... 
Produkt-Bild: Rio

Rio von Till Brönner, Annie Lennox, Sergio Mendes, Milton Nascimento, Aimee Mann

Audio CD von Verve (Universal)
Preis bei Amazon: EUR 15,95, Angebote ab EUR 10,00

3 von 5 Punkten
3 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
Erscheinungsdatum: Sept. 2008
Zoom ± Produkt-Bild: Rio

Tracks:

  • Misterios (Mysteries) - feat. Annie Lennox & Milton Nascimento
  • O que sera? - feat. Vanessa da Mata
  • So danco samba - feat. Till Brönner
  • Once I Loved (Amor em paz) - feat. Aimee Mann
  • Evening (Tarde) - feat. Milton Nascimento & Luciana Souza
  • Ela e carioca - feat. Sergio Mendes
  • High Night (Alta noite) - feat. Melody Gardot
  • Cafe com pao - feat. Till Brönner
  • Ligia
  • Sim ou nao - feat. Kurt Elling
  • A ra
  • Bonita - feat. Till Brönner
  • Aquelas coisas todas - feat. Luciana Souza

Produktbeschreibung


RIO
© 1998-2009 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften

5 Kundenrezensionen:

Gut!
4 von 5 Punkten 4 von 5 Punkten
Für mich ist es die erste CD von Till Brönner und sie hat mich nicht enttäuscht. Die CD verströmt eine völlig entspannte Atmosphäre. Augen zu und in Gedanken am Zuckerhut einen Caipi schlürfen und diese coole Musik hören...
Und eigentlich sind 2 auch schon zuviel...
2 von 5 Punkten 2 von 5 Punkten
....aber als Trompeter findet man den Kollegen natürlich cool. Und ärgert sich im gleichen Atemzug scheckig, warum der meint, ständig singen zu müssen mit diesem gequetschten, geknödelten und krampfhaft auf Niveau getrimmten Stimmchen. Nur weil es Chet Baker auch getan hat...und auch nicht besser?? Irgendwann steigt Erfolg einem Musiker zu Kopf und er sieht sich selbst nicht mehr realistisch. Und DANN macht er Sachen wie Rio, weil er denkt, das wollen alle hören.

Musikalisch wohltemperiert, nie störend, mit feinen Musikern und guten SängerInnen, aber mal ganz ehrlich: Ist es DAS, was man von einem Topmusiker wie ihm hören will???. Dabei ist Brönner live nach wie vor stark, einfallsreich und ein Erlebnis. Naja auch für mich gilt: Nie mehr ein Blindkauf!
Alles schon mal dagewesen...
1 von 5 Punkten 1 von 5 Punkten
Bossa Nova und Jazz? Hatten wir das nicht schon mal? Stan Getz hat uns in den 60er-Jahren umfassend und abschliessend gezeigt, wie man's macht. Das kann man nicht toppen. Wenn ich als Beispiel nur mal den Song "So danco samba" nehme. Till Brönner gibt sich ja die allergrösste Mühe, sogar sein Portugiesisch klingt ziemlich echt, wenn ich dann aber Joao Gilberto und Stan Getz zum Vergleich anhöre, liegen da Welten dazwischen. Joao Gilberto klingt nach 45 Jahren frischer und authentischer als Brönner auf seiner neuen "pressfrischen" CD Rio. Zudem ist die Trompete als Gegenpart zum Gesang nicht ideal; da passt halt das Tenor-Sax viel besser. Schade! Vielleicht versucht der gute Till Brönner ja mal ganz einfach er selbst zu sein und nicht irgendjemanden zu kopieren; da kann er nur verlieren. Schade um die verpasste Chance.
Brönner in Rio-Fast perfekt
4 von 5 Punkten 4 von 5 Punkten
Vorweg, im Gegensatz zu Andy567 finde ich "O que sera" den gelungensten
Titel des Albums, so muss Bossa Nova klingen, mit einer perfekten Interpretation von Vanessa de Mata der wunderbaren Komposition von Chico
Buarque. Der einzige Kritikpunkt an der CD ist die Auswahl der Gastsänger. Was Annie Lenox hier zu suchen hat, ist mir schleierhaft. Deren Gesang hat aber auch gar nichts mit Bossa zu tun. Warum hat Brönner nicht einen der noch lebenden Legenden des Bossa Nova zu den Aufnahmen geladen, wenn er denn schon in Rio aufnimmt. Allen voran fällt mir da Carlos Lyra ein, einer der wenigen, die auch vom Kompositorischen her, auf einer Augenhöhe mit Jobim stehen. Auch Roberto Menescal, Joao Donato,
Wanda Sa, Marcos Valle und Billy Blanco sind noch sehr aktiv und keineswegs zu alt um noch das ein oder andere beizusteuern. Bei Universal schielt man aber doch zu sehr auf Verkaufszahlen und da macht sich ein Name wie Annie Lenox eben gut. Das Album ist dem 2008 verstorbenen Vater
von Luciana Souza, Walter Santos, gewidmet. Dieser war ebenfalls ein Mitbegründer des Bossa, leider zu unrecht heute vergessen. Schade, das keine seiner schönen Kompositionen auf dem Album ist. Alles in allem natürlich ein schönes Album, aber man hätte noch mehr aus der Idee machen können.
Gediegen weichgespült und etwas langweilig
2 von 5 Punkten 2 von 5 Punkten
Alle Türen stehen Till Brönner, Deutschlands prominentestem Jazzmusiker, offen, wenn er ein Projekt angeht. Hildegard Knef, Chris Botti, Curtis Stigers, Don Grusin, The New York Voices, Madeleine Peyroux, - er bekommt sie alle mit Leichtigkeit. Andererseits musste Helen Schneider ihn sicher nicht lange nach (verkaufsfördernden) Gastauftritten auf ihrer neuesten CD fragen. Selbst gesanglich eher schwächlich-funkelnde Interpreten wie Yvonne Catterfeld oder Carla Bruni, integrierte Brönner unkompliziert in seinen Jazz oder in seine jazzinspirierte Weihnachts-CD. So ist man nicht überrascht, sieht man sich die Liste der renommierten Künstler an, die bei seinem neuesten CD Projekt RIO mitmachen.

Der Bossa Nova, diese oft betörende Mischung aus Cool-Jazz und Samba, wurde gerade fünfzig Jahre alt, und zahlreiche Wiederveröffentlichungen rücken diese Musik
in den Vordergrund. Richtig weg war der Bossa Nova aber niemals: Große brasilianische Komponisten, allen voran Antonio Carlos Jobim, haben mit vielen Songs unvergessliche Standards geschaffen. Weltklassemusiker -und Sänger haben sie in der Vergangenheit und in der Jetztzeit immer wieder interpretiert.

Als erstes Stück auf Brönners RIO hören wir Misterios, ein Duett mit Annie Lennox und der legendären Brasil-Ikone Milton Nascimento. Lennox Stimme ist kräftig, klar und intensiv, gleichzeitig aber auch sehr hart. Irgend etwas scheint sie mit ihrer Intonation der hohen, gezogenen Töne falsch zu machen, denn sie klingt unangenehm sirenenartig. Milton Nascimentos Stimme ist genau richtig, einfühlsam und unverkennbar magisch. Der Titel ist schön arrangiert, besonders den echohaften Klang rufender Stimmen im Hintergrund empfindet man wie einen leisen Wind.

O Que Sera, gesungen von Vanessa da Mata klingt mit den ersten Noten sehr ansprechend und 100% nach Bossa Nova, nervt jedoch später in unglaublicher Weise. Die Komposition hat kaum Höhen und Tiefen und klingt durch den immer gleichen Rhythmus wie ein permanentes tra-la-la und tamtam-tam, vergleichbar einem kindischen Abzählreim. Dazu kommt die blutarme, ausdruckslose Stimme von Vanessa da Mata, die zwar gekonnt die schnellen Synkopen dieses Bossa Novas technisch beherrscht, aber vollkommen unbeteiligt wirkt. (...das muss so,... bei Bossa Nova !!- hm ??) Es dudelt endlos dahin...und ist mit über fünf Minuten schwer zu ertragen. Für mich mit Abstand die schwächste Nummer des ganzen Albums.

Till Brönner hat sich mit So Danco Samba zunächst klugerweise einen der berühmtesten Bossa-Nova-Klassiker ausgesucht, bei dem die Stimme nicht unbedingt Höchstleistungen vollbringen muss... (Ella Fitzgerald hat zwar in unzähligen Liveversionen diesen Titel zu einem vokalen Feuerwerk gemacht, aber das war dann doch eher dem Jazz zugewandt, als dem typischen Bossa Nova). Brönner hat ohne Frage begriffen, wie der Song zu singen ist (weich, dunkel, und schnell), so wie er auch insgesamt auf diesem Album etwas lehrbuchartig das Idiom des Bossa Nova vorstellt.

Als Sänger allerdings hat die Welt nicht auf ihn gewartet. Oder drücken wir es mal so aus: Nur mit seinem Gesang allein, hätte er niemals einen Plattenvertrag bekommen. So gut und sicher wie er als Trompeter ist, dem Sänger Brönner gehorcht die Stimme nur sehr eingeschränkt oder passabel. Bei So Danco Samba ist seine Interpretation noch adäquat. Aber schon beim sehr rhythmischen Cafe Com Pao zeigt sich seine gesangliche Unzulänglichkeit, wenn sein Singen oft zum tiefgehauchten Gebrummel wird.

Mit Bonita nimmt sich Brönner eine der schönsten Bossa-Nova Balladen vor. Diese traumhafte Melodie betört schon durch sich selbst, auch wenn ein weniger guter Sänger sie singt. Der Song ist einfach zu gut. Aber von Note zu Note merkt man, was dem Sänger Brönner fehlt. Da ist keine Sinnlichkeit, oder Variationsreichtum. Brönner haucht die Melodie ansprechend, aber kann die Schönheit dieser Melodie nicht wirklich ausloten. Wenn er für diese Nummer den Jazzsänger Peter Fessler verpflichtet hätte, die CD wäre um ein echtes Highlight bereichert.

Obwohl mit dem Sound des Bossa Nova hauptsächlich rhythmisch entspannte, an sacht-wiegende Meereswellen erinnernde Melodien verbunden werden, erschließt sich für mich die musikalische Tiefe des Bossa Nova am ehesten in den großen Balladen wie Bonita, Dindi, oder Once I loved. Sie haben diese Sehnsucht oder Tristeza, vergleichbar mit dem portogiesischem Fado. Jedoch ohne dessen große Leidenschaft und Pathos, denn der Bossa Nova ist eine sehr weiche Musik.

Der Bossa Nova hat sich selten durch starke Stimmen oder großes Temperament ausgezeichnet, setzt man mal Jazz oder Soulgesang dagegen. Ob aber deswegen die Ballade Once I Loved von Aimee Man so einschläfernd gesungen werden muss, ist hier die Frage. Auch wenn Astrud Gilberto seinerzeit mit ihrem hübschen, aber emotionslosen Gesang Maßstäbe gesetzt hat, ist es doch kein Gesetz dass nur in dieser Art gesungen werden muss. Man erinnere sich an die große brasilianische Sängerin Elis Regina, die solche Balladen zu vokalen Ereignissen machte. Once I loved ist sehr blass interpretiert, das melancholische Liebeslied wurde schon viel besser gehört. Auf Bönners RIO klingen außer Annie Lennox eigentlich alle weiblichen Stimmen sehr ähnlich. Dünn, relativ hoch und energielos.

Evening bietet als Duett von Milton Nascimento und Luciana Souza da etwas Abwechslung, schon allein durch Nascimentos prägnante Stimme. High Night ist eine melodisch eine sehr schöne Komposition, und wird auch hübsch filigran und natürlich leise ( wie es sich für dieses Album gebührt!) von Melody Gardot vorgetragen.
Brönners Trompete integriert sich weich und zurückhaltend....

Sergia Mendes bietet mit gekonnt schwebend-warmer Stimme Ela E Carioca einen Bossa Nova in Reinkultur.
Brönners Trompete integriert sich weich und zurückhaltend.....

Das Stück Ligia ist instrumental.
Brönners Spiel ist Bossa Nova adäquat, weich und zurückhaltend......

Das ebenfalls instrumentale ARA ist wieder rhythmischer. Brönners Trompetenspiel vermischt sich klanglich interessant mit Hintergrundstimmen. Sein Spiel bleibt auch hier weich und und unagressiv. Gegen Ende des Songs wird das Thema allerdings endlos wiederholt, so dass man nicht traurig ist, wenn dann Schluss ist.
Von Kurt Elling, diesem großartigen, oft überdynamischen Sänger hatte ich mir einen vokalistischen Höhepunkt versprochen. Ein solcher würde dann aber wahrscheinlich aus der samtig-weichstimmigen Grundfarbe von RIO unangemessen herausragen. Natürlich ist Elling stimmlich so versiert, seinen Beitrag ( Sim Ou Nao) dem Album zart und subtil anzupassen. So ist dieser Titel, bedingt durch die hohe Qualität von Kurt Elling einer der wenigen wirklich Guten des Albums.

Aquelas Coisas Todas der letzte und eindrucksvollste Song von Rio kommt sehr spät, um einen aufhorchen zu lassen. Hier stimmt plötzlich alles. Der Titel ist musikalisch interessant, vielschichtig und farbig. Luciana Souza glänzt hier endlich mal als einziger weiblicher Gesangspart auf RIO mit Virtuosität, Impulsivität und frischer Vokaltechnik. Till Brönners Meisterschaft als Trompeter, die gerühmte perfekte Intonation, die geschmeidige Phrasierung und der warme Klang, kommen in diesem Stück am deutlichsten zum Ausdruck! Schade, dass es von solchen Stücken nicht mehr auf Rio gibt. Aquelas Coisas Todas ist ein leuchtender Farbtupfer in der für mich überwiegend grau-blau-tristen, dahinplätschernden Musiklandschaft von Rio.

Es geht nicht darum, dass Brönner mit Rio dem Bossa Nova grundsätzlich nichts Neues beisteuert, das sollte nicht erwartet werden, und war wohl auch nicht Brönners Absicht. Akzentuierterer Gesang, mehr Frische, und musikalische Abwechselung, und auch mehr Hingabe / Dynamik in Brönners ( sparsam eingesetztem Spiel), hätte dem Album gut getan. Eine "Feier" so wie es im Werbetext zur CD "RIO" heisst, ist das für mich nicht. Ich bin mir aber ziemlich sicher, das die Songs in ihrer Livepräsentation, und den sich ergebenden Improvisationen wesentlich besser sind.
© 1998-2009 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften
Produkt-Bild: Rio - Deluxe Edition (+ DVD)

Rio - Deluxe Edition (+ DVD) von Till Brönner, Annie Lennox, Sergio Mendes, Milton Nascimento, Aimee Mann

Audio CD von Verve (Universal)
Preis bei Amazon: EUR 19,95, Angebote ab EUR 16,40

3 von 5 Punkten
3 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
Erscheinungsdatum: Sept. 2008
Zoom ± Produkt-Bild: Rio - Deluxe Edition (+ DVD)

Tracks:

Disk 1
  • Misterios (Mysteries) - feat. Annie Lennox & Milton Nascimento
  • O que sera? - feat. Vanessa da Mata
  • So danco samba - feat. Till Brönner
  • Once I Loved (Amor em paz) - feat. Aimee Mann
  • Evening (Tarde) - feat. Milton Nascimento & Luciana Souza
  • Ela e carioca - feat. Sergio Mendes
  • High Night (Alta noite) - feat. Melody Gardot
  • Cafe com pao - feat. Till Brönner
  • Ligia
  • Sim ou nao - feat. Kurt Elling
  • A ra
  • Bonita - feat. Till Brönner
  • Aquelas coisas todas - feat. Luciana Souza
Disk 2
  • Album Documentary
  • Photo Galleries
  • Album Info

Produktbeschreibung


RIO LTD.D.E.
© 1998-2009 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften

5 Kundenrezensionen:

Gut!
4 von 5 Punkten 4 von 5 Punkten
Für mich ist es die erste CD von Till Brönner und sie hat mich nicht enttäuscht. Die CD verströmt eine völlig entspannte Atmosphäre. Augen zu und in Gedanken am Zuckerhut einen Caipi schlürfen und diese coole Musik hören...
Und eigentlich sind 2 auch schon zuviel...
2 von 5 Punkten 2 von 5 Punkten
....aber als Trompeter findet man den Kollegen natürlich cool. Und ärgert sich im gleichen Atemzug scheckig, warum der meint, ständig singen zu müssen mit diesem gequetschten, geknödelten und krampfhaft auf Niveau getrimmten Stimmchen. Nur weil es Chet Baker auch getan hat...und auch nicht besser?? Irgendwann steigt Erfolg einem Musiker zu Kopf und er sieht sich selbst nicht mehr realistisch. Und DANN macht er Sachen wie Rio, weil er denkt, das wollen alle hören.

Musikalisch wohltemperiert, nie störend, mit feinen Musikern und guten SängerInnen, aber mal ganz ehrlich: Ist es DAS, was man von einem Topmusiker wie ihm hören will???. Dabei ist Brönner live nach wie vor stark, einfallsreich und ein Erlebnis. Naja auch für mich gilt: Nie mehr ein Blindkauf!
Alles schon mal dagewesen...
1 von 5 Punkten 1 von 5 Punkten
Bossa Nova und Jazz? Hatten wir das nicht schon mal? Stan Getz hat uns in den 60er-Jahren umfassend und abschliessend gezeigt, wie man's macht. Das kann man nicht toppen. Wenn ich als Beispiel nur mal den Song "So danco samba" nehme. Till Brönner gibt sich ja die allergrösste Mühe, sogar sein Portugiesisch klingt ziemlich echt, wenn ich dann aber Joao Gilberto und Stan Getz zum Vergleich anhöre, liegen da Welten dazwischen. Joao Gilberto klingt nach 45 Jahren frischer und authentischer als Brönner auf seiner neuen "pressfrischen" CD Rio. Zudem ist die Trompete als Gegenpart zum Gesang nicht ideal; da passt halt das Tenor-Sax viel besser. Schade! Vielleicht versucht der gute Till Brönner ja mal ganz einfach er selbst zu sein und nicht irgendjemanden zu kopieren; da kann er nur verlieren. Schade um die verpasste Chance.
Brönner in Rio-Fast perfekt
4 von 5 Punkten 4 von 5 Punkten
Vorweg, im Gegensatz zu Andy567 finde ich "O que sera" den gelungensten
Titel des Albums, so muss Bossa Nova klingen, mit einer perfekten Interpretation von Vanessa de Mata der wunderbaren Komposition von Chico
Buarque. Der einzige Kritikpunkt an der CD ist die Auswahl der Gastsänger. Was Annie Lenox hier zu suchen hat, ist mir schleierhaft. Deren Gesang hat aber auch gar nichts mit Bossa zu tun. Warum hat Brönner nicht einen der noch lebenden Legenden des Bossa Nova zu den Aufnahmen geladen, wenn er denn schon in Rio aufnimmt. Allen voran fällt mir da Carlos Lyra ein, einer der wenigen, die auch vom Kompositorischen her, auf einer Augenhöhe mit Jobim stehen. Auch Roberto Menescal, Joao Donato,
Wanda Sa, Marcos Valle und Billy Blanco sind noch sehr aktiv und keineswegs zu alt um noch das ein oder andere beizusteuern. Bei Universal schielt man aber doch zu sehr auf Verkaufszahlen und da macht sich ein Name wie Annie Lenox eben gut. Das Album ist dem 2008 verstorbenen Vater
von Luciana Souza, Walter Santos, gewidmet. Dieser war ebenfalls ein Mitbegründer des Bossa, leider zu unrecht heute vergessen. Schade, das keine seiner schönen Kompositionen auf dem Album ist. Alles in allem natürlich ein schönes Album, aber man hätte noch mehr aus der Idee machen können.
Gediegen weichgespült und etwas langweilig
2 von 5 Punkten 2 von 5 Punkten
Alle Türen stehen Till Brönner, Deutschlands prominentestem Jazzmusiker, offen, wenn er ein Projekt angeht. Hildegard Knef, Chris Botti, Curtis Stigers, Don Grusin, The New York Voices, Madeleine Peyroux, - er bekommt sie alle mit Leichtigkeit. Andererseits musste Helen Schneider ihn sicher nicht lange nach (verkaufsfördernden) Gastauftritten auf ihrer neuesten CD fragen. Selbst gesanglich eher schwächlich-funkelnde Interpreten wie Yvonne Catterfeld oder Carla Bruni, integrierte Brönner unkompliziert in seinen Jazz oder in seine jazzinspirierte Weihnachts-CD. So ist man nicht überrascht, sieht man sich die Liste der renommierten Künstler an, die bei seinem neuesten CD Projekt RIO mitmachen.

Der Bossa Nova, diese oft betörende Mischung aus Cool-Jazz und Samba, wurde gerade fünfzig Jahre alt, und zahlreiche Wiederveröffentlichungen rücken diese Musik
in den Vordergrund. Richtig weg war der Bossa Nova aber niemals: Große brasilianische Komponisten, allen voran Antonio Carlos Jobim, haben mit vielen Songs unvergessliche Standards geschaffen. Weltklassemusiker -und Sänger haben sie in der Vergangenheit und in der Jetztzeit immer wieder interpretiert.

Als erstes Stück auf Brönners RIO hören wir Misterios, ein Duett mit Annie Lennox und der legendären Brasil-Ikone Milton Nascimento. Lennox Stimme ist kräftig, klar und intensiv, gleichzeitig aber auch sehr hart. Irgend etwas scheint sie mit ihrer Intonation der hohen, gezogenen Töne falsch zu machen, denn sie klingt unangenehm sirenenartig. Milton Nascimentos Stimme ist genau richtig, einfühlsam und unverkennbar magisch. Der Titel ist schön arrangiert, besonders den echohaften Klang rufender Stimmen im Hintergrund empfindet man wie einen leisen Wind.

O Que Sera, gesungen von Vanessa da Mata klingt mit den ersten Noten sehr ansprechend und 100% nach Bossa Nova, nervt jedoch später in unglaublicher Weise. Die Komposition hat kaum Höhen und Tiefen und klingt durch den immer gleichen Rhythmus wie ein permanentes tra-la-la und tamtam-tam, vergleichbar einem kindischen Abzählreim. Dazu kommt die blutarme, ausdruckslose Stimme von Vanessa da Mata, die zwar gekonnt die schnellen Synkopen dieses Bossa Novas technisch beherrscht, aber vollkommen unbeteiligt wirkt. (...das muss so,... bei Bossa Nova !!- hm ??) Es dudelt endlos dahin...und ist mit über fünf Minuten schwer zu ertragen. Für mich mit Abstand die schwächste Nummer des ganzen Albums.

Till Brönner hat sich mit So Danco Samba zunächst klugerweise einen der berühmtesten Bossa-Nova-Klassiker ausgesucht, bei dem die Stimme nicht unbedingt Höchstleistungen vollbringen muss... (Ella Fitzgerald hat zwar in unzähligen Liveversionen diesen Titel zu einem vokalen Feuerwerk gemacht, aber das war dann doch eher dem Jazz zugewandt, als dem typischen Bossa Nova). Brönner hat ohne Frage begriffen, wie der Song zu singen ist (weich, dunkel, und schnell), so wie er auch insgesamt auf diesem Album etwas lehrbuchartig das Idiom des Bossa Nova vorstellt.

Als Sänger allerdings hat die Welt nicht auf ihn gewartet. Oder drücken wir es mal so aus: Nur mit seinem Gesang allein, hätte er niemals einen Plattenvertrag bekommen. So gut und sicher wie er als Trompeter ist, dem Sänger Brönner gehorcht die Stimme nur sehr eingeschränkt oder passabel. Bei So Danco Samba ist seine Interpretation noch adäquat. Aber schon beim sehr rhythmischen Cafe Com Pao zeigt sich seine gesangliche Unzulänglichkeit, wenn sein Singen oft zum tiefgehauchten Gebrummel wird.

Mit Bonita nimmt sich Brönner eine der schönsten Bossa-Nova Balladen vor. Diese traumhafte Melodie betört schon durch sich selbst, auch wenn ein weniger guter Sänger sie singt. Der Song ist einfach zu gut. Aber von Note zu Note merkt man, was dem Sänger Brönner fehlt. Da ist keine Sinnlichkeit, oder Variationsreichtum. Brönner haucht die Melodie ansprechend, aber kann die Schönheit dieser Melodie nicht wirklich ausloten. Wenn er für diese Nummer den Jazzsänger Peter Fessler verpflichtet hätte, die CD wäre um ein echtes Highlight bereichert.

Obwohl mit dem Sound des Bossa Nova hauptsächlich rhythmisch entspannte, an sacht-wiegende Meereswellen erinnernde Melodien verbunden werden, erschließt sich für mich die musikalische Tiefe des Bossa Nova am ehesten in den großen Balladen wie Bonita, Dindi, oder Once I loved. Sie haben diese Sehnsucht oder Tristeza, vergleichbar mit dem portogiesischem Fado. Jedoch ohne dessen große Leidenschaft und Pathos, denn der Bossa Nova ist eine sehr weiche Musik.

Der Bossa Nova hat sich selten durch starke Stimmen oder großes Temperament ausgezeichnet, setzt man mal Jazz oder Soulgesang dagegen. Ob aber deswegen die Ballade Once I Loved von Aimee Man so einschläfernd gesungen werden muss, ist hier die Frage. Auch wenn Astrud Gilberto seinerzeit mit ihrem hübschen, aber emotionslosen Gesang Maßstäbe gesetzt hat, ist es doch kein Gesetz dass nur in dieser Art gesungen werden muss. Man erinnere sich an die große brasilianische Sängerin Elis Regina, die solche Balladen zu vokalen Ereignissen machte. Once I loved ist sehr blass interpretiert, das melancholische Liebeslied wurde schon viel besser gehört. Auf Bönners RIO klingen außer Annie Lennox eigentlich alle weiblichen Stimmen sehr ähnlich. Dünn, relativ hoch und energielos.

Evening bietet als Duett von Milton Nascimento und Luciana Souza da etwas Abwechslung, schon allein durch Nascimentos prägnante Stimme. High Night ist eine melodisch eine sehr schöne Komposition, und wird auch hübsch filigran und natürlich leise ( wie es sich für dieses Album gebührt!) von Melody Gardot vorgetragen.
Brönners Trompete integriert sich weich und zurückhaltend....

Sergia Mendes bietet mit gekonnt schwebend-warmer Stimme Ela E Carioca einen Bossa Nova in Reinkultur.
Brönners Trompete integriert sich weich und zurückhaltend.....

Das Stück Ligia ist instrumental.
Brönners Spiel ist Bossa Nova adäquat, weich und zurückhaltend......

Das ebenfalls instrumentale ARA ist wieder rhythmischer. Brönners Trompetenspiel vermischt sich klanglich interessant mit Hintergrundstimmen. Sein Spiel bleibt auch hier weich und und unagressiv. Gegen Ende des Songs wird das Thema allerdings endlos wiederholt, so dass man nicht traurig ist, wenn dann Schluss ist.
Von Kurt Elling, diesem großartigen, oft überdynamischen Sänger hatte ich mir einen vokalistischen Höhepunkt versprochen. Ein solcher würde dann aber wahrscheinlich aus der samtig-weichstimmigen Grundfarbe von RIO unangemessen herausragen. Natürlich ist Elling stimmlich so versiert, seinen Beitrag ( Sim Ou Nao) dem Album zart und subtil anzupassen. So ist dieser Titel, bedingt durch die hohe Qualität von Kurt Elling einer der wenigen wirklich Guten des Albums.

Aquelas Coisas Todas der letzte und eindrucksvollste Song von Rio kommt sehr spät, um einen aufhorchen zu lassen. Hier stimmt plötzlich alles. Der Titel ist musikalisch interessant, vielschichtig und farbig. Luciana Souza glänzt hier endlich mal als einziger weiblicher Gesangspart auf RIO mit Virtuosität, Impulsivität und frischer Vokaltechnik. Till Brönners Meisterschaft als Trompeter, die gerühmte perfekte Intonation, die geschmeidige Phrasierung und der warme Klang, kommen in diesem Stück am deutlichsten zum Ausdruck! Schade, dass es von solchen Stücken nicht mehr auf Rio gibt. Aquelas Coisas Todas ist ein leuchtender Farbtupfer in der für mich überwiegend grau-blau-tristen, dahinplätschernden Musiklandschaft von Rio.

Es geht nicht darum, dass Brönner mit Rio dem Bossa Nova grundsätzlich nichts Neues beisteuert, das sollte nicht erwartet werden, und war wohl auch nicht Brönners Absicht. Akzentuierterer Gesang, mehr Frische, und musikalische Abwechselung, und auch mehr Hingabe / Dynamik in Brönners ( sparsam eingesetztem Spiel), hätte dem Album gut getan. Eine "Feier" so wie es im Werbetext zur CD "RIO" heisst, ist das für mich nicht. Ich bin mir aber ziemlich sicher, das die Songs in ihrer Livepräsentation, und den sich ergebenden Improvisationen wesentlich besser sind.
© 1998-2009 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften
Produkt-Bild: Rio [Vinyl LP]

Rio [Vinyl LP] von Till Brönner, Annie Lennox, Sergio Mendes, Milton Nascimento, Aimee Mann

Schallplatte von Verve (Universal)
Preis bei Amazon: EUR 22,95, Angebote ab EUR 19,00

3 von 5 Punkten
3 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
Erscheinungsdatum: Sept. 2008
Zoom ± Produkt-Bild: Rio [Vinyl LP]

Tracks:

Disk 1
  • Misterios (Mysteries) - feat. Annie Lennox & Milton Nascimento
  • O que sera? - feat. Vanessa da Mata
  • So danco samba - feat. Till Brönner
  • Once I Loved (Amor em paz) - feat. Aimee Mann
  • Evening (Tarde) - feat. Milton Nascimento & Luciana Souza
  • Ela e carioca - feat. Sergio Mendes
Disk 2
  • High Night (Alta noite) - feat. Melody Gardot
  • Cafe com pao - feat. Till Brönner
  • Ligia
  • Sim ou nao - feat. Kurt Elling
  • A ra
  • Bonita - feat. Till Brönner
  • Aquelas coisas todas - feat. Luciana Souza

5 Kundenrezensionen:

Gut!
4 von 5 Punkten 4 von 5 Punkten
Für mich ist es die erste CD von Till Brönner und sie hat mich nicht enttäuscht. Die CD verströmt eine völlig entspannte Atmosphäre. Augen zu und in Gedanken am Zuckerhut einen Caipi schlürfen und diese coole Musik hören...
Und eigentlich sind 2 auch schon zuviel...
2 von 5 Punkten 2 von 5 Punkten
....aber als Trompeter findet man den Kollegen natürlich cool. Und ärgert sich im gleichen Atemzug scheckig, warum der meint, ständig singen zu müssen mit diesem gequetschten, geknödelten und krampfhaft auf Niveau getrimmten Stimmchen. Nur weil es Chet Baker auch getan hat...und auch nicht besser?? Irgendwann steigt Erfolg einem Musiker zu Kopf und er sieht sich selbst nicht mehr realistisch. Und DANN macht er Sachen wie Rio, weil er denkt, das wollen alle hören.

Musikalisch wohltemperiert, nie störend, mit feinen Musikern und guten SängerInnen, aber mal ganz ehrlich: Ist es DAS, was man von einem Topmusiker wie ihm hören will???. Dabei ist Brönner live nach wie vor stark, einfallsreich und ein Erlebnis. Naja auch für mich gilt: Nie mehr ein Blindkauf!
Alles schon mal dagewesen...
1 von 5 Punkten 1 von 5 Punkten
Bossa Nova und Jazz? Hatten wir das nicht schon mal? Stan Getz hat uns in den 60er-Jahren umfassend und abschliessend gezeigt, wie man's macht. Das kann man nicht toppen. Wenn ich als Beispiel nur mal den Song "So danco samba" nehme. Till Brönner gibt sich ja die allergrösste Mühe, sogar sein Portugiesisch klingt ziemlich echt, wenn ich dann aber Joao Gilberto und Stan Getz zum Vergleich anhöre, liegen da Welten dazwischen. Joao Gilberto klingt nach 45 Jahren frischer und authentischer als Brönner auf seiner neuen "pressfrischen" CD Rio. Zudem ist die Trompete als Gegenpart zum Gesang nicht ideal; da passt halt das Tenor-Sax viel besser. Schade! Vielleicht versucht der gute Till Brönner ja mal ganz einfach er selbst zu sein und nicht irgendjemanden zu kopieren; da kann er nur verlieren. Schade um die verpasste Chance.
Brönner in Rio-Fast perfekt
4 von 5 Punkten 4 von 5 Punkten
Vorweg, im Gegensatz zu Andy567 finde ich "O que sera" den gelungensten
Titel des Albums, so muss Bossa Nova klingen, mit einer perfekten Interpretation von Vanessa de Mata der wunderbaren Komposition von Chico
Buarque. Der einzige Kritikpunkt an der CD ist die Auswahl der Gastsänger. Was Annie Lenox hier zu suchen hat, ist mir schleierhaft. Deren Gesang hat aber auch gar nichts mit Bossa zu tun. Warum hat Brönner nicht einen der noch lebenden Legenden des Bossa Nova zu den Aufnahmen geladen, wenn er denn schon in Rio aufnimmt. Allen voran fällt mir da Carlos Lyra ein, einer der wenigen, die auch vom Kompositorischen her, auf einer Augenhöhe mit Jobim stehen. Auch Roberto Menescal, Joao Donato,
Wanda Sa, Marcos Valle und Billy Blanco sind noch sehr aktiv und keineswegs zu alt um noch das ein oder andere beizusteuern. Bei Universal schielt man aber doch zu sehr auf Verkaufszahlen und da macht sich ein Name wie Annie Lenox eben gut. Das Album ist dem 2008 verstorbenen Vater
von Luciana Souza, Walter Santos, gewidmet. Dieser war ebenfalls ein Mitbegründer des Bossa, leider zu unrecht heute vergessen. Schade, das keine seiner schönen Kompositionen auf dem Album ist. Alles in allem natürlich ein schönes Album, aber man hätte noch mehr aus der Idee machen können.
Gediegen weichgespült und etwas langweilig
2 von 5 Punkten 2 von 5 Punkten
Alle Türen stehen Till Brönner, Deutschlands prominentestem Jazzmusiker, offen, wenn er ein Projekt angeht. Hildegard Knef, Chris Botti, Curtis Stigers, Don Grusin, The New York Voices, Madeleine Peyroux, - er bekommt sie alle mit Leichtigkeit. Andererseits musste Helen Schneider ihn sicher nicht lange nach (verkaufsfördernden) Gastauftritten auf ihrer neuesten CD fragen. Selbst gesanglich eher schwächlich-funkelnde Interpreten wie Yvonne Catterfeld oder Carla Bruni, integrierte Brönner unkompliziert in seinen Jazz oder in seine jazzinspirierte Weihnachts-CD. So ist man nicht überrascht, sieht man sich die Liste der renommierten Künstler an, die bei seinem neuesten CD Projekt RIO mitmachen.

Der Bossa Nova, diese oft betörende Mischung aus Cool-Jazz und Samba, wurde gerade fünfzig Jahre alt, und zahlreiche Wiederveröffentlichungen rücken diese Musik
in den Vordergrund. Richtig weg war der Bossa Nova aber niemals: Große brasilianische Komponisten, allen voran Antonio Carlos Jobim, haben mit vielen Songs unvergessliche Standards geschaffen. Weltklassemusiker -und Sänger haben sie in der Vergangenheit und in der Jetztzeit immer wieder interpretiert.

Als erstes Stück auf Brönners RIO hören wir Misterios, ein Duett mit Annie Lennox und der legendären Brasil-Ikone Milton Nascimento. Lennox Stimme ist kräftig, klar und intensiv, gleichzeitig aber auch sehr hart. Irgend etwas scheint sie mit ihrer Intonation der hohen, gezogenen Töne falsch zu machen, denn sie klingt unangenehm sirenenartig. Milton Nascimentos Stimme ist genau richtig, einfühlsam und unverkennbar magisch. Der Titel ist schön arrangiert, besonders den echohaften Klang rufender Stimmen im Hintergrund empfindet man wie einen leisen Wind.

O Que Sera, gesungen von Vanessa da Mata klingt mit den ersten Noten sehr ansprechend und 100% nach Bossa Nova, nervt jedoch später in unglaublicher Weise. Die Komposition hat kaum Höhen und Tiefen und klingt durch den immer gleichen Rhythmus wie ein permanentes tra-la-la und tamtam-tam, vergleichbar einem kindischen Abzählreim. Dazu kommt die blutarme, ausdruckslose Stimme von Vanessa da Mata, die zwar gekonnt die schnellen Synkopen dieses Bossa Novas technisch beherrscht, aber vollkommen unbeteiligt wirkt. (...das muss so,... bei Bossa Nova !!- hm ??) Es dudelt endlos dahin...und ist mit über fünf Minuten schwer zu ertragen. Für mich mit Abstand die schwächste Nummer des ganzen Albums.

Till Brönner hat sich mit So Danco Samba zunächst klugerweise einen der berühmtesten Bossa-Nova-Klassiker ausgesucht, bei dem die Stimme nicht unbedingt Höchstleistungen vollbringen muss... (Ella Fitzgerald hat zwar in unzähligen Liveversionen diesen Titel zu einem vokalen Feuerwerk gemacht, aber das war dann doch eher dem Jazz zugewandt, als dem typischen Bossa Nova). Brönner hat ohne Frage begriffen, wie der Song zu singen ist (weich, dunkel, und schnell), so wie er auch insgesamt auf diesem Album etwas lehrbuchartig das Idiom des Bossa Nova vorstellt.

Als Sänger allerdings hat die Welt nicht auf ihn gewartet. Oder drücken wir es mal so aus: Nur mit seinem Gesang allein, hätte er niemals einen Plattenvertrag bekommen. So gut und sicher wie er als Trompeter ist, dem Sänger Brönner gehorcht die Stimme nur sehr eingeschränkt oder passabel. Bei So Danco Samba ist seine Interpretation noch adäquat. Aber schon beim sehr rhythmischen Cafe Com Pao zeigt sich seine gesangliche Unzulänglichkeit, wenn sein Singen oft zum tiefgehauchten Gebrummel wird.

Mit Bonita nimmt sich Brönner eine der schönsten Bossa-Nova Balladen vor. Diese traumhafte Melodie betört schon durch sich selbst, auch wenn ein weniger guter Sänger sie singt. Der Song ist einfach zu gut. Aber von Note zu Note merkt man, was dem Sänger Brönner fehlt. Da ist keine Sinnlichkeit, oder Variationsreichtum. Brönner haucht die Melodie ansprechend, aber kann die Schönheit dieser Melodie nicht wirklich ausloten. Wenn er für diese Nummer den Jazzsänger Peter Fessler verpflichtet hätte, die CD wäre um ein echtes Highlight bereichert.

Obwohl mit dem Sound des Bossa Nova hauptsächlich rhythmisch entspannte, an sacht-wiegende Meereswellen erinnernde Melodien verbunden werden, erschließt sich für mich die musikalische Tiefe des Bossa Nova am ehesten in den großen Balladen wie Bonita, Dindi, oder Once I loved. Sie haben diese Sehnsucht oder Tristeza, vergleichbar mit dem portogiesischem Fado. Jedoch ohne dessen große Leidenschaft und Pathos, denn der Bossa Nova ist eine sehr weiche Musik.

Der Bossa Nova hat sich selten durch starke Stimmen oder großes Temperament ausgezeichnet, setzt man mal Jazz oder Soulgesang dagegen. Ob aber deswegen die Ballade Once I Loved von Aimee Man so einschläfernd gesungen werden muss, ist hier die Frage. Auch wenn Astrud Gilberto seinerzeit mit ihrem hübschen, aber emotionslosen Gesang Maßstäbe gesetzt hat, ist es doch kein Gesetz dass nur in dieser Art gesungen werden muss. Man erinnere sich an die große brasilianische Sängerin Elis Regina, die solche Balladen zu vokalen Ereignissen machte. Once I loved ist sehr blass interpretiert, das melancholische Liebeslied wurde schon viel besser gehört. Auf Bönners RIO klingen außer Annie Lennox eigentlich alle weiblichen Stimmen sehr ähnlich. Dünn, relativ hoch und energielos.

Evening bietet als Duett von Milton Nascimento und Luciana Souza da etwas Abwechslung, schon allein durch Nascimentos prägnante Stimme. High Night ist eine melodisch eine sehr schöne Komposition, und wird auch hübsch filigran und natürlich leise ( wie es sich für dieses Album gebührt!) von Melody Gardot vorgetragen.
Brönners Trompete integriert sich weich und zurückhaltend....

Sergia Mendes bietet mit gekonnt schwebend-warmer Stimme Ela E Carioca einen Bossa Nova in Reinkultur.
Brönners Trompete integriert sich weich und zurückhaltend.....

Das Stück Ligia ist instrumental.
Brönners Spiel ist Bossa Nova adäquat, weich und zurückhaltend......

Das ebenfalls instrumentale ARA ist wieder rhythmischer. Brönners Trompetenspiel vermischt sich klanglich interessant mit Hintergrundstimmen. Sein Spiel bleibt auch hier weich und und unagressiv. Gegen Ende des Songs wird das Thema allerdings endlos wiederholt, so dass man nicht traurig ist, wenn dann Schluss ist.
Von Kurt Elling, diesem großartigen, oft überdynamischen Sänger hatte ich mir einen vokalistischen Höhepunkt versprochen. Ein solcher würde dann aber wahrscheinlich aus der samtig-weichstimmigen Grundfarbe von RIO unangemessen herausragen. Natürlich ist Elling stimmlich so versiert, seinen Beitrag ( Sim Ou Nao) dem Album zart und subtil anzupassen. So ist dieser Titel, bedingt durch die hohe Qualität von Kurt Elling einer der wenigen wirklich Guten des Albums.

Aquelas Coisas Todas der letzte und eindrucksvollste Song von Rio kommt sehr spät, um einen aufhorchen zu lassen. Hier stimmt plötzlich alles. Der Titel ist musikalisch interessant, vielschichtig und farbig. Luciana Souza glänzt hier endlich mal als einziger weiblicher Gesangspart auf RIO mit Virtuosität, Impulsivität und frischer Vokaltechnik. Till Brönners Meisterschaft als Trompeter, die gerühmte perfekte Intonation, die geschmeidige Phrasierung und der warme Klang, kommen in diesem Stück am deutlichsten zum Ausdruck! Schade, dass es von solchen Stücken nicht mehr auf Rio gibt. Aquelas Coisas Todas ist ein leuchtender Farbtupfer in der für mich überwiegend grau-blau-tristen, dahinplätschernden Musiklandschaft von Rio.

Es geht nicht darum, dass Brönner mit Rio dem Bossa Nova grundsätzlich nichts Neues beisteuert, das sollte nicht erwartet werden, und war wohl auch nicht Brönners Absicht. Akzentuierterer Gesang, mehr Frische, und musikalische Abwechselung, und auch mehr Hingabe / Dynamik in Brönners ( sparsam eingesetztem Spiel), hätte dem Album gut getan. Eine "Feier" so wie es im Werbetext zur CD "RIO" heisst, ist das für mich nicht. Ich bin mir aber ziemlich sicher, das die Songs in ihrer Livepräsentation, und den sich ergebenden Improvisationen wesentlich besser sind.
© 1998-2009 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften
Produkt-Bild: Angelus

Angelus von Milton Nascimento

Audio CD von Wb (Warner)
Preis bei Amazon: EUR 49,99, Angebote ab EUR 5,70

3 von 5 Punkten
3 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
Erscheinungsdatum: Februar 1994
Zoom ± Produkt-Bild: Angelus

Tracks:

  • Seis Horas Da Tarde (Album Version)
  • Estrelada (Album Version)
  • De Um Modo Geral... (Album Version)
  • Angelus (Album Version)
  • Coisas De Minas (Album Version)
  • Hello Goodbye (Album Version)
  • Sofro Calado (Album Version)
  • Clube Da Esquina No 2 (Album Version)
  • Meu Veneno (Album Version)
  • Only A Dream In Rio (Album Version)
  • Qualquer Coisa A Haver Com O Paraiso (Album Version)
  • Vera Cruz (Album Version)
  • Novena (Album Version)
  • Amor Amigo (Album Version)
  • Sofro Caldo (Album Version)

Eine Kundenrezension:

Milton Nascimento hat so viel kreativkraft ......
3 von 5 Punkten 3 von 5 Punkten
Ich habe mir diese CD gekauft, weil ich einerseits von Milton Nascimento die Clube da Esquina 1 liebe und auch andere CD habe - andererseits auf der World Music Zeitschrift Songlines tolle Kritiken gelesen habe. War jedoch nach dem Anhören sehr enttäuscht. Milton Nasicmento der für mich einer der interessantesten & kreativsten Musiker in Brasilien ist - steht hier sicherlich nicht im Zenit seines Schaffens. Einziges Highlight: Coisas de minas (Track No 5)
© 1998-2009 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften
Produkt-Bild: Novas Bossas

Novas Bossas von Milton & Jobim Trio Nascimento

Audio CD von EMI (EMI)
Preis bei Amazon: EUR 17,95, Angebote ab EUR 9,59

Erscheinungsdatum: Juni 2008
Zoom ± Produkt-Bild: Novas Bossas

Tracks:

  • Tudo Que Voce Podia Ser
  • Dias Azuis
  • Cais
  • O Vento
  • Tarde
  • Brigas Nunca Mais
  • Caminhos Cruzados
  • Inutil Paisagem
  • Chega De Saudade
  • Medo De Amar
  • Velho Riacho
  • Esperanca Perdida
  • Trem De Ferro
  • Samba Do Aviao? 'Melody'

Produkt-Bild: Yauarete

Yauarete von Milton Nascimento

Audio CD von Sm Import (Sony BMG)
Preis bei Amazon: EUR 18,95

Erscheinungsdatum: März 1995
Zoom ± Produkt-Bild: Yauarete

Tracks:

  • Blue Planet [Planeta Blue]
  • Dream Merchant [O Vendedor de Sonhos]
  • Jaguar [Yauarete]
  • Enchanted City [Cidade Encantada]
  • Heart Is My Master [Meu Mestre Coracao]
  • Children's Dance [Dança Dos Meninos]
  • Eldorado
  • Letter to the Republic [Carta à República]
  • Old Hill [Morro Velho]
  • Mountain
  • Songs and Moments [Cançoes E Momentos]

Produkt-Bild: Gil & Milton

Gil & Milton von Gilberto Gil, Milton Nascimento

Audio CD von Wea Int. (Warner)
Preis bei Amazon: EUR 20,99, Angebote ab EUR 4,21

Erscheinungsdatum: Juni 2001
Zoom ± Produkt-Bild: Gil & Milton

Tracks:

  • Sebastian
  • Duas Sanfonas
  • Ponta De Areia
  • Bom Dia
  • Trovoada
  • Something
  • Maria
  • Lar Hospitalar
  • Dora
  • Xica Da Silva
  • Cancao Do Sal
  • Dinamarca
  • Palco
  • Baiao Da Garoa

Aus der Amazon.de-Redaktion


Erst kürzlich sang Milton Nascimento zusammen mit Daniela Mercury den Titelsong von ihrem Album Sol Da Liberdade. Zuvor gab er sich auf Gal Costas Aquele Frevo Axé die Ehre. Schulterschlüsse zwischen MPB-Koryphäen sind also keine Seltenheit. Viele künstlerische Kollaborationen reichen sogar bis in die 60er-Jahre zurück. Doch sollten mehr als drei Jahrzehnte vergehen, bis Gil und Milton ein gemeinsames Album einspielten.
Nicht etwa einen Konzertmitschnitt, für den man sich in der Regel auf altbekanntes Material aus dem Repertoire der beteiligten Künstler einigt, sondern ein Studioalbum mit mehreren neuen, gemeinsam geschriebenen Kompositionen. Spannend ist es allemal, wie gut sich Gils beschwingtes Temperament mit Miltons getragenen Melodien verträgt -- etwa im Opener "Sebastian" oder dem elegischen "Trovoada". Der Höhepunkt aber ist zweifellos "Duas Sanfonas". Für dieses folkloristische Paradestück luden Milton und Gil das Geschwisterpaar Sandy & Junior ein, zwei ungemein populäre Teeniestars, die in den brasilianischen Medien gnadenlos vermarktet werden, hier jedoch eine recht charmante Darbietung abliefern.
Als Reminiszenz an sein Londoner Exil gibt Gil eine Reggaeversion von George Harrisons "Something" zum Besten und interpretiert mit "Canção Do Sal" das erste Stück, das er seinerzeit von Milton gehört hat. Umgekehrt übernimmt Milton mit "Bom Dia" einen Song von Gil, den der Tropicalista 1967 mit der Sängerin Nana Caymmi komponiert hatte. Unversehens sind wir dann doch noch mitten hinein geraten in den unvermeidlichen Rückblick auf die Karriere zwei der wichtigsten brasilianischen Künstler des 20. Jahrhunderts. Den allerdings hätten sie auch auf einem Livealbum zelebrieren können. --Wolfgang Zwack
© 1998-2009 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften


Produkt-Bild: Belmondo & Milton Nascimento

Belmondo & Milton Nascimento von Milton Belmondo & Nascimento

Audio CD von B-Flat (ALIVE)
Preis bei Amazon: EUR 17,99, Angebote ab EUR 12,83

Erscheinungsdatum: Juni 2008
Zoom ± Produkt-Bild: Belmondo & Milton Nascimento

Tracks:

  • Ponta de areia
  • Cancao do sal
  • Milagre dos peixes
  • Oracao
  • Travessia
  • Morro velho
  • Nada sera como antes
  • Berceuse / Malilia
  • Saudade dos avioes da panair
  • Ponta de areia

Produkt-Bild: Milagre Dos Peixes

Milagre Dos Peixes von Milton Nascimento

Audio CD von Intuition (Alive)
Preis bei Amazon: EUR 10,99, Angebote ab EUR 4,79

Erscheinungsdatum: April 1996
Zoom ± Produkt-Bild: Milagre Dos Peixes

Tracks:

  • Os Escravos De Jo
  • Carlos,Lucia,Chico E Tiago
  • Milagre Dos Peixes
  • A Chamada
  • Cade-Canto: Nico E Telo
  • Pablo No. 2
  • Tema Dos Deuses
  • Hoje E Dia De El-Rey
  • Ultima Sessao De Musica
  • Sacramento
  • Pablo-Canto: Nico

Produkt-Bild: Tambores de Minas

Tambores de Minas von Milton Nascimento

Audio CD von Wea (Warner)
Preis bei Amazon: EUR 20,99, Angebote ab EUR 3,49

Erscheinungsdatum: Sept. 1999
Zoom ± Produkt-Bild: Tambores de Minas

Tracks:

  • O Que Foi Feito Devera / O Que Foi Feito De Vera
  • Cavaleiros Do Ceu
  • Calix Bento
  • Paula E Bebeto
  • Corsario
  • Leo
  • Cacador De Mim
  • Ponta De Areia
  • O Rouxinol
  • E Agora Rapaz?
  • Guardanapos De Papel
  • Janela Para O Mundo
  • Levantados Do Chao
  • San Vicente
  • Nos Bailes Da Vida
  • Os Tambores De Minas
  • Cancoes E Momentos