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Der Baader-Meinhof-Komplex: von Stefan AustBroschiert von Goldmann VerlagPreis bei Amazon: EUR 10,00, Angebote ab EUR 6,99 ![]() 4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3442469015, Erscheinungsdatum: August 2008 |
Aus der Amazon.de-RedaktionGerade noch rechtzeitig, bevor sich das 68-er Jubiläumsjahr mit dem Kinostart des oskarverdächtigen Spielfilms Der Baader Meinhof Komplex zu Ende neigt, hat der Autor der Drehbuchvorlage, Stefan Aust, eine neue Version seines gleichnamigen Werkes von 1985 vorgelegt. Natürlich drängt sich bei diesem Timing der Verdacht auf, es ginge dem unlängst geschassten Chefredakteur des Nachrichtenmagazins Der Spiegel darum, beflügelt vom Hype um den Film noch einmal kräftig Kasse zu machen. Doch die Anschaffung des inzwischen auf knapp 900 Seiten angewachsenen Opus Magnus von Aust lohnt sich tatsächlich! Nicht umsonst galt Austs ebenso präzise wie unvoreingenommene Chronik der Ereignisse vom Juni 1967 bis zum Deutschen Herbst 1977 schon bald nach Erscheinen der Erstauflage als Standardwerk. Die Eliminierung von Fehlern, die Anreicherung mit weiteren Details und die Illustration mit Fotos, die der Autor für die dritte Ausgabe geleistet hat, wird diesen Anspruch sicherlich weiter zementieren. Erstehanderfahrungen und die persönliche Bekanntschaft mit etlichen Akteuren der RAF und deren Umfeld machten das Buch seit jeher so einzigartig und authentisch. Dabei hat es der Sache nur wenig Abbruch getan, dass Aust, der sich seine ersten Sporen noch unter der Ägide von Ulrike Meinhof bei der linksradikalen Postille Konkret verdiente, mit dem Verdikt des Revisionisten und Karrieristen im inneren Zirkel der RAF stets auf eine Mauer des Schweigens stieß. Durchbrochen lediglich von einer Handvoll Renegaten, die sich vor allzu unvorsichtigen Äußerungen freilich gehütet haben dürften, um ihre Bewährung nicht zu gefährden. Vor allem im Umgang mit ihnen und den offiziellen Quellen, die noch immer weit davon entfernt sind, ungefiltert zu sprudeln, ist investigatives Gespür gefragt. Und über ein solches verfügt der alte Hase des Enthüllungsjournalismus zweifellos in einem weit höheren Maße als die meisten anderen Publizisten, die sich in den letzten Jahrzehnten mit der RAF auseinandergesetzt haben. Trugen bei der Neuausgabe von 1997 vor allem Unterlagen des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) sowie Aussagen einiger in der DDR untergetauchter RAF-Mitglieder zur weiteren Erhellung des dunkelsten Kapitels der deutschen Nachkriegsgeschichte bei, so kreist Austs Spot diesmal über den zwielichtigen Machenschaften westdeutscher Geheimdienstler, die er schon in seiner TV-Dokumentation beleuchtete. Auch in dieser Hinsicht eine erhellende Lektüre! Roland Detsch, literaturanzeiger.de 5 Kundenrezensionen:Das aktualisierte und erweiterte Standartwerk zur RAF-Geschichte 5 von 5 PunktenDie arg kontrovers diskutierte Verfilmung des von Stefan Aust verfassten Klassikers zur Geschichte der RAF "Der Baader-Meinhof-Komplex" wird durch eine komplett überarbeitete und erstmals mit Bildmaterial versehene Neuauflage des Buches begleitet. Durchgesehen vom Autor und um 100 Seiten Text sowie 150 Fotos erweitert liegt das bei Hoffmann und Campe erschienene Standartwerk zum Terrorismus in Deutschland gewichtig in der Hand. Und dies gleich im doppelten Sinne, denn neben den wälzerhaften Ausmaßen bleibt es bei der schon vor 23 Jahren beim erstmaligen Erscheinen gültigen Aussage, dass dieses Buch mit seinem populärwissenschaftlichen Anspruch nicht ignoriert werden kann und Stefan Aust ein fassbares Porträt der terroristischen Unfassbarkeit sowie der dabei agierenden Personen geschaffen hat. Bin frustriert 1 von 5 PunktenNachdem ich einige Reportagen im TV gesehen hatte, wollte ich näheres über die RAF wissen und bin auf Aust gestossen in der Erwartung daß alle meine Fragen geklärt werden. Da ich zu der Zeit der RAF noch mit den Mücken geflogen bin, ist es mir jedoch leider extrem schwer gefallen, ihm zu folgen. So beschreibt er z.B. über eine halbe Seite daß Meinhoff durch den Prozess gegen Strauß (sie hatte ihn mit Hitler verglichen) berühmt geworden ist, erwähnt jedoch mit keinem Ton, wie sie dazu gekommen ist. Er hält es nicht für nötig zu erklären warum Rudi Dutschke so wichtig war, wenigstens weiß ich jetzt aber genau wie der Attentäter angezogen war. Genauso geht es munter weiter, immer wieder tauchen Personen auf, politische Ereignisse ohne diese näher zu erklären. Übrig bleiben ein Haufen (zumindest für mich) unwichtige Informtionen, eine Aufreihung von Demonstrationen und hohlen Parolen, die für Neueinsteiger wie mich schwer einzuschätzen sind. Ich hab das Buch nach 1/3 frustriert und genervt weggelegt. Wenn mir jemand ein gutes Buch über Motive und Hintergründe der RAF nennen kann wäre ich dankbar. Sehr gute Dokumentation... 5 von 5 PunktenStefan Aust war 1967 bis 1969 Redakteur der Zeitschrift "konkret", in der auch Brigitte Meinhof mitarbeitete, bevor sie mit der Befreiung Baaders in den Untergrund ging und der RAF beitrat. Mit dem RAF-Aussteiger Peter Homann befreite er 1970 sogar auf eigene Faust die Meinhof-Zwillinge Bettina und Regine Röhl, die von Mitgliedern der RAF nach Sizilien verschleppt worden waren. Dafür bekam er Morddrohungen von der RAF. Daraus erkennt man bereits, wie eng verflochten Aust auch persönlich mit der von ihm meisterhaft recherchierten Arbeit zur Entstehung und Zerschlagung der Baader-Meimhof-Gruppe war. 1985 erstmals erschienen, legt der langjährige Spiegel-Mitarbeiter 1997 eine aktualisierte und erweiterte Fassung vor, die möglich wurde durch die Einbeziehung der Akten des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR nach dem Fall der innerdeutschen Grenze 1989. Er betont im Vorwort zur neueren Ausgabe auch, daß u.a. dadurch bessere Einblicke in das Wissen um den Selbstmord der Stammheim-Häftlinge bei der RAF selbst und auch in das ganze Ausmaß des Versagens beim staatlichen Fahndungsapparat im Zusammenhang mit der Schleyer-Entführung möglich wurden. Das Buch mag nicht strengen wissenschaftlichen Ansprüchen genügen, da einzelne Textquellen und ein Literaturverzeichnis fehlen, dennoch ist es überaus gründlich recherchiert, indem Aust auf Interviews und die Analyse von 60 laufenden Metern Akten zurückgriff. Es geht streng chronologisch vor, wenn auch eingeleitet mit dem "Tod in Stammheim" in der Nacht zum 18. Oktober 1977 als Reaktion auf die mißglückte Entführung der Lufthansa-Maschine "Landshut". Im 1. Teil "Wege in den Untergrund" erfährt der Leser anläßlich der Befreiung Andreas Baaders 1970 die Entstehungsgeschichte der Rote Armee Fraktion im Gefolge der (versehentlichen?) Erschießung des pazifistischen Romanistik-Studenten Benno Ohnesorg durch einen Polizisten bei einer Berliner Demonstration gegen den Schah-Besuch am 2. Juni 1967, die Führungsgestalten werden dabei in ihrem biografischen Bezug und ihrer Motivation zum Untergrundkampf gegen den Staat genauer vorgestellt. Der 2. Teil "Die ungestüme Herrlichkeit des Terrors" beschreibt die inneren Auseinandersetzungen der RAF-Mitglieder und das tägliche Leben auf der Flucht vor der staatlichen Verfolgung, die Organisation des Überlebens mit Banküberfällen, Klau von Autos und Anmieten von Wohnungen, Aufsuchen von Unterschlupfmöglichkeiten bei Sympathisanten und die Verhaftungen der ersten RAF-Mitglieder im Sommer 1972. Im 3. Teil "Die Kostüme der Müdigkeit" geht es um den Terror der Organisation "Schwarzen September" 1972 im Zusammenhang mit den olympischen Spielen, durch den palästinensische Gefangene in Israel mittels brutaler Gewalt freigepreßt wurden und deren Beispiel von den Inhaftierten der RAF als vorbildlich gelobt wurde. Berichtet wird im Folgenden die lange Untersuchungs- (Isolations-) haft der 5 Kernmitglieder der Gruppe (Andreas Baader, Gudrun Ensslin, Ulrike Meinhof, Hoger Meins und Jan-Carl Raspe) mit mehreren Hungerstreiks und Zwangsernährung, die Holger Meins schließlich das Leben kosteten. Es wird deutlich, wie gut es den Gefangenen gelang, sich trotz Isolation zu verständigen und sogar Waffen einzuschmuggeln. Der Sturm einer sich formierenden 2. RAF-Generation auf die deutsche Botschaft in Stockholm zur Befreiung der Baader-Meinhof-Bande im April 1975 scheitert. Dafür war vorher geglückt die Freipressung der sechs Inhaftierten Horst Mahler, Verena Becker, Gabriele Kröcher-Tiedemann, Ingrid Siepmann, Rolf Heißler und Rolf Pohle anläßlich der Entführung des Berliner CDU-Spitzenkandidats Peter Lorenz im Februar 1975. Der 4. Teil behandelt den Strafprozeß, der der Baader-Meinhof-Gruppe gemacht wird und sich vom 21. Mai 1975 bis zum 28. April 1977 hinzog, unterbrochen nur kurz vom Selbstmord Ulrike Meinhofs in ihrer Stammheim-Zelle in der Nacht zum 9. Mai 1976. Im 5. Teil "44 Tage im Herbst" wird schließlich geschildert die Entführung und schließliche Ermordung des Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer, die vergebliche Entführung der Lufthansmaschine "Landshut" mit dem Reflex des Selbstmordes der 3 Stammheimhäftlinge Baader, Ensslin und Raspe, sowie dem mißglückten Selbstmordversuch Irmgard Möllers in der Nacht zum 18. Oktober 1977. Das sehr lesenswerte Buch ist möglichst neutral geschrieben und informiert sachlich und sehr umfassend über alle wichtigen Details dieser 10 Jahre bundesdeutscher Geschichte vom "heißen Herbst" 1967 bis 1977. Von mir daher uneingeschränkt 5 Sterne. (13.12.08) erhellend erschreckend 4 von 5 PunktenSie können die vielen Kommentare lesen, der Einblick zum Thema RAF ist enorm. Nur zwei besondere Aspekte die hier auffallen: - Hat sich während der Zeit des Kampfes gegen die RAF je jemand wirklich mit deren Thesen auseinandergesetzt? Auch mit deren ursprünglichen Thesen? Verwunderlich, wie wenig es danach aussieht und wie wenig Aust zu Ansichten von Baader, Meinhof und Co schreibt. - Der erschreckende zweite Aspekt: Aust wirft Fragen auf. Wie beugt ein Staat sein eigenes Recht um Recht zu schaffen? Nicht nur Fehler sondern auch bewusste "Fehler" des Polizeiapparates werden aufgedeckt und hinterfragt. Ein überforderter Staat greift zu auf rechtsbrechende Kontrolle?! Automatisch stellt sich der Leser die Frage nach Parallelen zu heute. Das Buch ist lesenswert, ein Stück der Geschichte des Nachkriegsdeutschlands, ein Teil unserer Geschichte und vielleicht die Chance in Zusammenhang mit Film und Buch auch die inhaltlichen Fragen der RAF aufzuarbeiten und als Volk zu verarbeiten. Vielleicht auch die Chance stärker für das Thema der staatlichen Überwachung sensibilisiert zu werden. Zu Recht das Standardwerk zum Deutschen Herbst 5 von 5 PunktenWertfreie Dokumentation, Versuch die Gedanken und Hintergründe der RAF begreiflich zu machen, extensive Schilderung der Schnittstelle RAF - Staat (vor und nach Verhaftungen). Ausführliche Dokumentation der Sichtweise der Gefangenen. Besser kann man ein Buch zu diesem Thema nicht schreiben. |
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Der Baader-Meinhof-Komplex Das Standardwerk Vollständig aktualisiert - Erstmals mit Fotos - Alle Fakten - Alle Details von Stefan AustGebundene Ausgabe von Hoffmann und CampePreis bei Amazon: EUR 26,00, Angebote ab EUR 22,99 ![]() 4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3455500293, Erscheinungsdatum: Sept. 2008, Auflage: völlig überarbeitete und ergänzte Neuausgabe. |
Aus der Amazon.de-RedaktionGerade noch rechtzeitig, bevor sich das 68-er Jubiläumsjahr mit dem Kinostart des oskarverdächtigen Spielfilms Der Baader Meinhof Komplex zu Ende neigt, hat der Autor der Drehbuchvorlage, Stefan Aust, eine neue Version seines gleichnamigen Werkes von 1985 vorgelegt. Natürlich drängt sich bei diesem Timing der Verdacht auf, es ginge dem unlängst geschassten Chefredakteur des Nachrichtenmagazins Der Spiegel darum, beflügelt vom Hype um den Film noch einmal kräftig Kasse zu machen. Doch die Anschaffung des inzwischen auf knapp 900 Seiten angewachsenen Opus Magnus von Aust lohnt sich tatsächlich! Nicht umsonst galt Austs ebenso präzise wie unvoreingenommene Chronik der Ereignisse vom Juni 1967 bis zum Deutschen Herbst 1977 schon bald nach Erscheinen der Erstauflage als Standardwerk. Die Eliminierung von Fehlern, die Anreicherung mit weiteren Details und die Illustration mit Fotos, die der Autor für die dritte Ausgabe geleistet hat, wird diesen Anspruch sicherlich weiter zementieren. Erstehanderfahrungen und die persönliche Bekanntschaft mit etlichen Akteuren der RAF und deren Umfeld machten das Buch seit jeher so einzigartig und authentisch. Dabei hat es der Sache nur wenig Abbruch getan, dass Aust, der sich seine ersten Sporen noch unter der Ägide von Ulrike Meinhof bei der linksradikalen Postille Konkret verdiente, mit dem Verdikt des Revisionisten und Karrieristen im inneren Zirkel der RAF stets auf eine Mauer des Schweigens stieß. Durchbrochen lediglich von einer Handvoll Renegaten, die sich vor allzu unvorsichtigen Äußerungen freilich gehütet haben dürften, um ihre Bewährung nicht zu gefährden. Vor allem im Umgang mit ihnen und den offiziellen Quellen, die noch immer weit davon entfernt sind, ungefiltert zu sprudeln, ist investigatives Gespür gefragt. Und über ein solches verfügt der alte Hase des Enthüllungsjournalismus zweifellos in einem weit höheren Maße als die meisten anderen Publizisten, die sich in den letzten Jahrzehnten mit der RAF auseinandergesetzt haben. Trugen bei der Neuausgabe von 1997 vor allem Unterlagen des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) sowie Aussagen einiger in der DDR untergetauchter RAF-Mitglieder zur weiteren Erhellung des dunkelsten Kapitels der deutschen Nachkriegsgeschichte bei, so kreist Austs Spot diesmal über den zwielichtigen Machenschaften westdeutscher Geheimdienstler, die er schon in seiner TV-Dokumentation beleuchtete. Auch in dieser Hinsicht eine erhellende Lektüre! Roland Detsch, literaturanzeiger.de 5 Kundenrezensionen:Das aktualisierte und erweiterte Standartwerk zur RAF-Geschichte 5 von 5 PunktenDie arg kontrovers diskutierte Verfilmung des von Stefan Aust verfassten Klassikers zur Geschichte der RAF "Der Baader-Meinhof-Komplex" wird durch eine komplett überarbeitete und erstmals mit Bildmaterial versehene Neuauflage des Buches begleitet. Durchgesehen vom Autor und um 100 Seiten Text sowie 150 Fotos erweitert liegt das bei Hoffmann und Campe erschienene Standartwerk zum Terrorismus in Deutschland gewichtig in der Hand. Und dies gleich im doppelten Sinne, denn neben den wälzerhaften Ausmaßen bleibt es bei der schon vor 23 Jahren beim erstmaligen Erscheinen gültigen Aussage, dass dieses Buch mit seinem populärwissenschaftlichen Anspruch nicht ignoriert werden kann und Stefan Aust ein fassbares Porträt der terroristischen Unfassbarkeit sowie der dabei agierenden Personen geschaffen hat. Bin frustriert 1 von 5 PunktenNachdem ich einige Reportagen im TV gesehen hatte, wollte ich näheres über die RAF wissen und bin auf Aust gestossen in der Erwartung daß alle meine Fragen geklärt werden. Da ich zu der Zeit der RAF noch mit den Mücken geflogen bin, ist es mir jedoch leider extrem schwer gefallen, ihm zu folgen. So beschreibt er z.B. über eine halbe Seite daß Meinhoff durch den Prozess gegen Strauß (sie hatte ihn mit Hitler verglichen) berühmt geworden ist, erwähnt jedoch mit keinem Ton, wie sie dazu gekommen ist. Er hält es nicht für nötig zu erklären warum Rudi Dutschke so wichtig war, wenigstens weiß ich jetzt aber genau wie der Attentäter angezogen war. Genauso geht es munter weiter, immer wieder tauchen Personen auf, politische Ereignisse ohne diese näher zu erklären. Übrig bleiben ein Haufen (zumindest für mich) unwichtige Informtionen, eine Aufreihung von Demonstrationen und hohlen Parolen, die für Neueinsteiger wie mich schwer einzuschätzen sind. Ich hab das Buch nach 1/3 frustriert und genervt weggelegt. Wenn mir jemand ein gutes Buch über Motive und Hintergründe der RAF nennen kann wäre ich dankbar. Sehr gute Dokumentation... 5 von 5 PunktenStefan Aust war 1967 bis 1969 Redakteur der Zeitschrift "konkret", in der auch Brigitte Meinhof mitarbeitete, bevor sie mit der Befreiung Baaders in den Untergrund ging und der RAF beitrat. Mit dem RAF-Aussteiger Peter Homann befreite er 1970 sogar auf eigene Faust die Meinhof-Zwillinge Bettina und Regine Röhl, die von Mitgliedern der RAF nach Sizilien verschleppt worden waren. Dafür bekam er Morddrohungen von der RAF. Daraus erkennt man bereits, wie eng verflochten Aust auch persönlich mit der von ihm meisterhaft recherchierten Arbeit zur Entstehung und Zerschlagung der Baader-Meimhof-Gruppe war. 1985 erstmals erschienen, legt der langjährige Spiegel-Mitarbeiter 1997 eine aktualisierte und erweiterte Fassung vor, die möglich wurde durch die Einbeziehung der Akten des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR nach dem Fall der innerdeutschen Grenze 1989. Er betont im Vorwort zur neueren Ausgabe auch, daß u.a. dadurch bessere Einblicke in das Wissen um den Selbstmord der Stammheim-Häftlinge bei der RAF selbst und auch in das ganze Ausmaß des Versagens beim staatlichen Fahndungsapparat im Zusammenhang mit der Schleyer-Entführung möglich wurden. Das Buch mag nicht strengen wissenschaftlichen Ansprüchen genügen, da einzelne Textquellen und ein Literaturverzeichnis fehlen, dennoch ist es überaus gründlich recherchiert, indem Aust auf Interviews und die Analyse von 60 laufenden Metern Akten zurückgriff. Es geht streng chronologisch vor, wenn auch eingeleitet mit dem "Tod in Stammheim" in der Nacht zum 18. Oktober 1977 als Reaktion auf die mißglückte Entführung der Lufthansa-Maschine "Landshut". Im 1. Teil "Wege in den Untergrund" erfährt der Leser anläßlich der Befreiung Andreas Baaders 1970 die Entstehungsgeschichte der Rote Armee Fraktion im Gefolge der (versehentlichen?) Erschießung des pazifistischen Romanistik-Studenten Benno Ohnesorg durch einen Polizisten bei einer Berliner Demonstration gegen den Schah-Besuch am 2. Juni 1967, die Führungsgestalten werden dabei in ihrem biografischen Bezug und ihrer Motivation zum Untergrundkampf gegen den Staat genauer vorgestellt. Der 2. Teil "Die ungestüme Herrlichkeit des Terrors" beschreibt die inneren Auseinandersetzungen der RAF-Mitglieder und das tägliche Leben auf der Flucht vor der staatlichen Verfolgung, die Organisation des Überlebens mit Banküberfällen, Klau von Autos und Anmieten von Wohnungen, Aufsuchen von Unterschlupfmöglichkeiten bei Sympathisanten und die Verhaftungen der ersten RAF-Mitglieder im Sommer 1972. Im 3. Teil "Die Kostüme der Müdigkeit" geht es um den Terror der Organisation "Schwarzen September" 1972 im Zusammenhang mit den olympischen Spielen, durch den palästinensische Gefangene in Israel mittels brutaler Gewalt freigepreßt wurden und deren Beispiel von den Inhaftierten der RAF als vorbildlich gelobt wurde. Berichtet wird im Folgenden die lange Untersuchungs- (Isolations-) haft der 5 Kernmitglieder der Gruppe (Andreas Baader, Gudrun Ensslin, Ulrike Meinhof, Hoger Meins und Jan-Carl Raspe) mit mehreren Hungerstreiks und Zwangsernährung, die Holger Meins schließlich das Leben kosteten. Es wird deutlich, wie gut es den Gefangenen gelang, sich trotz Isolation zu verständigen und sogar Waffen einzuschmuggeln. Der Sturm einer sich formierenden 2. RAF-Generation auf die deutsche Botschaft in Stockholm zur Befreiung der Baader-Meinhof-Bande im April 1975 scheitert. Dafür war vorher geglückt die Freipressung der sechs Inhaftierten Horst Mahler, Verena Becker, Gabriele Kröcher-Tiedemann, Ingrid Siepmann, Rolf Heißler und Rolf Pohle anläßlich der Entführung des Berliner CDU-Spitzenkandidats Peter Lorenz im Februar 1975. Der 4. Teil behandelt den Strafprozeß, der der Baader-Meinhof-Gruppe gemacht wird und sich vom 21. Mai 1975 bis zum 28. April 1977 hinzog, unterbrochen nur kurz vom Selbstmord Ulrike Meinhofs in ihrer Stammheim-Zelle in der Nacht zum 9. Mai 1976. Im 5. Teil "44 Tage im Herbst" wird schließlich geschildert die Entführung und schließliche Ermordung des Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer, die vergebliche Entführung der Lufthansmaschine "Landshut" mit dem Reflex des Selbstmordes der 3 Stammheimhäftlinge Baader, Ensslin und Raspe, sowie dem mißglückten Selbstmordversuch Irmgard Möllers in der Nacht zum 18. Oktober 1977. Das sehr lesenswerte Buch ist möglichst neutral geschrieben und informiert sachlich und sehr umfassend über alle wichtigen Details dieser 10 Jahre bundesdeutscher Geschichte vom "heißen Herbst" 1967 bis 1977. Von mir daher uneingeschränkt 5 Sterne. (13.12.08) erhellend erschreckend 4 von 5 PunktenSie können die vielen Kommentare lesen, der Einblick zum Thema RAF ist enorm. Nur zwei besondere Aspekte die hier auffallen: - Hat sich während der Zeit des Kampfes gegen die RAF je jemand wirklich mit deren Thesen auseinandergesetzt? Auch mit deren ursprünglichen Thesen? Verwunderlich, wie wenig es danach aussieht und wie wenig Aust zu Ansichten von Baader, Meinhof und Co schreibt. - Der erschreckende zweite Aspekt: Aust wirft Fragen auf. Wie beugt ein Staat sein eigenes Recht um Recht zu schaffen? Nicht nur Fehler sondern auch bewusste "Fehler" des Polizeiapparates werden aufgedeckt und hinterfragt. Ein überforderter Staat greift zu auf rechtsbrechende Kontrolle?! Automatisch stellt sich der Leser die Frage nach Parallelen zu heute. Das Buch ist lesenswert, ein Stück der Geschichte des Nachkriegsdeutschlands, ein Teil unserer Geschichte und vielleicht die Chance in Zusammenhang mit Film und Buch auch die inhaltlichen Fragen der RAF aufzuarbeiten und als Volk zu verarbeiten. Vielleicht auch die Chance stärker für das Thema der staatlichen Überwachung sensibilisiert zu werden. Zu Recht das Standardwerk zum Deutschen Herbst 5 von 5 PunktenWertfreie Dokumentation, Versuch die Gedanken und Hintergründe der RAF begreiflich zu machen, extensive Schilderung der Schnittstelle RAF - Staat (vor und nach Verhaftungen). Ausführliche Dokumentation der Sichtweise der Gefangenen. Besser kann man ein Buch zu diesem Thema nicht schreiben. |
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Der Baader Meinhof Komplex von Stefan AustTaschenbuch von GoldmannPreis bei Amazon: EUR 12,00, Angebote ab EUR 8,95 ![]() 4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3442129532, Erscheinungsdatum: Sept. 2007, Auflage: Erw. u. aktualis. A. |
Aus der Amazon.de-RedaktionGerade noch rechtzeitig, bevor sich das 68-er Jubiläumsjahr mit dem Kinostart des oskarverdächtigen Spielfilms Der Baader Meinhof Komplex zu Ende neigt, hat der Autor der Drehbuchvorlage, Stefan Aust, eine neue Version seines gleichnamigen Werkes von 1985 vorgelegt. Natürlich drängt sich bei diesem Timing der Verdacht auf, es ginge dem unlängst geschassten Chefredakteur des Nachrichtenmagazins Der Spiegel darum, beflügelt vom Hype um den Film noch einmal kräftig Kasse zu machen. Doch die Anschaffung des inzwischen auf knapp 900 Seiten angewachsenen Opus Magnus von Aust lohnt sich tatsächlich! Nicht umsonst galt Austs ebenso präzise wie unvoreingenommene Chronik der Ereignisse vom Juni 1967 bis zum Deutschen Herbst 1977 schon bald nach Erscheinen der Erstauflage als Standardwerk. Die Eliminierung von Fehlern, die Anreicherung mit weiteren Details und die Illustration mit Fotos, die der Autor für die dritte Ausgabe geleistet hat, wird diesen Anspruch sicherlich weiter zementieren. Erstehanderfahrungen und die persönliche Bekanntschaft mit etlichen Akteuren der RAF und deren Umfeld machten das Buch seit jeher so einzigartig und authentisch. Dabei hat es der Sache nur wenig Abbruch getan, dass Aust, der sich seine ersten Sporen noch unter der Ägide von Ulrike Meinhof bei der linksradikalen Postille Konkret verdiente, mit dem Verdikt des Revisionisten und Karrieristen im inneren Zirkel der RAF stets auf eine Mauer des Schweigens stieß. Durchbrochen lediglich von einer Handvoll Renegaten, die sich vor allzu unvorsichtigen Äußerungen freilich gehütet haben dürften, um ihre Bewährung nicht zu gefährden. Vor allem im Umgang mit ihnen und den offiziellen Quellen, die noch immer weit davon entfernt sind, ungefiltert zu sprudeln, ist investigatives Gespür gefragt. Und über ein solches verfügt der alte Hase des Enthüllungsjournalismus zweifellos in einem weit höheren Maße als die meisten anderen Publizisten, die sich in den letzten Jahrzehnten mit der RAF auseinandergesetzt haben. Trugen bei der Neuausgabe von 1997 vor allem Unterlagen des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) sowie Aussagen einiger in der DDR untergetauchter RAF-Mitglieder zur weiteren Erhellung des dunkelsten Kapitels der deutschen Nachkriegsgeschichte bei, so kreist Austs Spot diesmal über den zwielichtigen Machenschaften westdeutscher Geheimdienstler, die er schon in seiner TV-Dokumentation beleuchtete. Auch in dieser Hinsicht eine erhellende Lektüre! Roland Detsch, literaturanzeiger.de 5 Kundenrezensionen:Das aktualisierte und erweiterte Standartwerk zur RAF-Geschichte 5 von 5 PunktenDie arg kontrovers diskutierte Verfilmung des von Stefan Aust verfassten Klassikers zur Geschichte der RAF "Der Baader-Meinhof-Komplex" wird durch eine komplett überarbeitete und erstmals mit Bildmaterial versehene Neuauflage des Buches begleitet. Durchgesehen vom Autor und um 100 Seiten Text sowie 150 Fotos erweitert liegt das bei Hoffmann und Campe erschienene Standartwerk zum Terrorismus in Deutschland gewichtig in der Hand. Und dies gleich im doppelten Sinne, denn neben den wälzerhaften Ausmaßen bleibt es bei der schon vor 23 Jahren beim erstmaligen Erscheinen gültigen Aussage, dass dieses Buch mit seinem populärwissenschaftlichen Anspruch nicht ignoriert werden kann und Stefan Aust ein fassbares Porträt der terroristischen Unfassbarkeit sowie der dabei agierenden Personen geschaffen hat. Bin frustriert 1 von 5 PunktenNachdem ich einige Reportagen im TV gesehen hatte, wollte ich näheres über die RAF wissen und bin auf Aust gestossen in der Erwartung daß alle meine Fragen geklärt werden. Da ich zu der Zeit der RAF noch mit den Mücken geflogen bin, ist es mir jedoch leider extrem schwer gefallen, ihm zu folgen. So beschreibt er z.B. über eine halbe Seite daß Meinhoff durch den Prozess gegen Strauß (sie hatte ihn mit Hitler verglichen) berühmt geworden ist, erwähnt jedoch mit keinem Ton, wie sie dazu gekommen ist. Er hält es nicht für nötig zu erklären warum Rudi Dutschke so wichtig war, wenigstens weiß ich jetzt aber genau wie der Attentäter angezogen war. Genauso geht es munter weiter, immer wieder tauchen Personen auf, politische Ereignisse ohne diese näher zu erklären. Übrig bleiben ein Haufen (zumindest für mich) unwichtige Informtionen, eine Aufreihung von Demonstrationen und hohlen Parolen, die für Neueinsteiger wie mich schwer einzuschätzen sind. Ich hab das Buch nach 1/3 frustriert und genervt weggelegt. Wenn mir jemand ein gutes Buch über Motive und Hintergründe der RAF nennen kann wäre ich dankbar. Sehr gute Dokumentation... 5 von 5 PunktenStefan Aust war 1967 bis 1969 Redakteur der Zeitschrift "konkret", in der auch Brigitte Meinhof mitarbeitete, bevor sie mit der Befreiung Baaders in den Untergrund ging und der RAF beitrat. Mit dem RAF-Aussteiger Peter Homann befreite er 1970 sogar auf eigene Faust die Meinhof-Zwillinge Bettina und Regine Röhl, die von Mitgliedern der RAF nach Sizilien verschleppt worden waren. Dafür bekam er Morddrohungen von der RAF. Daraus erkennt man bereits, wie eng verflochten Aust auch persönlich mit der von ihm meisterhaft recherchierten Arbeit zur Entstehung und Zerschlagung der Baader-Meimhof-Gruppe war. 1985 erstmals erschienen, legt der langjährige Spiegel-Mitarbeiter 1997 eine aktualisierte und erweiterte Fassung vor, die möglich wurde durch die Einbeziehung der Akten des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR nach dem Fall der innerdeutschen Grenze 1989. Er betont im Vorwort zur neueren Ausgabe auch, daß u.a. dadurch bessere Einblicke in das Wissen um den Selbstmord der Stammheim-Häftlinge bei der RAF selbst und auch in das ganze Ausmaß des Versagens beim staatlichen Fahndungsapparat im Zusammenhang mit der Schleyer-Entführung möglich wurden. Das Buch mag nicht strengen wissenschaftlichen Ansprüchen genügen, da einzelne Textquellen und ein Literaturverzeichnis fehlen, dennoch ist es überaus gründlich recherchiert, indem Aust auf Interviews und die Analyse von 60 laufenden Metern Akten zurückgriff. Es geht streng chronologisch vor, wenn auch eingeleitet mit dem "Tod in Stammheim" in der Nacht zum 18. Oktober 1977 als Reaktion auf die mißglückte Entführung der Lufthansa-Maschine "Landshut". Im 1. Teil "Wege in den Untergrund" erfährt der Leser anläßlich der Befreiung Andreas Baaders 1970 die Entstehungsgeschichte der Rote Armee Fraktion im Gefolge der (versehentlichen?) Erschießung des pazifistischen Romanistik-Studenten Benno Ohnesorg durch einen Polizisten bei einer Berliner Demonstration gegen den Schah-Besuch am 2. Juni 1967, die Führungsgestalten werden dabei in ihrem biografischen Bezug und ihrer Motivation zum Untergrundkampf gegen den Staat genauer vorgestellt. Der 2. Teil "Die ungestüme Herrlichkeit des Terrors" beschreibt die inneren Auseinandersetzungen der RAF-Mitglieder und das tägliche Leben auf der Flucht vor der staatlichen Verfolgung, die Organisation des Überlebens mit Banküberfällen, Klau von Autos und Anmieten von Wohnungen, Aufsuchen von Unterschlupfmöglichkeiten bei Sympathisanten und die Verhaftungen der ersten RAF-Mitglieder im Sommer 1972. Im 3. Teil "Die Kostüme der Müdigkeit" geht es um den Terror der Organisation "Schwarzen September" 1972 im Zusammenhang mit den olympischen Spielen, durch den palästinensische Gefangene in Israel mittels brutaler Gewalt freigepreßt wurden und deren Beispiel von den Inhaftierten der RAF als vorbildlich gelobt wurde. Berichtet wird im Folgenden die lange Untersuchungs- (Isolations-) haft der 5 Kernmitglieder der Gruppe (Andreas Baader, Gudrun Ensslin, Ulrike Meinhof, Hoger Meins und Jan-Carl Raspe) mit mehreren Hungerstreiks und Zwangsernährung, die Holger Meins schließlich das Leben kosteten. Es wird deutlich, wie gut es den Gefangenen gelang, sich trotz Isolation zu verständigen und sogar Waffen einzuschmuggeln. Der Sturm einer sich formierenden 2. RAF-Generation auf die deutsche Botschaft in Stockholm zur Befreiung der Baader-Meinhof-Bande im April 1975 scheitert. Dafür war vorher geglückt die Freipressung der sechs Inhaftierten Horst Mahler, Verena Becker, Gabriele Kröcher-Tiedemann, Ingrid Siepmann, Rolf Heißler und Rolf Pohle anläßlich der Entführung des Berliner CDU-Spitzenkandidats Peter Lorenz im Februar 1975. Der 4. Teil behandelt den Strafprozeß, der der Baader-Meinhof-Gruppe gemacht wird und sich vom 21. Mai 1975 bis zum 28. April 1977 hinzog, unterbrochen nur kurz vom Selbstmord Ulrike Meinhofs in ihrer Stammheim-Zelle in der Nacht zum 9. Mai 1976. Im 5. Teil "44 Tage im Herbst" wird schließlich geschildert die Entführung und schließliche Ermordung des Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer, die vergebliche Entführung der Lufthansmaschine "Landshut" mit dem Reflex des Selbstmordes der 3 Stammheimhäftlinge Baader, Ensslin und Raspe, sowie dem mißglückten Selbstmordversuch Irmgard Möllers in der Nacht zum 18. Oktober 1977. Das sehr lesenswerte Buch ist möglichst neutral geschrieben und informiert sachlich und sehr umfassend über alle wichtigen Details dieser 10 Jahre bundesdeutscher Geschichte vom "heißen Herbst" 1967 bis 1977. Von mir daher uneingeschränkt 5 Sterne. (13.12.08) erhellend erschreckend 4 von 5 PunktenSie können die vielen Kommentare lesen, der Einblick zum Thema RAF ist enorm. Nur zwei besondere Aspekte die hier auffallen: - Hat sich während der Zeit des Kampfes gegen die RAF je jemand wirklich mit deren Thesen auseinandergesetzt? Auch mit deren ursprünglichen Thesen? Verwunderlich, wie wenig es danach aussieht und wie wenig Aust zu Ansichten von Baader, Meinhof und Co schreibt. - Der erschreckende zweite Aspekt: Aust wirft Fragen auf. Wie beugt ein Staat sein eigenes Recht um Recht zu schaffen? Nicht nur Fehler sondern auch bewusste "Fehler" des Polizeiapparates werden aufgedeckt und hinterfragt. Ein überforderter Staat greift zu auf rechtsbrechende Kontrolle?! Automatisch stellt sich der Leser die Frage nach Parallelen zu heute. Das Buch ist lesenswert, ein Stück der Geschichte des Nachkriegsdeutschlands, ein Teil unserer Geschichte und vielleicht die Chance in Zusammenhang mit Film und Buch auch die inhaltlichen Fragen der RAF aufzuarbeiten und als Volk zu verarbeiten. Vielleicht auch die Chance stärker für das Thema der staatlichen Überwachung sensibilisiert zu werden. Zu Recht das Standardwerk zum Deutschen Herbst 5 von 5 PunktenWertfreie Dokumentation, Versuch die Gedanken und Hintergründe der RAF begreiflich zu machen, extensive Schilderung der Schnittstelle RAF - Staat (vor und nach Verhaftungen). Ausführliche Dokumentation der Sichtweise der Gefangenen. Besser kann man ein Buch zu diesem Thema nicht schreiben. |
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Der Baader-Meinhof-Komplex: Fakten, Dokumente, OriginaltöneAudio CD von Hoffmann und CampePreis bei Amazon: EUR 19,95, Angebote ab EUR 11,00 ![]() 4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3455305911, Erscheinungsdatum: Juli 2008 |
Aus der Amazon.de-RedaktionGerade noch rechtzeitig, bevor sich das 68-er Jubiläumsjahr mit dem Kinostart des oskarverdächtigen Spielfilms Der Baader Meinhof Komplex zu Ende neigt, hat der Autor der Drehbuchvorlage, Stefan Aust, eine neue Version seines gleichnamigen Werkes von 1985 vorgelegt. Natürlich drängt sich bei diesem Timing der Verdacht auf, es ginge dem unlängst geschassten Chefredakteur des Nachrichtenmagazins Der Spiegel darum, beflügelt vom Hype um den Film noch einmal kräftig Kasse zu machen. Doch die Anschaffung des inzwischen auf knapp 900 Seiten angewachsenen Opus Magnus von Aust lohnt sich tatsächlich! Nicht umsonst galt Austs ebenso präzise wie unvoreingenommene Chronik der Ereignisse vom Juni 1967 bis zum Deutschen Herbst 1977 schon bald nach Erscheinen der Erstauflage als Standardwerk. Die Eliminierung von Fehlern, die Anreicherung mit weiteren Details und die Illustration mit Fotos, die der Autor für die dritte Ausgabe geleistet hat, wird diesen Anspruch sicherlich weiter zementieren. Erstehanderfahrungen und die persönliche Bekanntschaft mit etlichen Akteuren der RAF und deren Umfeld machten das Buch seit jeher so einzigartig und authentisch. Dabei hat es der Sache nur wenig Abbruch getan, dass Aust, der sich seine ersten Sporen noch unter der Ägide von Ulrike Meinhof bei der linksradikalen Postille Konkret verdiente, mit dem Verdikt des Revisionisten und Karrieristen im inneren Zirkel der RAF stets auf eine Mauer des Schweigens stieß. Durchbrochen lediglich von einer Handvoll Renegaten, die sich vor allzu unvorsichtigen Äußerungen freilich gehütet haben dürften, um ihre Bewährung nicht zu gefährden. Vor allem im Umgang mit ihnen und den offiziellen Quellen, die noch immer weit davon entfernt sind, ungefiltert zu sprudeln, ist investigatives Gespür gefragt. Und über ein solches verfügt der alte Hase des Enthüllungsjournalismus zweifellos in einem weit höheren Maße als die meisten anderen Publizisten, die sich in den letzten Jahrzehnten mit der RAF auseinandergesetzt haben. Trugen bei der Neuausgabe von 1997 vor allem Unterlagen des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) sowie Aussagen einiger in der DDR untergetauchter RAF-Mitglieder zur weiteren Erhellung des dunkelsten Kapitels der deutschen Nachkriegsgeschichte bei, so kreist Austs Spot diesmal über den zwielichtigen Machenschaften westdeutscher Geheimdienstler, die er schon in seiner TV-Dokumentation beleuchtete. Auch in dieser Hinsicht eine erhellende Lektüre! Roland Detsch, literaturanzeiger.de 5 Kundenrezensionen:Das aktualisierte und erweiterte Standartwerk zur RAF-Geschichte 5 von 5 PunktenDie arg kontrovers diskutierte Verfilmung des von Stefan Aust verfassten Klassikers zur Geschichte der RAF "Der Baader-Meinhof-Komplex" wird durch eine komplett überarbeitete und erstmals mit Bildmaterial versehene Neuauflage des Buches begleitet. Durchgesehen vom Autor und um 100 Seiten Text sowie 150 Fotos erweitert liegt das bei Hoffmann und Campe erschienene Standartwerk zum Terrorismus in Deutschland gewichtig in der Hand. Und dies gleich im doppelten Sinne, denn neben den wälzerhaften Ausmaßen bleibt es bei der schon vor 23 Jahren beim erstmaligen Erscheinen gültigen Aussage, dass dieses Buch mit seinem populärwissenschaftlichen Anspruch nicht ignoriert werden kann und Stefan Aust ein fassbares Porträt der terroristischen Unfassbarkeit sowie der dabei agierenden Personen geschaffen hat. Bin frustriert 1 von 5 PunktenNachdem ich einige Reportagen im TV gesehen hatte, wollte ich näheres über die RAF wissen und bin auf Aust gestossen in der Erwartung daß alle meine Fragen geklärt werden. Da ich zu der Zeit der RAF noch mit den Mücken geflogen bin, ist es mir jedoch leider extrem schwer gefallen, ihm zu folgen. So beschreibt er z.B. über eine halbe Seite daß Meinhoff durch den Prozess gegen Strauß (sie hatte ihn mit Hitler verglichen) berühmt geworden ist, erwähnt jedoch mit keinem Ton, wie sie dazu gekommen ist. Er hält es nicht für nötig zu erklären warum Rudi Dutschke so wichtig war, wenigstens weiß ich jetzt aber genau wie der Attentäter angezogen war. Genauso geht es munter weiter, immer wieder tauchen Personen auf, politische Ereignisse ohne diese näher zu erklären. Übrig bleiben ein Haufen (zumindest für mich) unwichtige Informtionen, eine Aufreihung von Demonstrationen und hohlen Parolen, die für Neueinsteiger wie mich schwer einzuschätzen sind. Ich hab das Buch nach 1/3 frustriert und genervt weggelegt. Wenn mir jemand ein gutes Buch über Motive und Hintergründe der RAF nennen kann wäre ich dankbar. Sehr gute Dokumentation... 5 von 5 PunktenStefan Aust war 1967 bis 1969 Redakteur der Zeitschrift "konkret", in der auch Brigitte Meinhof mitarbeitete, bevor sie mit der Befreiung Baaders in den Untergrund ging und der RAF beitrat. Mit dem RAF-Aussteiger Peter Homann befreite er 1970 sogar auf eigene Faust die Meinhof-Zwillinge Bettina und Regine Röhl, die von Mitgliedern der RAF nach Sizilien verschleppt worden waren. Dafür bekam er Morddrohungen von der RAF. Daraus erkennt man bereits, wie eng verflochten Aust auch persönlich mit der von ihm meisterhaft recherchierten Arbeit zur Entstehung und Zerschlagung der Baader-Meimhof-Gruppe war. 1985 erstmals erschienen, legt der langjährige Spiegel-Mitarbeiter 1997 eine aktualisierte und erweiterte Fassung vor, die möglich wurde durch die Einbeziehung der Akten des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR nach dem Fall der innerdeutschen Grenze 1989. Er betont im Vorwort zur neueren Ausgabe auch, daß u.a. dadurch bessere Einblicke in das Wissen um den Selbstmord der Stammheim-Häftlinge bei der RAF selbst und auch in das ganze Ausmaß des Versagens beim staatlichen Fahndungsapparat im Zusammenhang mit der Schleyer-Entführung möglich wurden. Das Buch mag nicht strengen wissenschaftlichen Ansprüchen genügen, da einzelne Textquellen und ein Literaturverzeichnis fehlen, dennoch ist es überaus gründlich recherchiert, indem Aust auf Interviews und die Analyse von 60 laufenden Metern Akten zurückgriff. Es geht streng chronologisch vor, wenn auch eingeleitet mit dem "Tod in Stammheim" in der Nacht zum 18. Oktober 1977 als Reaktion auf die mißglückte Entführung der Lufthansa-Maschine "Landshut". Im 1. Teil "Wege in den Untergrund" erfährt der Leser anläßlich der Befreiung Andreas Baaders 1970 die Entstehungsgeschichte der Rote Armee Fraktion im Gefolge der (versehentlichen?) Erschießung des pazifistischen Romanistik-Studenten Benno Ohnesorg durch einen Polizisten bei einer Berliner Demonstration gegen den Schah-Besuch am 2. Juni 1967, die Führungsgestalten werden dabei in ihrem biografischen Bezug und ihrer Motivation zum Untergrundkampf gegen den Staat genauer vorgestellt. Der 2. Teil "Die ungestüme Herrlichkeit des Terrors" beschreibt die inneren Auseinandersetzungen der RAF-Mitglieder und das tägliche Leben auf der Flucht vor der staatlichen Verfolgung, die Organisation des Überlebens mit Banküberfällen, Klau von Autos und Anmieten von Wohnungen, Aufsuchen von Unterschlupfmöglichkeiten bei Sympathisanten und die Verhaftungen der ersten RAF-Mitglieder im Sommer 1972. Im 3. Teil "Die Kostüme der Müdigkeit" geht es um den Terror der Organisation "Schwarzen September" 1972 im Zusammenhang mit den olympischen Spielen, durch den palästinensische Gefangene in Israel mittels brutaler Gewalt freigepreßt wurden und deren Beispiel von den Inhaftierten der RAF als vorbildlich gelobt wurde. Berichtet wird im Folgenden die lange Untersuchungs- (Isolations-) haft der 5 Kernmitglieder der Gruppe (Andreas Baader, Gudrun Ensslin, Ulrike Meinhof, Hoger Meins und Jan-Carl Raspe) mit mehreren Hungerstreiks und Zwangsernährung, die Holger Meins schließlich das Leben kosteten. Es wird deutlich, wie gut es den Gefangenen gelang, sich trotz Isolation zu verständigen und sogar Waffen einzuschmuggeln. Der Sturm einer sich formierenden 2. RAF-Generation auf die deutsche Botschaft in Stockholm zur Befreiung der Baader-Meinhof-Bande im April 1975 scheitert. Dafür war vorher geglückt die Freipressung der sechs Inhaftierten Horst Mahler, Verena Becker, Gabriele Kröcher-Tiedemann, Ingrid Siepmann, Rolf Heißler und Rolf Pohle anläßlich der Entführung des Berliner CDU-Spitzenkandidats Peter Lorenz im Februar 1975. Der 4. Teil behandelt den Strafprozeß, der der Baader-Meinhof-Gruppe gemacht wird und sich vom 21. Mai 1975 bis zum 28. April 1977 hinzog, unterbrochen nur kurz vom Selbstmord Ulrike Meinhofs in ihrer Stammheim-Zelle in der Nacht zum 9. Mai 1976. Im 5. Teil "44 Tage im Herbst" wird schließlich geschildert die Entführung und schließliche Ermordung des Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer, die vergebliche Entführung der Lufthansmaschine "Landshut" mit dem Reflex des Selbstmordes der 3 Stammheimhäftlinge Baader, Ensslin und Raspe, sowie dem mißglückten Selbstmordversuch Irmgard Möllers in der Nacht zum 18. Oktober 1977. Das sehr lesenswerte Buch ist möglichst neutral geschrieben und informiert sachlich und sehr umfassend über alle wichtigen Details dieser 10 Jahre bundesdeutscher Geschichte vom "heißen Herbst" 1967 bis 1977. Von mir daher uneingeschränkt 5 Sterne. (13.12.08) erhellend erschreckend 4 von 5 PunktenSie können die vielen Kommentare lesen, der Einblick zum Thema RAF ist enorm. Nur zwei besondere Aspekte die hier auffallen: - Hat sich während der Zeit des Kampfes gegen die RAF je jemand wirklich mit deren Thesen auseinandergesetzt? Auch mit deren ursprünglichen Thesen? Verwunderlich, wie wenig es danach aussieht und wie wenig Aust zu Ansichten von Baader, Meinhof und Co schreibt. - Der erschreckende zweite Aspekt: Aust wirft Fragen auf. Wie beugt ein Staat sein eigenes Recht um Recht zu schaffen? Nicht nur Fehler sondern auch bewusste "Fehler" des Polizeiapparates werden aufgedeckt und hinterfragt. Ein überforderter Staat greift zu auf rechtsbrechende Kontrolle?! Automatisch stellt sich der Leser die Frage nach Parallelen zu heute. Das Buch ist lesenswert, ein Stück der Geschichte des Nachkriegsdeutschlands, ein Teil unserer Geschichte und vielleicht die Chance in Zusammenhang mit Film und Buch auch die inhaltlichen Fragen der RAF aufzuarbeiten und als Volk zu verarbeiten. Vielleicht auch die Chance stärker für das Thema der staatlichen Überwachung sensibilisiert zu werden. Zu Recht das Standardwerk zum Deutschen Herbst 5 von 5 PunktenWertfreie Dokumentation, Versuch die Gedanken und Hintergründe der RAF begreiflich zu machen, extensive Schilderung der Schnittstelle RAF - Staat (vor und nach Verhaftungen). Ausführliche Dokumentation der Sichtweise der Gefangenen. Besser kann man ein Buch zu diesem Thema nicht schreiben. |
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Helmut Schmidt: Ein Leben in Bildern des SPIEGEL-ArchivsGebundene Ausgabe von DvaPreis bei Amazon: EUR 19,95, Angebote ab EUR 10,95 ISBN: 3421058881, Erscheinungsdatum: August 2005 |
Aus der Amazon.de-RedaktionAls "unkompliziert, aufrecht und geradeheraus" hat der, wie es im Vorwort zu diesem gelungenen Bildband heißt, "Doyen des deutschen Fotojournalismus" Jupp Darchinger den Umgang Helmut Schmidts mit Fotografen einmal beschrieben. Und Darchinger muss es wissen: Unzählige Male hat er Schmidt selbst in den Fokus seines Objektivs genommen -- in dem vorliegenden Band stammen allein 37 Aufnahmen von ihm. "Schmidts Kanzlerschaft und der politische Stil dieser Zeit", weiß Robert Fleck, "ließen noch eine Nähe zwischen Fotograf und Porträtiertem zu, die es ermöglichte, den schnörkellosen und 'hautnahen' Bildstil zu erarbeiten, mit dem Darchinger und der SPIEGEL das Bild der Bonner Republik nachhaltig prägten." Anders als heute seien die Bilder damals noch nicht "von Kommunikationsberatern vorarrangiert" worden. Und tatsächlich hat sich der politische Fotojournalismus seither ja nicht unbedingt zum Positiven verändert, obwohl die technischen Möglichkeiten für eine diskrete Pressefotografie sich seit den siebziger Jahren noch einmal erheblich verbessert haben. Technische Fortschritte waren es auch, die damals den Journalisten völlig neue Möglichkeiten eröffneten: Die Kleinbildkamera mit Motor vor allem, hochempfindliche Schwarz-Weiß-Filme, die es erlaubten, ohne Blitz zu arbeiten, sowie nicht zuletzt die Verwendung von Teleobjektiven. Die Schwarz-Weiß-Aufnahmen aus dem SPIEGEL-Archiv dokumentieren dies trefflich. Der Fotostrecke hat Hans-Joachim eine biografische Skizze vorangestellt, die auf gerade einmal 25 Seiten ein ebenfalls erfreulich konturscharfes Bild des Altkanzlers zeichnet. -- Andreas Vierecke |
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Irak. Geschichte eines modernen Krieges. von Stefan Aust, Cordt SchnibbenGebundene Ausgabe von DvaPreis bei Amazon: EUR 20,00, Angebote ab EUR 6,62 ![]() 4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3421058040, Erscheinungsdatum: Dezember 2003, Auflage: 2., Aufl. |
Aus der Amazon.de-RedaktionDass durchaus Gelungenes dabei herauskommen kann, wenn Journalisten vor Ort genau hinsehen, die richtigen Fragen stellen und die Antworten im professionellen Reportagestil verarbeiten, zeigt dieses voluminöse Buch des Spiegel-Teams. Auf über 500 Seiten reihen 20 Autoren unzählige Info-Mosaiksteine aneinander, so dass ein sehr informatives und ausgewogenes Gesamtbild des Irak-Krieges entsteht. Die chronologische Anordnung der kurzen, manchmal nur wenige Stunden verarbeitenden Textbausteine und der Newsticker zu Beginn vieler Abschnitte geben dem Leser das Gefühl, ein "Kriegstagebuch" vor sich zu haben. Die Texte spiegeln die Komplexität, das menschliche Leid, aber auch die Faszination dieses ersten einer ganz neuen Generation von Kriegen wider. An einigen Stellen zeigt sich, dass die Autoren -- trotz aller Vorsicht -- gegenüber der Faszination der technisierten und vernetzten US-Kriegsführung nicht immun sind. Besonders authentisch wird der Text, wo Menschen auf beiden Seiten zu Wort kommen: der fanatisierte Baath-Funktionär, der die Niederlage nicht sehen will, die selbstbewusste US-Soldatin, die sich mit der Terrorbekämpfung auseinander setzen muss, oder die wütenden GIs, die nur knapp dem Friendly Fire entronnen sind. Auch die irakischen Opfer erhalten eine Stimme. Der Krieg hat viele Gesichter. Wieder einmal erweist sich dies als nur zu wahr. Obwohl der Verlauf der Kriegshandlungen im Vordergrund steht, kommt auch die Vor- und Nachgeschichte des Krieges nicht zu kurz. Dabei wird die Rolle der USA durchaus kritisch beurteilt. Klar ist zwar, dass es die konkurrenzlose Militärmaschinerie den Vereinigten Staaten auf lange Zeit ermöglichen wird, derartige Kriege zu führen und zu gewinnen. Doch für den "Krieg nach dem Krieg" sind die USA weitaus weniger gut gerüstet. Die abschließende systematische Geschichte über den Irak-Krieg liegt mit diesem Buch noch nicht vor (so weit das überhaupt möglich ist), doch das vorliegende Mosaik aus Fakten und Erlebnissen gibt ein tiefenscharfes Bild davon ab, wie dieser Krieg abgelaufen ist. Reichlich überflüssig scheint die ausgiebige "US-Waffenschau" auf Hochglanzpapier -- allerdings ist auch dies eine Fassette des Krieges. --Dr. Manfred Schwarzmeier 5 Kundenrezensionen:Unabhängiger Journalismus Pur! 5 von 5 PunktenAuf mehr als 500 Seiten schildern Stefan Aust und Cordt Schnibben den Irak Krieg detailgenau! Strategien, Taktiken, Ablauf und Emotionen des Krieges werden aufgezeig, wobei nicht nur aus amerikanischer Sicht berichtet wird, sondern auch aus irakischer Sichtweise! Chronologisch geordnet, ließt sich das Buch wie ein spannender Roman und ist gleichzeitig ein sehr faktisches Sachbuch! Fachbegriffe werden gut erklärt und erläutert! Definitiv ein Muss für Jede/n, der/die sich für den Irak Krieg interessiert und alle Details von der Planung bis zum Sturz Saddams und der Zeit nach danach erfahren will! Semper Fidelis! God bless our freedom! 5 von 5 PunktenWer einen besseren Einblick über den 2. Irak-Krieg "Operation Enduring Freedom" haben will, der ist mit diesem Buch sehr gut bedient! Cordt Snibben und S. Aust haben in bewährt informativer und chronologischer Form in Sinne eines Tagebuchs, wie schon bei den Geschehnissen um den 11. September 2001 in New York und über den Tsunami am 26. Dezember 2004 in Asien, ein äußerst lesenswertes Zeitdokument zusammengestellt, bei dem man fast live dabei sein kann bei den Geschehnissen vor Ort! Bleibt nur zu hoffen, daß auch bald von gleicher Besetzung ein Buch rauskommt über die verheerenden Hurricans in den U.S.A. (Hurricane-Season 2005) z.B. von Katrina und Rita. Jedenfalls möcht ich nicht ausschweifen und kann dieses Buch nur weiterempfehlen! Es wird nicht nur von U.S. oder britischer Seite des Konfliktes berichtet, sondern auch von der betroffenen irakischen Zivilbevölkerung, deren Truppen und von den embedded Journalisten direkt an der Front! Ein Zeitdokument, das gelesen werden sollte! Spannend und informativ! Vielen Dank an die Herausgeber! Wie Goliath den David erschlug 5 von 5 PunktenIch bin 67, Sohn eines deutschen Berufsoffiziers. Als solcher lese ich die 542 Seiten dieses Buches sicher mit anderen Augen als ein 20-jähriger, der nie einen Bombeneinschlag vor der Haustür, der nie das "Wummern" einer Materialschlacht um eine europäische Großstadt-wie ich 1945 um Prag- erlebt hat.-Geschildert werden in diesem Buch die ganz unterschiedlichen Kriegs-Erlebnisse "großer" und "kleiner" Amerikaner, Briten,Iraker, von irakischen Ärzten und von internationalen Presseleuten. Man erfährt, daß die US-Armee nach über 60 Jahren endlich begriffen hat, was die deutsche Wehrmacht unter "Blitzkrieg" verstand- , obgleich dieser Begriff seit Jahrzehnten in deutscher Sprache an den britischen und amerikanischen Offiziersschulen geläufig ist. Und man erfährt, daß die US-Armee auch endlich die von Deutschen erfundene Taktik der "verbundenen Waffen" geschnallt hat.- Und so entsteht -wie in einem Kaleidoskop- für den Leser ein Bild: Der Goliath hat zwar den David bravourös erschlagen. Aber nun machen die Söhne des David dem Goliath das Leben schwer. Und niemand weiß, wie das ausgeht.-Die USA geben sich nach einem am Ende des Buches abgedruckten SPIEGEL-Gespräch mit dem amerikanischen CIA-Mann Kenneth Pollack der Illusion hin, den Irak "demokratisieren" zu können nach dem Beispiel Deutschlands und Japans nach dem 2.Weltkrieg. Mehr als 500 Seiten Spannung 5 von 5 Punkten"Irak - Geschichte eines modernen Krieges" ist das wohl umfassendste Buch über den Feldzug zur Entmachtung Sadam Husseins. Die Handlung setzt ein vier Tage nach den Anschlägen des elften Septembers 2001 im Wochenendsitz des US-Präsidenten in Camp David und rekonstruiert im Tagebuchstil die Planung und die Realität des Irakkrieges sowohl innerhalb der US-Regierung, zwischen den USA und den Europäern, und an der Front. Ein vielschichtiges Buch, dem man anmerkt, dass dahinter eine ganze Maschinerie von Redakteuren, Reportern und Militärexperten steckt. Im typischen SPIEGEL-Stil zieht sich die Erzählung über 542 spannende Seiten hin. Ein aufwendig recherchiertes, gut geschriebenes Buch, das dem Anspruch gerecht wird, ein realistisches Bild der Geschehnisse zu zeichnen. alle Daumen hoch! 5 von 5 PunktenDas Buch schmückt sich mit Testimonials der hochkarätigen Art: Fest, Walser, Scholl-Latour, Simmel, Wickert - sie alle sind voll des Lobes. Meiner (im Vergleich unbedeutenden) Meinung nach: zu Recht. Was die Spiegel-Journalisten hier geschaffen haben, ist wirklich ein Meisterwerk. Es zeigt den Krieg von seinen vielen Seiten und es lässt sich dabei Zeit. Es dringt vor zu den Akteuren des Krieges, zu den einzelnen Individuen, die diesen Krieg ausführen und die unter ihm zu leiden haben. Dadurch macht es ihn begreifbar, jenseits aller Schlagworte, die man in den Nachrichten hört, aber dann doch nichts mit ihnen verbindet. Um dies zu schaffen, bedarf es der detailgenauen Schilderung, die den Leser in das Geschehen eindringen lässt, ihn vertraut macht mit den Personen, von denen er da liest. Erst wenn man so weit vorgedrungen ist, begreift man endgültig den Irrwitz, die Perversion, die unendliche Grausamkeit eines Krieges. Die ganze - manchmal durchaus fasziniert vorgetragene - Schilderung der amerikanischen Kriegsführung des 21. Jahrhunderts wird zur Anklage, wenn ihr in diesem Buch die Einzelschicksale gegenübergestellt werden. Das macht dieses Werk so wertvoll. Und nicht zuletzt ist das Buch, dank des präzisen und klugen Spiegel-Stils, ein reines Lesevergnügen. |
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Der Baader Meinhof Komplex von Stefan AustGebundene Ausgabe von Hoffmann und CampePreis bei Amazon: EUR 26,00, Angebote ab EUR 23,00 ![]() 4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 345509516X, Erscheinungsdatum: Sept. 2008 |
Aus der Amazon.de-RedaktionGerade noch rechtzeitig, bevor sich das 68-er Jubiläumsjahr mit dem Kinostart des oskarverdächtigen Spielfilms Der Baader Meinhof Komplex zu Ende neigt, hat der Autor der Drehbuchvorlage, Stefan Aust, eine neue Version seines gleichnamigen Werkes von 1985 vorgelegt. Natürlich drängt sich bei diesem Timing der Verdacht auf, es ginge dem unlängst geschassten Chefredakteur des Nachrichtenmagazins Der Spiegel darum, beflügelt vom Hype um den Film noch einmal kräftig Kasse zu machen. Doch die Anschaffung des inzwischen auf knapp 900 Seiten angewachsenen Opus Magnus von Aust lohnt sich tatsächlich! Nicht umsonst galt Austs ebenso präzise wie unvoreingenommene Chronik der Ereignisse vom Juni 1967 bis zum Deutschen Herbst 1977 schon bald nach Erscheinen der Erstauflage als Standardwerk. Die Eliminierung von Fehlern, die Anreicherung mit weiteren Details und die Illustration mit Fotos, die der Autor für die dritte Ausgabe geleistet hat, wird diesen Anspruch sicherlich weiter zementieren. Erstehanderfahrungen und die persönliche Bekanntschaft mit etlichen Akteuren der RAF und deren Umfeld machten das Buch seit jeher so einzigartig und authentisch. Dabei hat es der Sache nur wenig Abbruch getan, dass Aust, der sich seine ersten Sporen noch unter der Ägide von Ulrike Meinhof bei der linksradikalen Postille Konkret verdiente, mit dem Verdikt des Revisionisten und Karrieristen im inneren Zirkel der RAF stets auf eine Mauer des Schweigens stieß. Durchbrochen lediglich von einer Handvoll Renegaten, die sich vor allzu unvorsichtigen Äußerungen freilich gehütet haben dürften, um ihre Bewährung nicht zu gefährden. Vor allem im Umgang mit ihnen und den offiziellen Quellen, die noch immer weit davon entfernt sind, ungefiltert zu sprudeln, ist investigatives Gespür gefragt. Und über ein solches verfügt der alte Hase des Enthüllungsjournalismus zweifellos in einem weit höheren Maße als die meisten anderen Publizisten, die sich in den letzten Jahrzehnten mit der RAF auseinandergesetzt haben. Trugen bei der Neuausgabe von 1997 vor allem Unterlagen des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) sowie Aussagen einiger in der DDR untergetauchter RAF-Mitglieder zur weiteren Erhellung des dunkelsten Kapitels der deutschen Nachkriegsgeschichte bei, so kreist Austs Spot diesmal über den zwielichtigen Machenschaften westdeutscher Geheimdienstler, die er schon in seiner TV-Dokumentation beleuchtete. Auch in dieser Hinsicht eine erhellende Lektüre! Roland Detsch, literaturanzeiger.de 5 Kundenrezensionen:Das aktualisierte und erweiterte Standartwerk zur RAF-Geschichte 5 von 5 PunktenDie arg kontrovers diskutierte Verfilmung des von Stefan Aust verfassten Klassikers zur Geschichte der RAF "Der Baader-Meinhof-Komplex" wird durch eine komplett überarbeitete und erstmals mit Bildmaterial versehene Neuauflage des Buches begleitet. Durchgesehen vom Autor und um 100 Seiten Text sowie 150 Fotos erweitert liegt das bei Hoffmann und Campe erschienene Standartwerk zum Terrorismus in Deutschland gewichtig in der Hand. Und dies gleich im doppelten Sinne, denn neben den wälzerhaften Ausmaßen bleibt es bei der schon vor 23 Jahren beim erstmaligen Erscheinen gültigen Aussage, dass dieses Buch mit seinem populärwissenschaftlichen Anspruch nicht ignoriert werden kann und Stefan Aust ein fassbares Porträt der terroristischen Unfassbarkeit sowie der dabei agierenden Personen geschaffen hat. Bin frustriert 1 von 5 PunktenNachdem ich einige Reportagen im TV gesehen hatte, wollte ich näheres über die RAF wissen und bin auf Aust gestossen in der Erwartung daß alle meine Fragen geklärt werden. Da ich zu der Zeit der RAF noch mit den Mücken geflogen bin, ist es mir jedoch leider extrem schwer gefallen, ihm zu folgen. So beschreibt er z.B. über eine halbe Seite daß Meinhoff durch den Prozess gegen Strauß (sie hatte ihn mit Hitler verglichen) berühmt geworden ist, erwähnt jedoch mit keinem Ton, wie sie dazu gekommen ist. Er hält es nicht für nötig zu erklären warum Rudi Dutschke so wichtig war, wenigstens weiß ich jetzt aber genau wie der Attentäter angezogen war. Genauso geht es munter weiter, immer wieder tauchen Personen auf, politische Ereignisse ohne diese näher zu erklären. Übrig bleiben ein Haufen (zumindest für mich) unwichtige Informtionen, eine Aufreihung von Demonstrationen und hohlen Parolen, die für Neueinsteiger wie mich schwer einzuschätzen sind. Ich hab das Buch nach 1/3 frustriert und genervt weggelegt. Wenn mir jemand ein gutes Buch über Motive und Hintergründe der RAF nennen kann wäre ich dankbar. Sehr gute Dokumentation... 5 von 5 PunktenStefan Aust war 1967 bis 1969 Redakteur der Zeitschrift "konkret", in der auch Brigitte Meinhof mitarbeitete, bevor sie mit der Befreiung Baaders in den Untergrund ging und der RAF beitrat. Mit dem RAF-Aussteiger Peter Homann befreite er 1970 sogar auf eigene Faust die Meinhof-Zwillinge Bettina und Regine Röhl, die von Mitgliedern der RAF nach Sizilien verschleppt worden waren. Dafür bekam er Morddrohungen von der RAF. Daraus erkennt man bereits, wie eng verflochten Aust auch persönlich mit der von ihm meisterhaft recherchierten Arbeit zur Entstehung und Zerschlagung der Baader-Meimhof-Gruppe war. 1985 erstmals erschienen, legt der langjährige Spiegel-Mitarbeiter 1997 eine aktualisierte und erweiterte Fassung vor, die möglich wurde durch die Einbeziehung der Akten des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR nach dem Fall der innerdeutschen Grenze 1989. Er betont im Vorwort zur neueren Ausgabe auch, daß u.a. dadurch bessere Einblicke in das Wissen um den Selbstmord der Stammheim-Häftlinge bei der RAF selbst und auch in das ganze Ausmaß des Versagens beim staatlichen Fahndungsapparat im Zusammenhang mit der Schleyer-Entführung möglich wurden. Das Buch mag nicht strengen wissenschaftlichen Ansprüchen genügen, da einzelne Textquellen und ein Literaturverzeichnis fehlen, dennoch ist es überaus gründlich recherchiert, indem Aust auf Interviews und die Analyse von 60 laufenden Metern Akten zurückgriff. Es geht streng chronologisch vor, wenn auch eingeleitet mit dem "Tod in Stammheim" in der Nacht zum 18. Oktober 1977 als Reaktion auf die mißglückte Entführung der Lufthansa-Maschine "Landshut". Im 1. Teil "Wege in den Untergrund" erfährt der Leser anläßlich der Befreiung Andreas Baaders 1970 die Entstehungsgeschichte der Rote Armee Fraktion im Gefolge der (versehentlichen?) Erschießung des pazifistischen Romanistik-Studenten Benno Ohnesorg durch einen Polizisten bei einer Berliner Demonstration gegen den Schah-Besuch am 2. Juni 1967, die Führungsgestalten werden dabei in ihrem biografischen Bezug und ihrer Motivation zum Untergrundkampf gegen den Staat genauer vorgestellt. Der 2. Teil "Die ungestüme Herrlichkeit des Terrors" beschreibt die inneren Auseinandersetzungen der RAF-Mitglieder und das tägliche Leben auf der Flucht vor der staatlichen Verfolgung, die Organisation des Überlebens mit Banküberfällen, Klau von Autos und Anmieten von Wohnungen, Aufsuchen von Unterschlupfmöglichkeiten bei Sympathisanten und die Verhaftungen der ersten RAF-Mitglieder im Sommer 1972. Im 3. Teil "Die Kostüme der Müdigkeit" geht es um den Terror der Organisation "Schwarzen September" 1972 im Zusammenhang mit den olympischen Spielen, durch den palästinensische Gefangene in Israel mittels brutaler Gewalt freigepreßt wurden und deren Beispiel von den Inhaftierten der RAF als vorbildlich gelobt wurde. Berichtet wird im Folgenden die lange Untersuchungs- (Isolations-) haft der 5 Kernmitglieder der Gruppe (Andreas Baader, Gudrun Ensslin, Ulrike Meinhof, Hoger Meins und Jan-Carl Raspe) mit mehreren Hungerstreiks und Zwangsernährung, die Holger Meins schließlich das Leben kosteten. Es wird deutlich, wie gut es den Gefangenen gelang, sich trotz Isolation zu verständigen und sogar Waffen einzuschmuggeln. Der Sturm einer sich formierenden 2. RAF-Generation auf die deutsche Botschaft in Stockholm zur Befreiung der Baader-Meinhof-Bande im April 1975 scheitert. Dafür war vorher geglückt die Freipressung der sechs Inhaftierten Horst Mahler, Verena Becker, Gabriele Kröcher-Tiedemann, Ingrid Siepmann, Rolf Heißler und Rolf Pohle anläßlich der Entführung des Berliner CDU-Spitzenkandidats Peter Lorenz im Februar 1975. Der 4. Teil behandelt den Strafprozeß, der der Baader-Meinhof-Gruppe gemacht wird und sich vom 21. Mai 1975 bis zum 28. April 1977 hinzog, unterbrochen nur kurz vom Selbstmord Ulrike Meinhofs in ihrer Stammheim-Zelle in der Nacht zum 9. Mai 1976. Im 5. Teil "44 Tage im Herbst" wird schließlich geschildert die Entführung und schließliche Ermordung des Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer, die vergebliche Entführung der Lufthansmaschine "Landshut" mit dem Reflex des Selbstmordes der 3 Stammheimhäftlinge Baader, Ensslin und Raspe, sowie dem mißglückten Selbstmordversuch Irmgard Möllers in der Nacht zum 18. Oktober 1977. Das sehr lesenswerte Buch ist möglichst neutral geschrieben und informiert sachlich und sehr umfassend über alle wichtigen Details dieser 10 Jahre bundesdeutscher Geschichte vom "heißen Herbst" 1967 bis 1977. Von mir daher uneingeschränkt 5 Sterne. (13.12.08) erhellend erschreckend 4 von 5 PunktenSie können die vielen Kommentare lesen, der Einblick zum Thema RAF ist enorm. Nur zwei besondere Aspekte die hier auffallen: - Hat sich während der Zeit des Kampfes gegen die RAF je jemand wirklich mit deren Thesen auseinandergesetzt? Auch mit deren ursprünglichen Thesen? Verwunderlich, wie wenig es danach aussieht und wie wenig Aust zu Ansichten von Baader, Meinhof und Co schreibt. - Der erschreckende zweite Aspekt: Aust wirft Fragen auf. Wie beugt ein Staat sein eigenes Recht um Recht zu schaffen? Nicht nur Fehler sondern auch bewusste "Fehler" des Polizeiapparates werden aufgedeckt und hinterfragt. Ein überforderter Staat greift zu auf rechtsbrechende Kontrolle?! Automatisch stellt sich der Leser die Frage nach Parallelen zu heute. Das Buch ist lesenswert, ein Stück der Geschichte des Nachkriegsdeutschlands, ein Teil unserer Geschichte und vielleicht die Chance in Zusammenhang mit Film und Buch auch die inhaltlichen Fragen der RAF aufzuarbeiten und als Volk zu verarbeiten. Vielleicht auch die Chance stärker für das Thema der staatlichen Überwachung sensibilisiert zu werden. Zu Recht das Standardwerk zum Deutschen Herbst 5 von 5 PunktenWertfreie Dokumentation, Versuch die Gedanken und Hintergründe der RAF begreiflich zu machen, extensive Schilderung der Schnittstelle RAF - Staat (vor und nach Verhaftungen). Ausführliche Dokumentation der Sichtweise der Gefangenen. Besser kann man ein Buch zu diesem Thema nicht schreiben. |
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Wettlauf um die Welt: Die Globalisierung und wir von Stefan Aust, Claus Richter, Matthias ZiemannBroschiert von PiperPreis bei Amazon: EUR 9,95, Angebote ab EUR 1,94 ![]() 3 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3492251641, Erscheinungsdatum: März 2008 |
Aus der Amazon.de-RedaktionDie Globalisierung ist ein Wettlauf, an dem wir alle, ob wir wollen oder nicht, teilnehmen. Und wenn wir es nicht tun, fallen wir halt zurück. Das ist die schlichte Botschaft dieses trotz allem, was man an ihm zu Recht (oder zu Unrecht?) auszusetzen haben mag, lesenswerten Bandes. Wie sehr die Globalisierung heute schon unser aller Alltag durchdringt, welche von welchen -- weitgehend gesichtslosen -- Akteuren in Gang gehaltenen Prozesse tatsächlich längst den Lauf der Welt(wirtschaft) bestimmen, das alles kann man darin nachlesen, zum Teil zwischen den Zeilen (doch dort um so deutlicher). In einer redaktionellen Nachbemerkung zu dem auf Interviews mit aktiven (und passiven) Teilnehmern, Gewinnnern und Verlierern dieses Wettlaufs um die Welt basierenden Buches lesen wir, dass die Texte für den Druck nur leicht überarbeitet wurden, weil der Charakter des gesprochenen Wortes möglichst erhalten bleiben sollte. Vielleicht wollte man ja den Charakter des gesprochenen Wortes nicht nur um seiner selbst willen erhalten, sondern zugleich auch deutlich machen, wie brüchig die geistige Basis manches Globalisierungs-Aktiven bisweilen ist: Während nämlich die Berichte Betroffener, denen die Globalisierung den Boden unter den Füßen weggezogen hat, den Leser nicht zuletzt wegen dieses Charakters des gesprochenen Wortes betroffen machen, fragt man sich angesichts manches vor laufender Kamera vermutlich gescheit und vor allem lebenstüchtig anmutenden Statements manches Machers, ob die Substanz dessen, was er zu sagen hat, tatsächlich so dünn ist, wie die Dürftigkeit der Sprache glauben macht, derer er sich bedient. Darüber, ob die redaktionelle Entscheidung, aus Interview-Statements ein Buch zu einem solch brisanten Thema zu machen, ein weiser Ratschluss gewesen ist, darf man gewiss streiten. Lesenswert ist das alles gleichwohl, zum Teil vielleicht ja gerade deswegen. Die Globalisierung ist jedenfalls eine Tatsache, mit der wir nun mal irgendwie leben müssen. Dies macht das Buch in der Gesamtschau ebenso deutlich, wie die vielfältigen Aufgaben, die sich daraus für uns alle ergeben und vor denen wegzulaufen leider keine Alternative ist. -- Hasso Greb, Literaturanzeiger.de Eine Kundenrezension:Globalisierung und Kultur im 21. Jahrhundert. 3 von 5 PunktenDie Anthologie zum Thema Globalisierung widmet sich in Form des Essays vieler Aspekte dieser Herausforderung des 21. Jahrhunderts. Es werden neben praktischen Arbeitserfahrungen in einem globalisierten Unternehmen verschiedene Vorsitzende von großen börsennotierten Unternehmen nach ihren Gedanken und Zielen zur Globalisierung befragt. Neben weiteren Hintergrundinformationen zum Thema werden auch die zukünftigen Aspekte beleuchtet, auf die man sich in naher Zukunft einstellen muss. Das Buch hat mich in seiner Übersichtlichkeit über alle wichtigen Aspekte zum Thema überzeugt, ohne zu sehr in fachliche Details sich zu verlieren. Das Buch ist ein guter, erster Zugang zum Thema, geschildert aus einer Perspektive, die die Globalisierung nicht sofort als Negativthema aburteilt, sondern versucht, sachlich Positives und Negatives zu nebeneinander zu stellen. Was mich am Buch aber durchaus erschütterte, war die Tatsache, dass es an guten schriftsprachlichen kommunikativen Mitteln und Möglichkeiten von unten bis hinauf auf oberste Unternehmensführungsebenen offenbar eher mangelt; also das Buch auch zu einem Hinweis darauf wird, inwieweit deutsche und europäische Kultur, gerade auch Sprachkultur, neben Fragen zu exzellentem betriebswirtschaftlichen und ökonomischen Wissen für wichtig erachtet wird. Auch hier, nicht nur bei unseren Kindern, lässt PISA durchaus grüßen. Meine Bewertung generell lautet: 5 Sterne = absolut herausragend; 4 Sterne = sehr gut, sehr zu empfehlen; 3 Sterne = wirklich gut, zu empfehlen; 2 Sterne = lesenswert, aber nicht ganz überzeugend; 1 Stern = abzuraten. |
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11. September, Geschichte eines Terrorangriffs von Stefan Aust, Cordt SchnibbenGebundene Ausgabe von DvaAngebote ab EUR 9,99 ![]() 4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3421056560, Erscheinungsdatum: 2002, Auflage: 5 |
Aus der Amazon.de-RedaktionWas genau ist tatsächlich passiert an diesem 11. September 2001, an dem zwei gekaperte Passagierflugzeuge in die beiden Türme des World Trade Centers gelenkt wurden und diese zum Einstürzen brachten? Und wie hat sich das Leben derjenigen verändert, die die Hölle überlebten oder durch puren Zufall entkamen, die aber an diesem schwärzesten aller schwarzen Tage New Yorks Freunde und Verwandte verloren? Die Autoren des von Stefan Aust und Cordt Schnibben herausgegebenen Bandes gehen diesen Fragen aus unterschiedlichen Perspektiven nach. Sie führen uns zu den Menschen, für die nichts mehr so ist, wie es zuvor gewesen war. Und sie bieten eine minutiös rekonstruierte Chronologie der Ereignisse -- angefangen bei den Geschehnissen an Bord der gekaperten Flugzeuge bis zum Zusammenbruch der beiden Hochhaustürme. Berichtet wird auch von einem Besuch beim Vater des Terrorpiloten Atta, der immer noch abstreitet, dass sein Sohn an der Aktion beteiligt war. Schließlich habe er nach den Anschlägen noch zweimal mit ihm telefoniert. Abgedruckt sind auch das Faksimile von Attas Testament sowie Auszüge des Terroristen-Handbuches, das bereits im Mai 2000 in einer konspirativen Wohnung in Manchester gefunden worden war -- und aller Wahrscheinlichkeit nach der Terrororganisation Bin Ladens zuzurechnen ist. Ein Buch, dessen begleitende Lektüre ganz besonders für Leser der zurzeit vorgelegten Verschwörungstheorien zum 11. September -- was auch immer von diesen im Einzelnen zu halten sein mag -- wichtig wäre. Jetzt im Taschenbuch erhältlich. --Andreas Vierecke 5 Kundenrezensionen:Was soll man nun glauben ? 5 von 5 PunktenDie einen veröffentlichen Bücher, in denen detailliert geschildert wird, dass der so genannte Terrorangriff in Wahrheit kein Terrorakt gewesen ist, sondern eine Inszenierung. Und es gibt andere die veröffentlichen Bücher, in denen ebenfalls detailliert geschildert ist, wie das Ganze an jenem Tag und die Planungen dazu abgelaufen sind. Dieses hervorragend geschriebene und recherchierte Buch schildert Zweiteres. Die Autoren erläutern auf exakte Art und Weise wie die jahrelange Planung der Anschläge ausgesehen hat. Sie verfolgen dabei die Werdegänge der wichtigsten Figuren bei der Tat, nämlich der Piloten der jeweiligen Maschinen : Mohammed Atta, Marwan Al-Shehhi, Hani Hanjour und Ziad Jarrah. Ihr Weg von ihrem Heimatland bis nach Deutschland und anschließend in die USA wird genau beschrieben. Ihre jeweiligen Persönlichkeiten werden von ihrer Kindheit an so gut wie möglich analysiert : Wie sie als Kinder und Jugendliche waren, weshalb sie nach Deutschland kamen und wie sie sich gegenseitig zum ersten Mal kennen lernten. Und was viel wichtiger ist : Wie sie das erste Mal Kontakt zum Terrornetzwerk knüpften. Ebenso beeindruckend werden aber auch Geschichten von zahlreichen Opfern geschildert, von denen es einige schaffen sich zu retten, andere wiederum aber sterben. Diese Beschreibungen sind es, die dieses Buch lesenswert machen, gleichgültig wie man nun zu den Ereignissen stehen mag. Ob man an diesen Akt als einen Terroranschlag sieht oder zu den Zweiflern gehört, von denen es nicht wenige gibt. Langweilige Zahlenkolonnen statt guter Analyse 2 von 5 PunktenFür jeden Nummerologen ist dieses Buch eine wahre Fundgrube. (Seite 15) Haben Sie gewusst, dass die Seife die Mohammed Atta im Badezimmer in seinem Hotel benutze 28,3 Gramm schwer war? Nein - ich auch nicht. Aber was soll mir/ uns diese Information sagen? Was wäre am 11. September anders gelaufen, wenn die Seife nun 10 Gramm schwere oder 8 Gramm leichter gewesen wäre? (Seite 27) Haben Sie gewusst, dass die Telephonnummer von Salim al - Hamsis in San Diego (Kalifornien) 8582795929 lautet? Ist diese Information wichtig? Seite 33: "Atta zeigt seinen Führerschein, ausgestellt in Florida am 2. Mai 2001, mit der Nummer A 300 540 68 321 0" Interessiert Sie diese Information - mich nicht! Auf Seit 37 erfahren wir den Preis des sogenannten Dolphin Sandwiches, das die Terroristen gegessen haben, er beträgt 6 Dollar 95 Cent - eine wirklich tolle Information. Seite 42: Atta hatte ein Vielfliegerkonto mit der Nummer 6H26L04 - super Recherche! Auf Seite 43 erfährt man die Anzahl der Flugstunden der Maschine, es sind 66647 - und wieder fragt man sich, was um alles in der Welt soll ich mit dieser Pseudoinformation bloß anfangen? Man erfährt die Kennzeichnung der Maschine, die sich im Besitz einer Leasinggesellschaft befindet - sie lautet N334AA (Seite 48) Dem Leser wird die Anzahl der Starts und Landungen mitgeteilt, die die entführte Maschine hinter sich hatte, die Größer von irgendwelchen Bildern, die die Terroristen mit Handtüchern zugedeckt haben - Format 40 mal 60 (Seite 37) Die Autoren erzählen uns die Bundespersonalausweis Nummer von Muhammad Bin Nasser, sie lautet 1297133503 (Seite 169) und so weiter und so fort. Hier habe ich keineswegs alle sinnfreien Informationen aufgelistet - dafür sind es einfach zuviel. Als Leser fragte ich mich ständig, was mir die Autoren damit sagen wollen? Die Autoren hätten sich mehr damit beschäftigen sollen Hintergründe zu recherchieren. Eine gute Darstellung über den größten Terroranschlag im 20. Jahrhundert erfordert mehr als das zusammen stellen von Zahlenkolonnen. Zu den Ursachen des Terrors erfährt man leider nichts. Es gibt ja verschiedene Theorien, warum die Täter diesen fürchterlichen Anschlag verübt haben. Der "Antiimperialistische" Erklärungsversuch macht den Westen - hier wiederum besonders die USA und Israel - aufgrund ihrer verfehlten Nahostpolitik für den Hass verantwortlich. Die Tatsache, dass Bin Laden ein ehemaliger Verbündeter der USA und speziell der CIA war, wird hierbei als Beweis für eine fatale Außenpolitik gesehen, bei der die Unterstützung militanter Gruppierungen während des Kalten Krieges in den entsprechenden Ländern eine Situation geschaffen habe, die schließlich auf die USA selbst zurückgefallen sei. Dies wird als Blowback bezeichnet. Auch das Versagen der reichen westlichen Industriestaaten gegenüber dem Problem der Armut durch eine einseitige Globalisierung habe dem Terror einen Nährboden geschaffen. Diese Sicht vertreten vielfach linke Intellektuelle wie Noam Chomsky oder Menschenrechtler wie die Inderin Arundhati Roy. Andere Analysen weisen darauf hin, dass Bin Laden durch Baugeschäfte seiner Familie in Mekka ein Milliardenvermögen erworben hat und nicht als Vertreter der Armen gelten könne. Auch für die ökonomische Entwicklung Palästinas habe er seine Mittel nicht eingesetzt. Leider findet man in dem Buch hierzu keine Analyse, statt dessen werden Zahlen über Zahlen aneinandergereiht - ohne Sinn und wie es mir scheint ohne Ziel. United we Stand! 5 von 5 PunktenGeschichte und wichtiges Zeitdokument in Form eines Tagebuchs mit chronologischer Reihenfolge der Geschehnisse! Nicht nur vor Ort am WTC in New York, sodern auch in den entführten Passagierflugzeugen, sowie anhand der Vorgeschichte der Flugzeugentführer unter dem Anführer M. Atta kann dieser grausame Tag nachvollzogen werden! Mehr, als nur die Erinnerungen aus dem TV! Ein Muß, wenn man die Geschehnisse um den 11. Sept. 2001 verstehen will! 5 von 5 Sterne an die Herausgeber!!! Sehr empfehlenswert!!! Ein spannendes Geschichtsbuch für die kommenden Generationen 5 von 5 PunktenDer 11. September 2001 wird der Menscheit unvergessen bleiben. Das Buch wird viele Generationen nach uns in die Lage versetzen, das Ausmaß an Tragik, Leid, Berechnung sowie politischer und psychologischer Brisanz so zu begreifen, als hätte man es unmittelbar miterlebt. Mit dieser hervorragenden journalistischen Qualität sollten alle Geschichtsbücher geschrieben werden, dann hätten unsere Lehrer kein Problem, Schüler für Geschichte zu begeistern. Ich habe das Buch verschlungen und werde es für meine Kinder aufheben. Hervorragend recherchiert! 5 von 5 PunktenStefan Aust und Kollegen ist mit diesem Buch ein Meisterwerk journalistischer Arbeit gelungen. Ich habe dieses Buch verschlungen und es hat mich derart bewegt, daß ich noch Tage danach schlecht geschlafen habe. Das Buch ist aufgebaut wie ein Tagebuch,es beschreibt die Geschichte einzelner Personen auf beiden Seiten, Opfer und Täter. Jedem, den Zeitgeschehen und Hintergründe nicht kalt lassen, kann ich dieses Buch nur empfehlen. |
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Ulrike Meinhof. CD: Mythos und Wirklichkeit. Feature von Regina LeßnerAudio CD von Der Audio Verlag, DavPreis bei Amazon: EUR 15,49, Angebote ab EUR 11,99 ![]() 4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3898132692, Erscheinungsdatum: 2003, Auflage: 1 |
Audiobook-RezensionenSie war Chefredakteurin von konkret, Mutter von Zwillingen, schrieb gesellschaftskritische Kolumnen, doch ihre berühmteste Rolle ist wohl die des Mitglieds der Rote-Armee-Fraktion. Zusammen mit Gudrun Ensslin und Andreas Baader wurde Ulrike Meinhof 1975, drei Jahre nachdem sie inhaftiert worden war, der Prozess gemacht. Die einst meistgesuchte Terroristin Deutschlands wurde am 9. Mai 1976 erhängt in ihrer Zelle in Stammheim aufgefunden. 27 Jahre nach ihrem Tod sind die Umstände noch immer nicht ganz klar. Mysteriös wie ihr Tod ist auch vieles am Leben dieser gerechtigkeitssuchenden, fanatischen Frau. Regina Leßner lässt in ihrem Feature Zeitzeugen wie Stefan Aust, Marcel Reich-Ranicki oder Angehörige wie die Schwester Wienke, die Tochter Bettina und auch Ulrike Meinhof selbst zu Wort kommen. Das Ergebnis all dieser Erinnerungen und Aussagen ist ein schwebendes Porträt, eine Darstellung, die mehrere Sichtweisen des Menschen Ulrike Meinhof zulässt, ja sogar aufdrängt. Auf der einen Seite zeichnet Bettina Röhl ein wenig positives Bild ihrer Mutter. Für sie war Ulrike Meinhof eine fanatische Frau, die ihre Kinder loshaben wollte. Eine Frau, die ein Stück Lebensunfähigkeit in den Untergrund trieb. Das harte Urteil ist nachvollziehbar, bedenkt man, wie wenig liebe- und verantwortungsvoll Ulrike Meinhof nach der Scheidung von ihrem Mann, Klaus Rainer Röhl, mit den beiden Töchtern umging. Nachdem sie innerhalb kürzester Zeit in den Untergrund gegangen war, ließ sie Bettina und Regine in ein Barackenlager zu Genossen in Sizilien bringen. Ziemlich brutal! Die Schwester Wienke andererseits, die den legalen Weg gewählt hatte, sieht Ulrike als einen Menschen, der im Kampf für gesellschaftliche Veränderung eine Grenze überschritten hat. Sie, die genauso wie die Schwester von Gerechtigkeit geträumt hatte, aber sich als Rektorin in einer Schule engagiert, ortet Ulrike Meinhof im Kontext der damaligen Zeit, im Kontext von nicht aufgearbeiteten Faschismus und vom Imperialismus der USA mit seinem Vasall Deutschland. Die gute Terroristin also, die für die Abschaffung gesellschaftlicher Missstände kämpfte? Die Schwester, die vor dem Selbstmord einen Abschiedsbrief geschrieben hätte! Diese Collage aus unterschiedlichen Beiträgen lässt das diffuse Bild über Ulrike Meinhof bestehen. Nach wie vor fragt man sich, wer war sie? Was trieb die Frau dazu, bei der Durchsetzung ihrer radikal ideologischen Ziele vor Geiselnahme und Mord nicht zurückzuschrecken? Hatte sie Angst vor einer inneren Leere, wollte sie sie im RAF-Terror vernichten? Ein interessantes, offenes Programm, das keine Lösung anbietet! Das Booklet enthält ein Interview mit Bettina Röhl. Feature, Spieldauer: ca. 53 Minuten, 1 CD. Mit Booklet. -- culture.text 2 Kundenrezensionen:Was vom Mythos übrig blieb... 5 von 5 PunktenRegina Leßners Feature über Ulrike Meinhof ist mehr als hörenswert! Denn sie lässt dadurch, dass sie Menschen aus dem Umfeld der Journalistin und Terroristin zu Wort kommen ließ, dem etwas kruden Mythos der "guten Terroristin" keine Chance. Was hat Ulrike Meinhof bewegt, wieso ging sie den Weg von der Vorzeigedenkerin der sozialistischen Linken in die Illegalität? Darauf versuchen Menschen, die ihr nahestanden, Antworten zu finden. Hochinteressant ist vorallem die schonungslose Sichtweise der Tochter Bettina Röhl, die durch ihre Offenheit wenig vom Faszinosum Ulrike Meinhof übriglässt. Stefan Aust, der als Jung-Journalist Ulrike Meinhof schätzte und immer wieder über sie geschrieben hat, findet sehr differenzierte Worte über die Zerrissenheit und Verzweiflung, die Radikalität im Denken und den unheilvollen Sog, dem sie wohl ausgeliefert war. Ihren in sich jedoch konsequenten Weg zeichnet Regina Leßner nach, ohne selbst Stellung zu beziehen. Daraus entsteht ein vielschichtiges Bild, dass der eigenen Interpretation viel Raum lässt! normaler mensch??? 4 von 5 Punktendurch die erzählungen der verschiedenen personen, die die unterschiedlichsten beziehungen zu ulrike meinhof hatten entsteht ein "relativ objektiver" bericht über diese person. erschreckend was ein "normaler mensch" für eine angemessene reaktion auf das politische geschehen halten kann. |
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