von Helmut SchmidtTaschenbuch von btb VerlagPreis bei Amazon: EUR 13,00 ![]() 5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3442755158, Erscheinungsdatum: Januar 2008 |
5 Kundenrezensionen:Ein großer Staatsmann 5 von 5 PunktenHelmut Schmidt ist es in diesem Werk gelungen, sein Leben und seine Zeit durch die Menschen zu schildern, die Einfluss auf ihn ausgeübt haben. Als Leser hat es mich schon beeindruckt, zu wem Herr Schmidt von all den vielen Menschen die ihm während seiner politischen Arbeit begegnet sind, Nähe und Kontakt gesucht hat. Beim Lesen dieses Buches bemerkt man zum Einem, wie integer Herr Schmidt selbst ist und sein ganzes Leben war und vor allem, was wir dadurch verloren haben, dass ein Großteil dieser Integrität aus dem öffentlichen Leben im Allgemeinen und der Politik im Besonderen verschwunden ist. Danke, Freunde! 4 von 5 PunktenEin Mann, der so viel zu erzählen hat wie Herr Schmidt, schreibt seine Memoiren nicht nur einmal - es reicht doch für ein halbes Regal! Dieses Buch widmet Helmut Schmidt allein den Menschen, denen er in seinem Leben und Wirken (bis 1996, dem Erscheinungsjahr) mehr oder weniger nahe gestanden hat. Es ist gewissermaßen eine Danksagung an alle, deren Bekanntschaft er als eine Bereicherung empfunden hat, beziehungsweise eine Respektsbezeugung an fast den ganzen Rest. Insofern ist dieses Buch wirklich sehr persönlich, sowohl was die Empfindungen des Autors, als auch was die Charakterisierung der beschriebenen Personen betrifft. Über die vielen hundert Seiten erfährt man viel über Helmut Schmidts Wertmaßstäbe, über seine Prinzipien, worauf er im politischen Leben und im persönlichen Umgang Wert legte, über den Wert persönlicher Beziehungen in Politik und den angrenzenden Gebieten. Als politisch interessierter Mensch kann man aus diesem Buch viel gewinnen: Neben den oben genannten Punkten erhält der Leser aus erster Hand persönliche Einschätzungen vieler wichtiger Persönlichkeiten der letzten fünfzig Jahre, und zwar nicht nur aus der ersten, sondern auch aus der zweiten und dritten Reihe der in der öffentlichen Wahrnehmung Stehenden. Aus der Anlage des Buches selbst ergeben sich jedoch einige Umstände, die das Lesen etwas weniger ertragreich werden lassen. Zum einen schreibt man über fremde Leute nichts Schlechtes, vor allem nicht, wenn sie schon tot sind. Deshalb werden von den wohl über hundert näher erwähnten Persönlichkeiten vielleicht nur drei oder vier vorsichtig kritisiert. Der viele Streit, den es in all den Jahren wohl gegeben haben muss, wird nicht oder nur beiläufig erwähnt. Interessant ist es darum auch zu sehen, wen er nur kurz oder gar nicht nennt. So sind z.B. die Ausführungen zu Helmut Kohl, Oskar Lafontaine und Erhard Eppler sehr knapp gehalten. Zum anderen gilt: Wer sich bei so vielen bedankt, darf natürlich möglichst keinen, der es verdient hat, auslassen. Deshalb gibt es viele Seiten, auf denen Persönlichkeiten beschrieben werden, die eine derartige Erwähnung von Seiten Schmidts weiß Gott sicher verdient haben, die aber für den durchschnittlichen Leser kaum von Interesse sind, vor allem Personen, die Schmidts Werdegang im Hamburg der fünfziger und sechziger Jahre begleitet haben. Darum empfehle ich dieses Buch auch nur Leuten, die sich für Schmidt selber und seine 'Weggefährten' interessieren. Das Werk ist weder eine Autobiographie, noch sind es politische Memoiren. Wer sich für Schmidts Sicht auf seine Politik und den Lauf der Dinge während seiner 'aktiven' Zeit interessiert, sollte lieber seine 'politischen' Erinnerungsbücher "Menschen und Mächte" oder "Deutschland und seine Nachbarn" lesen. Ein Gewinn 5 von 5 PunktenEin Gewinn für den politisch interessierten Leser. Schmidts politisch führende Rolle und seine Bedeutung für unser Land stehen außer Frage. Ihm geht es um die Menschen, die ihn auf seinem politischen und privaten Weg begegnet sind. Geschrieben zu einer Zeit, als Kohl noch an der Macht war, beschäftigt sich Schmidt sowohl mit den deutschen Künstlern, die er schätzt, als auch mit den internationalen Partnern, mit denen er Weltpolitik machte. Aufschlußreich ist seine wohl richtige Einschätzung, dass in seiner und vor seiner Amtsausübung die Agierenden auf der politischen und wirtschaftlichen Nachkriegsbühne dieser Welt einen ganz anderen Hintergrund an Bildung, Intelligenz, Wissen, Güte und Verständnis sowie Weitblick gehabt haben. Da kann einem heute angst und bange werden. Geistig-moralische Führung zu seiner Zeit 5 von 5 PunktenWohl kaum ein Buch hat mir den 5. Bundeskanzler als Menschen so nahegebracht, wie das Buch "Weggefährten", in dem Helmut Schmidt auch über innere Eindrücke berichtet. Mit großer innerer Zustimmung habe ich die Beiträge zu Theaterleuten gelesen, über Karl Klasen, Carlo Schmid, Herbert Wehner, Karl-Wilhelm Berkhan, Alex Möller und viele andere. Was dieses Buch außerdem auszeichnet, ist der Dank an alle, die an diesem Buch beteiligt waren. Es ist nicht selbstverständlich, daß die Ernte eines Lebens zusammen mit anderen geteilt wird. Helmut Schmidt hat sehr wohl und vielleicht mehr als wir ahnen, geistig-moralische Führung in unserem Land und darüber hinaus ausgeübt. Dafür ist ihm und auch seiner Frau Loki zu danken Werbung für die Politik 5 von 5 PunktenEin ehemaliger Bundeskanzler hat in seinem Leben viele interessante Persönlichkeiten kennengelernt. In diesem Buch beschreibt Helmut Schmidt die Menschen, die ihn am meisten geprägt haben. Beginnend mit Schauspielern und Künstlern über Politiker bis zu Journalisten, Gewerkschaften und Wirtschaftsführern, ließt sich das Buch wie ein Who is Who der Nachkriegsgeschichte. Das interessante an diesem Buch ist, daß Schmidt immer sehr persönliche Eindrücke wiedergibt. Wenn man sich schon immer mal dafür interessiert hat, wie Staatsmänner miteinander umgehen, sollte man diese Buch lesen. Zwei Dinge fand ich besonders faszinierend: 1. Das Kapitel über Freundschaft in der Politik und die ansicht von Schmidt, daß es so etwas wirklich gibt ( Als bestes Beispiel führt er seine Freundschaft mit Valery Giscard d'Estaing an) und 2. die Weitläufigkeit der Interessen und Bekanntschaften dieses wichtigen deutschen Staatsmannes. Für jeden der sich nur ein wenig für Politik interessiert, ist dieses Buch unbedingt zu empfehlen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.) |
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Helmut Schmidt. Die Biographie von Hans-Joachim NoackGebundene Ausgabe von Rowohlt Berlin Verlag GmbHPreis bei Amazon: EUR 19,90, Angebote ab EUR 17,95 ![]() 3,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3871345660, Erscheinungsdatum: Sept. 2008 |
Aus der Amazon.de-RedaktionZunächst wundert man sich - gelinde gesagt. Helmut Schmidts Leben, abgehandelt auf mageren 300 Seiten, während sein schwergewichtiger Nachfolger aus der Pfalz bereits am vierten Erinnerungsband werkelt? Wie geht so etwas? Nun ja, auch hier zeigt sich eben der gewaltige Unterschied. Dort die ausufernde Selbstbetrachtung- und beweihräucherung, das Festklammern an jedem noch so bedeutungslosen Fitzelchen im politischen Wirken. Hier hingegen ein gestandener Journalist und Schmidt-Vertrauter wie Hans-Joachim Noack, der - in dieser Hinsicht dem Altkanzler nicht unähnlich - auf schmückendes Beiwerk verzichtet und die Eckpfeiler eines politischen Lebens einrammt. Ohne dabei unscharf zu werden. Eine Verknappung, die an Größe gewinnen lässt. Klar, ein Fast-Jahrhundert an Lebenszeit derart einzudampfen, fordert Abstriche. Allein die Ereignisse des Deutschen Herbstes 1977 und das Dramenfeld Mogadischu - Schleyer - Stammheim. Über diesen Strudel, der den damaligen Kanzler fast an den Rand des moralischen und politischen Kollapses brachte, hätte man gerne mehr gelesen. Zu diesem Zeitpunkt hat Noack bereits eine beträchtliche Wegstrecke hinter sich gebracht. Die Jugend und Soldatenzeit des 1918 Geborenen. Der preußisch zugeknöpfte Vater. Mitschülerin Lokis unterprivilegiertes Elternhaus, das erste Gerechtigkeitsfragen in Schmidt aufkeimen lässt. Hamburg im Zeitkolorit der Weimarer Republik, ein Bild, das Noack meisterlich skizziert. Schließlich der Zweite Weltkrieg und die frühe Erkenntnis einer unschlagbaren Weltkoalition, die sich dem Machtrausch der Nazis in den Weg stellen würde. Gedanken eines (noch) Unpolitischen. Erste Weihen dann, als ein Hamburger Innensenator sich während der großen Sturmflut 1962 zum Krisenmanager emporschwang. Fortan genießt der Allerweltsname Schmidt bundesweit Gültigkeit. Die Troika Wehner-Brandt-Schmidt. Der Rücktritt Brandts, Lichtgestalt der Ostpolitik und (deswegen?) ewiger Dorn im Auge Schmidts, der sich im eigenen Lande stets unterbewertet fühlte. Die moralisch kaum fassbare Entscheidung des Kanzlers Schmidt, Schleyer zu opfern. Der NATO-Doppelbeschluss, der ihn in den eigenen Reihen am Ende fast zur Unperson werden ließ. Noack liefert das Porträt eines Workaholics, der in seiner aktiven Laufbahn als arroganter Besserwisser verschrieen war. Doch trotz besten Willens und Kenntnisreichtums will es auch ihm nicht gelingen, zum innersten Kern dieses notorisch Verschlossenen vorzudringen. Eines Menschen, Politikers und gesegneten Rauchers namens Schmidt, den Partei und Volk erst relativ spät verstehen und lieben lernten - und die ihn heute schmerzlich vermissen. -Ravi Unger 5 Kundenrezensionen:Guter Einstieg in ein Stück deutscher Geschichte 4 von 5 PunktenWer sich noch nicht näher mit der Helmut Schmidt beschäftigt hat, für den ist Hans-Joachim Noacks vorgelegte Biografie ein idealer Einstieg. So werden in zehn kurzen Kapiteln alle Lebensstationen Schmidts beleuchtet: Seine Zeit als Offizier während des dritten Reiches, die ersten Parlamentarierjahre, die Jahre als Finanz- bzw. Verteidigungsminister und schließlich die Kanzlerjahre und das darauffolgende Vierteljahrhundert. Dabei beleuchtet der Autor auch immer wieder Schmidts Charakter und dies nicht nur unkritisch. Die Krux bei Noacks Biografie ist die Länge. So kann ein nunmehr 90jähriges Leben teilweise nur sehr rudimentär betrachtet werden. So wären ein paar Seiten mehr zum Nato-Doppelbeschluss oder Deutschen Herbst sicherlich wünschenswert gewesen. Trotzdem bleibt das Buch ein guter Einstieg in ein Stück deutscher Geschichte. unkompliziert & unterhaltsam 4 von 5 PunktenWer in letzter Zeit - durch den Schmidt-Hype - auf den ehemaligen Kanzler aufmerksam geworden ist und mehr über ihn erfahren möchte, sich dabei jedoch nicht durch staubtrockene zeitgeschichtliche Details den Lesespaß verderben lassen will, dem empfehle ich dieses Buch. Eine gute Übersicht 5 von 5 PunktenNatürlich kann eine Biographie in dieser Dicke nicht jedes Details und jeden Hintergrund eines 90-jährigen Menschen aufzeigen. Dennoch ist eine sehr gute Übersicht über das Leben und Wirken Helmut Schmidts gelungen. Gerade Personen, die entweder zur Kanzlerschaft Schmidts noch zu jung waren oder erst danach geboren wurden, bekommen einen sehr guten Einblick in diese Jahre der Bundesrepublik. Nichts Neues über Schmidt 3 von 5 PunktenDer von der Amazon-Redaktion beschriebene erste Eindruck ist der richtige: ein mageres Buch. Für den politisch Interessierten, der sich mit der Geschichte der Bundesrepublik recht gut auskennt, bietet die Biographie nichts Neues. Er wird das Buch als eine Zusammenfassung dessen ansehen, was oft schon in den Medien über Helmut Schmidt zu erfahren war. Was man sich dagegen eigentlich von einer Biographie erhofft - den Blick hinter die Kulissen und unter die Oberfläche - liefert Noack nicht. Insofern muss man das Buch, das sich allzu großtuerisch "Die Biographie" nennt, leider als oberflächlich bezeichnen. Nützlich ist das Werk dagegen für die mit der deutschen Nachkriegspolitik wenig vertrauten Leser. Wer von Helmut Schmidt noch nicht viel gehört hat, findet hier eine gute Einführung in sein Leben. Allerdings sollte er dieser Schmidt-Biographie dann bald Politiker-Biographien anderer Parteien folgen lassen, da Noack über Schmidt mit wenig kritischer Distanz schreibt. War einem Unnahbarem zu nahe 2 von 5 PunktenDie Lektüre dieser Biografie weckte in mir das unangenehme Kindheitserlebnis, im schön eingepackten Weihnachtsgeschenk ein neues Pyjama statt der gewünschten Lokomotive für meine Modelleisenbahn vorzufinden. Sieht man von den letzten zwanzig Seiten ab, so hat man das Gefühl, Hans-Joachim Noack präsentiere einfach nochmals die politischen Ränkespiele der Ära Schmidt. Die zur Garnitur servierten Fragen und kleinen Exkurse können nicht verhindern, dass man unruhig vor einem faden Neungänger sitzt und sehnsüchtig auf die Nachspeise wartet. Doch die kommt viel zu spät und ist schliesslich auch keine echte Überraschung. Sie erklärt allenfalls, warum es in der Küche an kreativen Köchen mangelt. Mit den Worten von Siegfried Lenz gesprochen: "Je öfter sich einer an seiner Seite aufgehalten hat, desto schwerer fällt es ihm den Altkanzler zu charakterisieren." Das trifft auf den Autor dieser Biografie leider ebenso zu wie auf andere Weggefährten. An falsch verpackte Weihnachtsgeschenkte erinnerte mich diese Biografie, weil es unglaublich spannend wäre, den Eigenheiten eines Charakters auf die Spur zu kommen, der für das Nachkriegsdeutschland nicht untypisch ist. Helmut Schmidt, dessen Heiligenschein mit jedem Jahrring noch wächst, wird inzwischen als der weise Deutsche schlechthin gehandelt. Und der geringste Zweifel an diesem Mythos wird als Gotteslästerung verstanden. Er habe nie etwas aus dem Bauch heraus getan, behauptet Helmuth Schmidt selbst im neunzigsten Altersjahr noch. Daran darf und muss er glauben, um sein Selbstbild aufrecht zu erhalten. Doch mit der viel beschworenen Rationalität des Altkanzlers hat ein solcher Glaube im 21. Jahrhundert definitiv nichts zu tun. Weder er noch sein Chronist würde einen renommierten Neurowissenschaftler oder Psychiater finden, der ein solches Bild menschlichen Verhalten absegnet. Damit will ich nicht propagieren, eine Biografie müsse ein psychoanalytischer Schlussbericht sein. Behüte, aber sie müsste Geschichten erzählen, die dem Leser Einblicke in die Seele eines Menschen ermöglichen. Ohne Anspruch darauf, solche Bilder müssten die Wahrheit wiedergeben. Aber weil Dargestellter und Darstellender am Mythos festhalten, menschliches Verhalten werde von der Vernunft gesteuert, wird diese Berichterstattung eines so bedeutenden Politikerlebens zwangsläufig langweilig. Ausser man interessiere sich brennend dafür, wer wann wo mit wem welche Klungelei ausheckte. Das Konzept dieser Biografie führte automatisch dazu, dass ich kaum etwas darüber erfuhr, was den Altkanzler in seinen frühen Jahren prägte. Und selbst über seine Zeit in der Wehrmacht weiss der Hans-Joachim Noack nur zu erzählen, was eifrige Zeitungsleser schon lange wissen. Der aussergewöhnlich starke Drang von Helmut Schmidt, seine Umwelt zu belehren, ist mehr als nur anekdotisches Beigemüse, sondern beeinflusste sein Leben ebenso wie seine Politik. Ohne die vielen Geschichtsklitterungen moralisch verurteilen zu wollen, hätte mich interessiert, wo sie dienlich und wo schädlich waren. Gehören solche Verhaltensmuster zum notwendigen Rüstzeug der Politik und der Nachkriegsgeneration? Sind sie allgemein menschlich und kommen im Rampenlicht der Politbühne einfach besser zum Vorschein? Wieso sammelt Helmut Schmidt jedes nur erdenkliche Dokument seines politischen Lebens, gestattet Aussenstehenden aber nicht den flüchtigsten Blick auf sein hermetisch versiegeltes Archiv privater Ereignisse? Und warum erhebt ihn die Öffentlichkeit in den letzten Jahren zur deutschen Lichtgestalt, obwohl er sie über so vieles im Dunkeln lässt? Kurz: Auf die Fragen, die mich interessiert hätten, gibt diese Biografie keine Antworten. Oder was man noch als Antworten verstehen könnte, wird in die gleiche politische Wolle eingepackt, die zur Politikverdrossenheit von heute beiträgt. Mein Fazit: Helmuth Schmidt hat zwar offiziell keine Autobiografie verfasst, gehört aber zu den eifrigsten Schreibern der politischen Zunft. Hätte Hans-Joachim Noack die Absicht gehabt, seinen Lesern den Menschen Helmut Schmidt etwas näher bringen zu wollen, so wäre ihm genügend Material zur Verfügung gestanden. Aber ausser im letzten Kapitel erfahren wir nur, was in den Archiven auch sonst zugänglich wäre. Für mich ist dieses Buch eine gut geschriebene Zusammenfassung von Zeitdokumenten, aber keine spannende Biografie. |
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Hoffnung wagen: Gedanken zur Rückbesinnung auf den American dream von Barack ObamaBroschiert von RiemannPreis bei Amazon: EUR 14,95, Angebote ab EUR 11,80 ![]() 5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3570501027, Erscheinungsdatum: November 2008, Auflage: Sonderausgabe. |
Aus der Amazon.de-RedaktionMit Hoffnung wagen stellt Barack Obama, neben Hillary Clinton der wohl chancenreichste Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten 2008, nicht einfach das Programm vor, mit dem er die Anhänger seiner Partei bei den Vorwahlen davon überzeugen möchte, dass er das Land zu führen und die Dinge zum Besseren zu wenden vermag. Er spricht in dem in vielerlei Hinsicht überraschenden Buch vielmehr sehr ausführlich auch über seine eigene Unsicherheit (in Bezug etwa auf seine Rolle als -- wegen seines Berufs viel zu häufig abwesender -- Ehemann und Vater), aber auch über die unleugbare existenzielle Unsicherheit, die für das Leben vieler Amerikaner prägend ist. Und er spricht über das Risiko, Politik so zu betreiben, wie er sie versucht zu betreiben: Ohne ideologische oder parteipolitische Scheuklappen, offen und partnerschaftlich diskursiv statt konfrontativ. Überraschend für ein Buch, mit dem sich ein Politiker für höhere Aufgaben empfehlen will, ist die selbstkritische Aufmerksamkeit, mit der Obama sich selbst und seine eigene, ihm in manchen Fragen zu dogmatische Partei in den Blick nimmt. Noch überraschter aber ist man bei der Lektüre, dass man ihm diese Selbstkritik abnimmt, statt in ihr bloß eine der üblichen Finten zu erkennen, mit denen man bei genau den Wählern Punkte sammeln möchte, die einen nicht sowieso schon wählen. Der Autor scheut sich auch nicht, offen diejenigen politischen Überzeugungen vor seinen Lesern auszubreiten, von denen er weiß, dass die Mehrheit der Amerikaner sie nicht teilt. Aber wie er dies tut, erscheint glaubwürdig und gibt eine Ahnung davon, weshalb Viele in dem Afroamerikaner einen echten Hoffnungsträger sehen und glauben, er könne dem Land den American Dream wiedergeben, der es einst groß gemacht hat. Innenpolitisch würde man dem Autor nach der Lektüre zutrauen, die tiefen Gräben, die die Präsidentschaft von George W. Bush in der amerikanischen Gesellschaft aufgerissen hat, zu überwinden. Außenpolitisch ist das Profil, das in diesem überaus lesenswerten Buch gezeichnet wird, noch recht unscharf. Immerhin, so viel kann man mit einiger Sicherheit schließen, würde ein Präsident Obama einen weniger texanischen Stil pflegen als der scheidende Präsident. Aber dies gilt nicht nur, völlig unabhängig von ihrer Parteizugehörigkeit, für alle übrigen möglichen Mitbewerber auch, es ist auch wirklich keine Überraschung. -- Andreas Vierecke, Literaturanzeiger.de 5 Kundenrezensionen:Memoiren eines Thronanwärters 5 von 5 PunktenBarack Obama hat nicht vorhergesehen, dass er einmal ins Rennen um die Präsidentschaft der Vereinigten Staaten einziehen würde, als er sich entschloss, seine Erinnerungen zu ordnen und aufzuschreiben. Hätte er damit gerechnet, dann wären seine Bücher ganz anders ausgefallen. Seine Berater hätten nie zugelassen, dass mit solcher Offenheit und einem so unzensierten Maß an Selbstkritik, derart persönliche Seiten der Öffentlichkeit zugänglich gemacht würden. Was da steht, das kann man nicht mehr zurücknehmen. Umso wichtiger sind diese Bücher heute, wo die Chancen hoch sind, dass er eine der mächtigsten Positionen der Welt einnehmen wird. Wir sind es gewohnt in der Politik nach Strich und Faden belogen und manipuliert zu werden. Obama ist also nicht nur wegen seiner Hautfarbe ein Phänomen, aufgrund seines geringen Alters eine Ausnahmeerscheinung und in seiner Intelligenz eine wohltuende Abwechslung zu Bush. Wer seine Bücher liest, kann sich von diesem Mann ein Bild machen, als würde es sich um einen Nachbarn handeln, mit dem man jahrelang gute Beziehungen gepflegt hat. Der Mensch Obama erschließt sich uns hier aus den vielen, sehr reflektiert geschilderten Begebenheiten. In ihrer Vielschichtigkeit und Offenheit wirken sie unmittelbar authentisch. Die Entwicklung eines außergewöhnlichen Charakters wird nachvollziebar. Hier wird uns nicht gesagt, was wir über ihn denken sollen. Sein Ringen mit seinen Schwächen wird ebenso thematisiert, wie die Problematik seiner Rassenzugehörigkeit. Und das alles ohne den geringsten Werbecharakter. Diese Bücher sind unbedingt empfehlenswert für jeden, der sich eine eigene Meinung bilden möchte. Ja die Bücher laden den Leser geradezu ein dies zu tun. In einem Europa, das nur zu gern den Amerikanern Klischees überstülpt, sind Barack Obamas autobiographische Texte vielleicht besonders hilfreich. Obama - Neuerer oder Medienexperte ? 5 von 5 PunktenDieser aufstrebende Präsidentschaftskandidat wird jeden Tag für das weltweite Publikum interessanter. Noch vor einem guten halben Jahr, im Herbst 2007, äußerten sich die großen deutschen Nachrichtenmagazine eher abfällig über Obama. Sie unterstellten ihm mangelnde Rednerfähigkeiten und ein wirres Wahlprogramm, ja schlimmer: gezielten Minderheitenstimmenfang! Heute, Monate später, sieht man Obama in einem anderen Licht, dem des erfolgreichen Politikers, der es versteht, Millionen von amerikanischen Wählern auf seine Seite zu ziehen! Sein Sieg über die mächtige Clique der Clintons, sein genialer Werbeauftritt im Internet, seine "Geheimwaffe" Familie und immer wieder die faszinierende Verkörperung eines neuen Amerikas! Das Buch ist sehr spannend zu lesen, die Erzählung über diesen aufstrebenden Amerikaner schwarzer Hautfarbe, dem der Ruf eines Ausnahmepolitikers vorauseilt. Spannend, energiegeladen und in fesselnder Weise mitreißend, erfährt man dann den ungewöhnlichen Werdegang dieses beeindruckenden Menschen: seine Kindheit in ärmlichen Verhältnissen in Hawaii, seine große Familie, die heute noch größtenteils in Entwicklungsländern lebt. Schon nach den ersten Seiten wird dem Leser klar, daß dieser Barack Obama das Zeug zum Präsidenten des mächtigsten Landes der Welt hat und wenn dem so sein sollte, kann man große Veränderungen in der Weltpolitik erwarten. Er strahlt auf jeder Seite des Buches das "neue Amerika" aus, das gerechte, optimistische Amerika, das sich von den kriegerisch-kapitalistischen Politikern wohltuend distanziert. Hier geht es wieder um menschliche Werte, um Frieden und Harmonie. Ich finde es persönlich extrem befriedigend, daß eines der rassistischten Länder der Erde, wo es noch vor 30, 40 Jahren unmöglich gewesen wäre, einen Farbigen in leitender Position zu sehen, es heute als normal empfindet, daß ein Farbiger die Geschicke der Nation leiten könnte! Welch eine Niederlage für die ewig Rechten, für die KKKler und auch, in entgegengesetzter Weise, für die zahllosen afrikanischen Staaten, die nach einem halben Jahrhundert der Unabhängigkeit, diese Toleranz und diese erstaunliche geistige Beweglichkeit der Amerikaner nicht nachvollziehen können! Barack Obama ist tatsächlich die Personifizierung des amerikanischen Traumes und bis zum Schluß des Buches ist man von seinem Leben und seinem Schicksal gebannt! Er erinnert mich in seinem Wesen an einen anderen Helden unserer Zeitgeschichte, dem Pater Pedro Opeka in Madagaskar: genau wie er hat er die Leitmaxime, daß der Willen eines Menschen Berge versetzen kann und es uns auch allen vormacht! Ob Präsident oder nicht, der Politiker Obama ist heute schon der Stellvertreter des neuen Amerikas und Hoffnungsträger für die ganze Welt! Wir alle werden von der Politik dieses Mannes beeinflußt werden, ob wir es wollen oder nicht. Schon deshalb ist dieses ungemein spannende, politische Buch eigentlich schon eine Pflichtlektüre, denn so könnte das Amerika von morgen aussehen! Der Mann isr richtig gut! 5 von 5 PunktenUm es gleich zu sagen: Ich habe "Die Hoffnung wagen" nur auf englisch gelesen: The Audacity of Hope. Ich kann also nichts über die Übersetzung sagen, sondern nur das Buch loben: Es ist großartig. Obama schreibt nicht nur einen geschliffenen, sehr gut lesbaren Stil. Er ist ein Mensch, wie ich ihn mir auch für Deutschland wünsche: ehrlich, selbstkritisch, auf eine sehr angenehme Art moralisch, erstaunlich unabhängig von Lobbyisten, gängigen Meinungen, Pressure-Groups. Auch denen der amerikanischen Schwarzen, die ihm vorwerfen, dass er nicht "unterprivilegiert" ist, nicht aus einer Familie ehemaliger Sklaven stammt. In "Die Hoffung wagen" beschreibt er seinen Wahlkampf um einen Sitz im US-Senat. Es erschien in den USA schon 2006. Hier verbindet Barack Obama sehr einleuchtend Rückblicke auf sein persönliches Leben als Sohn einer weißen Mutter und eines Kenianers, der die Familie zwei Jahre nach Baracks Geburt verließ, mit der Beschreibung seiner Wahlkampfziele - ein besseres Leben für die Bewohner der Inner-City-Slums. Gleichgültig, welche Hautfarbe sie haben. Mit besserer ärztlicher Versorgung und ganz besonders einer besseren Ausbildung für die Kinder. Das liest sich nicht sehr "amerikanisch", denn die europäischen Unterschicht hat - von der medizinischen Versorgung mal abgesehen - ganz ähnliche Probleme, und Hoffungslosigkeit, bedingt durch hilflose oder schlechte Lehrer und Schulen, überforderte Eltern und Einfallslosigkeit der Politiker, ist das größte. Barack Obama, der auch bei Fragen wie Abtreibung, Einwanderung oder den in den USA sehr umstrittenen Homo-Ehen einen sehr ausgewogenen Standpunkt vertritt, bekämpft diese Hoffungslosigkeit nicht nur durch Sprüche wie das "Yes, We Can" (der in diesem Buch noch nicht auftaucht) seines 2008-er Wahlkampfes um die Nominierung zum Präsidentschaftskanidaten der US-Demokraten. Er fordert neue Prioritäten und damit ein Umlenken der Steuergelder - weg von den hohen Subventionen für Bauern, Großfirmen und die unter Bush so verhätschelten Reichen zu den Armen. Ja, so einen "Kerl" könnten wir hier auch brauchen. Als US-Präsident täte er wohl der ganzen Welt gut, aber selbst wenn Sie anderer Meinung sein sollten: ein anregendes, spannendes, kluges Buch ist "Die Hoffung wagen" auf jedeen Fall. Sehr gutes Buch 5 von 5 PunktenDiese Buch finde ich sehr gut, weil Barack Obama beschreibt wunderbar die Situation in den USA aus poltischer und menschlicher Hinsicht. Dazu gibt er Lösungsverschläge über die auch mal deutsche Poltikter nachdenken sollten. Aber der Ausführung dieser Vorschläge hält er sich recht vage. Was mich stört ist das man dieses Buch mit einem Duden an der Seite lesen sollte, weil viele Fremdwörter benutzt werden, die nicht jedem geläufig sind. Wobei man sich hier fragen muss, ob er das selbst oder die Übersetzer verbrochen haben. Und man muss das Buch mit viel Ruhe um sich herum lesen, weil man sich sehr konzentrieren muss, um alles richtig zu verstehen. Der Mann schreibt wie er redet... 5 von 5 Punkten...und wer seine mittlerweile schon legendäre Rede vor der Democratic Convention 2004 noch im Ohr hat weiß, dass das nur als Kompliment gemeint sein kann: "There is no black America, there is no white America, there is no Latino, no Asian, no conservative and no liberal America. There is only the United States of America" rief der Senator aus Illinois der aufgepeitschten Menge zu. Mit den inhaltlich simplen und rhetorisch brillant artikulierten Sätzen, hat Barack Obama einen Nerv getroffen in einem Land, dass zu diesem Zeitpunkt bereits vier Jahre lang von einer religiös-rechten Administration gespalten worden war. Auch der Satz "The Audacity of Hope", was jetzt in der deutschen Ausgabe etwas weniger pathetisch mit "Hoffnung wagen" übersetzt worden ist, kam in seiner Rede vor. 2006 hat Obama schließlich das Buch zur Rede auf dem Markt gebracht, um über sein Leben, seine Politik und seine Interpretation des American Dream zu schreiben. Das Buch skizziert unter anderem ganz grob die Politik, die ein möglicher Präsident Obama verfolgen würde. Und wenn man liest, was für eine Politik ein möglicher Präsident Obama zu vertreten gedenkt, können einem alten Europäer die Freudentränen kommen: "I believe in evolution, scientific inquiry and global warming; I believe in free speech, whether politically correct or politically incorrect, and I am suspicous of using government to impose anybody's religious beliefs - including my own - on nonbelievers" (10). Des Weiteren spricht er sich für eine allgemeine Krankenversicherung, das Recht auf Abtreibung, für schärfere Waffengesetze und für eine Außenpolitik, die die internationalen Institutionen respektiert, ein. Auffälligstes Merkmal Obamas ist jedoch, dass er für eine parteiübergreifende Politik eintritt, die die Wunden des Landes heilen und das Versprechen des American Dream erneuern soll. So betont er in den ersten beiden Kapiteln "Republicans and Democrats" und "Values", dass die beiden Parteien doch durch die identischen Werte verbunden werden und somit zum Wohle des amerikanischen Volkes häufiger kooperieren sollen. The Audacity of Hope" kann uns Europäern auch einen Einblick in das Wesen der USA geben, was uns in den vergangenen Jahren so fremd geworden ist. Im Kapitel "Faith" betont er seinen festen Glauben an Gott (ohne den man in Amerika auch nicht wählbar ist). Dabei distanziert er sich jedoch von den radikalen Evangelikalen, die die Trennung zwischen Staat und Kirche aufheben wollen. Ebenso wird im Kapitel "Family" die herausragende Bedeutung dieser Institutionen herausgearbeitet. Der europäische Leser mag da das eine oder andere Mal verwirrt die Augenbrauen hochziehen, was denn teilweise intime familiäre Details in einem größtenteils politischen Buch zu suchen haben. Doch neben einer offen zur Schau gestellten Religiosität muss man auch das Image eines perfekten Familienlebens kreieren. Sonst braucht man sich erst gar nicht für politischen Ämter bewerben. "The Audacity of Hope" klingt fast zu schön, um wahr zu sein. Obama schreibt mit so viel Energie und ehrlich klingender Überzeugung , dass man ihm alles glauben will. Wenn er als Präsident die hier dargestellte Politik tatsächlich verwirklicht, dann würde sich das sicherlich positiv auf das transatlantische Verhältnis auswirken. Fazit: Glänzend geschriebenes Buch über die mögliche politische Zukunft der USA. In Europa heißt es nun Daumen drücken, dass sich die Demokraten in den kommenden Monaten nicht auf der Suche nach einem/einer Präsidentschaftskandidaten/Präsidentschaftskandidatin noch mehr zerfleischen, als es bisher leider schon der Fall gewesen ist. Das Duo Clinton/Obama wäre doch die perfekte Lösung. Nur über die Reihenfolge müsste man sich dann noch einigen. |
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Das Kapital: Eine Streitschrift von Reinhard MarxGebundene Ausgabe von PattlochPreis bei Amazon: EUR 19,95, Angebote ab EUR 15,00 ![]() 5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3629021557, Erscheinungsdatum: Oktober 2008 |
Aus der Amazon.de-Redaktion„Ein Kapitalismus ohne Menschlichkeit, Solidarität und Gerechtigkeit hat keine Zukunft.“ Das sagt Marx. Aber nicht Karl Marx, sondern Reinhard Marx, amtierender Bischof von München und Freising. Wie seinem Namensvetter geht es auch ihm darum, die Gesellschaft zu verändern. Doch während Karl vor weit über 100 Jahren auf kollektive Planwirtschaft setzte, propagiert Reinhard heute eine globale soziale Marktwirtschaft, in der Eigentum verpflichtet. Selten mischt sich ein Kirchenmann so offen in gesellschaftliche Debatten ein wie Reinhard Marx mit dieser Streitschrift. Gut so. Im erfrischenden Galopp jagt der Bischof durch staatsphilosophische Theorien. Offen prangert Reinhard Marx die steigende Armut an und benennt als Hauptursache der Finanzkrise die Profitgier. Gleichzeitig brandmarkt er Kapitalgesellschaften, die sich ihrer sozialen Verantwortung entledigen. Oder der Kirchenmann verteufelt im Vorbeigehen das US-Gefangenenlager in Guantanamo Bay als politisch wie moralisch falsch. Um Wege aus der Krise aufzuzeigen, greift der Bischof gerne auf Bekanntes zurück, zitiert päpstliche Enzykliken und empfiehlt die Katholische Soziallehre. Demnach müsse der Einzelne soziale Verantwortung übernehmen, gleichzeitig solle Schwachen -- „Working Poor“ und zunehmend Familien -- besser geholfen werden. Wirft Reinhard Marx Karl Marx vor, “den Menschen vergessen” zu haben, meint er damit sicher auch seine Religiosität. Wenn der Bischof die von Max Horkheimer und Theodor W. Adorno verfasste Dialektik der Aufklärung durch Johannes Paul II. fortgeführt sieht, drohen seine Argumente allerdings zu vereinnahmen. Sicher gehört Reinhard Marx zu den aufgeschlossenen Kirchenmännern, die mit Freude Fenster öffnen, um frischen Wind hinein zu lassen. Dabei sind seine Standpunkte im einzelnen nicht revolutionär. Vielmehr begeistert der Bischof damit, dass er ohne Wegzuducken viele drängende Probleme der Zeit klar benennt sowie aufrichtig, ja fast kämpferisch nach Gerechtigkeit und Frieden strebt. So könnte Reinhard Marx als Gegner des ungebremsten Kapitalismus wie folgt manifestieren: Soziale Markwirtschaftler aller Länder, vereinigt Euch! --Herwig Slezak 4 Kundenrezensionen:Das neue "Kapital" 5 von 5 PunktenDass der neu gewählte Erzbischof von München Reinhard Marx ein Buch seinem Namensvetter Karl Marx widmet, soll diesem nicht unbedingt nachträglich politische Ehre verleihen. Vom Titel Das Kapital bis zur blauen Farbe des Einbands ein postmodernes Spiel, so denkt man. Selbstverständlich ist Marx kein Marxist, sondern ein Verfechter der katholischen Soziallehre, deren Mitbegründer Ketteler er sehr gut zu portraitieren vermag. Dennoch wird auch einem Protestanten bei der Lektüre klar, dass die katholische Kirche in Deutschland vom Aufkommen der Arbeiterbewegung an die soziale Frage aufgenommen hat. In der Geschichte zum Ende des 20. Jahrhunderts hat dann in globaler Hinsicht der verstorbene Papst Johannes Paul II. vor allem die Armut in der Welt angeprangert. Bezeichnend ist schon, dass Reinhard Marx nicht nur den Mainstream der katholischen Soziallehre bis hin zu den Wurzeln der Sozialen Marktwirtschaft erklärt, sondern bei aller Abgrenzung Karl Marx nicht nur gelesen hat, sondern ausdrücklich würdigt. Im Schlusskapitel vor allem wird deutlich, dass er den katastrophalen Absturz der Finanzmärkte noch kurzfristig einbeziehen konnte und wohl von daher zum Schluss kommt: Ich schreibe Ihnen (Marx), weil mir in letzter Zeit die Frage keine Ruhe lässt, ob es am Ende des 20. Jahrhunderts nicht doch zu früh war endgültig den Stab über Sie und ihre ökonomischen Theorien zu brechen. Sogar das Netz der Globalisierung habe Marx schon vorhergesehen. Schon Karl Marx hat die Situation der Armut in den Zusammenhang mit Freiheitsrechten gebracht, die dann nur auf dem Papier stehen, wenn die Ökonomie ihre Umsetzung verhindert. Reinhard Marx stellt vom christlichen Menschenbild her die Option für die Armen heraus und wendet sich gegen die Ökonomisierung aller Lebensbereiche. Der Begriff von der unsichtbaren Hand des Marktes (Adam Smith) sei als Metapher zu verstehen und der Begriff homo oeconomicus vom christlichen Standpunkt her ein Zerrbild. Immer wieder wird deutlich, dass es keine Wirtschaft ohne eine Art von Regulierung oder die Vorgaben einer Rechtsordnung gibt, auch nicht weltweit. In diesem Zusammenhang korrigiert er in einem Exkurs den Begriff des Neoliberalismus der z. Zt. vor allem ideologisch und abgrenzend gebraucht wird. Nach Alexander Rüstow (1938) bezeichnet der Neoliberalismus die Wirtschaft als Dienerin der Menschlichkeit und bekannte sich zu ihrer sozialen Verantwortung, worauf auch 1959 der Sozialethiker und Kardinal Höffner hinwies. In einem Zitat von Oswald von Nell-Breuning taucht dann allerdings doch einmal der Begriff in polemischer Hinsicht auf und bezeichnet dessen Unvereinbarkeit mit der katholischen Soziallehre. Wichtig ist vor allem, dass Reinhard Marx keinesfalls theoretisch argumentiert, sondern zahlreiche Beispiele wie die auf Kreditbasis finanzierten Hedgefonds anführt. Für die Lehre der Gerechtigkeit genügt ein Blick in die Bergpredigt oder die Schilderung des Gottesfriedens bei Basilius, dem Bischof von Caesarea (330-379). Reinhard Marx weist immer wieder in unterschiedlicher Hinsicht auf das Phänomen der Armut hin, das keine soziale Randgruppe oder Unterschicht beschreibt, sondern ein Phänomen in der Mitte der Gesellschaft, das jeden treffen kann, z. B. durch plötzlichen Arbeitsplatzverlust oder persönliche Krisen. Er greift die Notwendigkeit umfassender Bildung auf und bezeichnet sie als Grundnahrungsmittel. Fast parallel zur Denkschrift der EKD beschreibt er die Leistung des Unternehmertums, besonders darin, sich in der Gesellschaft immer mehr sozial engagieren zu wollen. Er kritisiert aber in diesem Zusammenhang auch wieder im Rückgriff auf Karl Marx die vorrangige Orientierung am Kapital vor allem in Aktiengesellschaften und stellt den Vorrang der Arbeit vor dem Kapital im christlichen Menschenbild heraus. Im Schlusskapitel werden die Probleme der chinesischen Gesellschaftsordnung an praktischen Beispielen angeprangert. Die Globalisierung sollte nicht länger auf dem Rücken der Unzahl chinesischer Wanderarbeiter ausgetragen werden. Globalisierung aus christlicher Sicht stellt die Würde des Menschen vor Gott heraus und begründet die Pflicht zur Solidarität. Es wird sich zeigen, ob der Zusammenbruch des globalen Finanzsystems den Weg frei machen wird zu dem, was Reinhard Marx die globale soziale Marktwirtschaft versteht. Das Buch von Reinhard Marx Das Kapital ist kein Plädoyer für einen Marxismus im bekannten Stil. Dennoch wird hier im Kontext des derzeitigen Wirtschaftssystems mit Karl Marx die Vorherrschaft rein kapitalorientierten Denkens der Wirtschaft vom christlichen Menschenbild einer unverlierbaren Würde vor Gott her in Frage gestellt. Die Kirche hat von der Bibel her den Auftrag, sich immer wieder auch gegenüber den Missständen der globalen Wirtschaftens am Menschen zu orientieren. Das einzige, was man diesem Buch letztlich vorwerfen kann, ist, dass es kein politisches Programm entwickelt, sondern lediglich Probleme beschreibt. Doch dieser Schritt muss von Seiten der Ethik ohnehin offen bleiben. Eine theologische und politische Wiederbelebung der katholischen Soziallehre, die nur zu begrüßen ist 5 von 5 PunktenMan mag diesem streitbaren Bischof vorwerfen, er habe die Namensgleichheit bewusst genutzt, um seinem Buch, seinen Thesen und vielleicht auch seiner Karriere zum Erfolg zu verhelfen. Doch damit geht man an diesem wichtigen Buch vorbei. Schon in seiner Zeit als Bischof von Trier hat Reinhard Marx sich immer wieder eingemischt in die sozialpolitischen und sozialethischen Debatten, die jeweils gerade im Land geführt wurden, und schon damals spürte man, dieser Mann hat das Zeug für mehr. Nun, Erzbischof von München und Freising geworden, legt er ein Buch vor, das in der Lage ist, die politische Debatte in Deutschland stark zu beeinflussen. Geschrieben vor der großen weltweiten Finanzkrise, die den ganzen Kapitalismus in schweren Verruf brachte, fiel seine Veröffentlichung genau mit dieser Krise zusammen. Dem Buch und seinen Thesen hätte gar nichts Besseres passieren können, denn all das, was geschehen ist und was jetzt heftig diskutiert wird und einen Krisengipfel nach dem anderen provoziert, deutet Marx in seinen Buch längst an. Sein Buch richtet sich zum einen an die Öffentlichkeit, mehr noch aber ist es ein Appell an die eigene Kirche, sich wieder der sozialen Frage zuzuwenden und damit eine in Vergessenheit geratene alte Tradition der Kirche neu zu entdecken. Marx betont, wie übrigens viele andere auch in diesen krisengeschüttelten Tagen, den Unterschied zwischen Kapitalismus und sozialer Marktwirtschaft. Der Kapitalismus sei orientiert an den Kapitalinteressen ( auch das war deutlich zu beobachten und hat viele kleine Sparer überall auf der Welt ihre Altersversorgung gekostet), während die Marktwirtschaft mehr sieht: die verschiedenen Marktteilnehmer, den Marktplatz und die Rahmenbedingungen des Marktes, die keineswegs zu diesem dazu gehören. Doch weder das eine noch das andere, so Marx , seien Gesellschaftsordnungen. Instrumente seien sie und müssten es auch bleiben, Instrumente , die entdeckt und entwickelt wurden und sich bewährt haben, als Antworten auf die Fragen, wie möglichst viele Menschen durch ihre eigene Arbeit, durch Ausbildung und Beteiligung am gesellschaftlichen Leben ihren Lebenszielen folgen können. Immer wieder betont er die Perspektive der katholischen Soziallehre, die er mit diesem Buch theologisch und politisch wiederbeleben möchte: Der Mensch muss im Mittelpunkt stehen. Aber nicht nur als Markteilnehmer, mit dem sich Geld verdienen lässt, sondern als Mensch mit all seinen Stärken und Schwächen, seinen Krankheiten, seinen Behinderungen, seinem Altern und seinem Sterben, seiner Hoffnung auf ein besseres, ein gelingendes, sinnvolles Leben. Es ist gut, dass ein Kirchenmann wieder einmal darauf hingewiesen hat, was seit fast zwei Jahrtausenden in der Bibel steht. Meinem fünfjährigen Sohn lese ich gerade aus einer wunderbaren Kinder -und Jugendbibel von Jörg Zink vor, nach der er immer mal wieder verlangt, und da ist es selbst einem Kind ( oder gerade weil es ein Kind ist ?!) klar, für wen dieser Jesus auf die Welt gekommen ist und wie er mit den Menschen umgeht. Recht interessant, aber hilft es auch? 4 von 5 PunktenIn seinem Buch appelliert der Münchner Erzbischof Reinhard Marx für eine globale Ausweitung der sozialen Marktwirtschaft. Ein Kapitalismus ohne Menschlichkeit, Solidarität und sozialen Ausgleich kann für ihn nicht funktionieren. Damit hat er sicherlich grundsätzlich Recht. Auch scheint mir die globale Perspektive sinnvoll zu sein: Im Rahmen der Globalisierung haben sich die Unternehmen globalisiert, während die Nationalstaaten lokale Einheiten mit zum Teil recht unterschiedlichen Konditionen geblieben sind, wodurch sie mitunter zu Spielbällen global operierender Unternehmen wurden, die verstärkt dorthin gehen, wo sie die günstigsten Bedingungen vorfinden. Das würden wir übrigens nicht viel anders tun: Wenn der Liter Benzin in Hessen 1,25 Euro, in NRW dagegen 1,50 Euro kosten würde, würden viele Menschen aus NRW regelmäßig nach Hessen zum Tanken fahren. Eine relative Angleichung der jeweiligen nationalen Bedingungen (zum Beispiel bei der Unternehmensbesteuerung, aber auch vielen sonstigen Auflagen) scheint also unerlässlich zu sein. Die Frage ist nur, ob den Regierenden in den verschiedenen Nationalstaaten der Ernst der Lage bewusst ist, und sie entsprechend kompromissbereit sind. Auch ein anderer Punkt scheint mir problematisch zu sein. Reinhard Marx appelliert sehr stark an die Moral von Einzelpersonen. Mersch charakterisiert in Evolution, Zivilisation und Verschwendung: Über den Ursprung von Allem Lebewesen dagegen als Systeme, die über eigenständige Selbsterhaltungs- und Reproduktionsinteressen verfügen und sich darüber selbstregulieren. Interessanterweise weist er nun aber auch Unternehmen solche Eigenschaften zu: Für ihn sind Unternehmen Superorganismen, die in ihren jeweiligen Evolutionsumgebungen - den Märkten - konkurrieren und dabei evolvieren. Einmal auf den Weg gebracht, entwickeln sie eine Eigendynamik. Es stellt sich deshalb die Frage, ob ein Vorstand eines global operierenden Konzerns überhaupt in der Lage ist, sich in einem übergeordneten Sinne moralisch zu verhalten, da er ja in erster Linie den Interessen seines Unternehmens (und dessen Anteilseignern) dient. Ein solcher Vorstand dürfte intern Rechtfertigungsprobleme bekommen, wenn er Optionen nicht nutzt, die aktuell für sein Unternehmen vorteilhaft, für die gesamte Welt oder bestimmte Nationalstaaten aber möglicherweise ungünstig sind. Hier scheinen mir limitierende Regelwerke mehr Wirkung zu vers | |
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